Warnung vor O2. (Und vor Emnid. Bitte weitergeben!)

Ich habe heute einen Telefonanruf von Emnid auf eine Telefonnummer bekommen, die in keinem Telefonbuch steht, nirgends sonst veröffentlicht ist, niemals von mir angegeben wird und die ansonsten nur sechs Menschen bekannt ist.

Meiner Meinung nach gibt es nur eine Erklärung dafür, wie diese spezielle Telefonnummer in den Datenbestand von Emnid kommen konnte: Indem O2 in großen Paketen Telefonnummern (und wer weiß schon: vielleicht auch weitere Kundendaten) an derartige Fäkalmaden verkauft. Das ist vermutlich das, was man bei O2 unter dem Dienst am zahlenden Kunden versteht: Dass diese „PENETRANT WIEDERHOLTE, STÖRENDE UND SINNLOSE ANRUFE“ auf ihrem Händi bekommen. Ich hoffe, dass der Insolvenzverwalter sich bald dieses Ladens annimmt und kann bis dahin nur vor O2 warnen. Es soll ja Alternativen geben.

Ach ja: Mit welchen halbseidenen Methoden und auf welcher Grundlage die Umfrageergebnisse zustande kommen, die dann überall von Glotze und Journaille als „Wille und Stimme des Volkes“ präsentiert werden, ist damit auch mal etwas klarer geworden. Denkt bei der nächsten Dummfrage aus den Medien daran — und nein, bis zu deutlichen Indizien für das Gegenteil habe zumindest ich nicht den geringsten Glauben darin, dass die anderen Demographie-Klitschen anders vorgehen.

Die neue Abmahnfalle in der BRD?

Die neue Abmahnfalle in der BRD? Abbildungen von Briefmarken mit Loriot-Motiven

Zitat Heise Online:

Die Wohlfahrtsmarken mit Motiven des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot sind aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia gelöscht worden. Wie nun veröffentlicht wurde, haben die Erben von Bülows beim Berliner Landgericht Anfang Oktober eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung der Marken auf der Multimedia-Plattform Wikimedia Commons erwirkt.

Angsichts der Tatsache, dass Abbildungen dieser Briefmarken in etlichen in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Websites zu finden sind, angesichts der Tatsache, dass es durch die erweiterte Google-Bildsuche beinahe trivial ist, derartige Abbildungen zu finden, angesichts der Tatsache, dass Loriots Werke allgemein beliebt sind und als Bestandteil der „gefühlten Kultur“ gern einmal reproduziert werden, angesichts der Tatsache, dass schon für Abbildungen mit viel geringerer Schöpfungshöhe im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland windige Rechtsanwälte fiese und teure Briefe versendet haben… ach, ich machs kurz: Da kommt eventuell ganz schön etwas auf den in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Teilbereich des Internet und viele private Sitebetreiber zu; und wohl dem, der seine Website in einem anderen Land hat und keine ladefähige Anschrift in einem Impressum angeben muss.

Also Leute, schaut doch lieber mal kurz nach, ob ihr demnächst betroffen sein könntet. Und: Rettet das Internet!

Finger weg von routenplaner.de

Wer einen Routenplaner braucht, sollte besser nicht zu routenplaner.de gehen, auch wenn dieser Anbieter wegen gewisser technischer Tricks auf der ersten Seite des Google-Suchergebnisses ausgegeben wird, wenn man nach einem „Routenplaner“ sucht.

Und wer in aller Ausführlichkeit wissen möchte, warum er denn da nicht und auf gar keinen Fall hingehen sollte, der lese es bitte in aller Ausführlichkeit bei den Abzocknews nach. Da ist zwar eine Menge technischer Stoff dabei, aber es wird auch schnell klar, mit welchem… ähm… besonderen Schlag Mensch man es dort auf der anderen Seite zu tun hat und dass man mit Abzockversuchen aller Art rechnen muss.

Und es gibt doch wirklich schönere Dinge im Leben als sich mit Juratrollerei und Geldforderungen herumzuschlagen, oder? Übrigens schlagen sich mit solchen Kostenfallen aller Art, wo doch die Dinge „gratis“ und „umsonst“ angepriesen werden, vor allem die Menschen in der BRD herum, woanders kennt man das Problem kaum. Denn hier ist die Gesetzgebung (also die Typen, die im Bundestag sitzen und Deutschland an den Meistbietenden verscherbeln) in ganz besonderer Weise darum bemüht, Zustände zu erhalten oder gegebenenfalls neu zu schaffen, von denen Typen profitieren, deren Verbrechen durch solche Gesetzgebung wenigstens in einer Grauzone legal werden. Und zwar zum Nachteil jedes Menschen, der naiv glaubt, dass so ein Lockwort wie „kostenlos“, „gratis“ oder „umsonst“ das bedeutet, was es in der alltäglichen deutschen Umgangssprache bedeutet.

Irgendwelche Schlüsse aus diesen poltisch gewollten Zuständen auf die Politiker, die solche Zustände wollen, seien den Gehirnen überlassen.

Abzocker: musiker-in-deiner-stadt.de

Wer glaubt, dass das Angebot von musiker (strich) in (strich) deiner (strich) stadt (punkt) de dafür da wäre, Musiker in seiner Stadt zu finden, hat sich getäuscht. Das Angebot ist dafür da, Kontakt suchenden Musikern mit hanebüchenen Begründungen wegen irgendwelcher Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wer sich auf diesem „Portal“ registriert, um z.B: neue Bandmitglieder zu aquirieren, unterwirft sich pauschal den nicht näher definierten Benutzungsbedingungen. Sorry; es gibt zwar so etwas wie Nutzungsbedingugen, aber in denen werden nur Sanktionen gegen etwaiges Fehlverhalten definiert, was grundsätzlich auf eine Sperrung des Accounts hinausläuft. Die nötigen Kriterien dafür werden nicht erläutert.

Und das liegt der Hase im Pfeffer begraben: Aus diesen Sperrungen kann man sich nur durch die Zahlung einer gewissen Summe frei kaufen. Der Witz dabei ist, daß die Gründe für eine solche Sperrung völlig willkürlich gewählt sind, und an keiner Stelle dargelegt werden. Selbst die Nachfragen nach den Gründen für eine Sperrung werden mit weiteren Sanktionen „geahndet“.

Dass diese Sperrungen dann sehr willkürlich durchgeführt werden, erklärt sich fast von selbst. Genau, wie es sich von selbst erklärt, dass bei der Anmeldung ordentlich persönliche Daten erhoben werden, inklusive Telefonnummer, und die erste Mail von diesem tollen Portal kommt dann auch ganz schnell:

„VERSTOSS“ schreit es mir aus dem Betreff entgegen. Ich schmunzle. Ich hatte es mir fast gedacht. Mir wird im Übrigen nicht erklärt, was ich genau falsch gemacht habe. Die Mail ist wieder mal systemgeneriert. Eine lange Liste von möglichen Verstößen wird aufgeführt. Wenn ich innerhalb von zwei Tagen meinen Bemerkungstext nicht korrigiere, wird mein Konto gesperrt — Entsperren kostet 10€.

Aber auch außerhalb ihrer eigenen Website setzen die Macher dieses Portales einiges ein, um noch das Wohlverhalten ihrer ehemaligen Nutzer zu erzwingen:

Da bisher fast jede Seite Musiker-In-Deiner-Stadt.de-Feindliche Seite, auf die ich gestoßen bin, nach kurzer Zeit ein Anwaltsschreiben bekommen hat, hat es mich schon fast verwundert, dass ich noch keines erhalten hatte. […]

Vor etwa einem Monat habe ich nun auch so einen Brief bekommen, in dem darum gebeten wird, bestimmte Teile der Kommentare zu entfernen – ansonsten würden erhebliche Gerichtskosten auf mich zukommen.

Es heißt, die Kommentare seien geschäftsschädigend, da sie unter anderem zum Boykott aufrufen würden.

Wer Musiker ist und Kontakt zu anderen Musiker aufbauen möchte, wird sicherlich auch andere und hoffentlich gemütlichere Möglichkeiten finden.