Kurz verlinkt (42)

Der Ausgburger Bischof Walter Mixa hat eine Osterpredigt gehalten. Das ist sein gutes Recht, schließlich ist Ostern und Predigen ist des Bischofs Pflicht. Außerdem herrscht in diesem Land Religionsfreiheit.

Besser kann man die Worte dieses Wixas nicht mehr in Bilder übersetzen! :mrgreen:

Vor Feigheit gestunken

Gauweiler (CSU) spricht im Spiegel: „Manchmal haben wir vor Feigheit gestunken“ — wie GAUweiler, das merkst du jetzt erst? Jetzt, wo dieses tolle, von dir im Spiegel so deutlich kritisierte System langsam den Bach runtergeht, nachdem es dir über Jahre hinweg ein hübsches Leben ermöglicht hat? Man könnte ja fast denken, dass du befürchtest, dass dir in kommenden gesellschaftlichen Entwicklungen die Felle wegschwimmen. Und da gibst du rasch ein paar wohlfeile Wörtchen Einsicht in die Mikrofone der Journaille von dir, auf dass sie millionenfach im Blätterwald widerhallen. Klingt ja auch echt irre einsichtig, aber ob sich im Kopfe Einsicht breit gemacht hat, das wird sich daran zeigen, wie du in Zukunft handelst. Also so in der allernächsten Zukunft, zum Beispiel jetzt. Um die von dir beschriebene Parteienmafia gar nicht erst entstehen zu lassen, kannst du dir aus dem Internet ein paar wertvolle Anregungen abholen, ganz kostenlos und sehr einfach. Und denn musst du nur noch etwas tun, statt mit deiner „Christlich Stalinistischen Union“ wie bisher weiter zu machen. Dann erst erhalten deine Worte ein bisschen mehr Gewicht als das allzu leichte Geschwätz der üblichen p’litischen Lügen. Bis dahin wird dich jeder als das betrachten, was du bislang immer warst: Ein verlogenes Stück P’litiker.

via Fefe

Vom Internet und der Scheiße im Kopf

Die BRD ist ein schöner Staat, in dem jeder seine Meinung kund tun darf, so lange sie niemanden interessiert. Die BRD ist aber auch ein schöner Staat, in dem jede Information, die viele Menschen brennend interessiert, ganz einfach kriminalisiert und unterdrückt wird. Und dem Menschen, der diese Info zugänglich gemacht oder auch nur kommentiert hat, droht allerlei Ungemach — bis hin zum persönlichen Ruin.

Zum Beispiel interessieren sich nicht nur in der BRD viele Menschen — natürlich vor allem solche Menschen, die lieber das Internet als die agenturzentral gleichgeschalteten Medien der Milliardäre nutzen — brennend dafür, nach welchen Kriterien wohl die kommenden Internet-Sperren durchgesetzt werden. Dass das ständige Schwafeln von der „Kinderpornografie“ nichts mit der Wirklichkeit der BRD-Internetzensur zu tun haben wird, sondern nur wegen des damit verbundenen Empörungspotenziales im Munde geführt wird, ist zumindest den meisten denkenden Internet-Nutzern völlig klar. Denn wäre es anders, denn würde der Gesetzgeber wohl zuerst dafür sorgen, dass der Besitz von und der Handel mit kinderpornografischem Material ein etwas härteres Strafmaß als eine Sachbeschädigung bekommt, und man dächte auch nicht über umfassende und wirkungslose Zensurmaßnahmen nach, sondern über zielführende Ermittlungen, mit denen die Verbrecher dingfest gemacht werden können.

Wer sich für die Praxis der Internet-Zensur brennend interessierte — und das waren, wie schon gesagt, doch so einige Menschen in der BRD — konnte immerhin einmal einen Blick darauf werfen, wie diese Praxis im Nachbarstaat Dänemark aussieht, denn die dortige Zensurliste ist bekannt geworden, ebenso wie die Zensurliste in Australien. Dabei wurde schnell klar, wie vorgeschoben das Geschwafel von der Kinderpornografie ist. Deshalb wurden diese Informationen auch sofort kriminalisiert — schließlich enthalten sie Links auf kinderpornografische Seiten.

Die BRD ist ein schöner Staat, der dafür sorgt, dass Willkür und die erwünschte Ordnung einer kleinen, herrschenden Kaste aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zweck bestellt die BRD so genannte Richter, die mal ein bisschen Recht brechen sprechen müssen. Wichtigste Vorraussetzung für das Richteramt scheint dabei ein Haufen Scheiße dort zu sein, wo in der gewöhnlichen Anatomie ein Gehirn erwartet würde. Deshalb entstehen solche Urteile in der BRD:

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe war die Durchsuchung bei einem Blog-Betreiber rechtmäßig, der einen mittelbaren Link auf die dänische Sperrliste mit Kinderpornographie gesetzt hatte.

Ein mittelbarer Link ist kein direkter Link. Es ist ein Link auf eine Website, die Links auf weitere Websites enthält. wwWut ist zum Beispiel eine Website, ein so genanntes „Blog“, wo immer wieder Texte wie der hier vorliegende angehängt werden. Natürlich enthalten die Texte auch Links auf andere Websites, denn das ist eine Selbstverständlichkeit im Internet. Und natürlich sammeln sich die ganzen Texte im Laufe der Zeit an, und ich weiß heute nicht mehr so genau, was ich vor drei Jahren geschrieben und verlinkt habe. (Im Groben weiß ich es natürlich noch.) Wenn eine dieser Seiten jetzt einen Link auf frisch kriminalisierte Inhalte enthalten sollte — und niemand kann das immer überprüfen — denn könnten mich die Ermittler der BRD ins Visier nehmen und…

[…] Dieser hatte von seiner Seite einen Link auf einen anderen Blog gesetzt, der wiederum auf Wikileaks verlinkt hatte, wo die Sperrliste abrufbar war.

Das Landgericht Karlsruhe hatte nun über eine Beschwerde gegen diese Hausdurchsuchung zu entscheiden. Mit Beschluss vom 26. März beurteilten die Richter diesen als rechtmäßig und wiesen die Beschwerde zurück. Gegen den Beschuldigten ergebe sich der Verdacht zumindest der Teilnahme an einem strafbaren Zugänglichmachen und dem Besitz von kinderpornographischen Schriften nach § 184b des Strafgesetzbuches (StGB).

…könnte nur deshalb zum Ziel polizeilicher Ermittlungen werden. Zum Beispiel, weil das den Verdacht einer Straftat begründet. Und da können die guten Ermittler…

Zudem sei nach Ansicht des Landgerichts Karlsruhe durch das Setzen des Links ein Anfangsverdacht bezüglich des Besitzes von kinderpornografischen Darstellungen gegeben, der eine Beschlagnahmung der Computeranlage des Beschuldigten rechtfertige. Ein solcher Besitzerwerb sei bereits „mit dem automatischen Download in den Arbeitsspeicher, dem so genannten Cache, gegeben“.

…mal so richtig durchsuchen und beschlagnahmen. Angesichts der besonderen Dehnbarkeit des hier gegebenen „Tatbestandes“ wird das gewiss auch dazu führen, dass Computer am Arbeitsplatz willkürlich von der Kriminalpolizei durchsucht werden können, was einen Menschen durchaus einmal in den wirtschaftlichen Ruin treiben kann, wenn dies etwa während seiner zweijährigen Probezeit geschieht und er deshalb ohne Angabe eines weiteren Grundes gekündigt wird.

Der Willkür sind alle Türen geöffnet.

Das Mittelbar geht nämlich noch weiter. Wenn eine der verlinkten Sites wiederum auf eine andere Site linkt, die dann später einmal einen kriminalisierten Link enthält, rechtfertigt das auch den Anfangsverdacht. Angesichts der Tatsache, dass mittelbar und über mehrere Stufen so ziemlich jede Internetsite mit einem großen Teil des gesamten Netzes verbunden ist, bedeutet diese „Argumentation“: Jeder Betreiber einer Website in der BRD kann die Bedingungen für einen Anfangsverdacht erfüllen, der dazu führt, dass bei Ermittlungen erheblich in die Privatsphäre eingegriffen werden darf. Ausgenommen sind natürlich Websites ohne jeden Link auf andere Websites. Oder mal in der Sprache der Richter wiedergegeben:

Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.

Nein, das ist kein verfrühter Aprilscherz, das ist gerade gesprochenes und gültiges Recht in der BRD. Die Gewaltorgane dieses schönen Staates werden davon gewiss gut Gebrauch machen können. Wer in Deutschland noch bloggen will, sollte allerdings besser darüber nachdenken, dies so anonym wie möglich zu tun — und sich nicht darüber wundern, wenn sein Blog irgendwann in der BRD, EU oder Neuen Weltordnung nicht mehr erreichbar ist. Dann heißt es nur noch: Tschüss Internet.

Siehe auch beim Demagogen. Und beim Mitternachtshacking. Und an hunderten weiterer Stellen.

Halbmast

Hannover ist keine kleine Stadt. Und Hannover trägt den Titel „Landeshauptstadt“ nicht etwa, weil der Name der Stadt sonst zu kurz wäre, sondern weil da viele große Behörden drin stehen, in denen dafür gesorgt wird, dass die Armen arm und die Besitzenden reich bleiben; Häuser, bei denen die Eingänge dem Menschen schon zeigen sollen, wie klein und marginalisiert er ist. Als Obdachloser, der langsam zu Fuß durch die Straßen der Stadt geht, kenne ich den Anblick zu gut. Zu jedem dieser Häuser gehört ein Parkplatz, auf dem vor allem die ziemlich dicken Dienstwagen derer herumstehen, denen die Befindlichkeit der Menschen fern und scheißegal ist, ein Haufen Kameras, die das Gebiet um diese Häuser überwachen und ein paar hohe Mastpimmel, auf denen die Fahnen hochgezogen werden, die Mordtücher für Europa, die BRD und das Bundesland Niedersachsen.

Ein sonniger Tag war heute, und trübsinnig ging ich durch die vertrauten Anblicke. Doch ich sah etwas, was mich zunächst freuen ließ: Vor jedem dieser Vergewaltigungshäuser waren die Fähnchen nur auf halber Höhe hochgezogen, sie haben halbmast beflaggt, als wäre eine staatliche Trauer angeordnet worden. Das ist im Allgemeinen ein Zeichen dafür, dass endlich einmal wieder einer dieser Menschen gestorben ist, auf deren gieriges und verlogenes Leben jemand wie ich oder jeder meiner Freunde gut verzichten kann. Und das ist eine Vorstellung, die mir durchaus gute Laune bereiten kann — man hat ja sonst nicht viel Grund zur Freude. Mein Gang bekam etwas hüpfendes, fröhliches, während ich mich durch einen übermüdeten und frierenden Tag schleppte, und ich vertrieb mir die Zeit mit der fröhlichen Frage, welches Arschloch wohl heute verreckt sein könnte.

Leider ist überhaupt kein Arschloch verreckt, wie mir am Abend schnell klar wurde. Es handelte sich um eine Inszenierung, und als Anlass hierzu nahm man den Mordlauf von Winnenden. Denn dort gab es heute den pompös zelebrierten Trauergottesdienst, der mit feierlichen und starken Gesten begangen wurde, damit die Arschlöcher ihre professionell gespielte und geheuchelte „Betroffenheit“ mal so richtig vor den Kameras darbieten konnten, die diese Lüge in jedes deutsche Wohnzimmer tragen. Alle waren sie da, zugegen bei einem Ereignis, dass erst durch eine blutgeile Berichtverspottung in allen Mistmedien mit genügend Mana aufgeladen wurde, um zu einer solchen Inszenierung tauglich zu werden. Ja, alle waren sie da, die durch ihr tägliches Tun dafür Sorge tragen, dass die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit vieler Menschen immer unerträglicher wird. Und der Bi-Ba-Bundeshorst hat sich da hingestellt, dieser Mensch, der schon lange sein Herz gegen eine Addiermaschine getauscht hat, und hat einen von Gewaltfilmen und Computerspielen in das Mikrofon phantasiert, dass er nur so zu den pfäffischen Lügner passte. Was für eine Beerdigung! Selbst beim Verscharren wurden die Erschossenen noch instrumentalisiert.

Was für ein Appell an den Kotzreiz!

Und morgen werden die wehenden Mordtücher wieder hochgezogen. Und dann wird weiter gemacht wie bisher, auch und vor allem an den Schulen. Gute Nacht, Deutschland.

Déjà vu in Winnenden?

Wie mir gerade immer wieder zu Ohren kommt, ist ein 17jähriger heute morgen in einer Realschule mit einer Schusswaffe mordgelaufen. (Ich vermeide das medial überstrapazierte Wort vom „Amok“ für solche Taten.) Dabei sind mehr als zehn Menschen Opfer der persönlichen Aussichtslosigkeit eines jungen Menschen geworden.

Über die wirklichen Hintergründe der Tat habe ich mich noch nicht informieren können. Aber ich befürchte jetzt schon, dass ich ein furchtbares déjà vu erleben werde, dass ich die äußerst professionell gespielte Betroffenheit der p’litischen Kaste über mich ergehen lassen muss, die selbst einen deprimierenden Anlass noch zur großen Inszenierung ihrer selbst benutzt und ihre gierigen, unersättlichen Hackfressen in die Kameras hält. Ich sehe jetzt schon vor mir, dass ich wieder einmal lesen und hören muss, wie die eigentümlich gleich lautende Journaille die Gehirne damit beizen wird, dass sie immer wieder von Internet und Computerspielen (medial verwendetes Wort: Killerspiele) im Zusammenhang dieses Mordens sprechen wird, während die polizeilichen Zensurbehörden jeden Hinweise auf die wirklichen Hintergründe der Tat aus dem Internet entfernen werden. Und selbstverständlich wird die grauenhafte Faszination der Mordtat medial vollkommen ausgebeutet, in Sondersendungen und „Brennpunkten“, ist ja geiler Content — irgendeine wirkliche Information wird sich freilich nicht damit verbinden, sondern nur der Versuch der Volkskonditionierung und Gehirnwäsche unter dem Knall der Angstpeitsche.

Das ist nämlich alles schon einmal dagewesen.

Genau, wie es schon einmal dagewesen ist, dass niemand davon sprechen wird, dass alle so genannten „Amokläufer“ in der BRD sich ausgerechnet eine Schule als Kulisse für ihre Mordtaten auswählen. Dieses naheliegende Muster wird hingegen nicht weiter gedeutet, man spricht lieber von „Killerspielen“ als von „Killerschulen„. Die Konditionierung der Menschen in der BRD ist schließlich das Ziel der medialen Desinformation. Je weniger die Menschen darüber nachdenken, dass die strukturelle Gewalt der BRD-Gesellschaft das Potenzial hat, eine konkrete, verzweifelte und mörderische Gewalt bei Menschen hervorzubringen, die genau fühlen, dass sie nichts mehr zu verlieren und niemals etwas zu gewinnen hatten, je mehr die Menschen in Unkenntnis der Ursachen solcher Gewaltexzesse mit einer dumpfen Angst dressiert werden, desto leichter kann man ihnen die „Segnungen“ eines ebenfalls gewalttätigen Präventionsstaates verkaufen. In diesem Unterfangen wird der nächste Mordlauf billigend in Kauf genommen, die schlechten Nachrichten von heute werden nicht die letzten ihrer Art sein.

Wahrscheinlich wird auch niemand von Schützenvereinen sprechen, in denen jeder unter Gleichgesinnten mit Neigung zum exzessiven Saufen den Umgang mit Waffen lernen kann — schließlich töten nicht Waffen die Menschen, sondern Spiele.

Ich weiß (noch) nicht, ob Rolf vor seiner schrecklichen Tat persönliche Spuren im Internet hinterlassen hat, die — wie damals bei „Resistant X“ in Emsdetten — den Hintergrund verstehen helfen. Aber ich weiß genau, dass davon in den Medien nicht die Rede sein wird, wenn es solche Dokumente gibt.

So, ich muss weiter betteln…