Zwölf Jahre Beschulung für die Katz

Der Anteil der Kinder, die die Schule ohne ausreichende Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rechnens verlassen, liegt bei rund 20 Prozent

Süddeutsche.de — Ja, es stimmt: Ich bin zornig

Auch in Wernigerode: Killerschule

Wernigerode – Amok-Alarm am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Wernigerode. Eine Schülerin (15) feuerte während des Unterrichtes im Klassenzimmer. Mindestens zwei Mitschüler wurden leicht verletzt!

Mal schauen, was die Journaille dieses Mal als Ursache findet. Ob die alten Killerspiele (bei einem Mädchen unwahrscheinlich) oder das Internet genommen werden, um zur „Erklärung“ mit jeder Menge Angst aufgeladen zu werden. Das ganz normale Kaputtmachen von Menschen an staatlichen Schulen der BRD ist jedenfalls niemals die Ursache. Und so finden die Killerschulen ein Opfer nach dem anderen, mal beinahe harmlos mit zwei Verletzten (und vielen traumatisierten Menschen, die einen Moment großer Angst durchstehen mussten), mal als Mordlauf mit ganz viel Blut.

Verdrängung füllt die Friedhöfe.

Die Quelle für das Zitat zum Eingang ist eine Website aus einem Verlagsangebot, die ich nicht mehr verlinke.

Wo?

In meiner Schulzeit sah der Geschichtsunterricht sehr einfach aus: Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Rom, Nationalsozialismus.

Das war zwar ein verkürztes Geschichtsbild, und es beleuchtete kein bisschen davon, aus welchem geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext heraus die nationalsozialistische Ideologie so beliebt werden konnte, dass Menschen nicht nur keinen breiten und wirksamen Widerstand dagegen leisteten, sondern begeistert, ja, allen Ernstes bereit waren, dafür zu verrecken, aber dafür wurde zumindest in meiner Zeit die Lektion drei Mal wiederholt, bis mir diese „tausend Jahre“ wieder aus den wehrlosen Ohren herausquollen.

Es wurde übrigens auch kein bisschen beleuchtet, wer Adolf Hitler finanziert hat, denn diese Firmierungen spielten ja auch im Nachkriegsdeutschland eine gewisse Rolle.

Und es wurde nicht nur mir und den anderen Zwangsbeschulten vom frontalen Leerkörper¹ erzählt, in welcher Weise die Nationalsozialisten zumindest formal legal die Macht an sich rissen und das Deutsche Reich der Weimarer Republik trotz seiner (zum Schein weiter bestehenden) demokratischen Verfasstheit in eine Diktatur umgestalteten. Und zumindest mir, der ich schon etwas älter geworden bin, wurde von diesen Leerern¹ auch noch mit schlecht gespieltem persönlichem Betroffensein erzählt, dass so etwas nie wieder geschehen dürfe, dass wir alle (natürlich „wir“, niemals „ich“, es war ja ein Leerer) wachsam sein müssen, um eine solche Entwicklung zu verhindern.

Und wisst ihr, was ich mich gerade frage?

Ich frage mich, wo der Protest und Widerstand dieser ganzen Leerer¹ bleibt, wenn Innenminister mit grundgesetzwidrigem Handeln die BRD zum Polizeistaat umgestalten und mit allerlei Ausnahmegesetzen eine mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattete Geheimpolizei ins Leben rufen.

Wahrscheinlich protestieren diese Leerer¹, indem sie Mitglied „den Grünen“ — dieser ehemaligen Alternativpartei und diesem jetzigen Sammelbecken für Pädagogen und andere Päderasten, „Sozialarbeitern“ mit unbeschränkten Trieb zum allgemeinen Hirnfick und Systemerhalt und vollständig durchgeschepperten Esodeppen — sind, sich über das von „den Grünen“ mitgestaltete Hartz-IV-Massenarmutsprogramm und die „gerechten“ grünen Kriege freuen… und ansonsten, in ihrem Privatleben, „natürlich bauen“, sich „bewusst und vegetarisch ernähren“ und ihre Krankheiten „quacksalberisch ganzheitlich behandeln“ lassen. Staatliche alimimentierte Arschlöcher mit einem Maul voll hohlem Geschwätzes, das waren und sind diese Leerer¹, mehr nicht!

Mögen sie qualvoll verrecken! Ganzheitlich!

¹Die Falschschreibung ist richtig.

Die Schule

Die Schule ist ein Ort der Bildung. Hier wird der noch wachsende und deshalb recht wehrlose Mensch in das Bild hereingepresst, das die Herrschenden und Besitzenden für ihn gemacht haben, damit er auch gefügig und verwendbar ist. Erst kommt die religiöse Gehirnwäsche durch Zensur eines jeden die Religion störenden Gedankens in den Schulbüchern bei gleichzeitigem Blick auf den Lattenjupp an der Wand, dem Absingen von christlichen Liedern und allerlei christlichem Aberglauben…

Dort wird „der Kampf zwischen Gut und Böse“ (S. 224) auf recht eigenwillige Weise thematisiert. Zur Sage vom Doktor Faust finden die Kinder der fünften Klasse ein paar recht seltsame Arbeitsaufträge vor, denen sich ein Fünftklässler — zumal nach lehrerlicher Anordnung — kaum entziehen kann. Zwei Arbeitsaufträge findet das lerneifrige Kind — völlig unkritisch und unkommentiert — vor: 1. Gleich zu Beginn der ‚Sage vom Doktor Faust‘ wird erwähnt, dass dieser den Teufel mit einer Zauberformel beschworen hat. a) Verfasst zusammen mit eurem Nachbarn / eurer Nachbarin eine kurze Beschwörungsformel. b) Lest den Text unter Einschluss eurer Zauberformel noch einmal vor und prämiert die besten Lösungen. 2. Im vorausgegangenen Kapitel habt ihr mit dem Jugendbuch ‚Krabat‘ bereits eine Geschichte kennen gelernt, in der es um einen Pakt mit dem Teufel geht. a) Welche Vorteile haben der Meister und seine Mühlknappen vom Bündnis mit dem Teufel, was bietet Mephistopheles dem Faust? b) Gibt es eurer Meinung nach auch heute Versuchungen und Verlockungen, die einen Teufelspakt rechtfertigen würden? c) Diskutiert diese Fragen auch im Religions- und Ethikunterricht.

…und nach ein paar Jahren sind die Schüler auch bereit für das Recruiting-Team der Bundeswehr. Lobet den Herren, den mächtigen König der Heere!

Abartig und gefährlich

Heribert Rech, Innenminister von Baden-WüttembergDer Mordlauf von Winnenden ist jetzt schon wieder ein Jahr her und die Einzelheiten sind im Strom des aktuelleren Bullshits schon wieder vergessen, da muss so ein Heribert Rech, Innenminister von Baden-Wüttemberg, noch mal so richtig in seinem Mund greifen, um ein paar unpassende, kalte und zynische Worte daraus hervorzuziehen.

Ja, „abartig und gefährlich“ ist es. Was denn? Vielleicht das BRdeutsches Schulsystem, ein kalter Mechanismus der gesellschaftlichen Siebung und der institutionellen Absicherung, dass Kinder reicher Menschen an Bildung kommen und Kinder armer Menschen an die Fortsetzung der Armut in ihrem Leben, eine Institution, die dazu führt, dass sich junge Menschen in der Verzweiflung der Pubertät und unter den Bedingungen gesellschaftlicher Kälte, fehlender persönlicher Aussicht und unter einem heimatlosen Dasein in familiärer Zerrüttung dazu antreiben lassen, mordlaufend durch eine Schule zu rennen? Und zwar immer durch eine Schule — das ist das einzige gemeisame Muster dieser Art von Mordtaten, die dann von der Journaille und von den bluttrunkenen Flimmermedien unter dem viel affektmächtigeren Wort vom „Amoklauf“ zu geilem Content zum besseren Transport der Reklame verwurstet werden.

Nein, die Killerschulen sind nicht „abartig und gefährlich“, jedenfalls nicht nach Meinung von Herrn Rech. Der ist ja Innenminister, und deshalb besteht seine Aufgabe vor allem auch darin, die Leute ein bisschen zu konditionieren, damit sie ja nicht die wirklichen Ursachen für solche Mordtaten sehen — scheißegal, wenn in solchem Unterfangen der nächste Mordlauf an einer Schule der BRD zur sicheren Wette wird; scheißegal, wer in einem Deutschland unter der Führung solcher stammtischrelevanter Dummschwätzer noch alles verrecken muss. „Abartig und gefährlich“ ist etwas ganz anderes — aber das hat sich wohl jeder Leser hier schon aus-Rech-nen können:

Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen.

Und damit man auch ja richtig versteht, und damit diese abartigen und gefährlichen Worte eines BRD-Spitzenp’litikers auch ja die be-Rech-nete Wirkung entfalten können, erklärt uns der Heribert noch die Welt, ganz so, wie sie ihm gefällt:

Strengere Waffengesetzte für den Privatbesitz von Schusswaffen lehnt der CDU-Politiker […] aber ab. Hier sei der Gesetzgeber seit dem Amoklauf in Winnenden bereits tätig geworden. „Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal schauen, wie sich das im Juli 2009 verschärfte Waffenrecht auswirkt.“

Merke: Nicht Waffen töten Menschen, sondern Spiele töten Menschen! Und jetzt weitermachen wie gehabt!

[via, via]

Mordlauf in Ludwigshafen

Er sei schlecht, sogar viel zu schlecht benotet worden. Das zumindest ist nach Aussage von Lothar Liebig, leitender Oberstaatsanwalt in Frankenthal, das Motiv des Amokläufers von Ludwigshafen. Darum ging der 23-Jährige auf seinen ehemaligen Lehrer zu, um ihn mit einem Messer zu töten.

Nicht nur, dass ein Mordanschlag auf so einen Lehrer und das Rumballern mit einer Schreckschusspistole gerade von einigen Auswürfen der Journaille zu einem ausgewachsenen Amoklauf umgeschrieben wird, weil dieses Wort doch gleich viel bedrohlicher und reißerischer klingt. Es ist auch wieder einmal so, dass die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit eines jungen Menschen sich wieder einmal ausgerechnet an einer Schule entladen hat, diesem unsäglichen Ort der gesellschaftlichen Siebung. Das ist das gemeinsame Muster in solchen verzweifelten Mordtaten, und es wird in den nächsten Tagen auch wieder alles dafür getan werden, dass dieses gemeinsame Muster nicht weiter betrachtet und beachtet wird. Das hatten wir alles schon einmal. Alles, was Aufschluss über die wirklichen Motive des jugendlichen Mörders geben könnte, wird aus der öffentlichen Wahrnehmung ausgeblendet, eventuelle Hinweise werden von zensurwütigen Polizistenschergen vernichtet. Nach dieser Vorarbeit bildet man einen kleinen Expertenkreis, der zu Ergebnissen kommt, die das System Schule nicht in Frage stellen; das BRD-Staatsfernsehen ZDF erklärt den Zuschauern an den flackernden Volksempfängern, worin die „wirklichen“ Ursachen der entfesselten Mordswut liegen und zu guter Letzt gibt es den üblichen, völlig schamlosen p’litischen Aktivismus nach dem Herzen des Stammtisches im Bierdunst, auf dass es auch wirklich alles alles imemr so weitergehe. Und dann „wächst Gras“ über die Sache, und die große Bullshit-Maschine unserer Gesellschaft wendet sich andern Schlachtfeldern für die umfassende Entrechtung der Menschen zu. An den Schulen ändert sich nichts. Und die Menschen in der BRD werden durch systematische Konditionierung daran gehindert, einen Einblick in die wirklichen und wirksamen Ursachen zu erhalten.

Und ein paar Monate später gibt es den oder die nächsten Toten. Völlig überraschend. Wieder neuer, geiler Content für die Contentindustrie, ein paar bewegte und bewegende Bilder für die Pausen zwischen der Reklame. Wieder ein déjà vu, aber so unverständlich und schrecklich! Scheiß auf die Toten, scheiß auf die Lebenden, der Betrieb läuft weiter. Vor allem auch der Schulbetrieb, denn der ist ja so wichtig für die Bildung, von der nach jedem PISA-Desaster gesprochen wird, als ob das PISA-Desaster nicht belegen würde, dass die Vermittlung von Bildung im Schulsystem der BRD auf ganzer Linie gescheitert ist. Dass es darum gar nicht geht. Dass es im Betrieb der Schule nur darum geht, Menschen für ihren vorbestimmten Lebensweg aus Schule, Ausbildung, Arbeit, Rente, Tod zuzureiten.

Ach, ich habe keine Lust, das alles zu wiederholen. Weil sich alles wiederholt. Der nächste Mord oder Mordlauf an einer Schule der BRD ist eine sichere Wette, wenn es so weitergeht. Und es wird wohl so weitergehen

Das Kreuz mit dem Kreuz

Es ist ja selten, dass ich an europäischem Recht etwas lobenswertes finde, aber es kommt vor. Sehr lobenswert ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, dass das Aufhängen eines Kruzifixes in den Räumlichkeiten für staatliche Zwangsbeschulung (so genannte „Klassenzimmer“) das Menschenrecht Religionsfreiheit beeinträchtigt und somit innerhalb der Europäischen Union nicht zulässig sei.

Dass hier jetzt eine klare Rechtssprechung vorliegt, heißt aber noch lange nicht, dass sich die Vertreter eines so genannten „Rechtsstaates“ daran zu halten begönnen und damit anfingen, die ganzen Lattenjupps aus den bajuwarischen Kinddressurräumen zu entfernen. Die Trennung von Staat und Religion, die auch so hübsch ins Grundgesetz der BRD reingeschmiert wurde, hat nun mal keine besondere Bedeutung, wenn es um die christliche Religion im von Katholiszismus zerfressenen Freistaat Bayern geht, nein, zumindest in Bayern bleiben die kitschigen Nachbildungen eines römischen Galgens vorerst im Auge der Zwangsbeschulten und Leerkörper hängen.

Spaenle [Kultusminister, CSU] sagte, er sehe keine direkten Auswirkungen des Urteils auf Bayern. Müller [Europaministerin, CSU] betonte: „Wir haben eine klare Rechtslage.“ In bayerischen Klassenzimmern können grundsätzlich Kreuze hängen. Sollte sich ein Schüler oder Lehrer aber daran stoßen und glaubhaft darlegen können, dass er sich diskriminiert fühlt, so muss die jeweilige Schule im Einzelfall entscheiden, ob das Kreuz in den Räumen abgehängt wird oder nicht.

Und wenn davon jemand diskriminiert wird, denn darf er den Bittsteller spielen und muss erstmal „glaubhaft begründen“, dass er sich auch wirklich diskriminiert fühlt — ob Schüler (oder ihre Eltern) dies wohl gegenüber den oft sehr willkürlich über die Zukunftschancen entscheidenden Lehrer (die zumindest nicht gerade selten einen offenen Hang zum Sadismus und zur schmachvollen Bloßstellung von ungeliebten Schülern in der Zwangsgemeinschaft der Schulklasse an den Tag legen) versuchen werden, gehört zu den Fragen, die sich jeder beantworten kann, der sein Rückgrat nicht zum Zerbrechen bekommen hat. Kurz gesagt, es bleibt alles beim Alten, scheiß auf die so genannten „Menschenrechte“ in der BRD, das röm.-kath. Christentum wird zur Not eben mit Gewalt durchgesetzt.

Vom Vatikan und seinen Schergen erwartet man ja gar keine andere Haltung mehr, und deshalb wird man auch niemals enttäuscht:

Das Kreuz sei nicht nur religiöses Symbol, sondern auch kulturelles Zeichen, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer. Er betonte, die Entscheidung habe keine Auswirkungen auf die Praxis in Deutschland.

Sehr „schön“, dass dieses rottendschwarze Stück pfäffischer Brut davon spricht, dass ein Galgen ein „kulturelles Zeichen“ sei — und damit völlig klar macht, was seine Kultur und die von ihm angestrebte Kultur in Deutschland ist.

Auch in Italien wird ordentlich von den Kirchen in die Mikrofone der Journaille geflennt:

„Dieses Europa des 3. Jahrtausends nimmt uns die wertvollsten Symbole weg und lässt uns nur noch die Kürbisse des Halloween-Festes“, sagte Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone am Mittwoch in Rom.

Tja, was für eine Scheiße mit diesem kulturellen Fortschritt. Da wird so ein römischer Marterpfahl ger nicht mehr als „wertvolles Symbol“ empfunden, und es bleiben nur noch die Geschenkpakete des ursprünglich paganen Weihnachtsfestes. Ach nee, das ist ja unseres, nehmen wir doch mal eine andere Metapher, also „die Kürbisse von Halloween“. Dass man Halloween, den Vorabend von Allerheiligen, am 31. Oktober feiert, ist übrigens ein röm.-kath. Termin, aber das kann so ein Pfaffenpropagandist beim Labern ruhig mal als völlig unbekannt im Volke voraussetzen und deshalb ins Mikrofon pusten.

Ach ja, apropos verdummende Reden gegen besseres Wissen, hier trägt Singhammer (CSU), familienp’litischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag den Rekord in beim Hörer vorausgesetzter Dummheit und unfreiwilliger Realsatire davon:

Kreuzzeichen seien ein sichtbares Symbol einer klaren Werteorientierung, „nämlich dem Schutz der Würde aller Menschen, egal welcher Herkunft, welchen Geschlechts oder welchen religiösen Bekenntnisses“.

Schon klar, du zynisches, menschenverachtendes Arschloch! Stellst dich auf einen geschichtlich gewachsenen Leichenberg mit den Millionen Opfern des Christentums und blahfaselst allen Ernstes einen von Schutz und Würde im Zeichen des römischen Galgens. Wenn es einen Gott gäbe, denn wärest du ein guter Kandidat für einen zünftigen Flammenregen. So was lebt, und Jesus musste sterben!