„Flatrate“-Kunden: Brief schreiben nicht vergessen

So bald das Urteil des Landgerichtes Köln (AZ: 26 O 211/13) zugestellt und irgendwo bei einer so genannten Verbraucherschutzzentrale veröffentlicht ist, ist es für jeden, der eine „Internet-Flatrate“ bezahlt, aber ein Volumenpaket bekommt (zum Beispiel bei der Deutschen Telekom, bei Kabel Deutschland oder bei nahe jeder mobilen „Flatrate“ in der BRD) an der Zeit, ein kleines Briefchen zu schreiben.

Zum Beispiel so ein Briefchen wie dieses hier, bevorzugt als Einschreiben zu versenden:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich fordere sie auf, die zwischen uns vertraglich vereinbarten Leistungen bis zum [eine angemessene Frist von einer Woche setzen, unbedingt genaues Datum für die Frist nennen] zu erbringen!

Laut Urteil des Landgerichtes Köln (AZ: 26 O 211/13) vom 30. Oktober 2013 ist unter dem Angebot einer „Flatrate“ ein einschränkungsloser Internetanschluss zum Festpreis zu verstehen, keineswegs — wie sie dies praktizieren — ein Volumentarif. Der zwischen uns seit dem [Datum des Vertragsbeginns einsetzen, Vertrag genau bezeichnen, mit Kunden- und Vertragsnummer] bestehende Vertrag wurde von ihnen irreführenderweise als eine „Flatrate“ verkauft.

Sollten sie die zwischen uns vertraglich vereinbarten Leistungen nicht bis zum Ablauf der oben gesetzten Frist erfüllen, werde ich meinerseits meine mit ihnen vertraglich vereinbarten Zahlungen zurückhalten und bis zur höchstinstanzlichen Klärung des Sachverhaltes auf ein Sparbuch mit gesetzlicher Kündigungsfrist einzahlen.

Einem ihrerseitigen Versuch, darauf mit einer vollständigen Unterbindung ihrer jetzigen, mangelhaften Vertragsleistung zu reagieren, würde ich nicht nur als respektlose Frechheit betrachten, sondern angesichts der existenziellen Wichtigkeit funktionierender Kommunikation auch zum Anlass nehmen, Strafanzeige wegen Nötigung zu stellen.

Unabhängig davon, ob sie ihren Vertrag über eine „Flatrate“ jetzt erfüllen, behalte ich mir eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug gegen sie vor.

Hochachtungsvoll

[Name hier]

RA Patrick Richter und Atli Telemarket Ltd.

Letzte Mahnung steht in großen roten Buchstaben in den Briefen, ein Gerichtsverfahren drohe — wer so schreibt, macht klar, was für ein Pack er ist.

Verbraucherzentralen warnen aktuell vor Mahnschreiben in roten Umschlägen, in denen ein Rechtsanwalt namens Patrick Richter aus Hamburg Forderungen für die türkische Firma Atli Telemarket Ltd. aus einem angeblich telefonisch abgeschlossenen Vertrag für einen Gewinnspielservice MWS – 2010 erhebt […]

1) Zahlen Sie nicht.

2) Ignorieren Sie die dreisten Mahnschreiben. Es gibt keinerlei Rechtspflicht, auf so einen Unsinn überhaupt auch nur antworten zu müssen.

3) Falls die Gegenseite es mit dem gerichtlichen Mahnverfahren probiert und ein gelber Brief mit einem Mahnbescheid ins Haus flattert: legen Sie rechtzeitig Widerspruch ein. Es erscheint allerdings eher unwahrscheinlich, dass es dazu kommt.

4) Ansonsten kann dieser Anwalt Ihnen überhaupt gar nichts. Rechtsanwälte sind keine Behörden, die haben keinerlei Sondervollmachten. Solange RA Richter nicht gegen Sie klagt und auch noch den Prozess gewinnt – was nach Lage der Dinge bei angemessener Gegenwehr als komplett aussichtslos für ihn gelten darf – haben Sie nichts zu befürchten.

5) Aufgrund der sich hier darstellenden Sachlage, nämlich: der Beitreibung von Forderungen ohne nachvollziehbare Legitimation des Anspruchsinhabers, und angesichts des längst in gleicher Sache laufenden Rückgewinnungshilfeverfahrens und Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft Berlin, empfehlen wir den Betroffenen,

Strafanzeige

wegen des versuchten gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs gegen den Rechtsanwalt Patrick Richter, Gertigstraße 28, 22303 Hamburg, zu erstatten. Unter Hinweis auf das in Berlin bereits laufende Verfahren mit dem Aktenzeichen 67 Js 683/10.

Zuständig ist die Staatsanwaltschaft Berlin, Turmstraße 91, 10559 Berlin.

Den ganzen Text bitte auf der Website des Antispam e.V. lesen.

Auch, wenn es ermüdet, das immer wieder zu sagen: Diese Art „Geschäftsmodell“ mit einschüchternd formulierten Bullshit-Mahnungen für irgendwelche Nulldienstleistungen gibt es nur in der Bundesrepublik Deutschland. Dass die BRD ein Paradies für Abzocker und Betrüger ist, ist explizit p’litisch gewünscht und wird durch die p’litische Gestaltung auch weiterhin sichergestellt.

Der Kampf gegen die „Minijobs“

Direktlink zum Video

Was gibt’s Neues von Schavan?

Erbloggtes

Erstrebte Schavan die erneute Intensivierung des zuletzt zähfließenden öffentlichen Diskurses über sie und ihre Doktorarbeit, oder war das nur ein unterschätztes Nebenprodukt der an sie gegenwärtig von außen gestellten Anforderungen? Erfreulich ist jedenfalls, dass die Befassung Schavans mit Bildungsthemen offensichtlich prompt Widerstand hervorruft, so dass man sie kaum wieder als Ministerin einsetzen kann.

Professor Hose, der Senatsvorsitzende der LMU,

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OLG Frankfurt Urteil vom 30.09.2013 : Abmahnung gegen Internetdienstleister, der unbefugt per e-mail mit Schufa droht ist richtig

Ihr BMW

Dieser Müll kommt mit dem Absender service (at) digital (strich) onlineworld (punkt) com, und er hat nichts mit irgendwelchen Teilnahmen an irgendwelchen Spielen zu tun, sondern geht auch an recht unbenutzte Adressen, die nur für die Registrierung in Webforen benutzt wurden.

In die Spam eingebettete Grafik mit drei Autos

Hallo

Wir haben keine verdammte Ahnung, wer du bist.

Herzlichen Glückwunsch – Sie sind unser möglicher Exklusiv-Gewinner!

Herzlichen Glückwunsch, du bist möglicher Lottomillionär. Aufrichtiges Beileid, dein Gehirn ist möglicherweise schon abgestorben. Wenn letzteres der Fall ist, haben wir gute Chancen, dass du auf so eine Müllformulierung, die einen falschen Eindruck erwecken soll, reinfällst.

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass Sie unter den Auserwählten für die Endauslosung von einem BMW Ihrer Wahl sind: BMW i3, X3 oder Z4!

Wir sind hocherfreut, dass wir deine Mailadresse zum Zuspammen ausgewählt haben. Deinen Namen…

1. Franziska Lange
2.
3. Sebastian Lippert

…kennen wir leider noch nicht, so dass wir den Platz in unserer tollen Liste frei lassen müssen. So stehen da halt nur zwei Namen aus dem Telefonbuch. Aber von solchen Schwächen unserer Story lässt du dich doch hoffentlich nicht davon abhalten, das zu tun, was ein Spammer von dir will, weil er dir ein mögliches Auto verspricht.

Nehmen Sie teil und sichern Sie sich jetzt die Chance auf ein BMW i3, X3 oder Z4: Hier klicken!

Also klick schon! Und wunder dich nicht darüber, dass es jetzt keine Glückwünsche mehr gibt, sondern nur noch eine Chance, die zu sichern ist! :mrgreen:

Der Link geht zu umfrageportal (punkt) emailnews (punkt) eu und enthält natürlich eine eindeutige ID, damit die Spammer auch mitbekommen, dass ihre überrumpelnde, vorsätzlich irreführend formulierte Drecksmail ankommt, gelesen und geklickt wird.

Viel Spaß und viel Erfolg!

Ihr Gewinner Team

Wie bei jeder derartigen Drecksmail-Belästigung sind vor allem die Absender die Gewinner — und die Empfänger die Verlierer. Entweder, weil sie drauf reinfallen, oder, weil solcher Müll sich wie eine stinkende Flut über ihre richtige Kommunikation ergießt.

Jetzt teilnehmen

Wer den erste Klickmöglichkeit übersehen hat, fällt vielleicht auf die zweite rein.

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Immer eine gute Idee, jemanden, der einem mit unerwünschter Drecksmail vollballert, auch noch zu sagen, dass die Drecksmail ankommt und gelesen wird. Vor allem, wenn er auch noch so dreist ist, bei unbestellten Belästigungen von „abbestellen“ zu blahfaseln.

Diese E-Mail wurde von Digital Onlineworld versendet.
Sollten Sie Fragen zu Ihrer Person bei uns gespeicherten Daten haben wenden Sie sich bitte an service (at) digital (strich) onlineworld (punkt) com, oder antworten Sie uns direkt auf diese E-Mail.

Immer eine gute Idee, jemanden… ach, ich wiederhole mich.

Impressum:
Digital Onlineworld Ltd., Caldervale Road 1, Wakefield, West Yorkshire, WF1 5PF, U.K

Ja, genau so habe ich mir die Betriebsgebäude einer Klitsche mit der tollen Firmierung „Digital Onlineworld“ auch vorgestellt… :mrgreen:

Worum geht es hier eigentlich?

Klar, dass der Gewinn ein Vorwand ist. In Wirklichkeit wollen diese unterbelichteten Gestalten Daten sammeln, mit denen sie Adresshandel betreiben können. Oder, um es mit den Worten auf ihrer wenig empfehlenswerten Website zu sagen:

Ich bin einverstanden, dass einige Sponsoren und Kooperationspartner mich postalisch oder telefonisch oder per E-Mail/SMS über Angebote aus ihrem jeweiligen Geschäftsbereich informieren. Diese kann ich hier selbst bestimmen, ansonsten erfolgt eine Auswahl durch den Veranstalter. Das Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Infos dazu hier.

Eine Teilnahme ohne diesen Selbstverkauf an eine ausgesprochen unseriös wirkenden Adresshändler wird verweigert.

Moment mal, die wollen Leute „telefonisch“ mit Reklame zuballern? Da soll man ja nur seinen Namen und seine Mailadresse angeben, um 100% kostenlos mitzumachen, und nicht nur 90% kostenlos…

Aber nach dem Klick auf „Ich will jetzt ganz ganz kostenlos mitmachen, um ein ganz ganz kostenloses Auto zu kriegen“ geht es noch ein bisschen weiter. Im nächsten Schritt müssen weitere Daten eingegeben werden:

Straße, Nr, PLZ, Ort, Telefon, Land, Geburtstag

Selbst, wenn jemand oder jefrud glaubt, dass die Angabe einer Anschrift zu weit in die Privatsphäre hineinragt, hat er oder sie bereits im ersten Schritt die Erlaubnis gegeben, Handel mit der Kombination aus E-Mail-Adresse und Realnamen zu betreiben, was eine persönliche Ansprache in unverlangt zugestellter E-Mail ermöglicht. Ob diese Daten nicht hin und wieder einmal (über nicht ganz so direkte Wege oder vielleicht auch völlig direkt) auch in die Hände von Kriminellen geraten, die damit dann sehr gefährliche personalisierte Phishing-Mails oder dergleichen schreiben, weiß niemand. Wie es mit dem Datenschutz bei großen Unternehmen ausschaut, die eine gewisse Reputation haben, kann man mit ermüdender Regelmäßigkeit alle paar Wochen in der Fachpresse lesen — der letzte größere Fall war das Mitnehmen einiger Millionen vollständiger Kundendaten bei Adobe. Das Vertrauen in die Datensicherheit solcher von Anfang an unseriös auftretender Klitschen sollte dementsprechend gering sein.

Ich habe mir den „Spaß“ gemacht, auf der wenig empfehlenswerten Website einige Phantasiedaten einzugeben und mit einer Wegwerfmailadresse zu verbinden. Nach Eingabe von Name, Mailadresse, Telefonnummer, Geburtsdatum und Anschrift — Angaben, die völlig hinreichen würden, um damit einen kriminellen Identitätsmissbrauch zu machen — bekam ich folgende Meldung:

Wichtig für Ihre gültige Teilnahme

Bitte schließen Sie Ihre Teilnahme ab: Wir haben Ihnen soeben an Ihre angegebene E-Mail-Adresse xxxx@xxxx.de eine E-Mail zugeschickt. Diese E-Mail unbedingt zur erfolgreichen Teilnahme bestätigen!

Diese Mail ist im Verlaufe von zwanig Minuten nicht angekommen, obwohl sie „soeben“ abgesendet wurde. Und ja, ich habe in die Spam geschaut.

Aus meiner Sicht der Dinge wirkt das ganze „Gewinnspiel“ nur als Vorwand für die Datensammelei durch ausgesprochen fragwürdige Gestalten. Selbst, wenn dieser sich mir schon nach kurzer Untersuchung aufdrängelnde Eindruck nicht zutreffen sollte und wenn wirklich Autos verlost werden sollten, ist von der Teilnahme abzuraten.

Aber das hat ja schon die unverlangt zugestellte Drecksspam klargemacht.

Zukunftsp’litik

Die Nahrungsmittelspekulation und der Waffenhandel von heute sind der Flüchtlingsstrom von morgen.