Wikimedia Deutschland e.V.

Kennt ihr das auch, dass in der deutschsprachigen Wiked Pedia um Spenden gebeten wird, damit die Wikipedia weiter betrieben werden kann?

Und kennt ihr die offiziellen Stellungnahmen dazu? So etwas wie das hier:

Wikipedia wird von der gemeinnützigen Wikimedia Foundation betrieben und über Spenden finanziert.

Da denkt man doch gleich an ein tolles Community-Projekt, das jede nur erdenkliche Unterstützung verdient — und denkt nicht so schnell, dass dieser Wikimedia Deutschland e.V. vielleicht ganz andere Verwendungen für das Geld haben könnte, nicht? Nee, das ist ein klarer Verwendungszweck für das ganze einkommende Geld.

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Im Moment wird jedenfalls so richtig durchgespendet, vor allem Kleinspenden mit fröhlichen Kommentaren zur aktuellen Praxis der systematischen Löschung meist politisch unliebsamer Themen:

Ein kleiner Einblick in das Spendenaufkommen

Das ist ein durchaus typischer Ausschnitt, keine besondere Auswahl. Jeder dieser Kommentare mit Name, Anschrift und Bankverbindung.

Tja, und wisst ihr, wie der Wikimedia Deutschland e.V. darauf reagiert? Natürlich nach bewährtem Wikipedia-Verfahren, durch Löschungen im Spendenticker. Und obwohl die sich wie die deutschsprachige Wischopedia aufführen und heiter weglöschen, was nicht in das gewünschte Bild passt, nehmen die noch einmal in ihrem Blog der Wikimedia Deutschland e.V. zu diesem Vorgang Stellung, damit nicht etwa jemand zu glauben anfängt, es handele sich hier um so etwas wie Zensur oder etwas anderes, was es dort ja gar nicht gibt, weil es das eben nicht geben darf:

Aktuell erreichen uns eine Menge Kleinspenden, zumeist über 1,00 € und verbunden mit Kommentaren zur aktuellen Relevanzdebatte, die dann in unserem Spendenticker veröffentlicht werden. Einige dieser Spenden wurden jedoch von uns aus dem Spendenticker entfernt und auch nicht abgebucht – Warum tun wir das, obwohl unsere Einnahmen zum Großteil aus Klein- und Kleinstspenden bestehen? [...]

Wir haben die Online-Spenden und den Spendenticker nun schon seit mehreren Jahren im Einsatz und daher entsprechende Erfahrungen. Leider hat sich gezeigt, dass immer wieder mit Fake-Einträgen (z.B. durch falsche Bankdaten) “gespendet” wird. Zweitens kommt es auch immer wieder vor, dass solche Lastschriften zurückgegeben werden; dies ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch viel (Spenden-)Geld.

Daher nehmen wir all die Spenden raus, bei denen wir den Eindruck haben, dass sie uns solche Kosten verursachen könnten. [...]

Tja, offenbar weiß man bei der Wikimedia Deutschland e.V. noch nicht, dass eine Bank in der BRD für eine Rück-Lastschrift keine Gebühr erheben darf. Vermutlich hatte dieses kleine Rechtsthema (und die unverschämt überhöhten Gebühren, die die BRD-Banken dann demjenigen in Rechnung stellen, dessen Konto eh schon nicht mehr gedeckt war) keine ausreichende Relevanz für einen Wikipedia-Artikel. Oder es wurde mit der Wikipedia-Suche nicht gefunden, wenn es da irgendwo steht. Und solche irrelevanten EDV-Themen wie ckonto oder vergleichbare Tools ließen sich wohl auch nicht in der Wikipedia finden und existieren deshalb für einen Wikipedia-zentrierten Menschen einfach nicht. Dass Menschen, die sich um ein Internet-Projekt dieser Größenordnung kümmern, bis es verkümmert, nicht so genau wissen, wie man Google bedient, kann ich durchaus verstehen… :mrgreen:

Und wer angesichts dieser Realsatire trotzdem noch glaubt, dass es eine gute Idee wäre, für die Wikipedia zu spenden (ist ja besser als nichts), der…

Abschließend noch ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion zu kurz kommt: Wikimedia Deutschland ist nicht Betreiber der Wikipedia, wir haben keinen inhaltlichen, technischen oder redaktionellen Einfluß auf das Projekt. Wir beziehen deshalb auch keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte, sondern sehen unsere Aufgabe darin, eine Plattform für die Diskussion zu bieten. Unser Spendenticker ist jedoch die falsche Plattform.

[Anmerkung: Das heißt aber noch lange nicht, dass der Wikimedia Deutschland e.V. eine richtige Plattform schaffen würde, wenn ganz offensichtlich der Bedarf dafür besteht. Stattdessen machen die lieber heitere Podiumsdiskussion auf einem selbstgewählten Podium mit selbstgewählten Teilnehmern und ausgeladenen Jornalisten und natürlich mit ohne vernünftige Übertragung ins Internet und wundern sich darüber, wenn wachere Menschen dafür kein Verständnis aufbringen können und bestenfalls gequält über solche Realsatiren lachen.]

…erfährt auch gleich, dass der Wikimedia Deutschland e.V. gar nicht der richtige Empfänger für solche Zuwendungen wäre. Vielleicht macht das ja mal stutzig und schlau, so dass man einen Blick in den Tätigkeitsbericht für 2008 wirft und dort mal nachliest, wie das Geld ausgegeben wurde — hier nur die fünf dicksten Brocken zusammengefasst:

  • 35% für Personalkosten
  • 17% für Abschreibungen
  • 13% für Rechts- und sonstige Beratungskosten
  • 12% für Werbekosten und Bewirtung
  • 8% für Reisekosten

Man könnte das auch angemessen polemisch so zusammenfassen: Ein Verein, der sich Wikimedia Deutschland nennt, verfrisst und verfliegt mal eben 97 Prozent des eingehenden Geldes und lässt — damit das keiner so schnell merkt — mit den verbleibenen drei Prozent des Geldes einen Haufen durchgeknallter Kaninchenzüchter und Kleingärtner als besserwisserische Löschos die faustrechtlichen Herrenmenschen über das Wissen der Welt spielen. Die Frage, ob in den 12% Bewirtungskosten auch gewisse Etablissments vorkommen, kann man zwar stellen, aber leider nicht beantworten.

Das, in der Tat, das ist eine Offenbarung:mrgreen:

Aber um es mal weniger polemisch auszudrücken: Das der Wikimedia Deutschland e.V. nicht der Betreiber der deutschsprachigen Wikipedia ist, das wird zwar sehr deutlich gesagt, wenn es um Kritik an den gegenwärtigen Zuständen in der deutschsprachigen Wikipedia geht, aber es wird — ähm — nicht gerade deutlich gemacht, wenn es darum geht, Spenden für den Wikimedia Deutschland e.V. einzusammeln. Der Eindruck, der daraus entsteht, ist für mich jedenfalls Grund genug, nicht etwa mit einer „Kleinspende“ eine völlig ungehörte und flugs gelöschte Kritik an diesem Zustand zu äußern, sondern mit einer „Keinspende“ dafür zu sorgen, dass dort endlich einmal ein paar Leute bemerken, dass sie den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

Und obwohl der ominöse, in seinem Auftreten bislang eher an eine Briefkastenfirma erinnernde Verein namens Wikimedia Deutschland e.V. nach eigener Aussage nicht der Betreiber der Wikipedia sein will, steht über ihn scheinbar etwas ganz anderes in der Wikipedia (und wird offenbar weder von den Admins noch vom Wikimedia Deutschland e.V. als irreführend und änderungsbedürftig empfunden):

Das mit Abstand bekannteste Wiki, das die Wikimedia Foundation betreibt, ist die freie Enzyklopädie Wikipedia – daneben gibt es aber auch mehrere andere Projekte.

Aber nein, hier geht es ja gar nicht um den Wikimedia Deutschland e.V., sondern um die Wikimedia Foundation (in den USA) — man hat es wirklich nicht leicht, wenn man als irrelevanter Blogschreiber durch diesen Sumpf watet. Überall lauern diese Untiefen und schlammigen Stellen, in denen man sich verfängt, wenn man vorwärts kommen will. Überall diese ähnlichen Bezeichnungen, die so gezielt falsche Eindrücke erwecken. Ob wohl deshalb so hohe Rechts- und Beratungskosten entstehen, damit auch niemand in solchem Vorgehen einen Betrug erkennen kann. Die falschen Eindrücke, die beim Leser entstehen, wirken doch sehr erwünscht, und der Wikimedia Deutschland e.V. sammelt Spenden ein, die von den meisten Spendern eigentlich hätten an die Wikipedia gegeben werden sollen. Man könnte natürlich unter der Spendenaufforderung einen kleinen klarstellenden Text…

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird von der Wikimedia Foundation (USA) betrieben und nicht von den Wikimedia-Vereinen in Deutschland, der Schweiz und Östereich. Der Betrieb der Wikipedia wird über Spenden finanziert. Wenn Sie für den Betrieb der Wikipedia, auch der deutschsprachigen Wikipedia, spenden möchten, besuchen sie bitte die englischsprachige Seite der Wikimedia Foundation für nähere Informationen. Spenden an den Wikimedia Deutschland e.V. werden zurzeit lediglich zu drei Prozent für den Betrieb der Wikipedia verwendet.

…schreiben und alle Unklarheiten hätten sich erledigt. (Natürlich könnte der Text auch um ein paar Worte zur Verwendung der Spenden für den Wikimedia Deutschland e.V. ergänzt werden.) Tut man aber nicht.

Es mag vielleicht kein Betrug sein. Aber es ist schon ein sehr aufdringlicher Gestank, der einem in die Nase steigt.

Aus aktuellem Anlass

Deutscher Engagementpreis: Stoppt den Sieg der Homöopathen! Stimmt für die SOZIALHELDEN!

– Ein Zitat von der GWUP –

ACHTUNG:
Dieser Artikel darf ausdrücklich kopiert werden!
Details unten. Danke!

Eigentlich eine tolle Sache: 20 soziale Initiativen, Vereine und Projekte werben noch bis zum 15. November 2009 im die Gunst der Internet-Gemeinde beim Deutschen Engagementpreis der Kampagne „GebenGibt“. Per Maus-Klick entscheidet das Web-Volk, wer den Publikumspreis bekommt — immerhin 10.000 Euro. Echt eine tolle Sache …

Doch es gibt einen Haken: Der Verein „Homöopathen ohne Grenzen“ (HOG) steht im Ranking kurz vor dem Sieg – ein Verein, der in Entwicklungsländern ernsthaft Homöopathie statt Medizin als Alternative gegen HIV/AIDS empfiehlt. Zitat aus einem HOG-Projekt: „Die Homöopathie ist eine sinnvolle Alternative zu den massiven Medikationen der Schulmedizin. Die eigene Lebenskraft zu stärken nützt natürlich auch den Patienten, die unter einer HIV Infektion leiden.“

Das heißt: Handlungsbedarf! Gewinnen die Homöopathen, geraten 10.000 Euro in die falschen Hände. Dagegen protestieren Skeptiker und Wissenschaftler aus aller Welt in der Blogosphäre.

Einzige Chance: Stimmen sammeln für einen wirklich sozialen Verein, dessen gute Platzierung das jetzt noch verhindern kann: die SOZIALHELDEN.

Wir sprachen mit Raul Krauthausen, dem Initiator des Projekts:
zum Interview >>>

Und hier geht’s zur Abstimmung (gelben Button links klicken) >>>

Video zum Thema: Raul Aguayo-Krauthausen im ARD-Porträt bei „Echtzeit“ (28.06.2009)

Proteste gegen die Homöopathen ohne Grenzen e.V.:

ACHTUNG:
Dieser Artikel darf ausdrücklich kopiert und weiterverbreitet werden, auch gerne in andere Sprachen übersetzt!
Quellenangabe bitte mit Link auf [blog.gwup.net]

UPDATE: Zusammen mit den freundlichen Skeptikern von der GWUP unterstützen die SOZIALHELDEN außerdem folgende Blogger:

– Ende des Zitates von der GWUP

Es fällt mir wirklich schwer, mich angesichts der Möglichkeit, dass vereinsmäßig organisierte Quacksalber dafür, dass sie Schwerkranken irgendwelche zuckrigen „Glaubolis“ mit den Geistern verschwundener Wirkstoffe als „Therapie“ verabreichen, auch noch eine Auszeichnung bekommen sollen, mit allzu derben Worten zurückzuhalten. Mich überkommt einfach nur das kalte Kotzen. Ein Eimer Teer und einen Sack Federn haben sie verdient!

Das Kreuz mit dem Kreuz

Es ist ja selten, dass ich an europäischem Recht etwas lobenswertes finde, aber es kommt vor. Sehr lobenswert ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, dass das Aufhängen eines Kruzifixes in den Räumlichkeiten für staatliche Zwangsbeschulung (so genannte „Klassenzimmer“) das Menschenrecht Religionsfreiheit beeinträchtigt und somit innerhalb der Europäischen Union nicht zulässig sei.

Dass hier jetzt eine klare Rechtssprechung vorliegt, heißt aber noch lange nicht, dass sich die Vertreter eines so genannten „Rechtsstaates“ daran zu halten begönnen und damit anfingen, die ganzen Lattenjupps aus den bajuwarischen Kinddressurräumen zu entfernen. Die Trennung von Staat und Religion, die auch so hübsch ins Grundgesetz der BRD reingeschmiert wurde, hat nun mal keine besondere Bedeutung, wenn es um die christliche Religion im von Katholiszismus zerfressenen Freistaat Bayern geht, nein, zumindest in Bayern bleiben die kitschigen Nachbildungen eines römischen Galgens vorerst im Auge der Zwangsbeschulten und Leerkörper hängen.

Spaenle [Kultusminister, CSU] sagte, er sehe keine direkten Auswirkungen des Urteils auf Bayern. Müller [Europaministerin, CSU] betonte: „Wir haben eine klare Rechtslage.“ In bayerischen Klassenzimmern können grundsätzlich Kreuze hängen. Sollte sich ein Schüler oder Lehrer aber daran stoßen und glaubhaft darlegen können, dass er sich diskriminiert fühlt, so muss die jeweilige Schule im Einzelfall entscheiden, ob das Kreuz in den Räumen abgehängt wird oder nicht.

Und wenn davon jemand diskriminiert wird, denn darf er den Bittsteller spielen und muss erstmal „glaubhaft begründen“, dass er sich auch wirklich diskriminiert fühlt — ob Schüler (oder ihre Eltern) dies wohl gegenüber den oft sehr willkürlich über die Zukunftschancen entscheidenden Lehrer (die zumindest nicht gerade selten einen offenen Hang zum Sadismus und zur schmachvollen Bloßstellung von ungeliebten Schülern in der Zwangsgemeinschaft der Schulklasse an den Tag legen) versuchen werden, gehört zu den Fragen, die sich jeder beantworten kann, der sein Rückgrat nicht zum Zerbrechen bekommen hat. Kurz gesagt, es bleibt alles beim Alten, scheiß auf die so genannten „Menschenrechte“ in der BRD, das röm.-kath. Christentum wird zur Not eben mit Gewalt durchgesetzt.

Vom Vatikan und seinen Schergen erwartet man ja gar keine andere Haltung mehr, und deshalb wird man auch niemals enttäuscht:

Das Kreuz sei nicht nur religiöses Symbol, sondern auch kulturelles Zeichen, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer. Er betonte, die Entscheidung habe keine Auswirkungen auf die Praxis in Deutschland.

Sehr „schön“, dass dieses rottendschwarze Stück pfäffischer Brut davon spricht, dass ein Galgen ein „kulturelles Zeichen“ sei — und damit völlig klar macht, was seine Kultur und die von ihm angestrebte Kultur in Deutschland ist.

Auch in Italien wird ordentlich von den Kirchen in die Mikrofone der Journaille geflennt:

„Dieses Europa des 3. Jahrtausends nimmt uns die wertvollsten Symbole weg und lässt uns nur noch die Kürbisse des Halloween-Festes“, sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am Mittwoch in Rom.

Tja, was für eine Scheiße mit diesem kulturellen Fortschritt. Da wird so ein römischer Marterpfahl ger nicht mehr als „wertvolles Symbol“ empfunden, und es bleiben nur noch die Geschenkpakete des ursprünglich paganen Weihnachtsfestes. Ach nee, das ist ja unseres, nehmen wir doch mal eine andere Metapher, also „die Kürbisse von Halloween“. Dass man Halloween, den Vorabend von Allerheiligen, am 31. Oktober feiert, ist übrigens ein röm.-kath. Termin, aber das kann so ein Pfaffenpropagandist beim Labern ruhig mal als völlig unbekannt im Volke voraussetzen und deshalb ins Mikrofon pusten.

Ach ja, apropos verdummende Reden gegen besseres Wissen, hier trägt Singhammer (CSU), familienp’litischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag den Rekord in beim Hörer vorausgesetzter Dummheit und unfreiwilliger Realsatire davon:

Kreuzzeichen seien ein sichtbares Symbol einer klaren Werteorientierung, „nämlich dem Schutz der Würde aller Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts oder welchen religiösen Bekenntnisses“.

Schon klar, du zynisches, menschenverachtendes Arschloch! Stellst dich auf einen geschichtlich gewachsenen Leichenberg mit den Millionen Opfern des Christentums und blahfaselst allen Ernstes einen von Schutz und Würde im Zeichen des römischen Galgens. Wenn es einen Gott gäbe, denn wärest du ein guter Kandidat für einen zünftigen Flammenregen. So was lebt, und Jesus musste sterben!

Merkels Dank

Angela Merkel, eine kraftvolle Bundeskanzlerin der BRDIst ja total nett und hilfreich von unserer Kanzlerdarstellerin und Volksverkäuferin Angela Merkel — die übrigens noch aus Zeiten der DDR in Propaganda geübt ist, denn das war dort ihr Tätigkeitsfeld in der FDJ — also, dass diese Fot Frau sich da in BrainWashington vor dem Kongress hinstellt und sich bei den USA dafür bedankt, dass sie vor zwanzig Jahren die Mauer haben fallen lassen. Ohne diese großartige Geste dieser Fot Frau wäre mir gar nicht aufgefallen, dass die Leipziger Montagsdemonstrationen und viele andere, wie mutiger Einsatz von DDR-Bürgern aussehende Einforderungen des Lebensrechtens in Wirklichkeit von Bürgern der USA organisiert und durchgeführt wurden, und ich hätte wohl auch niemals bemerkt, dass Michail Gobatschow ebenfalls aus den USA kam.

Nein, ohne solche Gesten dieser Fot Frau hätten wir alle in der BRD ein völlig falsches Bild von der jüngeren deutschen Geschichte. So ein Bild, bei dem vielleicht auch heute manch einer sehen könnte, dass es sinnvoll ist, sein Lebensrecht als Mensch unübersehbar und offen einzufordern. Nein, so ein verzerrtes Bild von der jüngeren deutschen Geschichte ist gefährlich.

Ich mag jetzt auch nicht mehr hinter einer derartigen Flut des Dankes zurückstehen und bedanke mich hiermit in aller Förmlichkeit und mit völlig gleichem Recht bei den Unionsparten der BRD für den Bau der Großen Mauer in China. Und für die Mondlandung.

Und morgen werden die Geschichtsbücher neu geschrieben.

Wer gerade kein Brechmittel im Haus hat: Hier gibt es die ganze Rede von Angela Merkel vor dem US-Kongress.

Die nächste Frage bitte…

Bei diesem mafiösen Pack ist Deutschland in kofferfröhlich guten Händen — und bei einer hörigen Journaille, die sich so schnell abwimmeln lässt, bei so vielen professionellen Speichelleckern, Schmierheinis und Pressesimulatoren, von denen nicht einer auf die nahe liegende Idee kommt, diesen Ball anzunehmen und so lange energisch nachzuhaken, bis da aus der Kanzlerin Munde mal etwas anders als das blinde Gefasel von „Vertrauen“ gegenüber diesem — ähm — psychisch und unter Betrachtung seiner immensen kriminellen Energie völlig ungeeigneten Menschen herausblaht, bis dahin ist auch alles dafür getan, dass es noch lange lange so bleibt.

Gute Nacht in Alzheim Deutschland!

YouTube Direktlink

Kinder in Haft

Kinder in Haft ist eine Seite über Kinder, die in psychiatrischen Anstalten einsitzen. Wir distanzieren uns von Antipsychatrie-Gruppen, die im Rahmen von Scientology oder anderen Sekten agieren. Ebenso sind wir nicht kommerziell. Hier wird nichts verkauft. Hier werden nur seriöse Sachen geschrieben, wir haben mit Werbung, Religionsgemeinschaften oder Sekten nichts zu tun. Wir wählen bewusst eine kostenlose Website, um unsere nicht-kommerzielle Einstellung zu zeigen (allerdings sagen wir auch, dass wir nicht viel Geld haben). Bei kostenlosen Webseiten gilt: Ignorieren Sie die Werbung! Ignorieren Sie Werbung immer! Hier haben Sie immerhin den Vorteil, dass die Werbung nur alle drei Stunden in einem neuen Fenster aufblinkt – wegklicken.

Neu in den Links auf dieser Site: Kinder in Haft.

Nachtrag: Die Website ist schon wieder verschwunden. Ich empfehle den Seitenmachern, hier auf WordPress.com ein Blog aufzumachen und das Material dort unterzubringen — hier habe ich noch keine willkürlichen Zensurakte erlebt, und lästige Reklame gibt es auch nicht.

Jack Wolfskin zum Zweiten

Es gibt zwei Arten von Internet. Es gibt das Internet in den USA, wo etwas von der Freiheit der Meinungsäußerung in der Verfassung steht, und es gibt das Internet in Europa, wo vor allem die Wünsche der Besitzenden mit der Rechtskeule gegen die Menschen durchgesetzt werden, damit auch der Letzte noch merkt, was das Gefasel der Sonntagsreden so wert ist. Und die Startseite einer niederländischen Website kann da schon einmal so aussehen:

Und warum das? Na, da ist eine Bärentatze drin. Und es gibt diesen Kack-Abmahner namens Jack Wolfskin, der alle Tatzen, Pfoten und Fährten dieser Welt für sich und seine amöbenhaften corporate identity beanspruchen will und deshalb der halben Welt mit der Jurafuchtel kommt. So ein Bär ist ja so leicht mit einem Wolfe zu verwechseln, und überhaupt gehört einem die ganze Vielfalt der Natur, wenn man alles nur durch die Brille dieser Rechtsmissbraucher sieht. Auch, wenn es da eine Einigung mit ein paar handarbeitenden Hausfrauen und eine halbherzige Entschuldigung gegeben hat, es gilt auch weiterhin:

Jack Wolfskin ist einer dieser Kack-Abmahner

Die immense „Verwechslungsgefahr“ beurteile bitte jeder an Hand der folgenden Gegenüberstellung:

Die Logos von bearwear.nl und Jack Wolfskin gegenübergestellt

Wenn man so ein Nebeneinader sieht, ist man beinahe froh, dass die Juristen im Auftrage von Jack Wolfskin sich nicht als fährtenlesende Jäger irgendwo durchschlagen müssen, sie würden gewiss auf der Jagd nach einer Gazelle einem ausgehungerten Löwen folgen — und damit bestenfalls die Ernährungslage von Großkatzen verändern. Obwohl: Eigentlich wäre es auch besser so, denn welcher Mensch braucht eigentlich solche Arsc Typen, zu denen mir kein angemessener Tiername mehr einfällt. Eine Mutter vielleicht, aber sonst…

Bei solcher Allgemeinheit des „Markenschutzes“ muss man ja befürchten, eine Abmahnung zu bekommen, wenn man ein Foto seiner Hand veröffentlicht. Und es glaube niemand, dass es hier nur um Kleinigkeiten geht, denn der Markenschutz erstreckt sich unter anderem auf die Warengruppen Luftfahrzeuge, Chirurgische Instrumente, Druckereierzeugnisse, Christbaumschmuck (!!!1!), Juristische Dienstleistungen (!!ELF!!!), Soziale Dienstleistungen (*stöhn!*)

Nun gut, ich gebe hier mal wieder, worauf ich in einem Kommentar von rabe hingewiesen wurde, das Original findet sich beim Stich des Skorpions:

Liebe Bären, Bärenfreunde und Bewunderer,

unsere Identität ist Gefahr.

Der Konzern „Jack Wolfskin“ ist der Meinung, dass die Bärentatze ihm gehört.

Unser Markenzeichen, dass von unserer Flagge, aus unseren Webseiten, Büchern, Magazinen, Postern und Flyern kaum noch wegzudenken ist, wird beansprucht von einer Firma, die überteuerte Ausrüstung für Extremsportler herstellt.

Ehrenamtlich engagierte Community-Clubs haben schon die scharfe Wolfspfote zu spüren bekommen, als ihnen untersagt wurde, die Bärentatze grafisch zu verwenden.

Ein tragisches Beispiel ist der Onlineshop www.bearwear.nl, der auf Drängen dieses Konzerns seine Geschäftstätigkeit einstellen musste, nur weil hier designte T-Shirts und Sweathirts mit bärigen Slogans incl. der Bärentatze verkauft wurden.

ES REICHT!
Hiermit werden alle aufgerufen, diesem lächerlichen Treiben die Stirn zu bieten und in Aktion zu treten.

Was kann der Einzelne tun?

  • Wendet Euch per Mail, Brief, Fax oder per Telefon an „Jack Wolfskin“ und macht denen klar, dass unser Symbol nicht mit einer Wolfspfote zu verwechseln ist! Ein Bär ist kein Wolf und fünf ist nicht vier.
  • Stellt ihnen die Frage, warum sie sich von Symbolen einer schwulen Community in ihren Rechten verletzt sehen!
  • Fordert die Rücknahme von Sanktionen gegen Shop-Betreiber, die die Bärenszene ausrüsten und macht ihnen klar, dass wir in Zukunft gemeinsam gegen Bestrebungen kämpfen, die die Vernichtung und kommerzielle Unterdrückung unserer Symbole zum Inhalt hat!
  • Informiert alle über diesen Skandal und bittet um Mithilfe!
  • Übersetzt diesen Aufruf in alle Sprachen und verbreitet ihn weiter!

Die Bärenflagge mit der Bärentatze ist ein Symbol der Freiheit, der Gemeinschaft und der Toleranz. Dieses kann man nicht markenrechtlich schützen lassen.

Kontakt zu JW:
Telefon allgemein: +49-(0)6126 9540
Pressesprecherin: Tel.: +49 (0) 6126 954-143
Fax: +49-(0)6126 954-159
e-mail: info (at) jack-wolfskin.com

Das nützliche hungernde Kind

Mein Zitat des Tages, ohne Anmerkung, weil ich gar nicht so viel essen könnte, wie ich gerade kotzen möchte:

Beim G-8-Gipfel im Juli flog die UN-Hilfsorganisation aus Werbezwecken arme afrikanische Kinder ein, damit die Ehefrauen der angereisten Toppolitiker diese mit Brei füttern konnten. Dies berichtet die ansonsten recht zahme, dem staatlichen schwedischen Entwicklungshilfedienst Sida angehörende, Zeitung „Omvärlden“ am Dienstag.

tagesspiegel.de [via]