Bayerntrojaner Now!

ijure.org über die illegale Überwachung von Menschen durch staatlich installierte Schnüffel- und Schadsoftware vom LKA Bayern:

[…] hat das Bayerische Landeskriminalamt den PC eines seiner Mandanten über Monate hinweg mit einem Spionage-Trojaner illegal ausgeforscht. Alle dreißig Sekunden, so Rechtsanwalt Schladt, hat die staatliche Überwachungs-Software ein Bildschirmfoto des Browser-Inhalts geschossen und die Screenshots heimlich über das Internet an die Ermittlungsbehörden übertragen — zu Unrecht, wie jetzt das Landgericht Landshut festgestellt hat […]

Wer jetzt aber glaubt, dass angesichts eines Urteiles die Stasi-2.0-Allüren von BRD-Behörden aufhören würden, hat sich getäuscht, denn…

Die parellel zu der Browser-Überwachung durchgeführte Überwachung der Skype-Telefonie ließ das Landgericht hingegen unbeanstandet.

…was übers Internet gesprochen wird, darf weiterhin belauscht und mitgeschnitten werden. Leider geht aus der Dokumentation dieses Vorganges nicht hervor, wie die von staatlichen Crackern erstellte Schadsoftware auf den Rechner des damit observierten Menschen kam — und es bleibt leider auch unklar, auf welche Weise die Skype-Gespräche belauscht werden konnten. Skype könnte durchaus in seinem Design ein paar vorsätzlich eingebaute Schnittstellen für die Überwachungswünsche von Polizeien und Geheimdiensten haben, es handelt sich um eine äußerst fragwürdige Software.

Übrigens kann ich jedem Menschen in der BRD nur empfehlen, ein anderes Betriebssystem als Microsoft Windows zu verwenden, wenn er nicht möchte, dass seine persönliche Kommnunikation von irgendwelchen „Zwischenstellen“ belauscht wird.

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Abmahnung des Tages: Lahnix.de

Abmahnungsempfänger des Tages ist der Blogger P. Lahn wegen dieses Postings aus dem Jahr 2008:

[Der ursprünglich hier veröfffentlichte Scan des Briefes mit der Abmahnung wurde auf freundliche Bitte des Rechteinhabers entfernt.]

Hier nur — anstelle einer Wertung — zwei Nachträge aus der Twitter-Timeline, die vielleicht fühlbar machen, was die Verwendung eines einfachen Scans aus der Zeitschrift Konkret für einen von einer derartigen Abmahnung betroffenen Menschen bedeuten kann, wenn zweieinhalb Jahre später der teure Brief ins Haus kommt:

@Blogzentrale 'Schadenersetz 300,-€, Gebühr für seine Eintreiber 120,-€

@sycophantin Ich zahle, lösche mein Blog und blogge demnächst im Untergrund :) lahnix.de ist eh tot.

Die Frage, wieso es dem Rechteinhaber an diesem Foto nicht möglich zu sein scheint, ein derartiges Problem zunächst durch eine einfache Rückfrage aus der Welt zu schaffen, wieso gleich eine Anvergewalts-Kanzlei damit beauftragt werden muss, die immerhin zusätzliche Kosten von 120 Euro verursacht, diese Frage beantwortet sich in der p’litisch gewünschten Rechtslage in der BRD, die das Verfassen einer Abmahnung zu einem recht lohnendem Geschäft macht.

Von daher kann jedem Blogger in der BRD nur empfohlen werden, entweder vollständig eigenes Material und unzweifelhaft künstlerische bzw. dokumentarische Bearbeitungen von Fremdmaterial in seinem Blog zu verwenden (letzteres ist schon etwas kritisch, denn ein Recht darauf hat man nicht) — oder aber sein Blog vollständig anonym im Ausland zu betreiben.

Was bei einer solchen Entwicklung in der BRD letztendlich zurückbleibt, ist das Webdreinull von Geschäftsleuten aller Art und von diesen ganzen p’litisch so gewünschten und geförderten schmierigen Betrügertypen — frei von jeder persönlichen Stellungnahme, die über Katzenfotos und vorsichtig geäußerte Belanglosigkeiten hinaus geht.

RETTET DAS INTERNET!

Gute Nachricht des Tages: AZ 32 C 1742/10-48

Gericht stoppt Abzocke im Internet – „Kein Vertrag“

Frankfurt/Main – Das Anklicken bestimmter Felder im Internet begründet nicht automatisch einen Vertrag und damit einen Zahlungsanspruch. Das hat das Amtsgericht Frankfurt in einem am Freitag (21. Januar) bekannt gewordenen Urteil festgestellt (AZ 32 C 1742/10-48).

Um an einem Gewinnspiel eines Internetanbieters teilnehmen zu können, hatte der Internet-Benutzer den Button „Jetzt anmelden“ angeklickt und seine persönlichen Daten eingegeben. Dabei übersah er jedoch den in der rechten oberen Ecke der Seite angebrachten Hinweis, er habe nunmehr einen zweijährigen Servicevertrag mit einem Beitrag von jährlich 96 Euro abgeschlossen. Der Anbieter pochte später auf die Zahlung dieses Betrages.

Nach Ansicht des Gerichts führte die Gestaltung der Homepage mit dem verdeckten Hinweis dazu, dass Internet-Nutzer den Anmeldebutton lediglich anklicken, um an dem Gewinnspiel teilnehmen zu können. Die weitergehenden Folgen – das zweijährige Serviceabonnement – seien dagegen nicht erkennbar gewesen. Für einen wirksamen Vertrag seien jedoch sowohl Angebot als auch Annahme des Kunden erforderlich. Daher sei der Vertrag im konkreten Fall nicht zustande gekommen.

Mit Gruß an die Content4U GmbH, ihre zwielichtigen Inkasso-Zuarbeiter und die ganzen Fäkalmaden, die sich im Paradies für Abzocker und Betrüger mit wenig Mühe und viel Widerwärtigkeit ihren verfeinerten Lebensstil finanziert haben. Bleibt nur zu hoffen, dass diese hart an der Grenze zum Betrug operierenden Halunken noch einmal ein Gericht, vielleicht sogar ein Gefängnis von innen sehen.

Ein Dank an Rainer Kaffenberger für den Hinweis auf dieses Urteil.

Digital wegradiert: Offener Brief an Kristina S.

Der „Offene Brief an Kristina S.“ beim Neuen Wort von Radio Fritz, der vor wenigen Stunden noch auf der RBB-Website verfügbar war, hat sich leider in p’litischem Wohlgefallen und einem HTTP-Error 404 aufgelöst. Die Ausrede Begründung für die Entfernung dieses Beitrages zur p’litischen Unwillensbildung soll laut Fehlerseite sein, dass der RBB wegen des 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrages seine Inhalte nicht mehr zeitlich unbefristet ins Netz stellen darf — und dass man deshalb einen Artikel nicht mehr finden könne, weil er nach eine Woche gelöscht wurde.

In Berlin scheint so eine Woche freilich recht schnell zu vergehen. Heute ist der 21. Januar 2011, und der offene Brief wurde am 19. Januar 2011 publiziert. Vielleicht hilft es ja bei der Beschleunigung des Zeitablaufes, wenn ein Mitglied der Bundesregierung es nicht so gern sieht, dass jemand seinen Ekel über das zynische und widerwärtige Gelaber dieses Mitgliedes der Bundesregierung mit deutlichen Worten ausdrückt.

Zum Glück ist jedoch noch eine kleine Kopie des Briefes verfügbar. Und für den unwahrscheinlichen Fall, dass auch diese Kopie demnächst auf eine nicht leicht nachvollziehbare Weise wegradiert wird, hier noch einmal zum allgemeinen Genuss und Verdruss der Text des Briefes:

Su Holder sagt der Familienministerin ihre Meinung

Es ist ungefähr so, wie wenn der größte Klassenstreber, der immer nur Einsen schreibt, sagt: „Oh Gott, hoffentlich fall ich nicht durch“…

Familienministerin Kristina Schröder ist schwanger und sorgt sich um ihre Zukunft. Die Frauen der FritzRedaktion haben sich heute morgen extrem darüber aufgeregt.

Su Holder mit einem offenen Wort an die schwangere Familienministerin:

Liebe Kristina Schröder,

ich freu mich eigentlich immer über Schwangerschaftsbotschaften, aber alle Zitate von ihnen, die man heute lesen muss, rufen Ekel und Würgereflexe in mir hervor. Zum Beispiel: „Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind.“

Wie anmaßend, schamlos, unmoralisch, blind und bescheuert sind Sie eigentlich? Mit 16.529,50 Euro im Monat und einem garantierten, vergoldeten Betreuungsplatz in der 5-Sterne-Bundestags-Kita stehen Sie NICHT vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Paare in Deutschland.

Sie hoffen „Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen mit der Unterstützung ihrer Familien“… Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurückbekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.

Ich wünsche Ihnen Sodbrennen, Wasserbeine, Müdigkeit, Krampfadern und Hämorrhoiden — wenigstens körperlich gleiche Herausforderungen.

Eine Zensur findet in der BRD übrigens nicht statt. Steht ja so im Grundgesetz.

Um auch noch die Leserkommentare nachvollziehen zu können, hier der Screenshot des offenen Briefes an Kristina S. als PNG.

Keine so neue Erfahrung für Blogger…

Und während das halbe bloglesende Land getragen von Twitter, Rivva und dem Fratzenbuch seine leicht entflammbare (und leicht wieder löschbare) Empörung darüber pflegt, dass diese Klitsche namens „Euroweb“ eine Domain weggepfändet hat und dort, wo einst das eher weniger interessante Blog „Nerdcore“ zu finden war…

Screenshot des Nerdcord-Defacements durch Euroweb

…in einem legalisierten Defacement einen kackenddreisten und arschkalten Text hinterlegt hat, dass es eine „ganz neue Erfahrung für Blogger sei“, seine Domain zu verlieren und dass der Verkaufserlös gar nicht zum Begleichen der Schuld, sondern zu einer werbewirksamen Spende an Wikimedia und den Freischreibern verwendet werden soll, ganz so, als ob diese ███████ und █████████ [Wörter nach eigenem Empfinden einsetzen] in einem rechtsfreien Raum frei über den gesamten Erlös der Pfändung verfügen könnten

…ja, während dies alles geschieht, wird still, leise und von den üblichen Verdächtigen weitgehend unbeachtet auch heute wieder etlichen weniger massenbekannten kleinen Webprojekten im deutschsprachigen Internet das Licht ausgeblasen. Mit Drohungen, Juratrollerei und Abmahnungen.

Nerdcore ist — verglichen damit — nur eine Kleinigkeit. Und „Euroweb“, das weiß jeder, sind ██████ █████████████. RETTET DAS INTERNET!

Nachtrag: Es war ja klar, dass die Abmahnung von Euroweb gegen den Betreiber des Blogs „Nerdcore“ kommt, wenn der juristische Weg nicht ganz so funktioniert. Ist ja schließlich die BRD, in der man leichten Herzens und mit mieser Anvergewaltsschreibe so vorgehen kann, da sind diese Zustände halt p’litisch gewünscht.

Euroweb

Dieser Beitrag muss leider ohne Namensnennung bleiben, da das deutsche Recht contra Meinungsfreiheit ist, noch immer. Noch immer kann jeder dahergelaufene Depp andere kostenpflichtig abmahnen. Unser Recht ist einzig und allein Pro-Deppenabzocker/Abmahner. Schade eigentlich. Aber leider ist das die Realität. Der kleine Mann, die kleine Frau, wird von derlei Rechtssystem geknechtet. Und unsere Politiker gucken lachend zu, weil sie es gut finden, wenn die freie Meinung, auch im Web, nicht funktioniert. Freie Meinung ist nur eine Proganda. Sie tun so, als ob sie existent wäre.

Die Welt ist Scheiße: Keine Überschrift in Bezug auf Ungenannte Firma vs. Nerdcore

Moment mal, Euroweb, das war doch diese Klitsche, die es unter Einsatz ihres Geldes und ihrer Juristenphalanx irgendwie immer hinbekommen hat, dass alle kritischen TV-Berichterstattungen über die Verkaufpraktiken der Vertreter dieser Klitsche aus den Videoplattformen verschwanden, so dass man nichts dergleichen mehr hier einbinden kann. Diese Klitsche, deren Vertreter irgendwelchen Mittelständlern stets ein „kostenloses Webdesign als Referenzkunden“ aufdrängelten — aber bitte ganz schnell hier unterschreiben, ein einmaliges Angebot ists — und das mit einem nicht gerade preisgünstigen Vertrag fürs Webhosting verbanden. Und diese Klitsche, die statt der aus YouTube und Konsorten weggedrängelten Videos mit kritischer Berichterstattung jetzt dafür sorgt, dass sich bei YouTube und Konsorten allerlei Jubel- und Werbevideos für diese Klitsche finden lassen. Damit auch ja ein ausgewogenes Meinungsbild vorherrscht. Ja, diese Klitsche war es und ist es, dieses Euroweb — dessen lukratives Geschäftsmodell auch gern unter Firmierungen wie „Webstyle“ oder anderem Schall und Rauch läuft. Am besten, man liest sich mal ein bisschen rein

Schade übrigens, dass die kritischen Beiträge des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der BRD in Sachen Euroweb jetzt allesamt auf Drängen der Verlegermafia aus den Websites des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der BRD entschwunden sind. Ist es nicht immer schön, zu sehen, wem es Nutzen ist und wem es Schaden ist, was so an kranken Ideen auf Druck der Lobbyverbände in heitere Lach- und Sachp’litik verwandelt wird?! Gelöscht wird, was den Besitzenden schadet. Ausschließlich.

Happig: webseiten-anmelden-sofort.de

Den hier beschriebenen etwas überteuerten Schatten einer Dienstleistung gibt es auch unter der Adresse homepages (strich) eintragen (strich) suchmaschine (punkt) de und vermutlich vielen weiteren, ähnlich geformten Domains, die ohne Spam aus gutem Grund niemand kennte.

Ich wüsste auch von diesem Angebot nichts, wenn ich mich nicht entschlossen hätte, nach einer durchdiskutierten Nacht bei einem Freund noch „mal eben schnell“ ein paar der üblichen, leidigen administrativen Tätigkeiten zu machen, die eben gemacht werden müssen. Dazu gehört auch das Sichten der Kommentare und das Löschen der Kommentarspam in einigen Projekten. Und dabei fand ich beim Abarbeiten diese ausgesprochen reizende Anpreisung einer Kommentatorin (für eine Ansicht in Originalgröße auf das Bild klicken):

soonoshennA, webseiten-anmelden-sofort.de, blah@example.org, 212.235.107.144 -- Hallo Forenmitglieder, Nachdem ich in vor einiger Zeit bei einigen Communities nachgeschaut habe, kam ich wegen der guten Ansichten, die dort auftreten, dazu mich bei www.homepages-eintragen-suchmaschine.de anmelden zu lassen. Meine Webseite wurde dann nach ein paar Tagen bei Google.de und vielen weiteren Suchmaschinen angemeldet. Mir hat es aufjedenfall etwas gebracht! Als sp?ter, nach kurzer Wartezeit, meine Webseite bei den Suchmaschinen eingetragen wurde, ist meine Besucheranzahl besser als vorher. Daher kann Ich euch eine Eintragung mit besten Gewissen empfehlen. Versucht es einfach Liebe Gruesse. Eure, Gudrun

Ist ja ein toller Tipp, den Gudrun hier in recht holprigem Deutsch von sich gibt. Der hat zwar keinen Bezug zum kommentierten Text, und die Ansprache „Forenmitglieder“ macht auch schon ganz am Anfang klar, dass mit diesem Textbaustein nicht nur Blogs zugemüllt werden sollen, aber ist doch trotzdem toll — bequem in alle Suchmaschinen eintragen lassen. Das hat „Gudrun“ ja auch geholfen, ja, sie ist so davon so begeistert, dass sie gleich eine zweite Internetadresse des gleichen Nulldienstleisters als ihre „Homepage“ angibt. Überhaupt ist „Gudrun“ eine eifrige Kommentatorin, nicht nur bei mir. Sie ist so eifrig, dass sie gar nicht durch die Spamfilter kommt. Und trotz des tollen Tipps dieser lieb grüßenden „Gudrun“ werden die angebotenen Nulldienste des empfohlenen Anbieters an anderer Stelle unter dem Oberbegriff „Nepp im Web“ als Websites, die nicht empfehlenswert sind gelistet. (Natürlich auch bei den Abzocknews und an etlichen anderen Stellen.)

Tja, wie kommt das nur? Liegt es vielleicht an der asozialen Spam zur Anpreisung dieses tollen Angebotes, die sich übers Internet wie eine Sturzflut der Scheiße ergießt? Oder ist es vielleicht die Preisgestaltung für dieses Angebot, die zumindest auf meinem Firefox 3.6.13 unter Debian GNU/Linux (natürlich mit installierten Standard-Fonts von Microsoft) nicht gerade ein Vorbild an klarer Lesbarkeit ist (mit dem beliebten Ubuntu Linux sieht es genau so aus):

Die Bestätigungsmail senden wir Ihnen so schnell als möglich und tragen Ihre Homepage bei allen großen Suchmaschinen ein. Für die Eintragung verlangen wir einmalig nur neunundachzig 89 € inkl. Mwst. Worauf warten Sie noch?

Tja, man soll dafür zahlen, und damit man das nicht ganz so leicht bemerkt, ist beim Design offenbar ein kleines Missgeschick passiert, das in der ganzen bisherigen Zeit auch von niemanden so recht bemerkt wurde. Das kann ja schon mal passieren, wer schaut sich denn jeden Tag seine eigene Website an oder verfolgt eventuelle Kundenklagen. Nein, fast neunzig Euro soll man legen. Wofür? Na, dafür, dass dieser tolle Nulldienstleister automatisch ein Perlskript (oder etwas ähnliches) ausführen lässt, dem die angegebene Internetadresse als Parameter übergeben wird. Und dieses Skript trägt eine Website bei allen großen Suchmaschinen ein, was keine große Mühe ist. Es sollen also fast neunzig Euro für den einmaligen Start eines kleinen Programmes hingelegt werden. Das ist… ähm… etwas happig. Vielleicht soll es deswegen auch eher etwas verborgen bleiben. Im Gesamtbild sieht der Kostenhinweis so aus:

Screenshot der Abzocker-Website: Wir tragen ihre Webseite bei allen bekannten Suchmaschinen ein !!

Was nun dieses „alle bekannten“ oder „alle großen“ Suchmaschinen heißen soll, worin bei dieser Anpreisung die Bekanntheit oder Größe der Suchmaschine gemessen wird? Der Anbieter schweigt dazu. Wozu muss man denn auch noch Informationen von sich geben, wenn man den Menschen ein überteuertes Angebot macht. Immerhin, drei Suchmaschinen werden an etwas versteckter Stelle explizit aufgeführt:

Sie möchten ihre Webseite bei den geläufigsten Suchmaschinen anmelden, wissen aber nicht wie es geht? Dann nutzen sie unsere Hilfe dabei und lassen sie ihre Webseite bei den angesehensten Suchmaschinen, wie Google, Bing, Yahoo und über 75 andere Seiten anmelden. Die Vorteile eine Webseite bei Suchmaschinen anmelden zu lassen, sind vorallem [sic!] der zunehmende Bekanntheitsgrad ihrer Internetpräsenz, sowie die wachsende Besucherzahl. Das Anmelden ihrer Webseite, bleibt den Suchmaschinenbetreibern vorbehalten [sic!] und kann einige Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Nachdem sie sich auf unserer Internetseite registriert haben, können wir ihre Webseite sogar sofort ohne Backlink anmelden. [sic!]

Auf Deutsch übersetzt heißt das übrigens: Wie, sie sind ahnungslos und möchten dennoch, dass andere Menschen ihre Website finden? Denn lassen sie sich von uns die Katze im Sack andrehen. Neben den drei Großen nehmen wir noch 75 Suchmaschinen, die wir nirgends benennen. Das hat nur Vorteile für uns, denn so kann niemand überprüfen, ob wir das wirklich tun. Und im übrigen kann das auch noch schiefgehen, weil die Suchmaschinenbetreiber dafür zuständig sind, was sie mit unserer „Anmeldung“ machen. Wir sagen ja auch nicht, wie wir genau vorgehen und schwurbeln uns am Ende noch einen inhaltslosen, insiderhaft klingenden Blah zusammen, was so ahnungslose Leute wie sie — sie wissen ja nicht, wo die Anmeldeformulare von Suchmaschinen zu finden sind und sie sind auch nicht dazu imstande, das irgendwie herauszubekommen — aber nicht bemerken können. Geben sie uns dafür einfach unangemessen viel Geld.

Eigentlich gar nicht weiter verwunderlich, dass so etwas ohne Spam kaum bekannt werden kann. Ein Krebsgeschwür oder einen Kropf braucht man ja auch nicht.

Angeboten wird dieser Kropf diese Nulldienstleistung übrigens von jemanden, der den Text des Impressums lieber als eine große Grafik hinterlegt, damit es auch ein bisschen schwieriger wird…

Detail aus dem Impressum

…den Namen „Jochen Balsmeier“ über die Zwischenablage in das Eingabefeld der persönlichen Lieblingssuchmaschine zu befördern. Das ist für diesen Nulldienstleister, der ohne Spam kaum bekannt wäre, auch besser so, denn schon die einfachste Google-Suche weckt starke Zweifel daran, dass man es hier mit einem Menschen zu tun haben könnte, der auf etwas anderes als auf das schnelle Geld aus ist — und dieses schnelle Geld bitte nach Möglichkeit ganz ohne lästiges Arbeiten und Etwas-dafür-Tun.

Herzallerliebst sind übrigens auch die AGB, deren Punkt 3 jede Frage klärt, die sich vielleicht noch zu Sinn und Zweck dieses durch Spam an das Opfer den Kunden gebrachten Nulldienstes stellen könnten.

3 Dienstleistung von Amina Software
Grundsätzlich behält sich Amina Software das Recht vor, einzelne Anfragen oder Bestellaufträge ohne Angaben von Gründen nicht zu bearbeiten oder abzulehnen.
Amina Software bietet eine einmalige Eintragung bei 75 Suchmaschinen und mehr an

davon sind ca. 50% deutsche Suchmaschinen, der Rest sind internationale Suchmaschinen.
Die Suchmaschinen und Webkataloge haben unterschiedliche AGB und Richtlinien.

Eine Garantie für eine Aufnahme des Eintrages kann Amina Software daher nicht gewährleisten. [!!!]

Ebenso kann Amina Software für keinen Zeitraum einer Aufnahme sowie einer Position eines Eintrages garantieren. [!!!] Die Zahlung der Vergütung bleibt davon unberührt. [!!!]

Und damits auch jeder merkt, die wesentliche Aussage des vierten Punktes gleich hinterher:

§ 4 Zahlungsbedingungen, Kosten und Rechnungen Die einmaligen Kosten belaufen sich auf 89,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer pro Url (Domain) [sic!]
und sind lediglich für die Mühe und den Aufwand [sic!] zu Leisten und nicht für den Erfolg der Eintragung. [!!!]

So ganz genau scheint der Autor dieses mistigen Stückes deutscher Prosa zwar nicht zu wissen, was der Unterschied zwischen einer URL und einer Domain ist, aber so ein technischer Kleinkram macht ja nichts, wenn man Dienstleistungen im Internet anzubieten vorgibt. Da kommt es doch nicht auf Fähigkeit und Kompetenz an. Hauptsache, er weiß das Wichtigste: Ich garantiere nichts, aber stelle für die „Mühe“, die ich damit habe, eine gar nicht genau beschriebene Leistung zu erbringen, eine Rechnung in Höhe von 89 Euro.

Ganz großes Kino.

Und weil das noch nicht Geldquelle genug ist, steckt da noch eine hübsche, überraschende Klausel in diesem Punkt 4, die genau das sagt, was man einem Spammer immer schon einmal sagen wollte…

Des weiteren stimmt der Nutzer dem evt. Erhalt von Emails durch Amina Software zu.

…wenn man noch nicht genug Spam bekommt.