Danke, Süddeutsche Zeitung!

Man kann darüber streiten, ob Markus Lanz versucht hat, eine unbequeme Meinung mit reaktionärem Geplapper wegzudrängen, oder ob es wirklich eine Unverschämtheit war, dass er Sahra Wagenknecht übers Maul fuhr. Höflichkeit gehört schließlich nicht zur Berufsbeschreibung von Journalisten. Eigentlich gehört es sogar zu den grundlegenden Moderatorenpflichten, dass sie den Redefluss von Politikern stoppen, die stur ihr Parteiprogramm herunterbeten.

Man könnte Markus Lanz sogar vorwerfen, dass sein öffentliches Bedauern am Freitag der eigentliche Fehler war, weil er, ähnlich wie Marietta Slomka beim Interview mit Sigmar Gabriel, doch nur sauberes Handwerk bewiesen hat.

Quelle: Sueddeutsche.de — Simulierte Demokratie: im Internet Klick, Maus und Shitstorm [Der Link geht auf eine dauerhaft archivierte Version, ich kenne ja die Zeitungsmacher im Internet]

Danke, Süddeutsche Zeitung, dass dein Qualitätsjournalist Andrian Kreye in seiner nur sparsam gebremsten Verbalgewaltverherrlichung mal deinen Lesern diese Sache mit diesem Journalismus und vor allem mit diesem „sauberen Handwerk“ darin erklärt hat. Solch „sauberes Handwerk“ sieht also so aus:

Dieser kleine Einblick in deine qualitätsjournalistische Messlatte hilft doch sehr dabei, deine — und deiner Kollegen im verfaulten Herzen und verrotteten Geiste — täglichen Tätig- und Tätlichkeiten zu beurteilen.

Notizen zum #tvduell mit Merkel und Steinbrück

Hier nur meine rohen Notizen, die ich machte, als ich dieses entpolitisierende Showspektakel von Angela Merkel und Peer Steinbrück mit einem Ohr über mich ergehen ließ:

  • Vortragsmillionär Steinbrück redet von den „Nöten der Menschen“. Das ist wirklich überzeugend. Aber nur in seiner Wirkung als Brechmittel.
  • Viele der Arbeitsplätze, die Merkel rhetorisch in ihre Erfolgsbilanz schreibt, hätte man in meiner Jugend noch als „Ferienjob“ bezeichnet.
  • Wenn Steinbrück als Frontfresse der Hartz-IV-SPD von „sozialer Gerechtigkeit“ redet, ist das genau so warm wie ein Kuss von Judas Iskariot.
  • „Gut verdienende Menschen… wie Handwerker“ — Politiker können sagen, dass Handwerker gut verdienen, ohne dass sie für ihre Realitätsverluste mollathmäßig für ein paar Jahre in Klapsmühle müssen.
  • „Der Arbeitsplatz ist eine Chance, sich selbst zu verwirklichen“. Ganz viele Elendsarbeiter auf dem staatlich subventionierten Elendsarbeitsstrich werden bei solchen Worten ganz froh, dass sie wenigstens etwas für ihren Selbstwert tun.
  • Eine gefühlte Stunde, gefüllt mit fluffigen und aussagelosen Nebensätzchen zu fernliegendsten Themen, hat Angela Merkel dafür gebraucht, um eine Frage nach der Einführung einer Pkw-Maut auf Straßen in der BRD zu beantworten.
  • Wie immer reden sie von „den Griechen“, aber das Geld, über das sie reden, es geht nur zu den Banken.
  • Angela Merkel spricht davon, andere Staaten „zu dem Reformen ermuntern“ zu wollen. Die Umgangssprache nennt das Gemeinte „Erpressung“.
  • Diese langen Aufzählungen zum Aufblähen der Sätze, mit denen die Sprechenden die Zeit schinden, in der sie ihre eigentliche Lüge gefällig formulieren können!
  • „Was Ursachen und Wirkungen sind, muss man … blah blah … EU … blah blah … diskutieren“. Kein Wunder, dass Frau Merkel lieber in die Politik ging, statt eine wissenschaftliche Karriere als Physikerin anzustreben.
  • Heute sagt man bei sozialpolitischen Themen: „Jeder muss seiner Eigenverantwortung gerecht werden“. Früher schrieb man einfach „Jedem das Seine“ über gewisse Tore.
  • Die Frage, wie man „Arbeit schaffen“ kann, ist dümmster, hirnverachtender Bullshit. Arbeit gibt es (leider) genug. Es gibt nur zu wenige mehr, die für Arbeit so bezahlen, dass der Arbeitende davon leben kann.
  • „Durch Leiharbeit sind schon Menschen in dauerhafte Beschäftigung gekommen“. Als dauerhafte Leiharbeiter. Toll!
  • Wie putzig, Steinbrück hat sich nicht auf naheliegende Fragen zu seinen Entgleisungen der Marke „Jeder Sparkassendirektor verdient besser als ein Bundeskanzler“ vorbereitet. So fest hat er damit gerechnet, dass Journalisten solche naheliegenden Fragen in der BRD nicht stellen.
  • Merkel so: „Die Altersarmut wird steigen“. Einwurf: „Sie steigt schon seit Jahren.“ Merkel so weiter: „Oh. Na, die Altersarmut ist gestiegen, weil…“
  • Die Bundeskanzlerin der BRD weiß nicht, dass Renten in der BRD besteuert werden. Klar, das hat ja auch weder etwas mit ihrem Leben noch mit dem Leben ihres sozialen (besser: asozialen) Umfeldes zu tun, denn dort gibts fette Pensionen.
  • Ja, es ist wahr. Merkel hat „mehr geredet“. Sie hat nicht „mehr gesagt“.
  • Rententhema. „Es gibt so viele Menschen, die im Alter von 70 Jahren unbedingt weiterarbeiten wollen.“ — mir fallen da auch sofort jede Menge Dachdecker, Pfleger und Gebäudereiniger ein.
  • Frau Merkel meint, dass für die Atomkraft nach Fukushima eine völlig veränderte Situation bestanden habe. Vor Fukushima waren die Kernkraftwerke in der BRD also sicherer.
  • „Die ganze Welt ist davon überzeugt: Wenn jemand die Energiewirtschaft umbauen kann, dann sind das die Deutschen“, meint Frau Merkel. Und mit die Welt meint sie die vielen Menschen, die auf dem Fluchhafen BER gelandet sind.
  • Klar, die Ausgaben für gesundheitliche Hilfsmittel sind nicht gekürzt worden. Und Frau Merkel weiß offenbar nicht, was das Wort „Teurerung“ bedeutet.
  • Peer Steinbrück, ein Kandidat, der seine Erinnerungslücken schon vor der Wahl hat.
  • Frau Merkel hat keinen Anlass, den Geheimdiensten der USA nicht zu vertrauen. Gut, dass diese doppelt verneinende Frau so fest mit beiden Beinen in den Wolken steht.
  • Nein, Merkel will auf gar keinen Fall sagen, dass sie Edward Snowden dankbar wäre. Das passt.
  • Steinbrück stellt fest, dass es in der Linkspartei „Sekten“ gibt. Wie gut, dass die SPD von diesem Problem nicht betroffen ist, da gibt es nur den Seeheimer Kreis.
  • Wie, es ist schon Schluss? Es gibt kein Elfmeterschießen?
  • So so, ich „entscheide also ganz allein über die Zukunft Deutschlands“. Das sagt Steinbrück jedem Menschen. Der letzte, der ganz allein über die Zukunft Deutschlands entschieden hat, hieß Adolf Hitler.
  • Steinbrück hat so viel Sorge getragen, die Balken bekamen schon ganz krumme Rücken.
  • Merkel möchte „neue Ideen“. Vielleicht sollte sich mal mit jemanden anders unterhalten als mit den Lobbyisten aus Wirtschaft und Casinokapitalismus.
  • Sandfrauchen Merkel schließt mit: „Und jetzt wünsche ich ihnen eine gute Nacht“.
  • Geil! Es gibt eine dritte Halbzeit. Jetzt wird über verlogenes Gerede geredet. Das ist Qualitätsfernsehen. Geil! Ich bin so glücklich. Zahlen, die wie die Spekulationen eines Sportjournalisten klingen und auch genau so vorgetragen werden. Oh wie herrlich, danach können wir Stoiber beim Wortfinden zuhören. Und Alice Schwarzer sitzt da auch. Und Breitner. Wo ist mein Heroin?
  • Tausende RTL-Zuschauer fragen sich jetzt: Wo muss ich anrufen, damit Peer in die nächste Runde kommt.
  • „Politische“ Analyse: Ball aufnehmen. Ball abgeben. Tempo rausnehmen… Labern zwischen Dada und Gaga.
  • HILFE! EIN TRANSRAPID FÄHRT DURCH MEINEN KOPF. ICH STEIGE IN DEN BAHNHOF EIN. NUR ZEHN MINUTEN. NÄHER AN BAYERN.
  • Etwas lang geraten, und leider auch mit einigen Längen, aber der Wahlwerbespot für den Wahlboykott ist alles in allem wirklich gelungen.

Frau Matschberger fragt Herrn Steinbrück…

…und Yannick Haan hat sich nicht nur selbst mit so einer pseudopolitischen Smalltalkshow gequält, sondern auch kurz die Fragen der mit Zwangsgebühren bezahlten Frau Matschberger notiert:

  • Herr Steinbrück, Ihr Urlaub kommt dann erst in 47 Tagen nach der Wahl?
  • Im Jahr 2010 haben Sie auf die Frage ob Sie Bundeskanzler werden wollen folgendes geantwortet. (Einspieler folgt) Das war mal?
  • Ich habe mich gefragt ob Sie manchmal morgens aufwachen in dieser Tournee und sich doch wundern, dass sie tatsächlich an diesen Stäben rütteln?
  • Augen zu und durch trotzdem Sie es (Bundeskanzlerschaft) einmal ausgeschlossen hatten?
  • Jetzt sind Sie 66, für die Rente mit 67 gibt es also noch Hoffnung bei Ihnen?
  • Ich bin gespannt ob wir es noch hinkriegen, dass sie zumindest einen Deut erkennen lassen, dass es nicht in jedem Fall klappt.
  • Ne Kleinigkeit die Kanzlerkandidatur?
  • Dass Sie ihn (den Bruder) vorher nicht konsultiert oder gefragt haben ob das eine gute Idee ist kann das auch daran liegen, dass ihr Bruder Ihnen vielleicht abgeraten hätte?
  • Die Familie hat danach einen Familienrat einberufen, das sind zwei Töchter und ein Sohn. Wer hat’s angefangen?
  • Waren die sauer? Also haben die sie in die Mangel genommen und gesagt was soll das so?
  • Ein zweites Mal in dieser Art und Weise wird es ja vielleicht nicht geben?
  • Es hat nie einen älteren Kandidaten einer Oppositionspartei gegeben?!
  • Was hat Sie bei der Rede Ihrer Frau so aus der Fassung gebracht?
  • Die Frage war ja warum Sie das so getroffen hat, dass Sie offensichtlich falsch eingeschätzt werden? Sie haben ja auch in derselben Woche von Sigmar Gabriel Loyalität gefordert. War das denn so nötig? Gehört das alles in diese Gemengelage mit rein? Waren Sie beleidigt?
  • Und trotzdem ist dieser emotionale Moment weil Sie sich verkannt gefühlt haben. Weil eben dann nicht gesehen wird was Sie eigentlich wollen.
  • Sie sind ja einer der als besonders harter Typ bekannt ist. Insofern hat es schon überrascht, dass Sie davon angegriffen sind, dass Sie angegriffen werden.
  • Sie haben diese Partei als unmodern, irrational, antiquiert bezeichnet und habe Ihre Parteifreunde als Heulsusen schon einmal benannt. Insofern ist es ja nicht weiter verwunderlich, dass man mit derselben Münze rausbekommt. Nochmal, warum sind Sie dann so verletzt wenn man Sie da so verkennt?
  • Der brillante Rhetoriker wird in diesem Moment fassbar wo er die Fassung verliert, das ist auch eine Nachricht, nicht?
  • Dieser Slogan ‘Mehr wir, weniger ich’ hat die Partei für Sie gemacht oder?
  • Was sind die drei Dinge die Sie an Angela Merkel am besten finden?
  • Das heißt Sie (Angela Merkel) hat die falsche Hochzeit gefeiert und Sie hat jemanden geheiratet der Sie charakterlich total verändert hat?
  • Warum schließen Sie eine große Koalition so aus wenn es doch für dieses Land offensichtlich gut war nur für die Partei nicht?
  • Die Partei hat diesen Ausschluss so deutlich nicht gemacht. Ist es denn ausgeschlossen?
  • Sie haben gesagt, dass Angela Merkel keine Leidenschaft für Europa haben kann weil Sie im Osten geboren wurde. Heißt das auch umgekehrt, dass Sie keine Leidenschaft für den Osten haben können weil Sie in Hamburg geboren wurden?
  • Warum konnte denn Václav Havel eine solche europäische, leidenschaftliche Rede halten?
  • Eine Entschuldigung wäre nicht fällig weil Sie es immer noch richtig finden?
  • Hat Sie mehr Leidenschaft bei anderen Themen erkennen lassen?
  • Noch nie gab es im ARD Deutschlandtrend eine so hohe Zustimmung für eine Bundesregierung. Täuschen sich all diese Menschen?

Keine einzige auch nur im Randbereich p’litische Frage. So werden Menschen durch angebliche P’litsendungen des BRD-Staatsfernsehens medial entpolitisiert, damit sie sich auch weiterhin von ihrer Psyche leiten lassen, wenn sie Entscheidungen treffen. Denn die Psyche hat ja für Propagandisten, Volkszwangsbeglücker, Lügner und sonstige Arschlöcher den großen Vorteil, viel leichter manipulierbar zu sein…

Macht doch gleich Thomas Gottschalk zum Bundeskanzler, der kennt sich aus mit Show! (Und der Banken- und Versicherungsmafia, der Scheißjournaille, den Tinnefverkäufern und den Industrieresten in der BRD ist es sowieso ziemlich scheißegal, wer unter ihnen Bummskanzler ist.)

Scheiß-Papst, geh sterben!

Wenn sich das nächste Mal so eine Konklave in der sexkindischen Kapelle wegschließt und einen alten Mann aus ihren Reihen zu ihrem Großmotz erwählt, bitte, im Namen der Menschlichkeit, schmeißt einfach den verdammten Schlüssel weg!

Nur, damit einem stundenlange Hirnficksendungen in diesem mit Zwangsgebühren finanzierten Staatsrundfunk erspart bleiben, die schließlich sogar bei Nichtkatholiken und Nichtzuschauern wie mir ihre hirnlösende Wirkung entfalten — einfach, weil Mitmensch Doof von Nebenan glaubt, dass es ein total wichtiges Ereignis für sein Leben wäre, weil es ja im Fernsehen ist und dort wie ein total wichtiges Ereignis präsentiert wird. Natürlich ist Mitmensch Doof, der eine sanfte Seele wie mich mit dieser religiösen Hirnkackscheiße vollquasselt, auch nicht katholisch. Aber dafür gibt es ihn hundertfach und tausendfach. Und quasselnd.

Verdammte Scheiße, es ist mir egal, vor welchem nach Kinderfick und Geldgier stinkenden Judasjünger die Katholen ihren Bückling machen, um irgendwelches Gold an den verrotteten Griffeln zu knutschen! Dieses Pack gehört nicht geehrt, sondern es gehört vor Gericht. Wegen Ausbeutung, Missachtung der Menschenrechte, systematischen und bandenmäßigem sexuellen Missbrauch von ausgelieferten Menschen, systematischer Vertuschung eigener Kriminalität, Verweigerung medizinischer Hilfe bei drigend hilfebedürftigen Menschen, jahrelanger Prügelgewaltanwendung gegen ausgelieferte Kinder in Internaten und Heimen, jahrelanger Ausbeutung von Menschen in Zwangsarbeit, unendlicher Geldgier, die vor keinem Betrug und keinem Raub zurückschreckt, maßloser Heuchelei und einem Stolz noch größer als die Verblendung Luzifers.

Deshalb nochmal meine Bitte: Wenn sich das nächste Mal über hundert Männer, die den Fortschritt der Gesellschaften in der Welt mit aller Gewalt aufzuhalten trachten, in diesem mit Sklaverei und Raub finanzierten Prunkbau der katholischen Raubmordkreuzritter verschanzen und wegschließen, schmeißt den verdammten Schlüssel weg! Und vergießt Türen und Fenster mit Beton. Macht einen Bau daraus wie aus dem Kernkraftwerk Tschernobyl! Lasst sie in ihrem höllischen Mief ersticken, statt diesen Mief mit medialer Gewalt in jede verdammte Seele zu drücken.

„Demütig“ soll er sein, der neue?! Immer wieder habe ich das heute gehört. Und gelesen. Und wieder gehört. Lässt sich „Heiliger Vater“ nennen und soll „demütig“ sein?! Sagt mal, Leute, merkt ihrs noch?! Hört auf damit, eure Gehirne in der Glotze zu baden, als ob ihr kein Leben hättet! Und fangt — verdammt noch mal! — damit an, eure Gehirne zum Denken zu benutzen!

Und lasst dieses verfickte, unmoralische Pack von Wasserpredigern und Weinsäufern in seinem eigenen Todesmief ersticken, statt euch diesen Mief wie ein Parfum aufzutragen, nur weil es gerad so schwülstig dünstelnd durch die Glotze fließt!

Plonk.

Hans-Joachim Seppelt mal wieder

Die Lüge sei zumindest damals Teil des Geschäfts gewesen. Die Tour war nicht ohne Doping zu gewinnen

Hans-Joachim Seppelt über den Dopingfall Lance Armstrong. Hevorhebung von mir.

Bevor ich jetzt etwas dazu schreibe und mich in die Tastatur übergebe, verweise ich einfach auf meinen Kommentar zum Kommentar aus dem Oktober letzten Jahres und weise darauf hin, wie diese hochbezahlte Frontfresse des BRD-Staatsfernsehens ARD jetzt durch Verwendung des Präteritums den Eindruck erweckt, inzwischen sei so eine Drogentour schon wieder ohne Doping zu gewinnen, als ob sich das Problem jetzt erledigt habe. Schließlich soll ja bald wieder unbeschwert mit Zwangsgebühren eingezogenes Geld für stundenlange Dopingshows aus dem Fenster geschmissen werden, damit die „Grundversorgung“ auch so richtig zugrunde gehe.

„Sport ist das Erste“? Nein: Das ARD-Programm ist (und alle, die daran mitmachen, sind) das Letzte!

…weil wir einverstanden sind.

ernst dichter: einverstandenStandardprojekt | Vimeo-Direktlink

Vor 10 Jahren: Illegale Waffen als Kriegsgrund und -hindernis

Gegen die Verkalkung der Menschen in Alzheim!

Das Folgende ist eine Meldung der Website der ARD-Tagesschau vom 14. Oktober 2002, 16:51 Uhr, die ich wegen der von der Verlegerlobby erzwungenden Depublizierung von Tagesschau-Inhalten leider nicht verlinken kann. Ich zitiere die Meldung ungekürzt und unverändert aus meinem Archiv:

Illegale Waffen als Kriegsgrund und -hindernis

Die Angst vor irakischen Massenvernichtungswaffen sind der Hauptgrund der USA, den Sturz Saddam Husseins mit allen Mitteln zu betreiben. Experten halten es für sehr wahrscheinlich, dass im Irak tonnenweise Bio- oder Chemiewaffen gelagert sind.

Die angeblichen irakischen Waffenprogramme sind Hauptargument der USA. Laut UN-Resolution von 1991 darf das Land keine Atomar-, Bio- oder Chemiewaffen besitzen oder entwickeln. Besonders heikel: Der Irak hat möglicherweise noch immer Raketen, die bis ans Mittelmeer reichen — und mit B- oder C-Waffen bestückt werden können. Davon sollen reichlich im Irak vergraben worden sein.

Unbestritten ist unter Experten zwar, dass die konventionelle militärische Macht des Irak mit der katastrophalen Niederlage im Golfkrieg 1990/1991 gebrochen wurde. Für seine Nachbarn ist das Land in dieser Hinsicht nur noch eingeschränkt eine Bedrohung. Die Anstrengungen des Irak, sich atomare Waffen zu verschaffen, sind zwar belegt, derzeit gelten die Möglichkeiten des Landes in diesem Bereich allerdings als gering.

Tödliches Kampfgas gebunkert?

Anders schätzen Experten aber die Gefahrensituation bei biologischen und chemischen Waffen ein. Chemische Kampfstoffe hat der Irak in großen Mengen produziert und im Krieg gegen Iran sowie gegen die kurdische Minderheit im eigenen Land auch mit verheerenden Folgen eingesetzt. Noch immer ist unklar, ob wirklich alle chemischen Waffen nach dem Golfkrieg unter der Aufsicht von UN-Inspekteuren vernichtet wurden. Mehrere Tonnen des extrem gefährlichen Nervengases VX sollen noch im Irak lagern.

Auch die Arbeiten an biologischen Waffen sollen erheblich intensiviert worden sein. Dass der Irak mit biologischen Waffen wie Anthrax und Botulismus (Beulenpest) experimentiert hat, ist sicher. Seitdem die UN-Inspekteure 1998 das Land verlassen mussten, fließen die Informationen über die B- und C-Waffen allerdings noch spärlicher.

Restbestände an Raketen

Mit der Niederlage 1991 hat der Irak auch den größten Teil seiner Trägersysteme für chemische und biologische Waffen verloren. Die bis nach Israel reichenden Scud-Raketen gelten bis auf möglicherweise wenige Exemplare als vernichtet. Allerdings soll der Irak wieder Systeme wie Kurzstreckenraketen, Bomben oder unbemannte Flugkörper besitzen, mit denen über geringere Entfernungen auch biologische und chemische Waffen eingesetzt werden könnten.

Der Sturm auf Bagdad wird kein Spaziergang

Abseits der Spekulationen: Trotz der stark reduzierten Kampfkraft der irakischen Armee dürfte auch bei einem Angriff einer US-Streitmacht oder einer alliierten Truppe ein schneller Erfolg nicht sicher sein. Von 70.000 bis 250.000 Soldaten ist die Rede, deren Einsatz im Pentagon erwogen werde. Im Golfkrieg 1991 waren rund 170.000 US-Soldaten im Einsatz, mit den Einheiten der Verbündeten waren es etwa eine halbe Million Mann. – Der Irak seinerseits unterhält noch immer das drittgrößte stehende Heer der Welt: 424.000 Soldaten hat Saddam Hussein unter Waffen. Mit Reservisten kommt er auf mehr als eine Million Mann.

Weiteres Problem der Amerikaner ist das Fehlen einer breiten Anti-Saddam-Allianz – wie sie 1991 bestand. Auch die prowestlichen islamischen Staaten haben ihre Ablehnung einer militärischen Intervention im Irak immer wieder deutlich gemacht. Auf die Unterstützung Saudi-Arabiens etwa wird die US-Regierung kaum zählen können.

„Flugzeugträger“ Katar

Für einen Angriff auf den Irak stehen die im Golfkrieg aufgebauten Militärbasen in Saudi-Arabien nicht zur Verfügung, da sich die Regierung in Riad bisher nicht innerhalb des islamischen Lagers isolieren will. Im letzten Golfkrieg hatte das Land den Alliierten als Stützpunkt für Luftangriffe gedient. Sollte Riad bei seiner Haltung bleiben, müsste der neue Feldzug von alternativen Stützpunkten aus – etwa in Kuwait oder der Türkei – beginnen. Im Emirat Katar wurde der Stützpunkt Udeid Air Base inzwischen zur neuen Einsatzzentrale der US-Militärs in der Region ausgebaut.

Wie es in Wirklichkeit mit den Massenvernichtungswaffen im Irak aussah, wussten damals schon die Waffeninspekteure der Vereinten Nationen unter Chefinspektor Hans Blix. Erwartungsgemäß hat sich vom tonnenweise vorgeschobenen „Kriegsgrund“ der USA und Großbritanniens (übrigens als Mitglied der Europäischen Union soeben mit einem Friedensnobelpreis mitausgezeichnet) nichts im Irak gefunden. Aber so ein vor den Augen lebendig verbrannter 9/11-Opfer hinkonstruierter „Kriegsgrund“ klingt ja viel „besser“ als ein schlichtes „Saddam Hussein ist ein von uns selbst bis an die Zähne aufgerüstetes, gefährliches Arschloch mit für uns zu großen politischen Führungsambitionen im Nahen Osten, und in seinem Land fließt unterm Boden der schwarze Schlamm, mit dem wir die Motoren unserer Verbrennungswirtschaft am Laufen halten“.

Möge niemals in Vergessenheit geraten, dass die ARD-Tagesschau in ihren empörend nachgerichteten Nachrichten im Großen und Ganzen die staatlich und wirtschaftlich gewünschte Propaganda wie ein Papagei in die Ohren und Hirne der Zuschauer transportiert! Und sonst fast nichts.