Freiheitliche Zensur

Was früher einmal dem Hannover-Touristen als Passerelle begegnete — ein ohne wirklichen Grund mitten durch die Stadt gezogener Tunnel — und was von denkenden Hannoveranern »Pisserille« gerufen wurde, das ist inzwischen »modernisiert«: Stahl, Glas und dunkelgrauer Granit sorgen für die kühle Optik der Jetztzeit. Und wie zum Hohn wurde dieses hannöversche Stadtloch der Siebziger Jahre dabei auch unbenannt, wohl, damit der althergebrachte Spottname nicht mehr möglich ist. Warum zum Hohn? Weil ausgerechnet die Künstlerin Niki de Saint Phalle, deren Werke stets von lebensfroher Buntheit waren, zur Namensgeberin eines Tunnels gemacht wurde, der auch durch eine solche Bezeichnung nicht zur »Promenade« werden kann, während das neue, entseelte Ambiente des Tunnels jene Kälte verbreitet, in der der entmenschte Konsumismus der Jetztzeit besonders gut gedeihen kann.

Und ausgerechnet die Verwendung dieser zynischen Benennung im Namen einer Internet-Domain durch einen kritischen hannöverschen Bürger wurde von den Verwaltern und Gestaltern des Unmenschentums als probates Mittel zur Durchsetzung der von Anwaltskanzleien beförderten freiheitlichen Zensur der Jetztzeit verwendet — es hat den kritischen Geist über tausend Euronen gekostet. Dass sich jetzt andere diese Domain mit dem einmalig hannöverschen Straßennamen gegriffen haben, ist hingegen — im beachtlichen Gegensatz zur anwaltlichen Begründung gegenüber dem kritischen Bürger — gleichgültig, schließlich wird da jetzt nur Werbung für kommerzielle Produkte gemacht und keine kritische Anmerkung zu den Ausflüssen hannöverscher Stadtplanung veröffentlicht.

Es ist allerdings unwahr, dass die hannöverschen Stadtwerke demnächst alternative Energie daraus gewinnen wollen, dass Niki de Saint Phalle seit Eröffnung dieser »Promenade« im Grabe rotiert.

Freiheitliche Zensur

Was früher einmal dem Hannover-Touristen als Passerelle begegnete — ein ohne wirklichen Grund mitten durch die Stadt gezogener Tunnel — und was von denkenden Hannoveranern »Pisserille« gerufen wurde, das ist inzwischen »modernisiert«: Stahl, Glas und dunkelgrauer Granit sorgen für die kühle Optik der Jetztzeit. Und wie zum Hohn wurde dieses hannöversche Stadtloch der Siebziger Jahre dabei auch unbenannt, wohl, damit der althergebrachte Spottname nicht mehr möglich ist. Warum zum Hohn? Weil ausgerechnet die Künstlerin Niki de Saint Phalle, deren Werke stets von lebensfroher Buntheit waren, zur Namensgeberin eines Tunnels gemacht wurde, der auch durch eine solche Bezeichnung nicht zur »Promenade« werden kann, während das neue, entseelte Ambiente des Tunnels jene Kälte verbreitet, in der der entmenschte Konsumismus der Jetztzeit besonders gut gedeihen kann.

Und ausgerechnet die Verwendung dieser zynischen Benennung im Namen einer Internet-Domain durch einen kritischen hannöverschen Bürger wurde von den Verwaltern und Gestaltern des Unmenschentums als probates Mittel zur Durchsetzung der von Anwaltskanzleien beförderten freiheitlichen Zensur der Jetztzeit verwendet — es hat den kritischen Geist über tausend Euronen gekostet. Dass sich jetzt andere diese Domain mit dem einmalig hannöverschen Straßennamen gegriffen haben, ist hingegen — im beachtlichen Gegensatz zur anwaltlichen Begründung gegenüber dem kritischen Bürger — gleichgültig, schließlich wird da jetzt nur Werbung für kommerzielle Produkte gemacht und keine kritische Anmerkung zu den Ausflüssen hannöverscher Stadtplanung veröffentlicht.

Es ist allerdings unwahr, dass die hannöverschen Stadtwerke demnächst alternative Energie daraus gewinnen wollen, dass Niki de Saint Phalle seit Eröffnung dieser »Promenade« im Grabe rotiert.