Niemals bezahlen! Die Content4U-Mahnung…

So sieht eine Mahnung der Content4U GmbH aus, einer Unternehmung, die sich in der BRD-typischen rechtlichen Grauzone bewegt und in erster Linie von der Überrumpelung von Website-Besuchern und der Irreführung über den wahren Charakter des „Geschäftes“ lebt (zum Vergrößern klicken):

Letzte Mahnung der Content4U GmbH

Diese Briefe sind bewusst einschüchternd formuliert, um darüber hinwegzutäuschen, dass die Content4U GmbH es niemals auf ein Verfahren ankommen lassen wird, um ihre dreisten Abzockversuche durchzusetzen. Stattdessen wird diffus mit einem Schufa-Eintrag gedroht.

Das Geschäftsmodell sieht so aus:

Die Webseite bietet sog. Freeware zum Download an (wie z. B. OpenOffice und den Adobe Reader), bei der der User zunächst einmal davon ausgeht, dass er für diese Programme nichts bezahlen muss, da allgemein bekannt ist, dass es sich um kostenlos erhältliche Software handelt.

Auf der Startseite von download-service.de oben rechts befindet sich zwar ein relativ deutlicher Hinweis, dass der Zugang zu Download-Service 8 € im Monat kostet, aber die bisherigen Erfahrungen mit anderen Abofallen haben gezeigt, dass die allermeisten User die Startseite nicht zu Gesicht bekamen, sondern direkt auf die Anmeldeseite gelockt wurden. […]

Mit einer Kostenpflichtigkeit muss unserer Ansicht nach wegen der irreführenden Aufmachung der Anmeldeseite nicht gerechnet werden. Der Anbieter hat es — wie schon mehrfach in der Vergangenheit (siehe z. B. Go Web Ltd., Gehaltsvergleich, Premium Content) — wieder einmal vermieden, sein Angebot transparent zu gestalten, so dass hier eine Irreführungsabsicht angenommen werden muss. Wer aber absichtlich in die Irre führt, macht sich strafbar.

Quelle des Ztates: verbraucherabzocke.info — und dort gibt es viele weitere Hinweise für Betroffene und Interessierte.

Bezahlen sollte man bei diesen Halunken niemals. Die Forderungen sind unbegründet. Die Briefe mit den unbegründeten Forderungen — wenn es sich nicht gerade um gerichtliche Mahnbescheide handelt, denen man immer fristgerecht widersprechen muss, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht — können dem Papierkorb anvertraut werden. Natürlich kann man auch weitere Schritte unternehmen, wenn man den Nerv dazu hat.

Wer mehr Informationen darüber haben will, wie diese ziemlich widerwärtigen Zeitgenossen mit Irreführung, Einschüchterung und erpresserisch anmutenden Briefen kostenlose und oft freie Software in klingende Münze umwandeln wollen, wird schon durch die einfachste Google-Suche fündig.

Typischerweise kommen nach der „Letzten Mahnung“ weitere, ebenfalls bedrohlich formulierte Briefe; zu den angedrohten Schritten kommt es jedoch nicht. Nichts wäre diesen Geschäftemachern so wenig erwünscht wie eine gerichtliche Prüfung, ob die eingeforderten Entgelte auch wirklich berechtigt sind — denn dann könnten sich diese Leute ihren verfeinerten Lebensstil auf Kosten argloser und von Terrorbriefen eingeschüchterter Internetnutzer nicht mehr leisten und würde bei der Fortsetzung ihres Geschäftsmodelles zu dem, was sie von ihrem Charakter her längst sind: Zu Betrügern.

Ein Dank für den Scan an F.

Nachtrag: Wer von diesem Vorgang allein noch nicht das richtige kalte Kotzen kriegt, sollte sich unbedingt anschauen, wie die Premium-Content GmbH (mit dem gleichen „Geschäftsmodell“) jetzt für tolle Reklame sorgt. Aber Spucktüte bereithalten, es ist ekelhaft!

Nachtrag Zwei: Wer den Infos aus „irgendwelchen Blogs“ nicht traut, bitte bei der Verbraucherzentale Schleswig-Holstein reinschauen. Es ist eben reine Abzocke ganz hart am Rande der Kriminalität.

Die neue bodenständige Freiheit in Dresden

Jahrzehntelang lebten die Menschen in Dresden im Tal der Ahnungslosen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen DDR-Regionen war dort weder West-Fernsehen noch West-Rundfunk zu empfangen. Eine ideale Basis für kommunistische Propagandapolitik. Inzwischen hat sich viel geändert. Sogar Messen und Ausstellungen unter Beteiligung westdeutscher Unternehmen sind möglich geworden. Bestes Beispiel: Lebendiges Dresden, eine Publikumsmesse, die in Dresden stattfand. Die Gauselmann-Gruppe stellte dort erstmals elektronische Spielgeräte vor. Absoluter Renner: der Super-Taifun. Auf großes Echo stießen aber auch die TV-Spielgeräte, die mit witzigen Spielen ausgestattet waren. Kommentar eines Dresdners am Rande der Ausstellung: Auch das gehört zu unserer neu gewonnenen Freiheit. Wer Lust hat, kann heute seine Freizeit auch spielerisch gestalten.

Spielhallen gibt es in der DDR bisher nur auf Rädern. Sie ziehen von Volksfest zu Volksfest. Aber die Vorbereitungen für die Eröffnung erster bodenständiger Betriebe laufen schon jetzt auf Hochtouren. Größtes Hindernis: Es fehlt an geeigneten Räumen.

Ohne weitere Worte. Quelle des Scans: Automatenmarkt, Jahrgang 1990 — die genaue Ausgabe ist leider in meinem Chaos untergegangen. Dank an S.