Bettelbriefe der Wikimedia Fördergesellschaft gGmbH

Ja, die versenden jetzt auch Bettelbriefe mit der Sackpost:

Foto des Bettelbriefes. -- Liebe #wikipedia, da du nun sogar Bettel-Briefe nach Hause schickst, sehe ich erstmal von weiteren Spenden ab. Wer sich als NGO eine fundraising-Abteilung leistet, hat IMHO etwas ganz wichtiges nicht begriffen: Wenn du gut und wichtig bist, wird man dir immer helfen. Da braucht es keine Geldeintreiber. -- #wikimedia #wmde #spenden

Offenbar reichen die bewährten Methoden der Irreführung beim adventlichen Geldeinsammeln nicht mehr aus. Wer keine Lust hat, auf den Link zu einem alten Text zu klicken und dort nochmal ein paar Links zu noch älteren Texten zu klicken, hier nur eine ganz kurze Zusammenfassung: Das an die Wikimedia Fördergesellschaft gGmbH gespendete Geld wird nicht für den Betrieb der Freien Enzyklopädie Wikipedia ausgegeben. Dass dieser Eindruck immer wieder erweckt wird, um die Spendenbereitschaft ein bisschen zu erhöhen, ist grenzbetrügerisch und irreführend. Dafür haben die keinen verdammten Cent verdient!

Wer eine Spende dafür geben will, dass die Freie Enzyklopädie Wikipedia betrieben wird, der muss seine Spende an die Wikimedia Foundation überweisen. Sie ist in Wirklichkeit die Betreiberin der Freien Enzyklopädie Wikipedia (und hat meines Wissen auch noch nie Bettelbriefe mit der Sackpost verschicken müssen). Wer einen anderen Eindruck erweckt und damit rumbettelt, erweckt vorsätzlich falschen Eindruck — und daraus den richtigen Schluss zu ziehen, überlasse ich der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gehirnes.

Übrigens: Vereine, in denen man drin ist, aus denen kann man auch austreten. Dann gibts auch nicht mehr solche grenzbetrügerischen Bettelbriefe.

[Quelle des Screenshots]

Herr Christian Lindner (FDP)!

Herr Christian Lindner (FDP)!

Sie möchten also die Wirtschaftswoche dazu zwingen, einen Artikel zu löschen, weil es ihnen missfällt, dass in diesem Artikel ihr Name im Zusammenhang mit auffälligen Bearbeitungen „ihres“ Lemmas in der Wikipedia erwähnt wird? Und sie lassen jetzt sogar in übler, rechtsmissbräuchlicher Einschüchterungsmanier eines waschechten Juratrolls ihre Anwaltskanzlei böse, einschüchternde Briefe ohne jegliche Rechtsgrundlage an Websitebetreiber schreiben, die einen Link auf einen längst gelöschten Artikel in ihrer Website haben, damit auch diese Spuren aus dem Internet verschwinden?

Das ist eine hervorragende Idee, Herr Christian Lindner! Ich garantiere ihnen einen überwältigenden Erfolg, denn so schaffen sie eine Aufmerksamkeit für diesen Artikel, die sie durch eine ganz normale Gegendarstellung niemals erlangt hätten. Von solchen P’litikern wie ihnen, Herr Lindner, die so energisch gegen das Vergessen vorgehen, braucht dieses Land noch viel mehr, damit das mit der „politischen Unwillensbildung“ mal etwas besser funktioniert.

Und zurzeit werden viele Menschen sehr froh darüber sein, dass es ein Internet-Archiv gibt, in dem dieser Artikel selbstverständlich auch archiviert wurde, so dass sie sich selbst ein Bild von der Sache machen können und sehen können, was sie auf so prollige, rechtsmissbräuchliche und menschlich einfach nur noch ekelerregende Weise zensieren lassen wollten aus dem Internet verschwinden lassen wollten.

Ich verspreche ihnen, Herr Christian Lindner, dass dieser Link die Runde machen wird. Vielleicht wird er sogar wesentlich häufiger gelesen als der Originalartikel. Das ist doch ein Erfolg auf der ganzen Linie!

Mein Glückwunsch! Sie verstehen eben etwas von dem, was sie tun.

Mit feindlichem Gruß
Der Wutblogger

PS: Dass mit dem „liberale Partei“, die so was mit Rechtsstaat und Bürgerrechten und so hat, das haben sie sich ja offenbar schon abgeschminkt, Herr Christian Lindner. Gut so, denn so kann auch keiner mehr auf dieses Lügengeschwätz reinfallen.

Leseempfehlung

Ich habe ja in den letzten Jahren das eine ums andere Mal einen Text zum früheren Wikimedia Deutschland e.V., der jetzt als Wikimedia Fördergesellschaft mbH firmiert, und zu seinen Spendensammelaktionen zum Jahresende unter Verwendung gezielt irreführender Angaben geschrieben — etwa am 13. November 2009, am 23. November 2011 und am 3. Januar 2012. Ergänzend hierzu empfehle ich die Lektüre von Das Wikimedia-Experiment, Folge 1 von RA Markus Kompa:

In ersten Jahren versuchten die Leute von Wikimedia e.V. erfolglos, den zunehmend guten Namen der Wikipedia auf andere Weise zu versilbern, etwa mit der Herausgabe einer „gedruckten Wikipedia“ oder einer „Wikipedia-CD“ bzw. „DVD“, was bei einer Internet-Enzyklopädie schon ein bisschen einfältig war […] Nachdem das Spendenaufkommen in den letzten Jahren unerwartet hoch ausfiel, wussten die neureichen Wikimedianer gar nicht, wohin damit. Die Wikipedia-Datenbank organisierte sich selbst, die Autoren arbeiteten kostenlos. Im Wiki-Umfeld schwirrten jedoch allerhand Leute, die plötzlich ihren eigenen Bedarf am Wikimedia-Schatz entdeckten.

Bitte unbedingt bei RA Markus Kompa weiterlesen — und die Angabe, dass es sich bei diesem Text um die Folge 1 handele, gibt eine „erfreuliche“ Aussicht, dass da noch mehr kommen wird.

Hand aufhalten: Wikimedia Fördergesellschaft mbH

Zitat Heise Online, 2. Januar 2012:

Im Vorfeld der Sammelaktion sorgte der seitens Wikimedia Deutschland angemeldete Finanzbedarf für Diskussionsstoff. Der deutsche Trägerverein wollte 3,8 Millionen Euro für den eigenen Bedarf einsammeln. Die US-Organisation zeigte sich in einem offenen Brief skeptisch ob der Notwendigkeit, so viel Geld einzunehmen, und angesichts der Gefahr, Wikipedia-Besucher mit allzu aggressivem Spendensammeln zu vergraulen.

Tatsächlich sammelt Wikimedia Deutschland auch einen Tag nach offizieller Beendigung der US-Kampagne noch Geld ein, allerdings offenbar nur noch bei deutschen Besuchern der englischen Ausgabe. Der dort eingeblendeten Spendenuhr zufolge fehlen noch 100.000 Euro. Ein deutscher Wikimedia-Sprecher war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Und jetzt bitte weiterlesen, was ich am 23. November des letzten Jahres geschrieben habe. Und generell nicht vergessen, dass die Wikimedia Fördergesellschaft mbH bei ihren Bettelorgien am Ende eines Jahres regelmäßig und bewusst falsche Eindrücke erweckt, damit sich auch die Herzen und Brieftaschen öffnen.

Schnellzusammenfassung: Das Geld wird nicht für den Betrieb der offenen Enzyklopädie „Wikipedia“ eingesammelt.

Schneller Nachtrag

Bislang konnte man die sonderbaren Begehrlichkeiten der deutschen Wikimedia Fördergesellschaft mbH (früher bekannt als Wikimedia Deutschland e.V.) ja noch umgehen, indem man eine Spende an die englische Wikimedia Foundation leistete. Das ist jetzt offenbar vorbei:

Vor ein paar Tagen war ich kurz davor, der Wikipedia eine Spende zukommen zu lassen. Wohlgemerkt: der _englischen_ WP! Gegen ihre Fundraising-Methode habe ich auch nichts einzuwenden (ähnlich NPR); ist mir wirklich wurst, wie die Leute aussehen. Als dann aber das Spendenformular auf der _englischen_ WP nur die deutsche Wikimedia als Empfänger zuließ, habe ich mein Geld schließlich anderswohin getragen.

Löschnazis jetzt auch Spendenhijacker? Diese Larven bekommen von mir keinen Cent. Und die internationale Wikimedia sollte sich von dieser Vorgehensweise der deutschen distanzieren.

Und dieses „Abgreifen“ von Spenden, die bewusst nicht an die Wikimedia Fördergesellschaft mbH gegeben werden sollten, das hat die Wikimedia Fördergesellschaft mbH sehr gründlich erledigt:

Ja, klingt vielleicht scheiße aber war auch mein Problem. Ich habe die letzten Jahre immer gespendet und die letzten zwei Jahre direkt an die Foundation. Dieses mal habe ich wirklich 10, 15 Min aufgewendet um das hinzubekommen, aber hat nicht gefunzt.

Und ehrlich gesagt, jetzt mit nem Proxy rumzubasteln, nur um was zu spenden(!), da hatte ich kein Bock zu…

So etwas spricht für sich selbst. Und es spricht dabei nicht für die aufdringlich und unter Angabe irreführender „Informationen“ Geld sammelnde Wikimedia Fördergesellschaft mbH.

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder, wenn es auf Weihnachten zugeht, tut die deutsche Wikimedia Fördergesellschaft mbH in ihrem Spendenaufruf so, als würden die Spenden dem Betrieb der freien Enzyklopädie Wikipedia zu Gute kommen.

Da sich diese Irreführung jedes Jahr mit der Monotonie einer mechanischen Gebetsmühle zu wiederholen scheint, mag ich auch nichts Neues mehr dazu schreiben und hier nur auf einen Text aus dem Jahr 2009 verweisen, auch wenn das Geld damals noch ganz direkt an den Wikimedia Deutschland e.V. ging. Inzwischen lässt dieser Verein die Spendengelder lieber an eine Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung gehen, die zu hundert Prozent dem Wikimedia Deutschland e.V. gehört.

Der Spendenaufruf bleibt auch dann eine Irreführung, wenn die weitgehend mechanisierte Durchführung des Spendenabgreifens nicht durch auffällige Löschungen von Lemmata zur Welt- und Trivialkultur so weit beeinträchtigt wird, dass viele Menschen nicht mehr dazu bereit sind, den deutschen Löschobrutkasten auch noch mit Geld zu mästen.

Um das Wichtigste noch einmal ganz deutlich hier zu wiederholen: Die Wikimedia Fördergesellschaft mbH und der Wikimedia Deutschland e.V. sind nicht der Betreiber der deutschsprachigen Wikipedia, und nur ein kleiner Teil der Spenden geht in den Betrieb der Freien Enzyklopädie Wikipedia.

Wer keine Lust hat, den ganzen alten (aber dennoch nicht völlig veralteten) Text zu lesen, verschmähe bitte wenigstens auf keinen Fall diesen Kommentar eines „Wikipedanten“ und die kurze Antwort, die ihm zu Teil geworden ist. [Über diesen Kommentar mitgeteilt] Vor allem der in der Antwort verlinkte Screenshot einer „Änderung“ des Textes des damaligen Spendenaufrufes macht sehr deutlich, dass von Seiten des Wikipedia Deutschland e.V. keine Transparenz über die wirklichen Verhältnisse gewünscht wurde. Der zurzeit verwendete Spendenaufruf zeigt keine Änderung in der nach wie vor bestehenden Tendenz des Wikimedia Deutschland e.V., Leser über die wirklichen Verhältnisse irrezuführen, damit sie bereitwilliger ihre Herzen und ihre Brieftaschen öffnen.

Meiner Meinung nach gibt es für Geld bessere Verwendungen, als es diesen Leuten zu geben. Man könnte zum Beispiel direkt an die Wikimedia Foundation spenden, damit das Geld auch wirklich an die Betreiber der Freien Enzyklopädie Wikipedia geht…

Wikimedia Deutschland e.V.

Kennt ihr das auch, dass in der deutschsprachigen Wiked Pedia um Spenden gebeten wird, damit die Wikipedia weiter betrieben werden kann?

Und kennt ihr die offiziellen Stellungnahmen dazu? So etwas wie das hier:

Wikipedia wird von der gemeinnützigen Wikimedia Foundation betrieben und über Spenden finanziert.

Da denkt man doch gleich an ein tolles Community-Projekt, das jede nur erdenkliche Unterstützung verdient — und denkt nicht so schnell, dass dieser Wikimedia Deutschland e.V. vielleicht ganz andere Verwendungen für das Geld haben könnte, nicht? Nee, das ist ein klarer Verwendungszweck für das ganze einkommende Geld.

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Im Moment wird jedenfalls so richtig durchgespendet, vor allem Kleinspenden mit fröhlichen Kommentaren zur aktuellen Praxis der systematischen Löschung meist politisch unliebsamer Themen:

Ein kleiner Einblick in das Spendenaufkommen

Das ist ein durchaus typischer Ausschnitt, keine besondere Auswahl. Jeder dieser Kommentare mit Name, Anschrift und Bankverbindung.

Tja, und wisst ihr, wie der Wikimedia Deutschland e.V. darauf reagiert? Natürlich nach bewährtem Wikipedia-Verfahren, durch Löschungen im Spendenticker. Und obwohl die sich wie die deutschsprachige Wischopedia aufführen und heiter weglöschen, was nicht in das gewünschte Bild passt, nehmen die noch einmal in ihrem Blog der Wikimedia Deutschland e.V. zu diesem Vorgang Stellung, damit nicht etwa jemand zu glauben anfängt, es handele sich hier um so etwas wie Zensur oder etwas anderes, was es dort ja gar nicht gibt, weil es das eben nicht geben darf:

Aktuell erreichen uns eine Menge Kleinspenden, zumeist über 1,00 € und verbunden mit Kommentaren zur aktuellen Relevanzdebatte, die dann in unserem Spendenticker veröffentlicht werden. Einige dieser Spenden wurden jedoch von uns aus dem Spendenticker entfernt und auch nicht abgebucht – Warum tun wir das, obwohl unsere Einnahmen zum Großteil aus Klein- und Kleinstspenden bestehen? […]

Wir haben die Online-Spenden und den Spendenticker nun schon seit mehreren Jahren im Einsatz und daher entsprechende Erfahrungen. Leider hat sich gezeigt, dass immer wieder mit Fake-Einträgen (z.B. durch falsche Bankdaten) “gespendet” wird. Zweitens kommt es auch immer wieder vor, dass solche Lastschriften zurückgegeben werden; dies ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch viel (Spenden-)Geld.

Daher nehmen wir all die Spenden raus, bei denen wir den Eindruck haben, dass sie uns solche Kosten verursachen könnten. […]

Tja, offenbar weiß man bei der Wikimedia Deutschland e.V. noch nicht, dass eine Bank in der BRD für eine Rück-Lastschrift keine Gebühr erheben darf. Vermutlich hatte dieses kleine Rechtsthema (und die unverschämt überhöhten Gebühren, die die BRD-Banken dann demjenigen in Rechnung stellen, dessen Konto eh schon nicht mehr gedeckt war) keine ausreichende Relevanz für einen Wikipedia-Artikel. Oder es wurde mit der Wikipedia-Suche nicht gefunden, wenn es da irgendwo steht. Und solche irrelevanten EDV-Themen wie ckonto oder vergleichbare Tools ließen sich wohl auch nicht in der Wikipedia finden und existieren deshalb für einen Wikipedia-zentrierten Menschen einfach nicht. Dass Menschen, die sich um ein Internet-Projekt dieser Größenordnung kümmern, bis es verkümmert, nicht so genau wissen, wie man Google bedient, kann ich durchaus verstehen… :mrgreen:

Und wer angesichts dieser Realsatire trotzdem noch glaubt, dass es eine gute Idee wäre, für die Wikipedia zu spenden (ist ja besser als nichts), der…

Abschließend noch ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion zu kurz kommt: Wikimedia Deutschland ist nicht Betreiber der Wikipedia, wir haben keinen inhaltlichen, technischen oder redaktionellen Einfluß auf das Projekt. Wir beziehen deshalb auch keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte, sondern sehen unsere Aufgabe darin, eine Plattform für die Diskussion zu bieten. Unser Spendenticker ist jedoch die falsche Plattform.

[Anmerkung: Das heißt aber noch lange nicht, dass der Wikimedia Deutschland e.V. eine richtige Plattform schaffen würde, wenn ganz offensichtlich der Bedarf dafür besteht. Stattdessen machen die lieber heitere Podiumsdiskussion auf einem selbstgewählten Podium mit selbstgewählten Teilnehmern und ausgeladenen Jornalisten und natürlich mit ohne vernünftige Übertragung ins Internet und wundern sich darüber, wenn wachere Menschen dafür kein Verständnis aufbringen können und bestenfalls gequält über solche Realsatiren lachen.]

…erfährt auch gleich, dass der Wikimedia Deutschland e.V. gar nicht der richtige Empfänger für solche Zuwendungen wäre. Vielleicht macht das ja mal stutzig und schlau, so dass man einen Blick in den Tätigkeitsbericht für 2008 wirft und dort mal nachliest, wie das Geld ausgegeben wurde — hier nur die fünf dicksten Brocken zusammengefasst:

  • 35% für Personalkosten
  • 17% für Abschreibungen
  • 13% für Rechts- und sonstige Beratungskosten
  • 12% für Werbekosten und Bewirtung
  • 8% für Reisekosten

Man könnte das auch angemessen polemisch so zusammenfassen: Ein Verein, der sich Wikimedia Deutschland nennt, verfrisst und verfliegt mal eben 97 Prozent des eingehenden Geldes und lässt — damit das keiner so schnell merkt — mit den verbleibenen drei Prozent des Geldes einen Haufen durchgeknallter Kaninchenzüchter und Kleingärtner als besserwisserische Löschos die faustrechtlichen Herrenmenschen über das Wissen der Welt spielen. Die Frage, ob in den 12% Bewirtungskosten auch gewisse Etablissments vorkommen, kann man zwar stellen, aber leider nicht beantworten.

Das, in der Tat, das ist eine Offenbarung:mrgreen:

Aber um es mal weniger polemisch auszudrücken: Das der Wikimedia Deutschland e.V. nicht der Betreiber der deutschsprachigen Wikipedia ist, das wird zwar sehr deutlich gesagt, wenn es um Kritik an den gegenwärtigen Zuständen in der deutschsprachigen Wikipedia geht, aber es wird — ähm — nicht gerade deutlich gemacht, wenn es darum geht, Spenden für den Wikimedia Deutschland e.V. einzusammeln. Der Eindruck, der daraus entsteht, ist für mich jedenfalls Grund genug, nicht etwa mit einer „Kleinspende“ eine völlig ungehörte und flugs gelöschte Kritik an diesem Zustand zu äußern, sondern mit einer „Keinspende“ dafür zu sorgen, dass dort endlich einmal ein paar Leute bemerken, dass sie den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.

Und obwohl der ominöse, in seinem Auftreten bislang eher an eine Briefkastenfirma erinnernde Verein namens Wikimedia Deutschland e.V. nach eigener Aussage nicht der Betreiber der Wikipedia sein will, steht über ihn scheinbar etwas ganz anderes in der Wikipedia (und wird offenbar weder von den Admins noch vom Wikimedia Deutschland e.V. als irreführend und änderungsbedürftig empfunden):

Das mit Abstand bekannteste Wiki, das die Wikimedia Foundation betreibt, ist die freie Enzyklopädie Wikipedia – daneben gibt es aber auch mehrere andere Projekte.

Aber nein, hier geht es ja gar nicht um den Wikimedia Deutschland e.V., sondern um die Wikimedia Foundation (in den USA) — man hat es wirklich nicht leicht, wenn man als irrelevanter Blogschreiber durch diesen Sumpf watet. Überall lauern diese Untiefen und schlammigen Stellen, in denen man sich verfängt, wenn man vorwärts kommen will. Überall diese ähnlichen Bezeichnungen, die so gezielt falsche Eindrücke erwecken. Ob wohl deshalb so hohe Rechts- und Beratungskosten entstehen, damit auch niemand in solchem Vorgehen einen Betrug erkennen kann. Die falschen Eindrücke, die beim Leser entstehen, wirken doch sehr erwünscht, und der Wikimedia Deutschland e.V. sammelt Spenden ein, die von den meisten Spendern eigentlich hätten an die Wikipedia gegeben werden sollen. Man könnte natürlich unter der Spendenaufforderung einen kleinen klarstellenden Text…

Die Online-Enzyklopädie Wikipedia wird von der Wikimedia Foundation (USA) betrieben und nicht von den Wikimedia-Vereinen in Deutschland, der Schweiz und Östereich. Der Betrieb der Wikipedia wird über Spenden finanziert. Wenn Sie für den Betrieb der Wikipedia, auch der deutschsprachigen Wikipedia, spenden möchten, besuchen sie bitte die englischsprachige Seite der Wikimedia Foundation für nähere Informationen. Spenden an den Wikimedia Deutschland e.V. werden zurzeit lediglich zu drei Prozent für den Betrieb der Wikipedia verwendet.

…schreiben und alle Unklarheiten hätten sich erledigt. (Natürlich könnte der Text auch um ein paar Worte zur Verwendung der Spenden für den Wikimedia Deutschland e.V. ergänzt werden.) Tut man aber nicht.

Es mag vielleicht kein Betrug sein. Aber es ist schon ein sehr aufdringlicher Gestank, der einem in die Nase steigt.