GVU: Bundesschrifttumskammer des vorgeschobenen Urheberrechts

Über irgendeinen Hebel muss das deutschsprachige Internet ja leerzukriegen sein!

Sorry, “Du bist Terrorist” was deleted at 1:58:33 Mon Aug 9, 2010. Vimeo has removed or disabled access to the following material as a result of a third-party notification by Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen claiming that this material is infringing: Du bist Terrorist. We have no more information about it on our mainframe or elsewhere.

Und nein, das ist nicht im Auftrag des Rechteinhabers. So ein e.V., der sich „Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen“ nennt und sich bisher vor allem durch plump kriminalisierende Kampagnen gegen die „Raubmordkopierer“ hervorgetan hat, kann sich wirklich in der BRD hinstellen und ziemlich eigenmächtig und willkürlich irgendwelche CC-by-nc-sa-lizenzierten Inhalte bei Videohostern weglöschen lassen. Oder kurz gesagt: So ein dahergelaufener e.V. kann unter der p’litisch gewünschten Rechtslage in der BRD beliebig Inhalte verschwinden lassen. Ob es wohl ein Zufall ist, dass von so einer Willkür ausgerechnet „Du bist Terrorist“ betroffen ist?

Und wer dann als Rechteinhaber — wie etwa der „Elektrische Reporter“ Mario Sixtus — Kontakt zur GVU aufnehmen möchte, um den Sachverhalt aufzuklären, hat gewisse Probleme damit, diesen eingetragenen Verein für ein inhaltefreies deutsches Internet und angewandte Löschwillkür zu erreichen:

Hat jemand eine funktionierende E-Mail-Adresse der GVU? Die, die ich habe, bouncen alle.

Es ist übrigens zu bedenken, dass dieser Fall vielleicht nur deshalb so auffällt, weil es zwei „Große“ betrifft, deren Mitteilungen eine gewisse Reichweite haben. Wie es wohl aussähe, wenn ein weniger beachteter Zeitgenosse feststellen muss, dass seine selbstproduzierten Inhalte von so einem gutsherrlich auftretenden Verein aus dem Internet entfernt würden? Vermutlich würde es niemand bemerken, und es würde mich nicht wundern, wenn das auch schon so geschehen ist und immer wieder einmal geschieht.

Weiter zu netzpolitik, auch zur Angelegenheit „Elektrischer Reporter“.

Mit dem Internet Leute in den Knast bringen…

Wer wissen will, was das neueste Urteil der Hamburger Dunkelkammer für die Internet-Nutzung in der BRD bedeutet, der sollte sich einmal diese einfache Anleitung anschauen, wie man mit geringem technischen Aufwand und fast ohne besondere Kenntnisse einen persönlich bekannten Internet-Nutzer wegen Besitzes von kinderpornografischem Material in das Gefängnis bringen kann.

Ganz großes Kino mal wieder beim OLG Hamburg! Mit solchen Richtern wird jedes Unrecht möglich.