Stolze Frau Roth

Nur, falls allen Ernstes jemand glaubt, dass sich mit einer starken grünen Partei etwas in der BRD ändern könnte:

Ich bin stolz darauf, dass wir [mit den rot-grünen Hartz-IV-Gesetzen, meine Anmerkung] fast 1 Million Menschen aus der Sozialhilfe herausgeholt haben

Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen | Quelle des Zitates (Seite 48)

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Politisch gewünschtes Frühableben IV

Wo das Geld für eine vernünftige Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben, wie es das Grundgesetz vorsieht, herkommen soll, wenn man eine reale Rechnung mit dem Hartz-IV-Regelsatz aufmacht, bleibt das Geheimnis der Regierenden. Als Sozialarbeiter sehe ich täglich, wie sehr die meisten Betroffenen jeden Cent umdrehen. Die Sozialhilfe gab es ja schon vor Hartz IV, ihre Folgen, vor allem für Alleinstehende und Rentner sind gründlich untersucht worden. Im Schnitt sinkt bei diesen armseligen Lebensverhältnissen die Lebenserwartung um 10 Jahre. Zynisch formuliert heißt Hartz IV- oder Sozialhilfebezug: Früherer, gesetzlich verordneter Tod. So sieht die Realität aus im Staate Deutschland – und nicht anders.

Dieter Carstensen beim Spiegelfechter — und einfach dort lesen!

Nachtrag: Telepolis — Ernährungsbedingtes Lumpenproletariat

Spam des Tages: Schreiben Sie Artikel gegen Vergütung

Diese Mail fällt in die Schublade: Ganz seltsame und nicht empfehlenswerte Werbemaschen eines Web-Zwo-Nullvermarkters. Was ich davon halte, wenn mir einer über eine derartige Masche das gar nicht so dicke Geldverdienen anbietet, lässt sich hoffentlich schon an der Tatsache ablesen, dass derartiger Reklameschrott in diesem Blog landet und von mir als Spam betrachtet wird.

Ist eigentlich im Moment das allgemeine Anpreisen „Komm her und verdien jetzt endlich Geld mit deinem Blog, wir haben jetzt das tollste Angebot für dich“ angesagt, und ist den Leuten, die so etwas anpreisen, eigentlich jedes Mittel dabei recht? Bis heute abend habe ich — und ich blogge doch schon etwas länger und bin auch ansonsten eher ein intensiver Internetnutzer — eine Webklitsche namens „Wikio“ niemals bewusst wahrgenommen, geschweige denn, dass ich da einen Account gehabt hätte. Und trotzdem kommt diese recht aufdringlich nach Spam schmeckende Mail mit dem Absender support (stich) de (at) wikio (strich) experts (punkt) com bei mir an:

Bitte hier klicken, falls diese Email nicht richtig angezeigt wird.

Woran erinnert mich das bloß? Irgendwas muss sich mir da so richtig eingeprägt haben… :mrgreen:

Wikio Experts auf Facebook | Folgen Sie uns auf Twitter | Das Blog des Teams | Keine E-Mails mehr erhalten

Alle Links sind indirekt gesetzt und gehen über ein Tracker-Skript auf dem Rechner wikio (punkt) us1 (punkt) list (strich) manage1 (punkt) com — zusammen mit einer ellenlangen eindeutigen ID als URI-Paramter u, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Identifikation ermöglicht, welcher der mutmaßlich vielen Mailempfänger darauf geklickt hat. So ein Klick zeigt den Absendern dieser Mail also, dass die Mail angekommen ist, und das könnte Folgen haben. Eventuell sogar tägliche Folgen. Viele tägliche Folgen. In unverlangt zugestellte Reklamemails klickt man nicht! Niemals. Egal, was drin steht.

Was die etwas fragwürdigen Absender der unverlangt und unbestellt zugestellten Reklamemail (üblicherweise als Spam bezeichnet) gegen das Setzen eines direkten Links auf… sagen wir einmal: ihre für viele Menschen gewiss entbehrliche Twitter-Timeline oder ihr von vielen Menschen ebenso wenig vermisstes Blog… haben, erschließt sich in diesem Zusammenhang ganz von allein. Solche Techniken kenne ich von anderen Spammern zur Genüge. Das gleiche gilt übrigens für sämtliche anderen Links in dieser Mail. Es gibt nicht einen einzigen Link, den ein Empfänger klicken könnte, ohne dass daraus identifizierbar würde, aus welcher der massenhaft versendeten Mails heraus dieser Klick erfolgte. Darin zeigt sich schon ein gerüttelt Maß Missachtung der Privatsphäre der Empfänger dieser unverlangt und massenhaft versendeten Reklamemail (konventionell als Spam benannt) durch ihren Absender.

Liebe Wikio-Nutzer,

Bin ich nicht. Wie weiter oben bereits erwähnt, konnte ich bislang weitgehend zufrieden leben, ohne überhaupt von der Existenz eines Internet-Anbieters unter der Firmierung „Wikio“ (bewusst nicht verlinkt) zu wissen. Dass die Anrede trotz des hingeheuchelten „Liebe“ völlig unpersönlich ist, erhöht den spammigen, aufdringlich an Gammelfleisch erinnernden Geschmack dieser Mail — jedes Webforum, bei dem ich gereggt bin, spricht mich in seinen Mails unter dem Namen an, mit dem ich mich dort registriert habe. Das ist dem Absender dieser Mail offenbar nicht möglich, weil er von „mir“ nichts weiter als eine Mailadresse aus einer mutmaßlich nicht besonders koscheren Quelle hat. Genau wie jeder andere Spammer.

Seit fast fünf Jahren bemüht sich Wikio darum, die Blogosphäre zu vernetzen und den Bloggern mehr Sichtbarkeit zu bieten. Wir freuen uns, „Nachtwächter-Blah“ zu unseren indexierten Blogs zählen zu können! Heute laden wir Sie ein, mit uns einen Schritt weiter zu gehen. Auf de.wikio-experts.com können Sie über Ihre Interessen schreiben und dafür eine Vergütung erhalten. Die Themen der Beiträge sind bunt gemischt: Bildung, Basteln, Wissenschaft, Kino, High-Tech, Wirtschaft, Kochen… Veröffentlicht werden die Texte auf den Webseiten der Wikio Gruppe.

Es ist mir vollkommen egal, was so eine mir bis heute unbekannte und in meinen Augen entbehrliche Klitsche tut. Ich bin mit meiner „Sichtbarkeit“ mehr als zufrieden. Obwohl die so freundlich textenden Absender dieser Mail so herrgottsdoof erfreut über den Nachtwächter-Blah tun, haben sie offenbar niemals auch nur einen flüchtigen Blick in die Inhalte dieses endlosen, chronologisch geordneten Blahens geworfen, sonst wüssten sie ziemlich genau, dass ich für ein derartiges Angebot, doch mal „einen Schritt weiter zu gehen“, die völlig falsche „Zielgruppe“ bin. Auf die nahe liegende Idee, mal in diesem Blog auf der Seite mit dem unmissverständlichen Namen „Impressum“ zu schauen, um zu ermitteln, wie ich heiße, sind sie auch nicht gekommen. Wie auch, es handelt sich hier ja um die Schrotmunition der Spam, um unverlangt zugestellte, automatisch erzeugte Massenmail, die Pest des Internet. Na ja, fürs Abtippen einer Mailadresse aus einer vorsätzlich schwer lesbaren Grafik — ich hasse Spam — scheint es ja irgendwie gereicht zu haben. Eine Erfahrung, die ich im Zeitalter des staatlich subventionierten Ein-Euro-Jobs beinahe jeden Tag mache.

Und nein! Geld will ich von solchen Leuten nicht. Ich pflege es nämlich nicht, Spammern zu vertrauen und Geschäfte mit ihnen zu machen, und wenn ich einen Text veröffentlichen will, habe ich dafür wirklich genug Möglichkeiten.

Bei Wikio Experts können Sie…

  • Geld verdienen, indem Sie über Themen schreiben, die Ihnen liegen
  • Kreativ sein und ganz frei Ihre Meinung äußern
  • Artikel unter Ihrem Namen veröffentlichen
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Übrigens, im Internet kann ich auch über Themen schreiben, die mir liegen, kreativ sein und alles in allem ziemlich frei meine Meinung unter meinem eigenen Namen (und an vielen Stellen auch unter jedem anderen Namen) veröffentlichen, wann und wo ich das will und in jeder Menge, in der ich das wünsche. Tatsächlich mache ich das schon seit vielen Jahren an vielen Stellen im Internet. Und ich bin noch nie auf die in meinen Augen idiotische Idee gekommen, für das Verfolgen meiner persönlichen Interessen von jemanden Geld zu verlangen. Stellt euch das mal bei einem Modelleisenbahner vor… das wäre doch absurd, wenn der für sein besonderes (nebenbei: sowohl finanziell als auch zeitlich oft viel aufwändigeres) Interesse auch noch Geldeinkünfte erwarten würde. Ich werde bestimmt nicht meine Texte an einen Verwerter verkaufen, weil dieser mir so einen Kuhhandel in einer Spam anbietet, und ich werde erst recht nicht meine Freunde für eine Faustvoll Judasgroschen, die deutlich weniger als dreißig Silberlinge wert sind, bei einem Verwerter verkaufen, der mir das als tolle Möglichkeit in einer Spam anbietet. Ganz im Gegenteil, ich werde die mir zur Verfügung stehenden und seit langen von mir genutzten Möglichkeiten dazu verwenden, darauf hinzuweisen, dass ein bestimmter Anbieter in seiner Reklame auf die Pest des Internet, auf Spam, setzt.

Vergütung pro Artikel
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Jeder veröffentlichte Beitrag wird von uns vergütet, entweder mit einem festen Betrag oder über Umsatzbeteiligung. In der Regel zahlen wir pro Artikel 5 bis 15 €, je nach Thema und Arbeitsaufwand. In Frankreich, wo Wikio Experts schon seit 6 Monaten online ist, erhalten unsere Mitglieder oft 300 bis 400 Euro pro Monat. Ziel ist es, eine dynamische Autoren-Community ins Leben zu rufen.

Nein, ich habe nicht vor, mir einen Arbeits- und Rechercheaufwand für 27 ausgewachsene Artikel im Monat zu machen (die maximale Angabe von 400 Euro pro Monat geteilt durch den angegebenen Maximalbetrag von 15 Euro pro Artikel und dieses Ergebnis aufgerundet ergibt 27 Artikel im Monat), um dafür im besten nach eurem Spamtext vorstellbaren Fall auf dem Niveau eines Hartz-IV-Empfängers ohne zusätzlich übernommene Unterkunftsleistungen „vergütet“ (was für ein Hohn, das als „Gut“ zu erachten) zu werden. Ich würde es auch niemanden empfehlen, sich zu einem dermaßen beschis bescheidenen Stundenlohn zu verkaufen, um damit irgendwelchen Schreibern von unverlangt zugestellten Massenmails (gemeinhin Spam genannt) handel- und vermarktbaren Content zur Verfügung zu stellen, mit dem diese dann ihr mutmaßlich viel besseres Geschäft machen können. Ich habe in meinem Leben schon geputzt, und das war trotz geringerer Ansprüche deutlich besser bezahlt. Noch Fragen?! So etwas ist kein attraktives Angebot, so etwas ist eine Unverschämtheit. Als ob die unverlangt zugestellte, ohne persönliche Ansprache daherkommende und von greifbarem Desinteresse an der angeschriebenen Person geprägte Massenmail (oder genauer: Spam) nicht unverschämt genug wäre!

Kommt, geht bitte sterben! Aber schnell! 👿

Jeder unserer „Experten“ […]

Man beachte die Anführungszeichen. Hier weiß jemand ganz genau, was für „Experten“ auf die Möglichkeit einer derartigen Elendsarbeit abfahren werden, und dieses Wissen will sich in solcher Andeutung unübersehbar einen Raum schaffen. :mrgreen:

[…] schreibt über Sachbereiche, die er gut kennt und die ihn begeistern. Die Texte werden auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht, unter anderem auf Over-Blog.com und Die-Experten.com. Der Name des Autors wird natürlich immer genannt.

Ja ja, „unter anderem“ auf diesen zwei genannten „Webseiten“ — hey Leute, dass eine „Seite“ keine „Site“ ist, das wisst ihr doch hoffentlich, wenn ihr so sehr auf Geschäft im Internet macht, oder? Oder wurde dieser Text jetzut auch von einem eurer „Experten“ geschrieben. :mrgreen:

Bei so viel Strunz in so wenig Zeilen kommt man ja kaum zur Darlegung dessen, was man eigentlich sagen will. Also „unter anderem“ auf diesen zwei Sites, und vermutlich auf einer Menge weiterer Sites, denen ihr die so (mutmaßlich zusammen mit weitgehend unbeschränkten Rechten zur Weiternutzung) billig eingekauften Texte weiterverkauft. Schon klar.

Nach der Anmeldung […]

Falls es noch nicht längst klar geworden ist, dass es sich hier wirklich um eine Spam und nur um eine Spam handelt: Dieser Text richtet sich an jemanden vor seiner Anmeldung. Er ist eine Werbemail, die jemanden zugestellt wurde, mit dem nicht einmal so etwas ähnliches wie ein Vertragsverhältnis besteht. Überflüssig zu erwähnen, dass ich von dieser Klitsche vorher noch keine Mails erhalten habe, und zwar seit Jahren nicht.

[…] schreiben Sie einen ersten Artikel zu einem Thema, das Sie gut beherrschen. Wenn dieser Probetext angenommen wird, können Sie anfangen, regelmäßig beizutragen. Falls Sie uns per E-Mail einen Ihrer Texte und einen Link zu Ihrem Blog senden, brauchen Sie jedoch nicht extra einen Probeartikel zu schreiben. Bitte sagen Sie uns in diesem Fall, welche Themen Ihnen besonders liegen.

Einen Extrapunkt für die selten gesehene korrekte Schreibung des Wortes „E-Mail“, aber einen halben Punkt Abzug für das fragwürdige Verb „beitragen“ ohne ausdrücklich genannten Bezug auf das, wozu beigetragen wird.

Melden Sie sich kostenlos an

So, und damit das nochmal klar ist, wird mir auch noch einmal in großen Buchstaben deutlich gemacht, dass ich gar nicht angemeldet bin. Obwohl ich in der Anrede als „Lieber Nutzer“ betitelt wurde. Nun gut, so ist das wenigstens auch weniger lesebegabten Menschen klar. 😈

Auf de.wikio-experts.com können Sie den Dienst unverbindlich ausprobieren!
Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: support (strich) de (at) wikio(strich) experts (punkt) com.

Mann, bin ich heiß drauf, die Angebote von Spammern kennenzulernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Das Wikio Experts Team

Mit Spucktüte in der Hand

Der unfreiwillige Genießer dieser Spam
(Nach Diktat verreist)

© 2010-2011 Wikio Experts | jfg://Networks [Wikio Group] – Alle Rechte vorbehalten

Boah, selbst diese Links in einer Fußzeile sind noch über ein Tracker-Skript realisiert, damit bei jedem Klick auch wirklich klar wird, auf welchen Adressen diese Mail angekommen ist und bei den Empfängern zu einem Klick geführt hat. Aber kein Millimeter wird von den Techniken der Spammer abgewichen. Ach ja, ist ja auch eine Spam.

Dieser Text wird an verschiedenen Stellen im Internet veröffentlicht. Juratrollerei ist zwecklos, er ist nicht mehr zu entfernen. Die grundlos und unverlangt zugestellte, werbliche Massenmail (üblicherweise als „Spam“ bezeichnet) wurde sorgfältig archiviert.

Wozu das „Urheberrecht“ gut ist…

Laut Durchsuchungsbefehl des Münchner Amtsgerichts wird dem Vorstand des Attac-Trägervereins vorgeworfen, mit der Veröffentlichung eines Gutachtens zur BayernLB auf der Attac-Homepage das Urheberrecht verletzt zu haben.

Wozu es gut ist… ach, es ist so vielfältig verwendbar, dieses Urheberrecht. Sogar, um die Weitergabe von Informationen an die Menschen in der BRD zu unterdrücken ists gut, dieses Urheberrecht.

Kurz verlinkt: Recht sprechen und brechen

[…] wenn derlei in Deutschland passiert, welches sich öffentlich hinstellt es als sei es ein „el Dorado der Menschenrechte“ und insbesondere der „Meinungs- und Pressefreiheit“, dann wird seitens der großen Pressestimmen aus Angst vor Abmahnungen und eigener Verurteilung jeglicher Bericht und jegliche Kritik an diesem waidwunden Rechststaat, der schon längst keiner mehr ist, strikt vermieden.

[…]in der Sache geht es darum, dass es möglich ist in diesem Land dafür, dass man die Wahrheit sagt, in den Knast kommen kann.

Es muss nur der, der die Wahrheit sagt, die Wahrheit über einen sagen, der Geld hat – und sei es durch arglistige Täuschung und Betrug erworben. Und der, der die Wahrheit sagt, der muss nur diese Wahrheit sagen.

Unbedingt in der Rechtsfreien Zone Kassel den ganzen Text lesen!

Murmeltier des Tages: Internetsperren

Die BRD schlägt mal wieder so richtig als Super-Nanny für alle Menschen in Deutschland zu und setzt durch, was die Menschen in Deutschland wirklich wollen und was gut für sie ist — nach Meinung dieser Super-Nanny. Zitat Heise Online:

Auf einer Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz haben sich die 16 Länderchefs auf einen Kompromiss bei den Online-Sportwetten geeinigt. Bis zum Sommer soll ein unterschriftsreifer Entwurf für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag fertig sein, der unter anderem sieben bundesweite Konzessionen für private Anbieter vorsieht. Diese sollen 16,66 Prozent der Wetteinsätze als Konzessionsabgabe zahlen […]

Das meiste Geld, das von Deutschen für Online-Sportwetten ausgegeben wird, fließt zurzeit an den Länderkassen vorbei, nämlich an ausländische Anbieter. Diese zahlen an ihren Firmensitzen – bwin.com etwa ist in Gibraltar ansässig – nur geringe Abgaben. Die in Deutschland illegalen Online-Sportwetten sollen künftig mit Netzsperren blockiert werden, auch den Zahlungsverkehr will die EU unterbinden.

Das ist jetzt also der nächste Schritt, nachdem die FDP endlich bei Fast Drei Prozent angekommen ist und deshalb in einem Hauch simulierter Bürgerrechtstümelei proklamiert wurde, dass das Gesetz zur angeblichen Sperrung von Kinderpornografie von Ursula von der Goebbels trotz der damals so breiten Zustimmung und der ebenfalls breit verabreichten Propaganda in allen stinkenden Kanälen des Staatsfernsehens aufgehoben wird — unterdessen wird halt ein anderes Thema genommen, um die gleiche Zensurinfrastruktur zu schaffen. Diesmal ists das Thema „Glücksspiel im Internet“.

Und das ist „voll der Spielerschutz“ (ich bin mir sicher, dass die Sockenpuppen der P’litmafia genau dieses Wort in den Mund nehmen werden, wenn sie demnächst durch die Talkshows gereicht werden). Es darf weitergezockt werden, nur, dass der Staat da ein Sechstel des Umsatzes abgreifen will — Spieler sind eben „geschützter“, wenn sich die Kassen der BRD füllen. Und Anbieter, die dieses Sechstel nicht an die BRD abtreten, werden technisch gesperrt. Der so „geschützte“ Spieler soll also so viel verzocken wie jetzt schon, dies aber bei geringerer Gewinnaussicht. Damit neben dem beliebten Zahlenlotto noch eine weitere Deppensteuer in der BRD erhoben wird. Wenn der Spieler dann mal ins Ausland fährt, darf er voller Verwunderung feststellen, dass er ohne weitere Probleme in Frankreich am deutschen Lotto teilnehmen darf, aber in Deutschland nicht am Angebot eines französischen Wettanbieters.

Na, wie lange braucht ein durchschnittlich intelligenter Mensch unter diesem Eindruck bei Verwendung der Suchmaschine seiner Wahl, bis er weiß, was ein Proxy ist? Es ist genau wie bei dem p’litischen Kindesmissbrauch des Zensursula-Gesetzes: Die Regelung ist wirkungslos, aber die technische Infrastruktur für die Zensur des Internet wird ganz nebenbei geschaffen. Und genau das ist die Absicht. Immer gewesen. Und auch heute noch. Nichts anderes. Den Rest der durchgehenden Kriminalisierung aller Internet-Nutzer, die hoch erwünscht ist, weil sie beliebige Willkür ermöglicht, erledigen dann die Gerichte.

Im Endergebnis darf dann jeder 18jährige in der BRD beliebig mit gepumptem Geld an der Börse spekulieren, aber wenn er mal einen Fünfer auf „seine Mannschaft“ setzen will und hierfür natürlich einen Wettanbieter mit höchstmöglichen Quoten auswählen will, ist er ein ganz gefährdeter, mit Zensurinfrastrukturen zu schützender Spieler, der vor seiner „möglichen Spielsucht“ geschützt werden muss.

Hier meine Wette: Es wird weniger als ein Jahr brauchen, bis die so geschaffene Zensurinfrastruktur für das BRD-Internet auch für andere Zwecke eingesetzt wird.

Nachtrag: Beim Lawblog weiterlesen, was das für Lügner in der classe politique der BRD sind

Pressefreiheit

[…] „Bild“ ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Der Schulterschluss „Spiegel“ und Springer-Konzern wurde unter „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust so richtig eingeübt. Und das hielt sich bis jetzt Ende Februar, als völlig überraschend ein doch recht kritischer „Spiegel“-Titel der „Bild“-Berichterstattung gewidmet war. Bis dahin wurde entweder kooperiert oder wenigstens Stillschweigen und Waffenstillstand gewahrt. Sie lasen im „Spiegel“ und vielen anderen Medien kaum noch etwas Kritisches über „Bild“. Die wenigen Verlage, die inzwischen das Mediensystem in Deutschland beherrschen, tun sich nichts mehr. Oder sie paktieren und starten regelmäßig gemeinsame Kampagnen wie „Bild“ und „Burda“ — wie zur Zeit die monatelange Hetze und Vorverurteilungen im Kachelmann-Prozess. Das ist beängstigend für die Pressefreiheit in Deutschland. […] Ich denke, die Gesellschaft hat sich in Richtung Entpolitisierung bewegt. Das Ausmaß an Desinformation und Nichtinformation hat beängstigende Ausmaße angenommen. Und in einem solchen Klima werden aufklärende Medien zu Outlaws, während „Bild“ sich darin wie ein Fisch im Wasser bewegen kann.

Günter Wallraff in den NachDenkSeiten