(Nicht ganz so) kurz verlinkt (12)

Man bekommt ja so als Außenstehender, der mit der täglichen p’litischen Propaganda in der BRD konfrontiert ist, leicht den Eindruck, dass den neoliberalen Faschisten riesige Bullshit-Maschinen zur Verfügung stünden, die unentwegt mechanisch generierte Texte zur Erstickung aller Vernunft auswerfen.

Der täglich hervorgebrachte Strom verdrehter Worte und zynischer Ideologien wirkt in jedem Fall übermenschlich. Und damit unmenschlich. Es ist dem Einzelnen kaum möglich, diesen sich durch alles wälzenden Strom von Scheiße immer wieder richtig zu stellen, und deshalb kriegt die tumbe Propaganda ein großes Gewicht, obwohl sie jenseits jeder Vernunft ist. Tatsächlich muss man, wenn man damit konfrontiert ist, aufpassen, dass man nicht versinkt. (Es ist kein Untergehen, es ist ein langsames Versinken. Das liegt an der Konsistenz der Substanz.) Und man muss auch darauf acht haben, dass man die verdrehte und vergewaltigte Sprache nicht für seinen eigenen Ausdruck übernimmt, auf dass man die damit verbundenen Denkmuster nicht übernehme.

In diesem Ankämpfen gegen den alldurchwaltenden Bullshit ist es wirklich erfreulich, wenn mal jemand den Unsinn an einem kleinen Beispiel richtig stellt. Von daher sei es wärmstens empfohlen, in aller Ruhe zu lesen, wie Pfalz-Haus die faschistoiden Ergüsse eines Herrn Professors Habermann (FDP) auseinander nimmt, der davon schreibt, dass moderne „Umverteilungsökonomen“ die Erfolgreichen bestrafen und die Misserfolge durch soziale Transfers belohnen würden und der sich sogar noch entblödet, in seinen gut gequirlten sozialdarwinistischen Unsinn die folgenden Worte einzufügen:

Auf allen Kontinenten und zu allen Zeiten verfolgte man Menschen, die sich als Schöpfer des Volkswohlstandes hervortaten, mit großer Grausamkeit. Beispiele aus der jüngsten Geschichte sind das Hinschlachten der Armenier in der Türkei, die Vernichtung der Juden in Deutschland, die Ausrottung und Vertreibung der Ibos im Norden Nigerias, die Verfolgung der wirtschaftlich Erfolgreichen durch die roten Garden in China […]. Überall nehmen die Grausamkeiten zu im unablässigen Kampf der Neider gegen die angeblich gefährlichen Reichen, die Krämer, die Geldverleiher, Großhändler, Zwischenhändler, die Unternehmer schlechthin. Mit dem Exodus oder der Vernichtung der Leistungsträger steigt gleichzeitig die Millionenzahl der Opfer unnötiger Armut und Hungersnot.

Ja, das steht da wirklich. Solche Ökonomen können wirklich so ein bisschen verklausuliert schreiben, dass die Armen und Arbeitslosen schuld am deutschen Völkermord an den Juden sind, und zwar in einem Zusammenhang, wo sie heutige Unternehmer durch die gleichen Armen und Arbeitslosen bedroht sehen.

Mit einer solchen Weltsicht kann man in der BRD immerhin Professor werden, diese seine Weltsicht in einem Artikel im „Cicero“ veröffentlichen und Leiter des Unternehmerinstitutes der Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer werden. Man kann damit einer so genannten „demokratischen“ Partei angehören, die sogar im Gegensatz zu viel geschmähten NPD eine Fraktion im Deutschen Bundestag stellt, und man wird für seine braune Sicht und Sprache nicht rausgeschmissen, obwohl man zudem die im Grundgesetz im Artikel 20 festgehaltene Sozialstaatlichkeit der BRD für einen „Irrweg“ hält und darüber auch noch Büchlein schreibt. Man kann so richtig viel werden in der BRD, wenn man ein Faschist und bekennender Gegner der grundgesetzlichen Ordnung ist, und kaum jemand scheint das zu bemerken.

Unterdessen werfen die Bullshit-Maschinen weiter ihren täglichen Auswurf raus und verseuchen die Sprache. Und die letzten denkenden und fühlenden Menschen werden müde, den ganzen Unsinn richtig zu stellen, der da jeden trüben Tag aus den blutigen Rotationsmaschinen einer fast gleich geschalteten Presse trieft. Sie beneiden Sisyphos um seinen leichten Job.

Apropos Job und Bullshit: Wer — wie Michael Sommer — Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes, also einer Arbeitnehmervertretung ist und in dieser Funktion zu einer Kanzlerin Merkel, die ihre Richtlinien einer arbeitnehmerfeindlichen und menschberaubenden P’litik zum trüben Alltag für die Menschen in Deutschland macht, solches Lob findet

Er schätze die pragmatische Arbeit der Kanzlerin, die „sehr unaufgeregt, sehr professionell“ sei.

…der hat damit belegt, dass er die Interessen der Menschen, die er doch vertreten soll, schon längst verkauft hat. Und zwar sehr unaufgeregt und sehr professionell. Typische Haltungen der Prostitution eben.

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Geld oder Leben

Frisch im Blogroll angekommen sind Geld oder Leben, die gestern von den staatlichen Medien der BRD unbeachtet eine Demonstration am Berliner Reichstag veranstalteten. Jetzt gibt es auch die Stellungnahme zur Aktion:

Junge politische Menschen setzen ein Zeichen vor und in dem Bundestag. Die Betitelung der Aktivisten als „Humankapital“, das Verstreuen von Geld und das Entrollen von Bannern mit Sprüchen wie „Die Wünsche der Wirtschaft sind unantastbar“ sollen verdeutlichen, dass der Bundestag lediglich das Ausführungsorgan der großen Unternehmen ist und keine freiheitliche, demokratische Institution darstellt. Dieses Bild wird dadurch verstärkt, dass auf dem Dach des Reichstags der Schriftzug „Dem deutschen Volke“ durch das Banner „Der deutschen Wirtschaft“ ersetzt wird. Ziel dieser Aktion ist es, einen Diskurs anzustoßen, der die Scheindemokratie kritisch hinterfragt und mit Vehemenz gesellschaftspolitische Veränderungen durchsetzt. Wir fühlen uns durch die Größe der Probleme zu dieser Aktion genötigt.

Bilder von der Aktion sind jetzt auch verfügbar.

Tinnef (9)

Spaß und Freunde am PC - USB-Hamsterrad - Je schneller sie schreiben, desto schneller läuft der Hamster

Ein knuffiger, kleiner Fluff-Hamster mit aufgenähten Augen und eingenähtem Grinsen, im Laufrad, natürlich ganz zeitgemäß leblos und mit USB-Anschluss. Es ist auch nicht etwa seine Aufgabe, im Laufrad Strom zu erzeugen; ganz im Gegenteil, er verbraucht dabei noch Strom. Je schneller der Rechnersklave tippt, desto schneller wird der hamsterige Sklavenspiegel in seinem sinnlosen Lauf; immer voran im Kreis, ohne dabei von der Stelle zu kommen.

Unklar bleibt bei diesem großartigen Produkt für die USB-Schnittstelle allerdings, wie sich dieser „Hamster“ verhält, wenn man seine im Eifer des Schnellschreibens gemachten Vertipper mit der Backspace-Taste korrigiert. Ob er wohl rückwärts läuft? Oder stolpert? Wahrscheinlich ist er viel zu blöd, um so etwas mit seinem robotischen „Wesen“ zu erkennen und läuft unverdossen weiter. Ein wunderbares Stück Tinnef, das ein vortrefflicher Spiegel der Sinnlosigkeit entfremdeter Arbeit ist, wenn man nur den Blick dafür hat.

Quelle des Scans: Aktuelle Postwurfsendung von real.

Fern-Sähen

Wer sich in der BRD mithilfe des Fernsehens informiert, darf sich nicht wundern, wenn er dabei dumm und unwissend bleibt. Das hat Methode. Und es gilt gerade für jenen Teil des Fernsehens, der in der allgemeinen Wertschätzung besonders hoch angesehen ist, es gilt gerade für die „öffentlich-rechtlichen“ Anstalten, für das Staatsfernsehen der BRD.

Es gab heute in Berlin eine beachtliche Demonstration am und im Reichstag. Dass in diesem Bereich Demonstrationen grundsätzlich nicht gestattet sind, dürfte jedem bekannt sein. Dass man eine solche Demonstation nicht „anmelden“ kann, ist auch klar. Die Demonstranten haben die Illegalität ihres Handelns bewusst in Kauf genommen, sie haben sich von den Konsequenzen eines solchen Handelns nicht abschrecken lassen.

Sie sind an der Fassade des Reichstagsgebäudes hochgeklettert und haben die mittlerweile zynisch gewordene Widmung des Baus „Dem Deutschen Volke“ richtig gestellt. Hierzu entrollten sie auf dem Dach ein Transparent mit den Worten „Der Deutschen Wirtschaft„. Das ist eine klare Aussage, wem die derzeitige, von diesem Bau ausgehende P’litik wirklich verpflichtet ist. Während der heutigen Sitzung des Bundestages wurde ferner auf der Zuschauertribüne des Reichstages ein weiteres Transparent entrollt, das einen Text trug, der sprachlich dem Artikel 1, Absatz 1 des Grundgesetzes der BRD nachempfunden ist: „Die Wünsche der Wirtschaft sind unantastbar„.

Als ich heute abend verschiedenen Menschen, auch solchen, die sich selbst für gut informiert halten, begegnete, musste ich feststellen, dass sie von dieser friedlichen und doch deutlichen Protestaktion gegen den Ausverkauf Deutschlands an den Meistbietenden nichts wussten. Es waren allesamt Menschen, die gewohnheitsmäßig die Tagesschau in der ARD glotzen. Und dort wurde diese Demonstration offenbar in den Meldungen völlig verschwiegen.

Ich konnte es kaum glauben, dass man inzwischen in der BRD in der Volksverdummung schon so weit geht, wie ich es nur aus früheren Zeiten von der „Aktuellen Kamera“ gewohnt war. Deshalb warf ich eben noch einem flüchtigen Blick auf die Internet-Präsenz der Tagesschau, und auch dort wurde die Demonstration nicht weiter erwähnt. Offenbar hält es das staatliche Fernsehen der BRD nicht für erforderlich, die Menschen in Deutschland über eine solche Demonstration zu informieren. Es wäre ja auch zu schlimm, wenn die vielen verstreuten, entwurzelten und entsolidarisierten Menschen in Deutschland bemerkten, dass sie mit ihren Unbehagen angesichts des derzeitigen p’litischen Wertesystemes nicht allein wären. Es wäre zu schlimm, wenn es zu einer Bewegung führte. Es wäre zu schlimm für die Profiteure des gegenwärtigen gesellschaftlichen Prozesses.

Da gibt man den blöd glotzenden Zuschauern doch lieber noch eine Extraportion Sport. Denn „Sport ist das Erste“. :mrgreen:

(Wenn die Meldung doch im allabendlichen Flaggschiff der ARD-Nachrichtenredaktion lief — ich verzichte ja dankend auf die Glotze, ohne dass sich bei mir ein Gefühl einstellte, etwas zu verpassen — entschuldigt bitte mein voreiliges Posting.)

Schilys Ermächtigungsverordnung

So ein Geheimdienst heißt nun einmal Geheimdienst, weil es ziemlich geheim ist, wie er seinem Staate dient. Es ist so geheim, dass es sogar vor den eigenen Bürgern geheim gehalten werden muss, sonst kommen die noch zu einer Einsicht. Zum Beispiel zu der Einsicht, dass der Staat, in dem sie gerade leben, lauter Dinge tut, von denen sie glauben, dass sie nur von anderen Staaten getan werden. Das wäre schlecht für die Propaganda.

Ach, genug der Vorrede. Die deutschen Geheimdienste schnüffeln schon seit 2005 auf den Festplatten einiger Bürger herum. Das hat der damalige Entrechtungsminister Otto Schily (SPD) eingefädelt, indem er einfach seiner Tippse mal eine kleine Dienstanweisung diktiert hat, die er anschließend unterschrieb. Natürlich ganz im Verborgenen und ohne langes Gefackel von wegen „rechtsstaatliche Prinzipien“, wo kämen wir da auch hin. Und diese ganz geheimen Geheimdienste haben dieses kleine Instrumentarium auch gern verwendet, es handelt sich sogar um eine „gängige Praxis“, und zwar — es sind ja schließlich Geheimdienste — ohne jegliche richterliche oder gar öffentliche Kontrolle. Das war so etwas von geheim, dass man jetzt zwar weiß, dass Mitarbeiter einer dreckigen und fragwürdigen staatlichen Institution sich auf anderer Menschen Rechner ausgetobt haben, aber zurzeit nicht einmal im Innenausschuss irgend jemand etwas dazu sagen kann, zu welchen Zwecken und in welchem Ausmaß sie das getan haben.

Unklar sei geblieben, um wie viele Fälle es sich handelt und mit welchen technischen Mitteln die Online-Durchsuchungen erfolgten, hieß es von Sitzungsteilnehmern.

Ist doch gar nicht so neu, was der SSchäuble jetzt alles so haben will, auch wenn ausgerechnet die SSPD immer wieder ein wenig zaudert und für die Wirkung in den Medien so tut, als ginge ihr das viel zu weit. Das haben auch die gegenwärtigen Komplizen Koalitionspartner aus den Parteien mit dem großen „C“ bemerkt, deshalb können sie sich voller Häme in die Rotationsmaschinen und Nachrichtenticker auslassen:

Es sei „völlig unverständlich, dass die SPD heute den Eindruck erweckt, sie sei gegen Online-Durchsuchungen. Sie selber hat diese Ermittlungsmethode eingeführt“, so Uhl und Göbel.

Interessant ist vielleicht noch die Frage, welche „Ermittlungsmethoden“ sonst noch „gängige Praxis“ sind, ohne dass irgend eine Kontrolle erfolgen würde. Aber das ist ja wieder alles ganz ganz geheim…

Nachtrag: Dass hier anfänglich die Kommentare geschlossen waren, liegt daran, dass ich zu oft schneller tippe als denke. Und so ein WordPress mit der Tastatur zu bedienen (ich greife nicht gern zur Maus), ist eine fehlerträchtige Plage.

Tinnef (8)

Ein toller Blickfang an jedem Balkongeländer: Der aufgeschraubte Schlafwandler

Und immer, wenn man glaubt, dass die geistlose Kraft der Tinnef-Industrie, Hässliches zur Verschandelung von Heim und Welt anzubieten, augeschöpft sei, stolpert das Auge über den nächsten industriellen Auswurf der schmerzhaften Geschmacklosigkeit. Doch was sage ich so viel, zitiere ich doch mal lieber den zugehörigen Text, mit dem solche Ursachen des leichten Würgreizes angeboten werden (Hervorhebungen von mir):

Falls ihnen ihre Balkonblumen zu langweilig erscheinen, können sie ihr Balkomgeländer zusätzlich mit unserem Schlafwandler verschönern. Mit der variabel einzustellenden Befestigung können Sie ihn vor einem Absturz bewahren. Aus witterungsbeständigem Polyresin, liebevoll von Hand bemalt. Maße ca. 19x13x29 cm.

Quelle des Scans und des zitierten Textes: Sommer-Katalog Mode & Preis.

Kurze Werbung

Dies nur eine ganz kurze Werbung und auch Satz ohne Verb. Wer heute in der Zeit zwischen 20:00 und 22:00 Uhr nichts besseres zu tun hat, kann sich ja mal Franks Sendung „Kontraste“ auf Toxic Apple Radio anhören.

Ich sitze hier gerade beim Frank und „muss“ seine Sendevorbereitung mithören, und die Musikauswahl klingt mal wieder sehr „kontrastreich“. Wer plattes Gedudel zum Abspielen im Hintergrund erwartet, ist jedenfalls an der falschen Adresse.

Die Kontraste gibt es übrigens jeden Donnerstag zur genannten Zeit.