Technische Lösung für das Armutsproblem

Tja, das ist schon ein bisschen mistig, wenn man ganz im Widerspruch zu den schönen Behauptungen der Wirtschaftspropaganda-Journaille schon in Sichtnähe des Zeitungsstandes den ersten veramten Menschen dabei sehen kann, wie er die Mülltonne nach Pfandflaschen durchwühlt

Doch die Freie und Hansestadt Hamburg hat für dieses Problem eine verblüffend einfache technische Lösung gefunden:

160 neue Mülleimer hatte die Stadtreinigung über Nacht in der Mönckebergstraße, am Gänsemarkt und am Jungfernstieg aufgestellt. High-Tech-Mülleimer mit Solarzellen, eingebauter Müllpresse und direkter Verbindung in die Stadtreinigungszentrale, von wo aus die Mitarbeiter den Füllstand des Behälters einsehen können. Bis zu 700 Liter Müll passen hinein. Deswegen müssen sie seltener geleert werden und das spart Geld.

Klingt gut, hat aber einen Haken: Die neuen Mülleimer haben eine Klappe, sodass man nicht mehr hineingreifen kann. „Das ist einerseits ziemlich umständlich“, sagt Sascha. „Und andererseits verhindert diese Klappe nun, dass Flaschensammler in die Mülltonne greifen können, um darin nach leeren Flaschen zu suchen.“

Eine zukunftsweisende Lösung, dank der Solarzelle voll kompatibel zum grün-wählenden Sozialpädagogen mit seinem Bedürfnis nach oberlehrerhafter Bevormundung anderer Leute und dank der fortschrittlichen Technik ganz im Sinne der Fortschritts- und Wachstumspartei SPD. Und das beste daran: Die durch die Arbeitsersparnis weniger benötigten Müllmänner (nein, Frauen machen diesen Beruf nicht) werden arbeitslos und können sich nach einer der üblichen Hartz-IV-Willkürkürzungen nicht einmal mehr mit Flaschensammeln über Wasser halten. Vielleicht sollte man ihnen im Jobcenter — natürlich erst in der zweiten oder dritten Stufe dieser großartigen technischen Lösungen für soziale Probleme — einfach eine kleine Schachtel mit einer Selbstmordkapsel aushändigen.

Ein empörter Arbeiter

Leserbriefe -- Ein empörter Arbeiter -- (Zu unseren Berichten über die Diskussionen zur Rente mit 63) -- Mit 15 Jahren das Arbeitsleben begonnen in der Holz verarbeitenden Industrie. Gehe gerne mit Holz um. Bin ja ein guter deutscher Arbeiter. -- Dazu mit meiner Frau vier Kinder zu brauchbaren Menschen erzogen. Generationenvertrag erfüllt. Bin ja ein guter deutscher Arbeiter. -- Aus Betriebsinteresse auf manches verzichtet. Bin ja ein guter deutscher Arbeiter. -- Habe in etwa einem Jahr meine 45 Beitragsjahre erfüllt. Bin jetzt physisch ziemlich am Ende... schwerste Arbeit, Krach, Staub, Kälte, Wärme, Lackdämpfe, Bandscheiben kaputt, Oberarmbeschwerden, Knieprobleme... nur mit Schmerzmitteln ist mir Arbeiten noch möglich. Würde mich freuen, mit 63 in Rente gehen zu können. -- Da bin ich ein Sozialschmarotzer. Das muss ich mir von den Sesselfurzern der Jungen Union, des Arbeitgeberflügels..., von Leuten, die ihre Diätenerhöhungen selbst bestimmen, dazu noch ohne Abschläge, und von jungen Leuten, welche eventuell nach dem Studium vielleicht erst mit 25 Jahren das Berufsleben beginnen und bis zu ihrer Rente kaum die 45 Jahre Beitragszeit erreichen, nicht vorwerfen lassen. -- Jetzt bin ich ein empörter Deutscher.

Quelle: Zeitung (das sind diese leistungsschutzrechtgeschützten Druckwerke, die immer wieder „Quelle: Internet“ unter Fotos oder auch Videos auf ihrer Homepage schreiben…)

Rechtsfreier Raum Kinderpsychiatrie

Schläge, Beruhigungsmittel, Einzelarrest – seine Kindheit beschreibt Karl-Heinz Großmann als Hölle auf Erden. Mit 13 Jahren kam er als gesunder Junge in die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Marsberg. Diagnose: Debilität, also Schwachsinn.

Jahrelang war er Gewalt durch das Pflegepersonal schutzlos ausgeliefert, wurde mehrmals in dieser Zeit missbraucht, durch eine Nonne. Karl-Heinz Großmann hat darüber fast 50 Jahre geschwiegen – bis heute.

Auch Wolfgang Petersen kann seine Zeit in der Kinderpsychiatrie nicht vergessen. Als Neunjähriger war er lebhaft, gab oft Widerworte. Das reichte aus, um ihn vom Kinderheim in die Psychiatrie nach Schleswig zu verlegen. Schläge durch Pfleger waren auch hier an der Tagesordnung. Sie pressten ihn in eine Zwangsjacke, drückten ihn unter Wasser. Wenn sich Petersen oder Großmann beschwerten, hagelte es weitere Strafen. Und es hieß: „Euch Idioten glaubt ja eh keiner.“

Leider nur noch wenige Tage in der Mediathek des WDR verfügbar, dank der Qualitätsjournalisten, die Papier bestempeln und eine Pflicht zur „Depublikation“ mit Lobbyarbeit durchgedrückt haben. So dass es in diesem Fall nicht nur bei einem Vergessen bleibt. Was — auch nach Meinung ihres Arschloches von Verleger ihrer bevorzugten Zeitung — vergessen werden soll, sei hier in einem Screenshot konserviert.

Gruß auch an alle ganz großen „Kinderfreunde“ — zumindest solange es um den emotionellen Unterbau der Zensurwünsche fürs Internet geht — in der classe politique!

Ekel

Es ekelt mich nur noch vor diesen Menschen mit fünfstelligem Monatseinkommen, die schamlos darüber feilschen können, wem ein Mindestlohn zustehen soll.