Der Schäuble-Katalog

Schäubles Katalog ist in Wirklichkeit der Entwurf des neuen BKA-Gesetzes. Wer schon einmal einen Blick hinein werfen möchte, der kann das beim CCC tun. Endlich bekommen wir eine gesetzlich abgesicherte Geheimpolizei in der BRD, wenn dieses paranoide Machwerk ersteinmal Gesetz geworden ist.

Und das kann leicht passieren. Die Volkszertreter sind technisch eher himmelschreiend inkompetent.

Wer nicht weiß, was ein Browser ist, der lässt sich auch in Fragen des Datenschutzes und der Verhältnismäßigkeit staatlicher Cracker-Angriffe auf Privatrechner schon einmal in die Irre führen. Die meisten Volkszertreter schauen bei den Abstimmungen sowieso nur kurz hin, wie sich ihr Vordermann entscheidet — man hat ja schließlich besseres mit seiner Zeit zu tun, als P’litik für jene zu machen, die man doch angeblich vertritt.

Unterdessen ist auch das Staatsfernsehen der BRD nicht untätig, wenn es darum geht, Mitmensch Gleichgültig einzulullen und in diese für P’litiker so angenehme Stumpfheit und Gleichgültigkeit zu versetzen. Statt über die Inhalte eines Gesetzes zu berichten, dass einer Aufgabe bisherigem Rechtsverständnisses gleichkommt, liefert die Tagesschau auf ihren Internet-Seiten ganz großes Kino aus. Sie erklärt nämlich den staunenden Lesern, wie der Bundestrojaner „funktioniert“. Bemerkenswert daran ist allerdings, dass inzwischen sogar die staatlichen Medien der BRD das Wort vom Bundestrojaner aufgreifen, ohne es durch ein „so genannter“ oder durch Anführungszeichen zu entwerten — ein deutliches Zeichen, dass dieses Wort für die kommende Gestapo-Software der BRDDR(*) viel zu harmlos und viel zu abstrakt ist.

Wer etwas mehr Klarblick haben will, sollte gleich die frische Satire im PROLLblog zu dieser medialen Massenverblödung aus den stinkenden Kanälen der ARD lesen. Wenn man doch nur frei und herzhaft darüber lachen könnte!

(*) Wenn ich BRDDR schreibe, denn meine ich damit einen Staat, der das Schlechteste aus beiden Systemen übernommen hat, aber alle zivilisatorischen Fortschritte, die in beiden Systemen erarbeitet wurden, langsam und zielstrebig abschafft. Da wächst zusammen, was schon für sich allein zum Kotzen war.

Ein ganz besonderes Waschmittel

Ein Waschmittel, auf das die Welt gewartet hat. Und zwar ganz sehnsüchtig.Das nebenstehende Bild eines relativ neuen, gewiss entbehrlichen Produktes wurde aus einer aktuellen Auswurf Postwurf-Sendung von Aldi-Nord eingescannt.

Es ist sofort klar, was das für ein Produkt ist. Die typische Form der Plastikflasche, die kreischepinke Farbstoff-Farbe, der zum Dosieren gemachte Verschlussdeckel. Es muss sich um ein Reinigungs- oder Waschmittel handeln. Und tatsächlich, es ist ein Waschmittel. Das überrascht nicht, obwohl in der heutigen Zeit des Gehirnverzichtes durchaus auch ein Getränk so verpackt werden könnte. Nur so, um die Kinder besser zu irritieren, dem Giftnotruf zur Freude. Getränke in dieser Farbe (und wahrscheinlich mit ganz ähnlichem Geschmack) gibt es ja schon etwas länger.

Aber es ist wirklich etwas für die Klamotten. Zum Waschen. Für die Maschine. Für 30, 40 und 60 Grad. Alles das ist noch nichts Besonders. Doch diese produkttypisch abgefüllte Chemiepampe gibt vor, dass sie doch etwas ganz Besonders ist; kein ordinäre Drecklöser wie jeder andere, sondern ein ganz spezieller Drecklöser für einen ganz speziellen Dreck. Für diese pinkekranke Frischelüge haben sich die Werber ein ganz tolles „Alleinstellungsmerkmal“ ausgedacht. Es ist nämlich ein…

*trommelwirbelmach*

una SPORT Waschmittel

SPORT-WASCHMITTEL! (Sagt mal, Werber, geht’s noch? Hat das letzte Joggen mit ungeeignetem Schuhwerk eure koksgeschwängerten Hirne zu gut durchgeschüttelt? Habt ihr von dem Zeug getrunken, als ihr euch dieses Treatment ausgedacht habt? Oder hat euer merkbefreiter Chef einfach einen eurer internen Witze an Aldi verkauft?)

Ja, das hat uns allen noch gefehlt: Ein Sport-Waschmittel! Mit der werbenden Zusicherung, dass es das ideale Waschmittel für atmungsaktive (schönes Wort, Werber!) Sport- und Funktionskleidung (noch so ein schönes Wort, Werber!) sei. Die anziehbaren Schweißlappen der Jogger und „nordischen Wandler“ haben ja ganz besonders hohe Ansprüche an das Zeug, mit dem sie gewaschen werden sollen. Da kann man schließlich nicht einfach das ganz normale Waschmittel nehmen, das man schon immer dafür genommen hat. Und deshalb gibt es jetzt dieses spezielle Sportwaschmittel. Ein Produkt, worauf die Welt gewartet hat. Sie wusste es nur noch nicht. Weil ihr genialen Werber es der Welt nicht gesagt habt. Aber das habt ihr jetzt ja nachgeholt.

Eine Frage bleibt nur offen. Fliegen die Schwitzeklötten nach dem Waschen mit diesem Zeug jetzt höher, schneller oder weiter? Oder sind sie einfach nur besser gedopt?

Phobokratie

Twister im Telepolis-Artikel Paranoia als erste Bürgerpflicht:

„Tut mir leid, aber ich will keine Probleme bekommen, deshalb helfe ich lieber nicht bei der Verfassungsbeschwerde“ hieß es von vielen, die ich wegen der Verfassungsbeschwerde gegen das neue Verfassungsschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen […] anschrieb.

So sieht es aus mit den so genannten „Grundrechten“ in Zeiten eines allmächtig und monströs werdenden Staates in der BRDDR (das Schlechteste aus beiden Staaten).

Ein virtueller Bulle für China, Quelle des Bildes ist TelepolisOb es im Schäublegestapostaat 2.0 wohl auch bald eingeblendete virtuelle Polizisten als Comicfiguren nach chinesischem Vorbild geben wird, damit die gefügig machende Angst auch im Internet das Wahrnehmen so genannter „Rechte“ verhindert? Damit man gar nicht erst auf die Idee kommt, sich mal unbefangen zu äußern? Wenn das funktioniert, haben die Schlapphüte und Dienstmützen doch gleich viel weniger Aufwand mit der sonstigen Überwachung des Datenverkehrs.

Nichts macht in einer real existierenden Phobokratie die Menschen so gefügig wie der allgegenwärtige, zwingende Blick des „großen Bruders“. Wir leben übrigens ausgerechnet im Jahr 23 nach Orwell.

Ach so, wer es nicht versteht: Phobokratie ist ein Kunstwort, das an Demokratie anklingen soll — es meint „Herrschaft der Angst“.

Die Hände in Unschuld waschen

Yahoo zum Thema „Menschenrechte“ (sinngemäß): Wir kümmern uns um unser Geschäft unterm chinesischen Folter-, Knüppel- und Lagerregime, und die Chinesen machen die Gesetze, die wir da einhalten. Mit den Folgen haben wir nichts zu tun, und natürlich helfen wir den Volksverknastern bei ihren Überwachungs- und Unterdrückungswünschen. Der Kaufkraft des so gewonnenen Geldes ist es doch egal, wie das Geld erwirtschaftet wurde.

Kurz verlinkt (20)

Fefe über die Antworten der Gestapo des BRD-Innenministeriums an das Bundesjustizministerium und an die SPD-Fraktion:

Diese Analyse der RFS (Disassembling) wird jedoch durch die Verwendung kryptographischer Methoden nahezu unmöglich gemacht.

An dieser Stelle hätte man nicht tiefer ins Klo greifen können. Dieser eine Satz reicht, um ihnen sämtliche auch nur in Resten von Fetzen vorhandene Sachkenntnis pauschal abzusprechen. Das ist so grotesk falsch, daß man sich ab dieser Stelle gar nicht mehr inhaltlich mit ihrem Geschreibsel beschäftigen muß, man kann sich auf den Stil beschränken. Und der bietet auch noch genug Angriffsfläche.

So paßt das ja überhaupt nicht mit meinem Bild der Sicherheitsbehörden zusammen, daß sie meine Sicherheit senken anstatt sie zu erhöhen. Daher war eine der Fragen, wie sie denn ihre Spyware gegen Mißbrauch durch Dritte sichern wollen. Die Antwort ernüchtert.

Die Sicherheitsbehörden und das Bundesministerium des Innern verfügen grundsätzlich über genügenden Sachverstand.

Sie halten sich schlicht für unfehlbar. […]

Ach ja, die beiden Dokumente kann man nicht etwa beim Webserver einer Bundesbehörde runterladen, sondern bei Netzpolitik.org — dort bekam man die Dokumente von einer anonymen Quelle zugesteckt. In der BRD klappt das eben nicht mit dem Informationsfreiheitsgesetz, ist ja kein richtiger Rechtsstaat.

Schon nach kurzem Überfliegen kann ich sagen, dass sich die Lektüre lohnt. Für einen Informatiker ist das offizielle und hochnotpeinliche Geschreibsel von Schäubles Behörde so etwas wie eine Sammlung von dummen Witzen, in der es immer noch ein bisschen dämlicher werden kann. Aber auch ohne informatisches Verständnis sollte jeder die ganze Wucht der Inkompetenz, Bedenkenlosigkeit und mit rationellen Argumenten nicht mehr erreichbaren Selbstgewissheit wenigstens erahnen können.

Öffentliche Killerspiele-Verbrennung

Killerspiele - machen Jugendliche zu Amokläufer(innen) - verschmutzen die Umwelt - verursachen Krebs - Schluss damit! Killerspielverbrennung

Eine Website, die mir heute den Tag gerettet hat.

Angstnachrichten (3)

Strahlen-Angst! Machen Handys und Funkmasten wirklich krank?

Na ja, die Bildzeitung wiederholt sich in ihrer atemlosen Angstmache mal wieder. Was übrigens wirklich krank macht, ist der regelmäßige Konsum des irrationalen und affektgeladenen Auswurfs der Springer-Presse — so etwas macht psychisch krank. Und zwar garantiert. Jeden.