Wahl-o-Mat

Ein mit breitmedialer Reklame in die Hirne getragenes Internet-Angebot für alle dummen BRD-Wahlberechtigten, die nicht dazu imstande sind, einfache Schlüsse aus der P’litik der letzten dreißig bis vierzig Jahre zu ziehen und deshalb immer noch dem naiven Glauben anhängen, dass die Worte in den Wahlprogrammen der zur Wahl antretenden Parteien etwas mit der P’litik zu tun haben werden, die von diesen Parteien mit aller Gewalt vorangetrieben wird, wenn sie erst einmal mit den üblichen Lügen das Privileg errungen haben, vier Jahre lang Macht auszuüben. Einige Wahl-o-Mat-Benutzer sind sogar so unfähig, einfachste Muster zu erkennen, dass sie sich jeden Abend erschrecken, weil es auf einmal dunkel wird…

Das große Kotzen

Nur, um den ganzen beflissenen und ziemlich beschissenen Worten zur Wahl in NRW etwas entgegenzusetzen, hier als kleines Dokument der Zeitgeschichte ein Screenshot aus einem nicht ganz so offenen Forum, in dem sich einer der Wahlberechtigten zu seiner Stimmabgabe geäußert hat — das war nicht einer von den 50 Prozent von allen parteiendiktatorischen Politverarschern Verdrossenen, der gar nicht mehr hingeht, wenn zur Stimmabgabe aufgerufen wird, sondern jemand, der sich noch einmal hingequält hat, zu seinem eigenen Schaden zum Wahllokal hingequält hat:

So wenig es mir leid tut, dass Schwarz-Gelb in NRW wieder abgewählt wurde, so wenig freut es mich, daß Rot-Grün wahrscheinlich demnächst regieren wird. Zu frisch ist noch die Erinnerung an die eiskalte Verarschung von Arbeitnehmern und Arbeitslosen mit Schröder, Clement und Co. Heute bin ich mal wieder zum Wahllokal gepilgert im Bewußtsein, daß ich mal wieder am üblichen Selbstverarschen teilnehme. Ich habe zwar keine Partei von der Einheitsliste gewählt, aber regieren tun sie ja doch. Ich weiß wirklich nicht, mit welcher Begründung diese Parteien überhaupt noch eine einzige Stimme bekommen. Und jetzt haben die Deppen in Berlin ja sogar noch eine Ausrede für ihre jämmerliche Darbietung, wenn sie demnächst wieder auf die pöse pöse Bundesratsblockade verweisen. Ach, es kotzt mich einfach nur noch an...

Merke: Auch vom kleineren Übel kann einem ganz schön schlecht werden.

Ist eigentlich auch jedem aufgefallen…

Ist eigentlich auch jedem aufgefallen — ich mein ja nur mal so, weil das in den Medien überhaupt nicht erwähnt wird, obwohl das Gegenteilige immer wieder behauptet wird — also, ist eigentlich auch jedem aufgefallen, dass die geringe Wahlbeteiligung bei den heutigen Wahlen eben nicht dazu geführt hat, dass rechtsextreme Parteien profitiert haben.

Das wird ja sonst immer immer wieder gesagt. Die rechtextremen Parteien profitieren von geringer Wahlbeteiligung, also geht wählen! Das wird von irgendwelchen Typen gesagt, die sich dafür sogar als Wissenschaftler hinstellen. Nur, damit niemand sagen muss, dass es in der BRD so einen Anteil von drei bis fünf Prozent der Bevölkerung gibt, der auch mal etwas bräunliche Parteien wählt — und der das diesmal eher deshalb nicht getan hat, weil die NPD völlig abgewirtschaftet und selbst für die dümmste Fleischmütze erkennbar lächerlich ist und weil die DVU auch für den Merkbefreitesten als ein Instrument zur Verherrlichung des Möchtegern-Autokraten Gerhard Frey erkennbar ist. Die haben diese Parteien heute nicht etwa deshalb nicht gewählt, weil sie die Idee der Freiheit plötzlich ganz toll finden, sondern weil ihnen diese Parteien nicht mehr braun und völkisch genug sind.

Ich wollte ja nur mal darauf hinweisen. Denn mit notdürftig als wissenschaftlich verkleideter, medialer Verdummung und kollektiver Verdrängung der Wirklichkeit wird sich dieses Problem niemals behandeln lassen. Vielleicht schon eher mit der Schaffung von Lebensbedingungen, die jedem Menschen so viel Gefühl für seinen eigenen Wert geben, dass er diesen in einer Haltung von Selbstverständlichkeit jedem anderen Menschen auch zugestehen mag — denn die affektive Grundlage von mindestens einem Drittel der neofasischtischen Seele ist individuelle Aussichtslosigkeit und ein tiefes, jeden Tag bestätigtes Gefühl der persönlichen Wertlosigkeit. Ich weiß das, denn ich rede gelegentlich mit diesen Menschen.

Nur, um diese „Kleinigkeit“ mal an die ganzen blähvollen Analysen der Wahl anzuhängen…

Das Ziel der rot-grünen „Hartz“-Reformen

Ein Zitat wider das Vergessen, für jeden, der jetzt angesichts der Lügen des Wahlkampfes auf die Idee kommt, dass man ja doch ein Kreuzchen bei der SPD oder bei den Grünen machen könnte:

Das vorrangige Motiv ist vor allem, Sozialausgaben einzusparen. Wir haben die hohe Arbeitslosigkeit, wir haben hohe Kosten durch die Arbeitslosigkeit. Das vorrangige Ziel ist einfach einzusparen. Der Wirtschaftsminister hat ja selber gesagt, dass die wichtigste Herausforderung für Arbeitsplätze Wirtschaftswachstum ist. Aber von den Hartz-Gesetzen — das wissen wir sicher — gehen keine Wachstumsimpulse aus, eher sogar eine Belastung.

Rudolf Hickel, Wirtschaftswissenschafler, in der Tagesschau vom 2. Juli 2004 zu den so genannten „Hartz-Reformen“ der rot-grünen Koalition

In wie weit diese Einschätzung Hickels vor fünf Jahren den Tatsachen entsprach, kann jeder rückblickend selbst überprüfen. Die Schurken, die diese Gesetze zur Massenverarmung und Ein-Euro-Versklavung der Menschen in der BRD zu einem geltenden Recht gemacht haben, sind immer noch im Vorsitz von SPD und Grünen. Die verdienen kein Kreuz auf einem Wahlzettel, sondern eine Kreuzigung. 👿

Kurz verlinkt (52)

Wir prüfen das ernsthaft. Wir gehen nach Winnenden nicht zur Tagesordnung über. Wenn es einen Nachweis gibt, dass sich Killerspiele negativ auf das Verhalten Jugendlicher auswirken, dann kann das Internet kein rechtsfreier Raum sein.

Thomas Strobl (CDU)

Es kommt ja immer wieder einmal vor, dass man sein Brechmittel braucht und einfach nicht finden kann. Endlich ist dafür eine Abhilfe geschaffen worden, in Form einer Internet-Zitatdatenbank deutscher P’litiker. In dieser können die beachtlichsten Aussprüche der classe politique der BRD gesammelt, mit einer Suchfunktion aufgefunden und bewertet werden.

Diejenigen, die sagen Guantanamo ist nicht die richtige Lösung, müssen bereit sein darüber nachzudenken, was die bessere Lösung ist, denn allein mit der Kritik ist kein Problem gelöst.

Wolfgang Schäuble (CDU)

Wer eine besonders schnelle Wirkung verspüren möchte, wer es gar nicht flott genug haben kann, dass ihm das Frühstück noch einmal durch den Kopf geht, der nehme gleich die Zusammenstellung der untersten Schublade (nach Bewertungen der Leser und Nutzer)!

Wenn Sie in der Öffentlichkeit sind, müssen Sie damit rechnen, dass Sie beobachtet werden.

Wolfgang Schäuble (CDU)

Ein unentbehrliches Hilfsmittel für diese sechs Wochen Wahlkampf, in denen diese Lügenmäuler plötzlich ganz anders reden.

Als überzeugter Liberaler werde ich mich entschlossen dafür einsetzen, dieses Gesetz wieder abzuschaffen. Die FDP wird ihr Vorgehen von dem Ausgang der Bundestagswahl abhängig machen. Einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht halte ich für wahrscheinlich, sofern eine Regierungsbeteiligung der FDP ausbleiben sollte.

Jörg Behlen (FDP)

Zuweilen wird sogar klar, dass im Falle eines möglichen Machtgewinnes eben keine Mittel zur p’litischen Gestaltung ausgeschöpft werden sollen. Leider sind die meisten p’litischen Redner abgewichst genug, um einen solchen Kalkül zu verbergen.

Wir werden nicht zulassen, daß technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt.

Angela Merkel (CDU)

Die besten Politiker-Zitate im Netz
(Ein guter Kandidat für ein frühes Stoppschild von Zensursula…)

Mindestlohn ist DDR pur ohne Mauer.

Guido Westerwelle (FDP)

Gute Nacht!