Deine Arbeit! Dein Glück! Schrei schon!

[…] Sitzen ist verboten, siebeneinhalb Stunden lang. Für mehrere hundert Mitarbeiter gibt es nur einen Toiletten-Container, der mitten in der Halle steht […] Lagerarbeiterjob bei Zalando in Großbeeren bei Berlin vermittelt. Gezahlt wurde der Mindestlohn in Höhe von 7,01 Euro pro Stunde […] Der getarnte Zoom-Mitarbeiter soll es schaffen, so die Vorarbeiterin, 45 Artikel pro Stunde im Retourbereich zurücknehmen […] Markus, 33, ein früherer Zalando-Mitarbeiter, hat dort sechs Tage lang ein unbezahltes Schnupperpraktikum gemacht. Einen Job bekam der Mann, der gute Zeugnisse vorweisen konnte, danach nicht. Aber einen weiteren Anruf von Zalando, um zu erfahren, ob er „Schnuppern“ wolle […] Ein anderer Arbeiter erzählte Zoom, dass es im Lager in Großbeeren jede Woche zehn Schnupperpraktikanten gebe […]

Ach! Jetzt, wo das Scheiß-ZDF mal die Kamera in die Zustände im Versandhandel hält, wird auf einmal darüber geschrieben und sich erbost, dass es nur so zum Lachen reizt. Sagt mal, Journaille-Idioten: Wo lebt ihr eigentlich? Kennt ihr keine „normalen“ Menschen mehr, die sich durch ihr Scheißdasein quälen müssen? Oder kennt ihr schon ein paar, aber redet mit denen nicht über ihr Leben? Welches Studium muss man eigentlich abbrechen, um das zu werden, was „Journalisten“ hier sind?

Zu der Scheiße, die so verharmlosend „Schnupperpraktikum“ genannt wird, werden Menschen von der Bundesanstalt für Körper und Elendsarbeit gezwungen — wer sich weigert, kriegt halt dreißig Prozent von seinem „Existenzminimum“ abgezogen und kann sehen, wo er bleibt. Mit Gewalt die Nase in die Kacke stubsen und eine Woche lang riechen lassen, so sieht es in Wirklichkeit mit diesem „Schnuppern“ aus. Etliche werden sogar im Rahmen so genannter „Maßnahmen“ — deren einziger Sinn die Veränderung der Statistik zu sein scheint — zu mindestens sechswöchiger völlig unbezahlter Elendsarbeit gezwungen, und wenn sie nicht mitmachen oder bei den dabei typischen Verschleißtätigkeiten krank werden, werden ihnen ebenfalls dreißig Prozem vom so genannten „Existenzminimum“ abgezogen. Das ist verdammter Alltag in der BRD unter der Herrschaft dieser bückgeistigen Speichellecker der Ausbeuter und Menschenfeinde, deren Zusammenschlüsse sich CDUSPDFDPGRÜNETC nennen. Und das nicht nur bei Zalando Alltag, sondern in allen Bereichen, in denen Menschen verschlissen werden. Diese ominöse „Würde“ ist im alternativlosen Programm dieser völlig oppositionslosen Einheitspartei einer Deutschen demokratischen Republik nicht mehr vorgesehen und steht nur noch zur Zierde im Grundgesetz, damit man sie mal rausholen kann, um Religionsgemeinschaften ein paar neue Sonderrechte zuzuschustern. Ansonsten sind Menschen ausgelieferte Verfügungsmasse, und es wird alles dafür getan, dass sie immer weiter entrechtet werden.

Die Bilder des ZDF sind übernächste Woche wieder vergessen, und dann kommt aus dem gleichen ZDF (und aus dem Rest der industriellen Nachrichtenschleudern) wieder die ganz normale Lüge der Propaganda: Die Arbeitslosigkeit sinkt und Deutschland gehts immer besser. Wie es den Menschen in Deutschland geht, interessiert dabei nicht. Schon gar nicht so genannte „Journalisten“, deren Texte in erster Linie dazu dienen, zwischen die Reklame der Großausbeuter geklebt zu werden, die wahre Botschaft der Industriemedien.

Ja, der Kapitalismus hat gesiegt. Aber nicht gegen den Kommunismus, wie es immer wieder aus der Dreckspresse heißt, sondern gegen die Menschen.

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Sozialgesetzbuch (Vollständige Zusammenfassung)

YouTube-Direktlink | Ursprünglich veröffentlicht im Album Die singende Maschine

Der Anti-Banken-Wahlkampf

Gabriel kündigt Anti-Banken-Wahlkampf an

Sigmar Gabriel hat also in seiner lichtlosen Höhle auf den Kalender geschaut und dabei gesehen, dass für das nächste Jahr eine Bummstagswahl auf dem Programm steht — da muss er doch gleich mal sein kleines Köpfchen aus dem Rektum von Angela Merkel herausrecken und einen Wahlkampf gegen die Banken ankündigen.

Eine P’litik gegen die Banken ist von diesem Entseelungsrest übrigens nicht zu erwarten — der ist Vertreter einer Partei, die (unter anderem) im Jahr 2004 mit dem Investment-Modernisierungsgesetz dafür gesorgt hat, dass sich der entfesselte Casinokapitalismus in der BRD austoben darf, dessen großformatiges Scheitern übrigens gerade vom Rest der Menschen mit ehrlicher erarbeiteten Geld gerettungschirmt wird. Generell ist von der antisozialen S-Partei in der gegenwärtigen Situation gar nichts zu erwarten — außer vielleicht, dass auch weiterhin in aller Dreistheit eines erfahrenen Diebes und begleitet von weihevollen Worten die Profite privatisiert und die Verluste verstaatlicht werden.

Quelle des Screenshots: Website eines Verlagsangebotes

Müll hat einen Namen: „Nespresso“

Ich frage den Verkäufer, was so eine Stange mit Kapseln kostet. „10 Kapseln ungefähr 3,50 Euro!“ Ich überschlage im Kopf: Das heißt also 35 Cent pro Stück. Bei circa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Das sind… Ich rufe begeistert aus: „Krass, das sind ja nur 60 Euro pro Kilo Kaffee!“ Er strahlt mich an. Ironie versteht er auch nicht.

Sind die Jungs irre? Für 60 Euro bekomme ich wilden, handverlesen Dschungel-Kaffee mit Öko-Premium-Siegel, der so fair gehandelt wurde, dass ein äthiopischer Kaffeesammler seine Kinder in Berlin Theaterwissenschaften studieren lassen kann. Doch eines interessiert mich noch, und ich wende mich dem Verkäufer erneut zu: „Diese Aluminiumkapseln — muss das wirklich sein?“ Ich erheische ein kurzes nervöses Zucken über der linken Augenbraue des Verkäufers. Er meint vorsichtig: „Aluminium ist das beste Material für die Aufbewahrung natürlicher Aromen!“ Ich antworte energisch: „Schon, aber laut eigenen Angaben von Nespresso werden derzeit 12300 Nespresso-Espressi pro Minute getrunken. Bei verarbeiteten 1,1 Gramm Aluminium pro Kapsel, kommt man damit auf 13,5 Kilo in der Minute, 811 Kilo in der Stunde und 19 Tonnen am Tag. Man schätzt jährlich entstehen durch Nespresso ca. 6000 Tonnen Metallabfall. Das entspricht einem Schrotthaufen, der entsteht, wenn man den Eifelturm zersägt!“ Er sieht mich fassungslos an. Rechnen ist offensichtlich ebenfalls nicht seine Stärke.

Den ganzen Text gibts im Futterblog — Müll hat einen Namen: Nespresso

[via]

Früher…

Früher sprachen die Profiteure der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung davon, dass „der Zorn Gottes“ ausgelöst würde, wenn poltische Entscheidungen getroffen würden, die ihnen nicht gefallen konnten. Heute ist es der gleiche Mechanismus, aber die Worte sind andere geworden. Die Profiteure der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung sagen heute stattdessen: „Die Märkte werden beunruhigt“ — und werden mit diesem parareligiösen Dummfug auch noch ernstgenommen und nicht einfach geteert und gefedert.

Tinnef (66)

Für Ihr Lieblingsplätzchen! Aus zahlreichen Kundenbriefen wissen wir: Sie lieben es, wenn wir Ihnen Anregungen für ganz privates Lieblingsplätzchen liefern. Und genau dafür wurden Hunde-Zauber und Libellen-Zauber geschaffen! Beide sind aus wetterfestem Kunststein, ca 26 cm hoch. Dank Solarmodul leuchten bzw. blinken die Tier-Silhouetten bei Nacht. Das wird Ihnen gefallen. Je 17.80 Euro

Für Ihre persönliche Hölle!

Aus der psychiatrischen Erforschung der Herzenskälte und Geschmackslosigkeit des deutschen Idiotenspießers, Kategorie weiblich und dekorationswütig, wissen wir: Sie lieben es, wenn wir Ihnen weitere Anregungen geben, wie sie einen schönen Platz in eine hässliche, blinkende Kitschhölle verwandeln. Und genau dafür haben wir die Hunde-Hexerei und die Libellen-Hexerei ersonnen! Beide sind aus unverrottbarem, feinem Beton, groß genug, dass auch Fehlsichtige kaum eine Chance haben, Ihr Bekenntnis zur offensiven Weltverschlechterung in Vorgarten oder Kleingarten zu übersehen. Menschen mit Geschmacksempfinden, die sich damit trösten wollen, dass der unerträglich hässliche Tand wenigstens in der Nacht nicht mehr beleidigend ins Auge fällt, haben sich geschnitten — denn des Nachts wird geleuchtet und geblinkt, was der von Sonnenlicht geladene Akkumulator hergibt! Bei dieser technikgestützten Verneinung wertvollerer Empfindungen bekommt auch die lichtvollste Seele ob des gebieterischen Brechreizes Sehnsucht nach schnell einbrechender und ewiger Finsternis.