Tinnef (16) – Der iPod

War bislang gezielte Technikverhinderung vor allem ein Markenzeichen von Microsoft-Produkten, so will auch Apple nicht weiter hintan stehen und übt sich darin, die Menschen so zu veräppeln, dass sich das Geschäft lohnt. Man vertraut dabei völlig auf die beinahe religiöse Hingabe derer, die blind auf die Marke „Apple“ vertrauen — solchen rückgratlos Gläbigen kann nämlich jeder Scheiß zu überteuerten Preisen verkauft werden.

Einige jener Deppen, die sich jetzt die neuesten Autistenquäken namens iPod gekauft haben, mussten diese Erfahrung schon machen. Die neuen Geräte kooperieren nämlich nicht mehr mit irgendeinem anderen Transferprogramm als mit Apples zusätzlicher Geschäftsgrundlage iTunes. Frühere iPod-Modelle waren zwar auch mit dieser Einschränkung entworfen worden, doch haben sich Apple-Gläubige sehr mit dem Aufbau der Datenbank-Datei beschäftigt, in der die auf einem iPod gespeicheren Musikstücke abgelegt werden. So konnten auch andere Programme die an sich selbstverständliche technische Möglichkeit nutzen, Musikstücke auf einem Gerät abzulegen, dass zum mobilen Abspielen von Musik dient.

Für Anwender des unschlagbar kostengünstigen Betriebssystems Linux war diese Leistung sogar der einzige Grund, sich das teure Designobjekt der Firma Apple zu kaufen, die nicht zufällig vor einigen Monaten den Zusatz „Computers“ aus ihrer Firmierung streichen ließ. Denn Apples Programm zur bequemen Content-Verramschung, iTunes, gibt es nicht für Linux. Apple-gläubige Linuxer, die sich den neuen iPod gekauft haben, sind damit am iArsch.

Vor diesem bewusst technikverhinderndem und Computer enteignenden Gerät Apples kann gar nicht genug gewarnt werden. Es gibt Alternativen, die nicht nur billiger sind, sondern auch funktionieren — um diese so mit Inhalten befüllen zu können, wie man es selbst möchte, muss man nicht darauf warten, dass findige Hacker die geldwerte Technikverhinderung in den neuen iPod-Modellen analysieren und umgehen. Überdem sollen die meisten Alternativen von Haus aus mit der ökologisch durchaus sinnvollen Möglichkeit ausgestattet worden sein, dass man den Akku tauschen kann.

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3 Kommentare

  1. Es sei erwähnt das auf den älteren Modellen auch die open source firmware Rockbox läuft.

    Trotzdem ist es eine Unverschämtheit von Apple Kunden im großen Stile zu entmündigen und ihnen keinen vernünftigen Zugang zu ihrer eigenen Hardware zu erlauben.

  2. Ich finde iTunes zum Kotzen und mein nächster Player wird definitiv *nicht* von Apple sein. Zum Glück habe ich mir seinerzeit nur einen iPod Shuffle besorgt, inzwischen gibt es wesentlich bessere und freiere Player günster als den Apple iSchrott mit eingebautem Akku und eigener Spyware Befüllungssoftware. Was ist so schwer daran, die Player so offen zu halten, dass man die Tracks einfach wie auf einen USB-Stick kopieren kann?

    Gruß

    Alex

  3. Tja, da haben sich gestern wohl einige Apple-Fans ins Fäustchen gelacht! Microsoft darf eine halbe Milliarde Euro Strafe zahlen. Nicht das ich da was dran auszusetzten hätte!
    Und dabei merken einige der Apple-Individualistisch achso alternativen User, gar nicht wie der Hase hier läuft. Bei dieser Vermarktungs- und Verdummungsmaschinerie dieses Konzernes kann sich selbst Microsoft noch ein Scheibchen abschneiden. Schließlich ist es der Apfel, der ein geschlossenes System propagiert. Wer einmal einen Apfel erstanden hat, kann eigentlich gar nicht mehr anders als weiterzumachen. Ich kaufe mir Hardware -> Apple, kaufe mir Betriebssystem -> Apple, kaufe mir Peripherie á la Mp3-Player -> da geht´s ja dann nur noch mit Apple oder soll ich mir für meinen fluffigen iMac ein Zune-Player kaufen – wohl kaum. Ach ja, dann brauch ich ja auch noch Musik -> Apple iTunes. Jetzt das tolle iPhone und das iCar ist auch schon in Planung –> na toll!

    Gruß,

    Shep


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