Klare Ansage

Um Spam zu vermeiden, müssen sie uns ihren echten Namen geben -- sagt ihnen der größte Werbevermarkter im gesamten Internet

Demokratie? Geldherrschaft!

Wie Banker und Politiker die Demokratie abschaffen und eine Plutokratie errichten. Monitor, ARD, 25. August 2011. YouTube-Direktlink.

Wer noch Fragen zum Rechtsstaat hat…

Wer noch Fragen dazu hat, ob er von einem so genannten Rechtsstaat nicht wenigstens vor der organisierten Internet-Kriminalität geschützt wird: Nein, kein bisschen. Ich habe mich deutlich zu früh gefreut, denn der Klitsche mit dem großtönenden Namen Deutsche Zentral Inkasso, die durch zunehmend stärker einschüchternde Briefe und arschlochhafte Angstmache (neuerdings etwa mit Klageschriften, die in die bedeutungslosen Briefe gelegt werden, auf dass sich die Menschen auch richtig erschrecken und vor lauter Angst zahlen) immer wieder versucht, die in Nichts begründeten Forderungen irgendwelcher Internet-Abzocker durchzusetzen, wurde heute nicht die Inkasso-Lizenz entzogen:

Der Widerruf der Registrierung einer Inkasso GmbH mit Sitz in Berlin durch die Präsidentin des Kammergerichts ist rechtswidrig.

Nachdem im Jahre 2009 mehrfach Beschwerden über das Unternehmen eingegangen waren, widerrief die Präsidentin des Kammergerichts als zuständige Behörde die für die Tätigkeit des Unternehmens erforderliche Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister. Der Bestand der eingezogenen Forderungen sei nicht geprüft worden, obwohl zumindest in bestimmten Einzelfällen hierzu Anlass bestanden hätte.

Das Unternehmen machte demgegenüber geltend, im Rahmen eines sog. ‚Mengeninkasso‘ sei ihm eine Einzelfallprüfung jeder geltend gemachten Forderung nicht möglich und auch nicht üblich. Eine solche Verpflichtung sehe das Rechtdienstleistungsgesetz zudem nicht vor.

Die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts hat der Klage [der Deutschen Zentral Inkasso, meine Anmerkung] stattgegeben

Es gilt also:

Deutsche Zentral Inkasso: Der Terror geht weiter

Und die Bundesrepublik Deutschland ist und bleibt ein weltweit einmaliges Paradies für Abzocker und Betrüger im Internet. Politisch gewollt. Egal, wie viel Sand Frau Ministerin Ilse Aigner (CSU) den Menschen in der BRD gerade in die Augen streut, damit sie besser schlafen.

Kleiner Nachtrag: Das Bild ist natürlich — danke für die Nachfrage — genau so unter den Bedingungen der Piratenlizenz lizenziert wie alles andere hier. Greif zu! Share and enjoy, but don’t sue me!

Kurz verlinkt: Offener Brief an Ilse Aigner

Die Ministerdarstellerin für Verbraucherschutz blaht, als wollte sie etwas gegen die Abzocke im Internet tun:

Mit der „Button-Lösung“ können wir der Internet-Abzocke einen Riegel vorschieben und unseriösen Anbietern leichter das Handwerk legen […] Mit der „Button-Lösung“ haben unseriöse Geschäftemacher im Internet künftig keine Chance mehr, ihre Preise vor den Verbrauchern zu verstecken

Der Alarmknopf antwortet auf das Blahen

5.400.000 Opfer…

…sind in den letzten zwei Jahren von der richtigen Internetkriminalität betroffen gewesen — also von der Form der Kriminalität im Internet, von der unsere Innenminister und sonstigen Feinde des Grundgesetzes nie reden, weil sie daran nicht ihre Orwell-Dystopie-Überwachungsfantasien festmachen können:

Wie viele Onliner werden mit falschen Angeboten abgezockt? Die bisher umfangreichste Umfrage zum Thema liefert viele, teils überraschende Erkenntnisse. Allein mit Abo-Fallen sollen nach der Erhebung des Infas-Instituts binnen zwei Jahren 5,4 Millionen Deutsche hereingelegt worden sein.

Weiterlesen bei Spiegel Online

Fünfeinhalb Millionen Opfer der Abofallen-Abzocke! Gut, nicht alle haben bezahlt. Wenn nur jeder zehnte bezahlt hat, denn wurden mit dieser Form des gewerbsmäßigen Betruges — den es übrigens innerhalb Europas nur in der BRD gibt — fünfzig Millionen Euro ergaunert. Das reicht für eine Menge schnittiger Autos und sonstiger Accesoires zum verfeinerten Lebensstil der Verbrecher. Vermutlich haben mehr als jeder Zehnte bezahlt, die erpresserischen Einschüchterungen der betrügerischen Geldeintreiber sind wirklich beängstigend.

Und noch immer gilt: Die Verbrecher haben nichts zu befürchten und sehen niemals ein Gefängnis von innen. Die Staatsanwaltschaften stellen die Verfahren ein. Der so genannte „Rechtsstaat“ zeigt seinen Eifer lieber an anderer Stelle.

Tschüss, Deutsche Zentral Inkasso!

Aktueller Nachtrag vom 25. August 2011: Bitte einen Eimer bereithalten, damit das Erbrochene nicht auf dem Teppich landet. Das Gericht hat gesprochen, und der Terror durch die Klitsche mit dem großtönenden Namen Deutsche Zentral Inkasso kann weitergehen.

Weils so schön ist und wohl nicht nur mir den Tag rettet, hier ein Vollzitat der Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Justiz:

Terminshinweis: Widerruf der Registrierung eines Inkassounternehmens im Rechtsdienstleistungsregister

Pressemitteilung
  Berlin, den 16.08.2011

In der Verwaltungsstreitsache

VG 1 K 5.10

  der DOZ Deutsche Zentral Inkasso GmbH,

  Verfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte Sorge und Lohmanns Rechtsanwaltsgesellschaft

  gegen

  das Land Berlin, vertreten durch die Präsidentin des Kammergerichts

  hat das Verwaltungsgericht Berlin Termin zur mündlichen Verhandlung auf

Donnerstag, den 25. August 2011, 11.00 Uhr

  im Gerichtsgebäude, Kirchstraße 7, 10557 Berlin, Saal 4304 anberaumt.

  Widerruf der Registrierung eines Inkassounternehmens im Rechtsdienstleistungsregister

  Die Klägerin ist ein Inkassounternehmen mit Sitz in Berlin. Sie ist nach eigenen Angaben darauf spezialisiert, offene Forderungen von Unternehmen zu realisieren, die entgeltliche Dienstleistungsangebote im Internet vermarkten. Nachdem beim Kammergericht zahlreiche Beschwerden über die Klägerin eingingen, widerrief die Präsidentin des Kammergerichts die Registrierung der Klägerin im Rechtsdienstleistungsregister wegen dauerhafter unqualifizierter Rechtsdienstleistungen zum Nachteil der Rechtsuchenden. Der Klägerin wird vorgeworfen, dass sie in großem Umfang ungeprüfte Forderungen einziehe, bei denen es sich um sogenannte „Abo-Fallen“ im Internet handele. Die Klägerin ist demgegenüber der Auffassung, ihre Mandanten seien verpflichtet, die jeweiligen Forderungen auf ihre Rechtsgültigkeit zu überprüfen. Sie betreibe lediglich ein sogenanntes „Mengeninkasso“, bei dem eine Prüfung der einzelnen Forderung typischerweise nicht erfolge.

  Modalitäten für die Berichterstattung:
  Eine Akkreditierung ist nicht erforderlich.

Wer unter den vielen Betrugsopfern der Abzockerfirma Content4U GmbH am 25. August zufällig in Berlin ist, sollte sich nicht entgehen lassen, wie der Klitsche mit dem großtönenden Namen „Deutsche Zentral Inkasso“ endlich die Inkassolizenz entzogen wird.

Auf diesem Hintergrund ist wohl auch klar, warum die dreisten, erpresserisch formulierten „Mahnungen“ für völlig unbegründete Forderungen in der letzten Zeit besonders furchteinflößend sein mussten. Bei der Deutschen Zentral Inkasso sah man halt die Felle wegschwimmen. Die haben nochmal alles gegeben. Weil sie unter Termindruck sind. Schnell noch möglichst viel Geld durch Einschüchterungen holen.

Leider steht nicht zu befürchten, dass einer der Verantwortlichen für diese große Betrugsnummer demnächst wegen Betruges vor Geicht stehen wird, und leider wird der nächste Strohmann mit der nächsten rasch aufgebauten Inkassoklitsche (die wohl wieder einen ganz groß klingenden Namen bekommen wird) für die Betrügereien der Adamca-Brüder schon bereit stehen. Vermutlich wird demnächst auch unter anderer Firmierung betrogen.

Auf jeden Fall ist es jetzt Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Gesamtheit der hier verfügbaren Content4U-Texte:

Niemals bezahlen! Die Content4U-Mahnung…
Mitte Juli des letzten Jahres hat mir ein Leser einen Scan „seiner Mahnung“ zugeschickt und mich darum gebeten, darüber zu schreiben. Ich hatte so einen Müllbrief tatsächlich noch nie gesehen und fand die kalte, einschüchternde Formulierung zu Erbrechen. Der überlange Kommentarthread (zurzeit 621 Kommentare) belegt, dass diese Form, eine unbegründete Forderung in einem Brief zu vertreten, auf viele Menschen so beängstigend wird, dass sie über das Zahlen nachdenken oder sogar bezahlen. Anfangs haben sogar viele Menschen geglaubt, es sei ein wirklicher Vertag zustande gekommen, was natürlich nicht der Fall ist.

Die BRD: Paradies für Abzocker und Betrüger
Innerhalb des nächsten Monats wurde mir an den Besucherzahlen immer mehr bewusst, wie groß das Ausmaß der Abzockerei im Internet ist… und dass es sich dabei um ein Problem handelt, das es in dieser Form nur in der BRD gibt. Seitdem bekomme ich einen unwiderstehlichen Brechreiz, wenn ein Innenpolitiker der BRD das Zauberwort „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“ in den Mund nimmt, aber die wirkliche Kriminalität im Internet mit lässiger Hand geschehen lässt.

Tolle Firmierung: Deutsche Zentral Inkasso
Ende September gingen die ersten „Mahnschreiben“ der Deutschen Zentral Inkasso raus.

Deutsche Zentral Inkasso: Kammergericht hereingefallen
Neues Jahr, neuer Verdruss. Der Januar 2011 begann damit, dass ich lesen musste, dass das Kammergericht auf die DZI „hereingefallen“ ist. Unfassbar! Wieviel Schaden muss denn angerichtet werden, bis etwas unternommen werden kann?!

Gute Nachricht des Tages: AZ 32 C 1742/10-48
Doch der Januar erfreute auch mit einer guten Nachricht: Das Anklicken bestimmter Felder im Internet begründet nicht automatisch einen Vertrag. Das „Geschäftsmodell“ der Content4U (und vergleichbarer Schurkenläden) war mit diesem Urteil eigentlich vorbei. Das heißt aber nicht, dass keine Briefe mehr herausgegangen wären.

Wer hat da den Nutzen?
Die Leute, die von der so genannten „Vorratsdatenspeicherung“ den größten Nutzen haben, sind die Internet-Betrüger, die einfach eine IP-Adresse in ihre Briefe mit reindrucken können und damit technisch weniger versierte Menschen enorm beeindrucken können… ist die IP-Adresse doch auf einmal mit „Beweiskraft“ aufgeladen. Für die Verbrechensbekämpfung hat dieses Datensammeln hingegen gar keinen Nutzen.

Die gute Nachricht des Tages
Der Februar dieses Jahres beglückte mich mit der Mitteilung, dass Abo-Betrüger endlich einmal verhaftet wurden… nachdem sie über zwei Jahre hinweg fünf Millionen Euro Geld anderer Leute mit ihrer Betrugsnummer zusammengerafft haben. Die Verbrecher haben in den zwei Jahren übrigens dreieinhalb Millionen Euro für die Finanzierung ihres verfeinerten Lebensstils verprasst, so dass die Geschädigten auf ihrem Schaden zum großen Teil sitzen bleiben.

Content4U: Schreibt die Banken an!
Das vielleicht einzige Protestmittel, das auch kurzfristige Erfolge erbringen kann. Wenn die Bank den Vertrag kündigt, kommt einiges Geld nicht bei den Verbrechern an, weil es einfach von den Opfern nicht mehr überwiesen werden kann. Schließlich steht ja die alte Bankverbindung in den 50.000 bis 100.000 Briefen einer normalen Fuhre.

Content4U und Deutsche Zentral Inkasso: Unendliche Geschichte
Im Mai wurde mir angesichts der regelmäßigen Zugriffsspitzen klar, dass niemand die Fortsetzung dieses Betruges zu stören oder zu behindern scheint — es wurde zu einer Geschichte, die niemals aufzuhören schien.

Content4U: Nicht bezahlen! Keinen Cent!
Immer wieder tauchten die gleichen Fragen im Kommentarbereich auf, so dass ich im Mai noch einmal die kurze Zusammenfassung schrieb.

Das „Geschäftsmodell“ Conten4U gerichtlich geprüft
Im Mai kam es noch einmal zu einem Urteil des Amtsgerichtes Frankfurt, das meiner Meinung nach direkte Auswirkungen auf die betrügerischen Forderungen der Content4U GmbH hatte.

Content4U: Jetzt auch mit Nachnahme
Im Juni dieses Jahres wurde erstmals sichtbar, dass eine gewisse Eile bei der Content4U ausbrach, um noch mehr Geld aus den Opfern herauszuholen. Es kam erstmals zu betrügerischen Nachnahme-Sendungen. Übrigens sollte man niemals eine Nachnahme annehmen — wenn man nicht gerade eine von diesem Absender erwartet. Das Geld ist im Betrugsfall weg.

Zweierlei Arbeitseifer
Ebenfalls im Juni dieses Jahres wurde die unsägliche Website kino (punkt) to geschlossen — nach langen Ermittlungen. Dem entschiedenen Einsatz für die Rechte der Contentindustrie stand jedoch eine lässige Hand für die Rechte der anderen Menschen gegenüber, zum Beispiel für die Rechte der Opfer eines gewerbsmäßigen Betruges der Content4U GmbH. Hier habe ich auch für mich sichtbare Einzelheiten der Methodik dieser Betrüger erläutert und eine oberflächliche Abschätzung gegeben, wie viel Geld wohl ein Serienbrief einbringt. Ich bin auf eine halbe Million Euro gekommen. Der Text ist nach einem ganzen Jahr dieses Betruges, das ich miterleben durfte, wirklich sehr gereizt.

Der Kadaver eines ehemaligen „Rechtsstaates“
Ein sehr langes Zitat, sachlicher formuliert, aber genau so gereizt wie meine Texte.

Gehen sie in das Gefängnis…
Jetzt, im August, wo es eng für die Deutsche Zentral Inkasso wird, müssen ganz andere Drohungen her, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum Beispiel die wenig subtil verabreichte Drohung, dass man eine Freiheitsstrafe auferlegt bekommen kann, wenn man die nicht bestehende Forderung dieser Betrugsbriefe nicht bezahlt. Das dürfte vielen Menschen massive Angst machen, geht damit ja der Verlust der Arbeitsstelle und der Wohnung einher. Vermutlich hat es viele Leute zum Zahlen bewegt.

Nun gut, mit diesem Inkasso ists wohl bald vorbei. Schade nur, dass die niemals wegen ihrer fiesen Verbrechen ein Gefängnis von innen sehen werden!

Unsortierte Grüße gehen an das SEO-Woman, die Abzocknews, die Dreckschleuder, RA Thomas Meier, den Antispam e.V., verbraucherschutz.tv, RA Sebastian Dosch und RA Stefan Richter.

Die ePost gestern und heute

Nur mal so in den großen, weiten Raum gefragt:

Ich hab sie! Die Adresse fürs Leben. epost.de, Deutsche Post

Habt ihr eigentlich auch alle noch eure lebenslangen Mailadressen @epost.de, die ihr vor noch gar nicht so langer Zeit registriert habt? Na, dann wisst ihr doch, dass man sich auf die Deutsche Pest Post verlassen kann. Da zahlt man dann auch gern mal Porto für die E-Mail.