Danke, liebe Tagesschau!

Unterhaltung fragt nach dem, was gefällt. Journalismus sollte danach fragen, was ist.

Irrelevant: Eine kleine Demonstration von 4000 'Linken' - bei der Tagesschau kennen wir Wichtigeres

Danke, liebe Tagesschau der ARD, dass du mich über deine Relevanzkriterien aufgeklärt hast, die du in „knochentrockenen Abwägungsprozessen“ sicherstellst.¹

Danke, liebe Tagesschau der über eine Zwangsgebühr auch von Fernsehverweigerern finanzierten ARD, dass du klar gemacht hast, dass für dich „nach Abwägung aller nachrichtlichen Kriterien“ ein paar Wasserspiele im fernen Taiwan relevanter sind als die Massenverelendung der Menschen in Spanien, immerhin einem Mitgliedsstaat der reichen EU. Einer EU, die Billionenweise einer asozialen und organisiert kriminellen Bande von Bankverbrechern das Geld der Menschen in den Anus stopft, statt dieses Pack (und selbstverständlich alle seine beflissenen Schergen in der P’litik) vor ein Gericht zu stellen und für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen. Was bedeutet es schon, dass zwei Millionen Kinder in Spanien unterernährt sind, wenn man schöne Tittitainment-Meldungen mit hübschen, unterhaltsamen Filmchen bringen kann?

Danke, liebe Tagesschau, dass es für dich keine Relevanz hat, wenn eine friedliche Demonstration unbewaffneter Menschen mitten in einem Europa, das in jeder Sonntagsrede von Freiheit, Demokratie und allgemeinem Wohlergehen der Menschen faselt, mit einer Polizeigewalt jenseits jeder Verhältnismäßigkeit niedergeknüppelt wird. Da weiß man, was man ganz allgemein von euren staatsfernsehhaften Relevanzkriterien zu halten hat und ist froh darüber, dass es inzwischen ein Internet gibt, in dem man solche für euch irrelevanten Ereignisse ohne eure ganz speziellen Relevanzfilter verfolgen kann. Da braucht man keine Nachrichten mehr, in denen einem irgendwelche Speichellecker der classe polique und der Besitzenden die Geschehnisse nachrichten, damit man sich auch ja danach richte.

Und danke, liebe Tagesschau, dass du solchen Unwissenden wie mir in deiner großmütigen Arroganz völlig klar gemacht hast, was eine begründete Kritik an deinen total wichtigen, autoritären und jenseits jeden vernünftigen Zweifels stehenden Auswahlkriterien für Nachrichtenthemen ist: Ein Shitstorm ist das für euch, mehr nicht. Und der geht euch bei eurer Arbeit natürlich am Arsche vorbei, weil ihr ja Rundfunkgebühren bekommt — eine von jedem Menschen (auch Fernsehverweigern) in der BRD eingezogene Zwangsabgabe, die einer Kopfsteuer zur Subventionierung eurer Tätig- und Tätlichkeiten gleichkommt.

Ich muss mich dafür bei dir bedanken, liebe Tagesschau. Ich wusste zwar schon vorher, was du bist, aber so deutlich, wie du es jetzt mir und allen anderen Menschen gemacht hast, hätte ich es nie gesagt. Es waren übrigens, was jeder Mensch auch mit bescheidenen Internetzugang leicht recherchieren kann, mehr als die 3000 Demonstranten, von denen du bei deiner Berichterstattung über die kleine Demonstration gefaselt hast, und diese waren keine „Linken“, wie du es deinen Zuschauern erzählen wolltest, sondern Menschen, die im Zeitalter einer gnadenlosen Bankenmästung auf Kosten der Allgemeinheit ihr verdammtes Lebensrecht als Menschen eingefordert haben. Es ist beinahe gut, dass du so etwas nicht im Nachhinein als peinlichen Fehler, sondern als die knochenhart erarbeitete Absicht deiner Berichterstattung hinstellst, damit auch wirklich noch jeder Denkbehinderte bemerken kann, dass du nichts weiter bist als eine stinkende Propagandaschleuder; die Aktuelle Camorra voller Hofberichterstattung für Bankster, Großindustrielle und ihre p’litischen Komplizen.

Von ganzem Herzen wünsche ich dir und mir Zustände, in denen Schreibtäter wie deine Gestalter, liebe Tagesschau, für ihre Mittäterschaft zur Verantwortung gezogen wurden. Und für ihre merkbefreite Arroganz genau die allgemeine Verachtung erfahren, die sie sich verdienen.

¹Der Link geht auf eine archivierte Version des Textes, da auf der Tagesschau-Website immer wieder Inhalte verschwinden oder ohne Kenntlichmachung nachträglich geändert werden.

Das Manifest von Democracia Real Ya!

Wir sind normale Menschen. Wir sind wie du: Menschen, die jeden Morgen aufstehen, um studieren zu gehen, zur Arbeit zu gehen oder einen Job zu finden, Menschen mit Familien und Freunden. Menschen, die jeden Tag hart arbeiten, um denjenigen die uns umgeben eine bessere Zukunft zu bieten.

Einige von uns bezeichnen sich als aufklärerisch, andere als konservativ. Manche von uns sind gläubig, andere wiederum nicht. Einige von uns folgen klar definierten Ideologien, manche unter uns sind unpolitisch, aber wir sind alle besorgt und wütend angesichts der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Perspektive, die sich uns um uns herum präsentiert: die Korruption unter Politikern, Geschäftsleuten und Bankern macht uns hilf- als auch sprachlos.

Und diese Situation ist mittlerweile zur Normalität geworden — tägliches Leid, ohne jegliche Hoffnung. Doch wenn wir uns zusammentun, können wir das ändern. Es ist an der Zeit, Dinge zu verändern. Zeit, miteinander eine bessere Gesellschaft aufzubauen. Deswegen treten wir eindringlich hierfür ein:

  • Gleichheit, Fortschritt, Solidarität, kulturelle Freiheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung, sowie das Wohl und Glück der Menschen müssen als Prioritäten einer jeden modernen Gesellschaft gelten.
  • Das Recht auf Behausung, Arbeit, Kultur, Gesundheit, Bildung, politische Teilhabe, freie persönliche Entwicklung und Verbraucherrechte im Sinne einer gesunden und glücklichen Existenz sind unverzichtbare Wahrheiten, die unsere Gesellschaft zu befolgen hat.
  • In ihrem momentanen Zustand sorgen unsere Regierung und das Wirtschaftssystem nicht dafür, sondern stellen sogar auf vielerlei Weise ein Hindernis für menschlichen Fortschritt dar.
  • Die Demokratie gehört den Menschen (demos = Menschen, krátos = Regierung), wobei die Regierung aus jedem Einzelnen von uns besteht. Dennoch hört uns in Spanien der Großteil der Politiker überhaupt nicht zu. Politiker sollten unsere Stimmen in die Institutionen bringen, die politische Teilhabe von Bürgern mit Hilfe direkter Kommunikationskanäle erleichtern, um der gesamten Gesellschaft den größten Nutzen zu erbringen, sie sollten sich nicht auf unsere Kosten bereichern und deswegen vorankommen, sie sollten sich nicht nur um die Herrschaft der Wirtschaftsgroßmächte kümmern und diese durch ein Zweiparteiensystem erhalten, welches vom unerschütterlichen Akronym PP & PSOE angeführt wird.
  • Die Gier nach Macht und deren Beschränkung auf einige wenige Menschen bringt Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit mit sich, was wiederum zu Gewalt führt, die wir jedoch ablehnen. Das veraltete und unnatürliche Wirtschaftsmodell treibt die gesellschaftliche Maschinerie an, einer immerfort wachsenden Spirale gleich, die sich selbst vernichtet indem sie nur wenigen Menschen Reichtum bringt und den Rest in Armut stürzt. Bis zum völligen Kollaps.
  • Ziel und Absicht des derzeitigen Systems sind die Anhäufung von Geld, ohne dabei auf Wirtschaftlichkeit oder den Wohlstand der Gesellschaft zu achten. Ressourcen werden verschwendet, der Planet wird zerstört und Arbeitslosigkeit sowie Unzufriedenheit unter den Verbrauchern entsteht.
  • Die Bürger bilden das Getriebe dieser Maschinerie, welche nur dazu entwickelt wurde, um einer Minderheit zu Reichtum zu verhelfen, die sich nicht um unsere Bedürfnisse kümmert. Wir sind anonym, doch ohne uns würde dergleichen nicht existieren können, denn am Ende bewegen wir die Welt.
  • Wenn wir es als Gesellschaft lernen, unsere Zukunft nicht mehr einem abstrakten Wirtschaftssystem anzuvertrauen, das den meisten ohnehin keine Vorteile erbringt, können wir den Missbrauch abschaffen, unter dem wir alle leiden.
  • Wir brauchen eine ethische Revolution. Anstatt das Geld über Menschen zu stellen, sollten wir es wieder in unsere Dienste stellen. Wir sind Menschen, keine Produkte. Ich bin kein Produkt dessen, was ich kaufe, weshalb ich es kaufe oder von wem.

Im Sinne all dieser Punkte, empöre ich mich.
Ich glaube, dass ich etwas ändern kann.
Ich glaube, dass ich helfen kann.
Ich weiß, dass wir es gemeinsam schaffen können.
Geh mit uns auf die Straße. Es ist dein Recht.

Zitiert nach den NachDenkSeiten

Wenns im eigenen Land bergab geht…

Wenns im eigenen Land bergab geht und das Leben von immer mehr Menschen immer aussichtsloser und bescheidener wird, denn ists ja im Rahmen der EU p’litisch sehr bequem, populistisch hoch wirksam und gewünscht brandbeschleunigend, den dummen Neid der bierseligen Stammtische auf die Menschen in anderen Staaten der EU zu schüren — vor allem, wenn diese gerade mit Finanzhilfen (also Steuergeldern) aus einer Krise geholt werden, die vor allem von einer entfesselten Finanzwirtschaft verantwortet wurde. Die leerherzige Frau Angela Merkel, die das Handwerk der Agitation und Propaganda noch in der DDR gelernt hat, mag sich da auch nicht zurückhalten, wenn sie folgende Worte in die Mirkofone spricht:

Es geht auch darum, dass man in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal nicht früher in Rente gehen kann als in Deutschland, sondern dass alle sich auch ein wenig gleich anstrengen — das ist wichtig.

Ein Teil der Wirklichkeit hinter diesen Worten lässt sich bei Print Würgt nachlesen. Und danach bitte gleich zum Oeffinger Freidenker weitergehen!

Spanien: Wählt sie nicht!

„Wählt sie nicht“, war einer der zentralen Slogans, der am Sonntag auf spanischen Straßen skandiert wurde. Tausende Menschen haben auf Demonstrationen in mehr als 50 Städten die Bürger aufgefordert, den Parteien am kommenden Sonntag die Stimme zu verweigern, welche die Krise auf die einfache Bevölkerung abwälzen. Aufgerufen zu den Protesten hatte die Plattform Wirkliche Demokratie Jetzt.

[…]

Die neue Bewegung kritisiert die „Ansammlung der Macht in den Händen von wenigen, womit Ungleichheit, Spannung und Ungerechtigkeit erzeugt wird, die zur Gewalt führt, die wir ablehnen“, heißt es im Manifest der Plattform Am „obsoleten und unnatürlichen ökonomischen System“ bereicherten sich einige wenige, während es dem Rest nur „Armut und Verzicht“ biete. […] Kritisiert wird, dass PPSOE die „Akkumulation von Kapital“ über den „Wohlstand der Gesellschaft“ stellt und dabei „Ressourcen verschwendet, den Planeten zerstört, Arbeitslosigkeit schafft und unglückliche Konsumenten“ schaffe.

Telepolis: Jugend „ohne Job, ohne Wohnung, ohne Pension und ohne Angst“

Staatlich verbotene Kleidung

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen man es als ein unantastbares, aus der in vielen Verfassungen verbürgten Freiheit eines Menschen enthüpfendes Recht erachtet hätte, dass sich ein Mensch so anziehen kann, wie er will — zumindest so weit, dass dabei die primären (und zuweilen auch sekundären) Geschlechtsmerkmale verhüllt bleiben. Diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen werden — übrigens unter der lächerlichen Begründung der „Freiheit“ — in immer mehr Staat der Europäischen Union Kleidungsstücke verboten und ihre Träger(innen) kriminalisiert:

Burka-Verbot in Spanien -- Madrid - Nach Frankreich und Belgien könnte auch Spanien bald das Tragen von Burka und Niqab in der Öffentlichkeit verbieten. Mit einer knappen Mehrheit von nur zwei Stimmen sprach sich der spanische Senat am Mittwoch für die...

Am Ende dieser Entwicklung wird eine Gesellschaft stehen, in der nur noch christlichen Nonnen das Tragen von Kopftüchern erlaubt sein wird — und in der man doch in jeder Sonntagsrede davon faselt, dass jeder Mensch frei in seinem religiösen Bekenntnisse sei und dass der Staat doch anders als in den meisten islamischen Ländern völlig von der Religion getrennt sei. Wie freilich ein P’litiker auf die hirnverbrannte Idee kommen könnte, dass sich die Situation von Frauen in islamisch geprägten gesellschaftlichen Minderheiten verbessern ließe, indem man eine bestimmte Kleidung gesetzlich verbietet, das wird immer das dunkle Geheimnis jener Gehirnverweigerer bleiben, die so denken.