Bist du noch in der Kirche?

von Erich Weinert

Ich habe einen Indifferenten gefragt:
„Bist du noch in der Kirche?“ – Da hat er gesagt,
„Ja, ich bin noch drin.
Aber ich gehe schon seit zehn Jahren nicht mehr hin.
Als aufgeklärter Mensch habe ich mit den Pfaffen
Und dem ganzen Brimborium nichts mehr zu schaffen.“ —
„Und warum trittst du nicht aus?“
„Ja, es wurde immer nichts draus!“
„Du zahlst doch auch Kirchensteuer, nicht wahr?“
„Ja, so eine dreißig Mark im Jahr –„
„Eigentlich verdienst du eins hinter die Ohren.
Einmal betrachtest du die Pastoren
Als Diener der finsteren Reaktion,
Und dann ernährst du sie noch mit deinem Lohn!“
„Schon recht! Man entschließt sich bloß immer nicht!“ —
„Also morgen gehst du aufs Amtsgericht!“

Ich habe einen Sozialdemokraten gefragt:
„Bist du noch in der Kirche?“ — Da hat er gesagt:
„Die Kirche kommt gar nicht in Frage für mich.
Ich bin zwar noch drin, doch nur äußerlich.
Es ist wegen meiner Frau und meinem Sohn.
Der Junge soll in der Schule nicht drunter leiden.
Und meine Frau ist für Taufe und Konfirmation.
Ich möchte eben Differenzen vermeiden!
Trotzdem bin ich Atheist, wie du weißt,
Und kläre die Menschen auf, wo ich kann.“ —
„Und zu Hause duldest du den heiligen Geist?
Deine Frau ist doch gar nicht mehr gläubig gesonnen.
Die Aufklärung fängt nämlich zu Hause an!
Die ist sicher bald für den Austritt gewonnen.“

Ich habe einen Kommunisten gefragt:
„Bist du noch in der Kirche?“ — Da hat er gesagt:
„Ach, du denkst wohl, ich gehe sonntags beten?
Da wäre ich ein schöner Kommunist!
Wir sind zwar formell noch nicht ausgetreten,
Was ja schließlich auch überflüssig ist.
Wir hatten keine kirchliche Trauung.
Bei Vaters Begräbnis hat keiner gepredigt.
Der Pastor kennt unsere Weltanschauung.
Für den sind wir schon lange erledigt.
Und Kirchensteuern bezahl ich ja nicht!
Was soll ich da noch auf dem Amtsgericht?“ —
„Genosse, nun will ich dir mal was flüstern!
Dein Name steht in den Kirchenregistern!
Und nun erzählt dein Pastor seiner Gemeinde.
Bei uns ist sogar noch ein Kommunist,
Ein Mann aus dem Lager der Glaubensfeinde!
Das beweist, liebe Freunde, daß Jesus Christ
Doch stärker als gottlose Lehren ist!“ —
„Ja, daran hab ich noch gar nicht gedacht!“ —
„Nun aber schnell einen Strich durch gemacht!“

Allen dreien sag ich noch eins zum Schluß:
Ihr seid euch völlig darüber klar,
Die Kirchenherrschaft ist eine Gefahr,
Die mit allen Mitteln bekämpft werden muß!
Heute verbietet sie uns schon, wie ihr wißt,
Sie als das zu bezeichnen, was sie ist.
Die Geistesfreiheit, die sie irritiert,
Wird mit staatlichem Gummi hinwegradiert.
Doch wenn sie uns auch zum Schweigen zwingen —
Es gibt noch ein Mittel, legal und erlaubt,
Womit man den geistlichen Finsterlingen
Den Boden unter den Füßen raubt:
Wenn die Millionen den Austritt erklären,
Die innerlich nicht mehr zur Kirche gehören,
Das wäre für die Reaktion ein Schlag,
Den kein Gesetz zu verhindern vermag!
Doch die, die sich jetzt nicht endgültig trennen,
Die sollen sich ja nicht mehr Kämpfer nennen!

Was sind Schlecker die Kundendaten wert?

Offenbar sind Schlecker die Kundendaten nicht sehr viel wert — warum sollte dieser Ramscher, der auch seine „Mitarbeiter“ eher wie billige Verfügungsmasse betrachtet, auch der kaufenden Verfügungsmasse gegenüber eine menschlichere Einstellung haben. Und weil die Kundendaten nicht viel wert sind, hat Schlecker sie einen externen Dienstleister verwalten lassen, ganz so, als könne so etwas überhaupt keine Probleme verursachen und als gäbe es keine einträglichen Geschäfte durch den Handel mit guten Adressdatensätzen. (Natürlich wird dieser Dienstleister ein derartiges Geschäft augeschlossen haben, aber natürlich arbeiten auch dort Menschen, die Zugriff haben und die einem kleinen Nebenerwerb nicht abgeneigt sein werden. Was glaubt man eigentlich, warum ein solches Outsourcing billiger ist als der eigene Betrieb?)

Und natürlich ist es mal wieder schief gegangen.

Im Gespräch mit Focus Online wird der Dienstleister Artegic AG, der für Schlecker einen personalisierten Newsletterversand betreibt, konkreter: „Die Kundendaten auszuspähen war nur möglich, weil eine Person die die Zugangsdaten zum Server besaß, ein Programm aufgespielt hat.“

Aber Schlecker „entschädigt“ jetzt ja seine Kunden, nachdem klar ist, dass da vorsätzlich eine Infrastruktur zum Ausspähen von Kundendaten angelegt wurde. Mit der grandiosen Entschädigung von fünf Euro. Und die natürlich nicht in bar, sondern für Schlecker überaus preisgünstig und kundenbindend als Einkaufsgutschein für Schlecker. Man spart eben, wo man kann.

Ich glaube ja, dass so genannte „Datenpannen“ in der BRD wesentlich seltener wären, wenn es dabei genau wie bei trivialen Urheberrechtsverstößen in privaten Websites zu einer Abmahnung mit Kosten im Bereich einiger hundert bis einiger tausend Euro für jeden Einzelfall käme. Und ich glaube, dass man „Schlecker“ nach dieser Nummer der Firmierung die Buchstaben „Ar“ vorwegstellen sollte, damit klarer wird, was das für ein Laden ist.

Ach ja: Wer angesichts der hier herrschenden Zustände irgendeinem Anbieter irgendwo im Internet echte Daten von sich selbst preisgibt, dem ist nicht mehr zu helfen…

Zitat des Tages

Mit einem freundlichen Wort und einer Pistole kann man mehr erreichen, als nur mit einem freundlichen Wort.

Al Capone

Caritas und Diakonie machen auf Solidarität

Das Folgende ist gestern in meinen „toten Briefkasten“ geflattert und vielleicht von breiterem Interesse für Menschen aus Hannover:

Hallo und jutn´tach Euch draußen und drinnen!

Lust, mal wieder rauszugehen? Lust, mal wieder auszugehen? Lust auf die Stadt? Lust auf den Schiller aus Stein? Und: Lust auf Mittagessen für lau?

Tafeln für alle!

Am Samstag- diesen Samstag aufer Georgstrasse, zwischen Schiller-denk-mal und Kröpcke-Uhr. Pünktlich um 12 ist Mittag. Und es gibt Futter. An einer Tafel. Für alle! Aus Solidarität! 2000 Mal!

Macht Euch schick und kommt dahin, wenn ihr hunger habt. Allerdings weiß man und auch frau nicht, was es geben wird.

Der Hintergrund dieser Aufforderung (zu einem noch nicht näher geplanten Widerstand gegen das Pack, das sich da als heilig und sozial ins mediale Rampenlicht zu stellen gedenkt) ist die folgende gemeinsame Aktion von Caritas und Diakonie, deren offizelle Ankündigung ich gern und völlig unbearbeitet wiedergebe:

„Gemeinsam zu Tisch“ [sic! Die Anführungszeichen sind im Original!]

Unter dem Motto „Gemeinsam zu Tisch“ veranstalten Caritas und Diakonie eine „Solidaritätstafel“ im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. In der Fußgängerzone Hannovers sind alle Menschen zu einem gemeinsamen Essen eingeladen, die gegen Armut und für ein Leben in Würde und Teilhabe ein Zeichen setzen wollen.

Caritas und Diakonie erleben in ihren örtlichen Beratungsstellen und Einrichtungen sowie in den von Ehrenamtlichen getragenen Diensten und Angeboten tagtäglich die Lebenssituation von armen und benachteiligten Menschen. Sehr deutlich nehmen sie die Zunahme von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie die Grenzen der staatlichen, finanziellen Unterstützung wahr. Mit den neuerlichen Sparbeschlüssen der Bundesregierung werden wieder die Ärmsten zur Kasse gebeten. Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander.

Mit der Solidaritätstafel, die unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister steht, wollen Caritas und Diakonie ein deutliches Zeichen gegen diese Entwicklung setzen.
Das Diakonische Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e. V. und der Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V. laden gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Stadtverband Hannover und dem Caritasverband Hannover e. V. alle Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen ein.

Ablauf

Von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr steht auf der Georgstraße vom Schillerdenkmal bis zum Kröpcke eine lange Tafel. Johanniter und Malteser teilen gegen eine Spende zu Gunsten der Bahnhofsmissionen Essen aus. „Kellner“ werden rund um die Tafel über die Themen Armutsursachen, Armutsprävention und Armutsbekämpfung sowie über hannoversche Projekte informieren.

Höhepunkt

Um 12:30 Uhr soll die Tafel als Zeichen der Solidarität voll besetzt sein!

Rahmenprogramm

Auf der Bühne am Schillerdenkmal wird es neben Interviews und Statements zum Thema Armut ein vielfältiges Programm geben. Die Kunsthausierer Gleitze und Sievers, die Bigband Sound der Musikschule, eine afrikanische Sambagruppe, Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen sowie von Caritas und Diakonie, Vertreter aus Stadt, Region und Politik werden beim Bühnenprogramm dabei sein.

Sie sind herzlich eingeladen!
Machen Sie mit – verbreiten Sie diese Einladung, kommen Sie mit Ihren Freunden, Verwandten und Bekannten zur Tafel und setzen auch Sie ein Zeichen gegen Armut und Ausgrenzung.

Angesichts der Tatsache, dass Caritas und Diakonie in ganz besonderer Weise und wahrlich massenhaft die entrechteten Ein-Euro-Jobber knechten und ausbeuten, ist eine derartige Aktion von einem derartigem Zynismus und von einem so geradezu galaktischen Ausmaß der Heuchelei, dass selbst mir die Worte dafür fehlen. Eher geht ein Blauwal durch ein Nadelöhr, als dass diese kirchlichen Halunken einmal wirklich etwas für die Solidarität in der Gesellschaft täten. Von daher kann ich nur hoffen, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ dort auflaufen, die ihre Fressen dann mit besonders „solidarischem“ Ausdruck in die Knipskästen der Journaille halten, sondern auch massenhaft Betroffene des kirchlichen Lohndumpings und der von den Kirchen mitgetragenen und mitgestalteten Massenverarmung der Menschen in der BRD, um diese heillose Aufführung frömmelnder und sozialtümelnder Heuchelei unübersehbar und unüberhörbar zu versalzen.

Zumal es dazu ja ein kostenloses Mittagessen geben soll.

Die BRD: Paradies für Abzocker und Betrüger

Profiteure der in der BRD politisch gewünschten Rechtslage: Robert und Villiam Adamca, aka: Content4U GmbH (und diverse andere Betrügereien)

Da der Text über die massenhaft versendeten, betrügerischen Mahnschreiben der Content4U GmbH auch jetzt noch, einen Monat später, jeden Tag zwischen 200mal und 500mal gelesen wird, scheint das Thema der dreisten Abzocke im Internet mit gefühlter Nähe zum offenen Betrug ja weiterhin sehr aktuell zu sein. Klar, die Empfehlung, dass man so eine völlig unbegründete Mahnung nicht bezahlen sollte — nein, auf gar keinen Fall sollte man die unbegründeten Mahnungen der Content4U GmbH und vergleichbarer Betrugsfirmen bezahlen — diese Empfehlung ist schnell ausgesprochen. Manche Menschen haben diese Empfehlung auch gefunden, andere nicht, und etliche werden eingeschüchtert die unbegründete Mahnung bezahlt haben. Damit, dass man dieses in Rechnung gestellte Geld auch bezahlt, ist übrigens eine „Anerkennung der Schuld“ verbunden. Das heißt: In dem Moment, in dem man diesen Schurken Geld überwiesen hat (ein Teilbetrag reicht), hat man sich jeder Handhabe gegen die dreiste und betrügerische Nummer beraubt und der Anspruch dieses Packs besteht zu recht. Viele werden so eingeschüchtert sein, dass sie erst nach der Überweisung mit dem Nachdenken beginnen — schließlich ist ein negativer Schufa-Eintrag und eine Gehaltspfändung mehr als nur „ein bisschen“ peinlich, und in einigen Fällen ist so etwas existenzbedrohend. Von dieser Einschüchterung lebt die betrügerische „Firma“ Content4U GmbH, denn wenn auch nur fünf Prozent der Empfänger dieser „Letzten Mahnung“ Geld überweisen, denn können sich die beiden sauberen Herren, die da oben als Einladung an den Speireflex mal im Bilde gezeigt sind (Quelle: Die Dreckschleuder), mit diesem Geld schon eine ganze Menge verfeinerten Lebensstiles leisten, ohne dass sie sich dafür besonders anstrengen müssten.

Vermutlich zahlen mehr als fünf Prozent der Empfänger. Eine besondere Aufklärung über derartige „Letzte Mahnungen“ und die besonderen „Geschäftsmodelle“ von Firmen wie der „Content4U GmbH“ in den breiter rezipierten Medien ist mir jedenfalls in den letzten Wochen nicht aufgefallen, obwohl es gerade sehr zu brennen scheint. Insbesondere ist so etwas kein Thema für das staatliche Fernsehen der BRD, das ja schon seit langer Zeit auch von jenen Menschen über eine „Rundfunkgebühr“ genannte Zwangsabgabe mitfinanziert wird, die auf Glotze und Rieselradio dankend verzichten, aber dafür einen Computer (auch einen ohne Internetzugang, denn jeder Computer ist ein Rundfunkempfänger!) besitzen. Nein, daraus folgt für das staatliche Fernsehen der BRD keineswegs, dass auch vor derartigen Betrugsmaschen im Zusammenhang des Internet aufgeklärt werden sollte. Wozu auch? Krätzmilbe, Kakerlake und Co. unterhält doch viel besser, und die populären P’litshows sind viel zu beschäftigt damit, die Ausbreitung der massenhaften Verarmung und die Umwandlung der BRD in ein Billiglohnland voller mit Angstpeitsche willig gemachtem „Menschenmaterales“ als neue und alternativlose Form der „Sozialpolitik“ zu verherrlichen.

Dass ein so genannter „Qualitätsjournalist“ mal dazu beiträgt, dass die Menschen über das als Konkurrenzmedium empfundene Internet nicht so abgezogen werden, ist nach wie vor Fehlanzeige. Und so ein marginalisiertes Blog wie dieses hier… bin ich doch mal ehrlich… hat nun wirklich keine besondere Reichweite und Breitenwirkung.

Fragt sich nur, warum diese Leute, die eine vorsätzlich irreführende Website betreiben und Mahnbriefe mit vorsätzlich irreführenden Rechnungsbeträgen und einschüchternden Tonfall in Gießkannenmentalität unter die Menschen in der BRD, in Österreich und in der Schweiz schicken, warum diese Halunken noch rumlaufen können? Warum diese Briefe weiterhin rausgehen? Warum weiterhin Menschen mit bedrohlich formulierten Mumpitz-Mahnungen dazu gebracht werden können, ihre sauer verdienten Kröten an ein paar äußerst fragwürdige und offen asoziale Gestalten zu überweisen? Warum es so sicher wie das Amen in der Kirche ist, dass diese „Content4U“-Betrüger in ein paar Monaten unter einer neuen Firmierung völlig unbehelligt die gleiche Nummer abziehen werden, denn das machen sie schon seit Jahren? Warum auch nach mehreren Jahren derartiger Betrugsnummern am äußersten Rande der Legalität keine juristische Handhabe gegen diesen Abschaum zu bestehen scheint?

Die naheliegendste Antwort auf derartige Fragen ist verblüffend einfach: Weil derartige Rechtsunsicherheiten bei der Internetnutzung in der BRD p’litisch gewünscht sind. Deshalb gibt es keine Antwort des Gesetzgebers (das ist unter anderem ihr Bundestagsabgeordneter) auf derartige „Geschäftsmodelle“. Deshalb bekommt ein Mensch, der zum zweiten oder dritten Mal beim so genannten „Schwarzfahren“ erwischt wurde, in der BRD einige Tagesätze aufgebrummt, die er wegen seiner Armut (die ihn ja auch zum „Schwarzfahrer“ machte) oft als Haft absitzen muss, während auf der anderen Seite derartige Fäkalmaden auch nach Jahren eines Lebens vom Betrug und einigen zusammengegaunerten Millionen niemals einen Gerichtssaal und erst recht kein Gefängnis von innen sehen und ihre betrügerischen Nummern immer und immer wieder durchziehen können — bis sich vielleicht mal jemand erbarmt und das Problem in Selbstjustiz löst.

Klar, Mitglieder der classe politique reden gern davon, dass das Internet „kein rechtsfreier Raum“ sein darf, und ihre journalistischen Speichellecker geben dies zu gern wieder, ohne auch nur eine Frage dazu zu stellen. Aber damit meinen diese populistischen Lügner regelmäßig keinen Schutz der Internetnutzer vor Betrugstechniken, die seit vielen Jahren bekannt sind und deren beabsichtigte Heimtücke schon beim bloßen Hinschauen offenbar wird. Nein, damit meinen diese populistischen Lügner regelmäßig und ausschließlich Techniken zur Einrichtung einer unkontrollierbaren Internetzensur in der BRD und Vorhaben zu einer immer weiter gehenden Kriminalisierung ganz gewöhnlicher Techniknutzung und zu einer ins Absurde ausgeweiteten Bürokratisierung des Internet in der BRD. Schon heute kann der arglose Betrieb einer einfachen, persönlichen Website ohne besondere Reichweite unter den Bedingungen einer gezielt geschaffenen Rechtsunsicherheit und des besonderen Abmahnwesens in der BRD zu einem existenzbedrohend teuren Abenteuer werden, und die damit verbundene Einschüchterung der Menschen mit ihrem Mitteilungsdrang scheint durchaus gut in die jüngeren p’litischen Absichten zu passen. Eine Stärkung elementarer Verbraucherrechte — wie zum Beispiel das Recht, nicht á la „Content4U“ halblegal abgezockt werden zu können — passt weniger in die jüngeren p’litischen Absichten. Die in den sichtbar werdenden p’litischen Absichten sich offenbarenden Tendenzen machen dabei auch recht deutlich, welcher Menschen und Gruppen Interessen in der P’litik der BRD vertreten werden, und welcher Menschen und Gruppen Interessen in der P’litik der BRD als nichtswürdig erachtet und mit Füßen getreten werden.

Das ist der p’litische Boden, auf dem verbrecherische Firmen wie die Content4U GmbH erblühen können — gut gedüngt vom Kot, den der Bundesadler selbst über der BRD ablässt. Platsch!

Auf diesem Hintergrund möchte ich nach diesem viel zu lang gewordenen Text (ich wollte eigentlich nur vier oder fünf Zeilen schreiben) darum bitten, noch mehr Text beim Antispam e.V. zu lesen; Text, der unmissverständlich deutlich aufzeigt, was für ein Abzockerparadies die BRD ist und wie es dazu kommt, dass die BRD so ein Abzockerparadies ist. Wer dann noch einige Hintergründe zu diesem schon sehr lesenswerten Text braucht, findet einen ersten Einstieg bei den Abzocknews.

Big Brother von Berlin: Klaus-Dieter Gröhler (CDU)

Klaus-Dieter Gröhler (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister in Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin, hat eine besonders „sinnvolle“ Methode zur Qualitätssicherung in der Verwaltung gefunden. Na ja, „sinnvoll“ hat er die Methode selbst genannt, damit man sie nicht ganz so leicht so benennt, wie man sie nennen muss, nämlich „widerlich“, „hinterhältig“ und „gesetzwidrig“ (sollte der verlinkte Artikel „plötzlich“ aus der BZ verschwinden, hier ist eine lokale Kopie):

Wir haben am Freitag vergangener Woche diese Mail an unsere Mitarbeiter gesendet und sie gebeten zu reagieren. Die E-Mail war nicht fingiert, weil als Absender eindeutig unsere IT-Abteilung zu identifizieren war.

Nun, das Reden von „dieser Mail“ spiegelt nicht so ganz genau wider, was da auf Anordnung von Klaus-Dieter Gröhler gemacht wurde. Der Hintergrund „dieser Mail“ ist es…

[…] dass manche E-Mail-Anfragen an unser Amt wochenlang ungeöffnet bleiben oder nicht an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet werden

…und da wollte Herr Klaus-Dieter Gröhler mal so richtig systematisch ermitteln lassen, bei welchen Mitarbeitern des Bezirksamtes die Mails so dermaßen langsam bearbeitet werden. Und weil das Bezirksamt denn doch ein paar Mitarbeiter mehr als nur einen hat, wurde auch nicht etwa nur eine E-Mail rausgesandt, sondern „ein paar“ mehr. Das geht ja in Herrn Gröhlers schutzbehauptungsreicher Rede von „der E-Mail“ ein bisschen unter, und gewiss ist so ein stellvertretender Bezirksbürgermeister auch sehr geübt darin, mit rhetorischen Nebelgranaten so einen richtig falschen Eindruck des Vorganges zu erwecken, aber das ändert nichts daran, dass es sich in Wirklichkeit (sollte der verlinkte Artikel „plötzlich“ aus der Berliner Morgenpost verschwinden, hier ist eine lokale Kopie)…

[…] 1500 Mitarbeiter des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf haben am vergangenen Freitag eine E-Mail erhalten, die sie bis zum 26. August beantworten sollten […]

…um 1.500 im gesamten Bezirksamt an ebensoviele Mitarbeiter versandte Kontroll-Mails handelte. Und alle diese Mails wurden nur zu einem Zweck versendet: Um zu schauen, ob sie auch wirklich von den angemailten Mitarbeitern so schnell bearbeitet werden. Denn Herr Gröhler, für die Informationstechnik im Bezirksamte zuständig, sorgt sich um „den Speicher“ [sic!]:

„Die Mails sind weder zur Bestrafung noch zur Reglementierung gedacht. Es geht auch nicht darum, wie schnell jemand antwortet“, sagte der für die Informationstechnik zuständige Stadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Im Speicher hingen jedoch etliche Mails von Bürgern, die persönlich adressiert sind, aber von den Mitarbeitern nicht geöffnet wurden.

Auf die an sich nahe liegende Idee, dass einige Mitarbeiter des Bezirksamtes vielleicht in Arbeit ersticken und deshalb nicht immer so rasend schnell und nebenbei alles abarbeiten können, wie dies etwa im gehobenen Dienst regelmäßig möglich ist, kommt jemand, der sich so rührend um „den Speicher“ sorgt, natürlich nicht. Warum sollte er auch? Ihm selbst wird gewiss gut zugearbeitet, damit sein Eingangskorb auch nicht überquillt. Und damit er wirklich völlig unbeleckt von jeglicher Kenntnis über die Situation der Mitarbeiter der Bezirksverwaltung handelt, lässt er einfach 1.500 Kopien einer Kontrollmail mit Fristsetzung bis zum 26. August für die Antwort in die Mailkonten der Mitarbeiter stopfen, um im Nachhinein auf Nachfrage ins Mikrofon zu sagen, dass es doch gar nicht darum geht, wie schnell diese Mails beantwortet werden, und das ganze auch mit ohne (sollte der verlinkte Artikel „plötzlich“ aus dem Tagesspiegel verschwinden, hier ist eine lokale Kopie)…

Auf Anfrage des Personalrats, der nichts von der Aktion wusste, wurde bestätigt, dass man auf Beschwerden von Bürgern reagieren wolle, wonach manche Mails nicht gelesen werden. Dies als technische Überprüfung zu tarnen, ist eindeutig hinterlistig.

…mal beim Personalrat nachzufragen, wie es denn zu den beklagten Verzögerungen in der Mailbearbeitung kommen könnte und was man tun könnte, um diese Situation zu verbessern. Aber dafür wenigstens mit mit einem hübschen kleinen Etikettenschwindel im Betreff der E-Mails, der so tut, als handele es sich bei dieser Kontrolle des Mitarbeiterverhaltens und der Antwortgeschwindigkeit um eine „technische Überprüfung“, ganz so, als gäbe es gar keine besseren Möglichkeiten, um die Technik des Mailservers zu überprüfen. Da muss man ja auch nicht extra den Personalrat aufmerksam machen, denn es geht ja bei dieser notdürftig getarnten Leistungskontrolle auch noch nicht um eine Disziplinierung der Mitarbeiter…

Den Personalrat habe man nicht eingeschaltet, weil mit der Aktion weder eine Bestrafung noch eine Disziplinierung verbunden sei, sagte er: „Das wäre ja erst der zweite Schritt.“

…die ja erst der „zweite Schritt“ einer solchen Maßnahme ist.

Was der so legalitätsignorant beflissen um Mitarbeiterkontrolle bemühte Herr Gröhler (CDU) da an tollen Ideen hat, das stößt auch beim Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD) — trotz seiner Illegalität — auf fröhliche Zustimmung:

Auch Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD) begrüßt es, dass nach den Ursachen dafür geforscht wird: „Als Arbeitgeber müssen wir schließlich darauf achten, dass auch die elektronische Post abgeholt und schnell bearbeitet wird.“

Na, und dass der Personalrat mal eben so übergangen wurde, das scheint diesem Menschen aus einer Partei, die sich „sozialdemokratisch“ nennt und zur besseren Dekoration ihrer p’litischen Show druchaus eine gewisse Nähe zu Gewerkschaften und zu Arbeitnehmerrechten pflegt, ziemlich wumpe zu sein. Der erste Mai ist ja auch schon ein paar Tage vorbei.

Es ist übrigens gut möglich, dass diese illegale Leistungs- und Verhaltenskontrolle ein juristisches Nachspiel bekommen wird. Der Personalrat unter der Leitung von Christine Reuter hat die illegale und hinterhältige Kontrolle des Herrn Gröhler vorerst stoppen können und strebt eine Klage an:

„[…] Das geht so nicht“, betont Reuter. Wenn es den Verdacht auf schwarze Schafe im Bezirksamt gäbe, hätte man eine solche Aktion vorher mit dem Personalrat besprechen sollen. Der Personalrat hat die Test-Aktion deshalb gestoppt. Reuter: „Wir haben einen Rechtsanwalt beauftragt, streben eine Klage an.“

Wie mir von Menschen mitgeteilt wurde, die etwas mehr von diesem empörenden Vorgang mitbekommen haben, war dem sauberen Herrn Vizebürgermeister vom ersten Moment seiner tollen Idee an klar, dass seine Anordnung rechtswidrig ist, und er wurde auch mehrfach darauf hingewiesen. Über derartige Einwände seiner Mitarbeiter — diese sollen unmissverständlich und deutlich gewesen sein — hat sich Herr Klaus-Dieter Gröhler allerdings einfach hinweggesetzt und dabei wohl gehofft, dass er mit dieser nicht nur verbotenen, sondern auch menschlich sehr schäbigen Nummer unentdeckt bleibt und schon irgendwie durchkommen wird.

Und auch bei einer jetzt bevorstehenden gerichtlichen Würdigung dieses Vorganges soll der stellvertretende Bezirksbürgermeister Klaus-Dieter Gröhler hoffen, irgendwie durchzukommen, indem er anderen Mitarbeitern der Verwaltung den Schwarzen Peter für seine persönlich bei vollem Bewusstsein der Illegalität dieses Vorgehens gegebenen Anordnungen zuschiebt.

Welche Mitarbeiter das sein werden? Das werden wir bald sehen. Der explizite Hinweis des Herrn Gröhler auf dem Absender „IT-Abteilung“ in den von ihm persönlich angeordneten Kontrollmails gibt vielleicht eine erste Ahnung, wer in die Pfanne gehauen werden könnte, damit so ein Typ mit gestörtem Verhältnis zur Menschlichkeit und Legalität seines Handelns auch ja keine Konsequenzen tragen muss. Ob er mit dieser Nummer durchkommt? Es steht zu befürchten.

Aber merken sollte man sich diesen Typen, diesen Klaus-Dieter Gröhler, schon.

Sauerland (CDU) macht den Web-3.0-Feudalherren

Der Duisburger OB Adolf Sauerland macht den Feudalherr für das BRD-Web-3.0 und lässt mal eben verschwinden machen, was kein gutes Licht auf die von ihn und seinen geld- und prestigegeilen Komplizen mitverantwortete Loveparade-Hölle wirft:

Leider ist uns heute per einstweiligen Verfügung des Landgerichtes Köln untersagt worden, die Dokumente zu veröffentlichen. Antragsteller ist die Stadt Duisburg vertreten durch Adolf Sauerland. Man beruft sich auf § 97 UrhG

Wer sich einmal anschauen möchte, was nach Meinung von Herrn Sauerland und der „Stadt Duisburg“ (die hier wohl nicht mit den Einwohnern Duisburgs identisch ist) nicht ins allgemeine Bewusstsein dringen soll, kann es zum Beispiel einmal hier versuchen (und diese Dokumente gleich weiterverteilen, um ihre Unterdrückung zu verhindern). Ist aber eine Menge Stoff…