Wahl zum Goldenen Windbeutel 2011

Neben den täglichen asozialen und betrügerischen Lügen in der Spam gibt es auch noch die täglichen asozialen und hinterhältigen Lügen in der Werbung, und auch in diesem Jahr will die Verbraucherorganisation foodwatch [die Kleinschreibung ist deren Schreibung, nicht meine] wieder einen Goldenen Windbeutel als „Auszeichnung“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres verleihen. Die fünf Kandidaten werden auf YouTube in Bild und Ton vorgestellt, damit auch jeder weiß, was das für Gestalten sind. Wer — wie ich — lieber Text lesen möchte, kann natürlich auch die schriftliche Vorstellung der Kandidaten genießen, es sind

  • „Nimm2“ von Storck, das zuckerklebrige Lutschbonbon, bei dem die Werber die zahnbrechende Idee hatten, dass man es doch als „gesund“ bewerben könnte, wenn man die Müllbrocken nur mit etwas Vitaminplörre befüllt;
  • „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ von Kühne mit der besonders kühnen Idee, dass man den gemeinen und gewöhnlichen Industriefraß voller Farb- und Geschmacksstoffe als „Traditionsprodukt“ vermarkten kann;
  • „Ferdi Fuchs“ von Stockmeyer, angepriesen als ein gesundes Miniwürstchen für Kinder, aber in Wirklichkeit so versalzen, dass man die eventuelle Schmackhaftigkeit der kindgerecht verpackten Zubereitung toter Tiere gar nicht mehr beurteilen kann;
  • „Activia“ von Danone als functional food, der mit massiver Werbung als ein Produkt für alljene Weiblein auf den Markt gedrückt werden soll, die zu doof zum Scheißen sind und deshalb glauben, dass dieses Zeug die Verdauung regulieren könne (und damit vielleicht sogar „schlank macht“, wie es unterschwellig in den Bildern versprochen wird) ; und die
  • „Milch-Schnitte“ von Ferrero als gar nicht so leichte Zwischenmahlzeit, die ganz im Gegensatz zum Versprechen der werbenden Weltverpester mehr Zucker und Fett enthält als die gleiche Menge nicht gerade als Light-Produkt geltender Schoko-Sahne-Torte.

Bei so einer Auswahl hat man nach der Überwindung des Brechreflexes wirklich keine leichte Wahl, aber der Windbeutel muss ja weg — deshalb bitte mitmachen!

Der goldene Windbeutel 2011 -- Die Wahl zur dreistesten Werbelüge

Das Bild habe ich natürlich von Abgespeist mitgenommen…

JAKO erklärt sich…

JAKO UNSPORTLICHER RECHTSMISSBRAUCHDer Bekleidungshersteller JAKO AG, der sich so sehr in der Geste gefallen hat, einen Menschen für einen veröffentlichten Text systematisch fertigzumachen, obwohl diese Sache längst gütlich und sehr zum Vorteile JAKOs beigelegt wurde, hat jetzt reagiert. Die Presseerklärung ist zurzeit auf der Homepage des Unternehmens nachzulesen, sie wird hier bewusst nicht verlinkt, weil ich die Tätigkeit asozialer und gewaltätiger Lügner nicht mit meinem Schreiben zu fördern gedenke.

Hier nur einige Ergänzungen zu den Lügen und dreisten Euphemismen, die schön für die Journaille formuliert wurden, damit sie auch direkt in die Printmedien übernommen werden können. Die folgende Presseerklärung ist von meiner Seite unverändert und ungekürzt und spiegelt dem Stand der JAKO-Website vom 3. September 2009, 21:30 Uhr wider:

„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, […]

Ach nee, das merkt ihr jetzt erst, nachdem die Sache öffentlich geworden ist? Schon klar.

[…] erklärt Rudi Sprügel, Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen, um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung […]

Die Auseinandersetzung ging nicht um sein Unternehmen, sondern sein Unternehmen hat Anwälte beauftragt, mit einer Abmahnung einen Blogger in die Gefahr des finanziellen Ruins zu bringen. Als der Blogger Frank Baade dann nachgab, einen Haufen Geld hinlegte und seinen Text entfernte, hat das JAKO noch nicht gereicht, sondern es kam zu einer besonders widerwärtigen Äußerung der den bei JAKO arbeitenden Menschen offenbar eigenen Lust an der Gewalt. Es kam nämlich ein zweites teures Briefchen von der gleichen Rechtsanvergewaltigern im Auftrage JAKOs hinterher, weil ein Aggregator sich den Text des Bloggers angeeignet hatte, und zwar in einem automatischen Vorgang.

Das ist keine im Internet geführte Auseinandersetzung, das ist juristisch verkleidete, abstrakt verpackte, aber für einen davon als Opfer betroffenen Menschen sehr konkrete und überdem vollkommen sinnlose Gewalt. Und zwar Gewalt von Seiten JAKOs.

[…] um sein Unternehmen schnell zu beenden.

Und jetzt wollen diese asozialen Gewalttäter mit ein paar wohlgesetzten Worten so tun, als sei das alles gar nicht so schlimm gewesen und könne einfach so vergessen werden.

Der Sportartikelhersteller aus dem Norden Baden-Württembergs, der vor allem Sportmannschaften in 40 Ländern der Welt sehr erfolgreich mit Trikots, Hosen, Stutzen, Bällen, Trainingsanzügen und Schuhen ausstattet, […]

Ist es nicht „schön“, wie sehr die Hirnficker PR-Leute von JAKO darauf vertrauen, dass selbst zu diesem trüben Anlass von so genannten „Journalisten“ noch ein Reklametext für JAKO in die Zeitungen reinkopiert wird? Hinter solchem Vertrauen muss eine lange Erfahrung mit dem zahmen, dummen und geldhörigen Printjournalismus in der BRD stehen.

[…] hatte sich mit dem Blogger Frank Baade auseinandergesetzt.

Nein, er hat sich nicht auseinandergesetzt, sonst hätte JAKO vielleicht mal angerufen. Er hat einen für Frank Baade teuren zweiten Anwaltsbrief diktieren lassen, der in seiner Begründung meines Erachtens nur als hanebüchen bezeichnet werden kann. Aber wenn man anlässlich einer solchen Presseerklärung in einer solchen Situation schon die Eier hat, Reklame für die eigene Gewaltunternehmung zu machen, denn kann man ja auch gleich dick auftragen und fröhlich weiterlügen.

Der Fußballtrainer aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum kreierte neue JAKO-Logo mit Worten aus der Fäkalsprache kritisiert. Das ärgerte die Verantwortlichen bei JAKO. Sie beauftragten daher eine Anwaltskanzlei mit dem Ziel, dass Baade diese verunglimpfenden Äußerungen zurücknimmt und aus dem Internet entfernt.

Na bitte, geht doch mit der Wahrheit! Und, warum habt ihr den guten Blogger nicht einfach mal angemailt, bevor ihr die juristische Eskalation gesucht habt? Soll ich es euch sagen, ihr (Achtung: Fäkalsprache!) Arschlöcher? Weil ihr genau wisst, dass das Recht in der BRD auf der Seite des Geldes steht und dass die Aussichten eines Menschen mit normalem Einkommen in solchen Dingen eher trübe sind. Deshalb interessiert ihr euch einen Scheißdreck für wirkliche Kommunikation, wie man übrigens auch an eurer Presseerklärung bemerkt…

Nach Verhandlungen unter den Anwälten war Baade dazu bereit.

…die mal eben aus der Zustellung einer kostenpflichtigen Abmahnung (mit einer für Normalverdiener durchaus in den Bereich des Existenzbedrohenden reichenden Kostennote) und einer zu unterschreibenen Unterlassungserklärung durch eure Rechtsanvergewalterin eine „Verhandlung“ macht. Allein an diesem Schönsprech der von euch ausgehenden Gewalt wird deutlich, dass es euch immer noch nicht um das friedliche Miteinander als Grundlage einer menschlichen Gesellschaft geht, sondern um den Erhalt und die breite Verherrlichung eurer geldherrschaftlichen Willkür.

Er verpflichtete sich per Unterschrift, im Falle einer Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe. Als nach einigen Wochen Baades überzogene Kritik noch immer im Internet abrufbar war, erhielt Baade erneut Post von den JAKO-Anwälten. Sie waren davon ausgegangen, dass sich der Hobby-Fußballtrainer nicht an die Absprache halten wollte und teilten ihm daher mit, dass bei einer schuldhaften Wiederholung der beanstandeten Aussagen eine erhöhte Vertragsstrafe anfalle.

Genau das war, nach der fragwürdigen Vorgehensweise einer vermutlich völlig unnötigen Abstrafung mit der Jurakeule und dem von euch gepflegten Verzicht auf jede Kommunikation, die richtige, ganz große und stinkende Arschlochnummer, die jedem Menschen durch bloßes Hinschauen die Augen dafür öffnet, was ihr für ein widerwärtiges Gesäuge seid.

Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator „Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete.

Ich verstehe. Ihr in eurer nach Gutsherrenart auftretenden Geldherrlichkeit erwartet also von allen anderen Menschen größtmögliche Sorgfalt in jeder nur erdenklichen Formulierung, seid aber selbst nicht einmal zu dem Quäntchen Recherche fähig, in das (offen als Link angebotene) Impressum der Website „Newstin“ zu schauen und den wirklichen Sachverhalt durch schlichtes Hinschauen oder das Verfassen einer kurzen E-Mail zu klären. Dass ihr diese arschlochhafte Haltung so offen in eurem unverschämten Lugtext einräumt, als sei sie euer selbstverständliches Privileg, das freilich, das verrät Charakter. Und was für einen!

Ohne die endgültige Klärung des Sachverhalts unter den Rechtsanwälten abzuwarten, alarmierte Baade daraufhin die Bloggerszene.

In der Abmahnung, die dem Menschen Frank Baade zugestellt wurde, gab es keine Option zur Kommunikation mit den von euch mit dieser Zerstörung beauftragten Rechtsanvergewaltigern. Zudem waren diese Rechtsanvergewaltiger im Urlaub, so dass eine solche Kommunikation, selbst wenn Frank Baade sie gesucht hätte (ich weiß nicht, ob er es tat), gar nicht möglich gewesen wäre, da die Rückkehr der Rechtsanvergewalterin Blutegel Sanguinette aus ihrem gewiss erholsamen Urlaub bereits außerhalb der in ihrem Schreiben gesetzten Frist lag.  Diese Fakten sind jedem Nutzer des Internet bekannt, der nur Google bedienen kann, es ist also sicher, dass sie erst recht JAKO bekannt sind. Was diese Formulierung mit dem „Abwarten der Klärung des Sachverhaltes“ auf diesem Hintergrund bedeutet, zeigt sich ebenfalls durch schlichtes Hinschauen — aber man möchte angesichts des aufsteigenden Ekels seinen Blick ganz schnell wieder abwenden.

Das Wort „alarmierte die Bloggerszene“ erweckt den Eindruck eines Sirenengeheules, das niemals vorlag. Er hat von Mensch zu Mensch mitgeteilt, was ihn bedrückt; und wer schreiben konnte und ansehen musste, wie sich die hinter der Firmierung JAKO AG verschanzten Gewaltmenschen aufführen, der schrieb halt darüber. Ihr kennt so etwas wie Kommunikation von Mensch zu Mensch und solchen „primitiven Regungen“ wie Mitgefühl ja nicht mehr, ihr habt längst eurer Herz gegen eine Addiermaschine ausgetauscht. Aber ihr solltet doch wenigstens damit rechnen, dass solche menschlichen Regungen bei anderen Menschen auftreten könnten — wenn sie auch in eurer geldherrlichen Parallelgesellschaft keinen Platz mehr haben.

Von den Bloggerseiten fand die Geschichte den Weg in die großen Tageszeitungen.

Genau das ist eurer eigentliches Problem, sonst würdet ihr nämlich kein bisschen einlenken.

„Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, betont Rudi Sprügel, „aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“

Das „Rechtliche“ will ich gar nicht erst beurteilen, aber den zweiten Halbsatz: Sag ich doch! Und warum blahfaselt ihr euch denn die von euch in Auftrag gegebenen, kostenpflichtigen Gewaltschreiben als „Verhandlungen“ in eurer verlogenen, kalten und widerwärtigen Presseerklärung zurecht? Soll ich es euch sagen: Weil ihr gar nichts gelernt habt.

Sprügel bedauert, dass sich die „Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat“.

Vor allem das Aufschaukeln in die Tageszeitungen wird wohl bedauert. Wenn JAKO hingegen mit der Arschlochnummer durchgekommen wäre, so wie derartiges  damals, vor dem Internet, ablief; wenn die geldherrschaftliche Gewalt vom Erfolg gekrönt gewesen wäre und ein atomisiertes Einzelwesen (oder im Sprech der „Church of Scientology“: ein „Ärgernisverursacher“) unbeachtet zerschmettert worden wäre, denn wäre gar nix für diesen kalten Apparatschik im Vorstand der JAKO AG zu bedauern gewesen, sondern es wär schon so in Ordnung gewesen. Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht.

Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: „Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen.“ Die Verzögerung einer Antwort hänge unter anderem auch mit der Urlaubszeit und der Abwesenheit wichtiger Entscheidungsträger zusammen.

Ah ja, und von einem Blogger mit dünnen, persönlichen Ressourcen die großen kommunikativen Leistungen erwarten! Ein wahrer Herrenmensch ist dieser wenig koschere Herr Sprügel, der erwartet, dass alle unter unendlichen Anstrengungen und in gebückter Haltung zu ihn kommen, aber von ihm selbst kommt da gar nichts. Bis auf ein paar Gesten der Gewalt. Ein echter Meudalist, einfach nur zum Kotzen!

Sprügel kündigt an, er werde den Logo-Kritiker in die Firmenzentrale nach Mulfingen-Hollenbach einladen. Dabei werde man sehr gerne mit ihm über das neue Logo diskutieren und Baade könne sich ein eigenes Bild vom JAKO-Spirit und der Qualität der Produkte machen.

Aber Frank Baade hat sich doch schon ein eigenes Bild von eurem amöbenhaften Logo und von der „Qualität“ eurer Produkte gemacht, ganz ohne eine Reklameveranstaltung bei euch zu besuchen. Er hat sogar in deftig deutschen Worten darüber geschrieben. Deshalb wolltet ihr ihn doch fertigmachen, ihr schamlosen und asozialen Lügner! Ihr wollt ihn wohl jetzt mit einem bisschen Bimbes und ein paar Geschenken dazu bringen, dass er auch noch Reklame für euch macht, was? Ich wünsche Frank Baade ein extrastarkes Rückgrat!

Rudi Sprügel, der in jungen Jahren selbst in der zweiten deutschen Fußballliga spielte, will sich dafür einsetzen, dass Baade aus dieser Auseinandersetzung „keine finanziellen Nachteile erwachsen.“

Ach, wie toll! Und warum nicht gleich so? Klar, weil es keine Öffentlichkeit gab, als ihr Frank Baade in aller Stille fertiggemacht habt.

Sprügel wörtlich: „Ich bin mir sicher, dass beide Seiten aus dieser unerfreulichen Geschichte gelernt haben.“

Dass ihr nichts, aber auch gar nichts gelernt habt, dokumentiert ihr gerade vor der ganzen lesekundigen Welt in eurer stinkenden Presseerklärung…

JAKO sei, so Sprügel, ein „junges mittelständisches Unternehmen, das ehrliche, faire Sportkultur mit Begeisterung lebt.“

…die so richtig wertneutral beflissen keine Gelegenheit zum Transport hohler und in diesem Zusammenhang widerlicher Reklamesprüche auslassen will.

Vor allem eure „Fairness“ habt ihr jetzt deutlich und völlig unmissverständlich dokumentiert. Aber ihr müsst euch ja unbedingt noch mit ein paar billigen Werbephrasen selbst den Weihrauch in die Nase treiben, damit es nicht ganz so fürchterlich nach Scheiße stinkt. Denn genau das ist der aufdringliche Odeur in der Nähe von Kotaustrittsöffnungen.

Diese Unternehmensphilosophie, die von rund 160 Mitarbeitern mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren gelebt werde, bringe auch das neue Logo mit der Aussage „JAKO Living Sports“ zum Ausdruck. JAKO konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008 erneut um zehn Prozent auf 63,8 Millionen Euro steigern. 2008 verkaufte JAKO unter anderem 1,5 Millionen Trikots, 1 Million Trainingsanzüge und eine halbe Million Bälle. Auch 2009 liegt JAKO trotz Wirtschaftskrise auf Wachstumskurs.

Blah, blah, blah… und immer darauf spekulieren, dass die Journaille diesen Strunz jenseits der eigentlichen Sache brav abschreibt, das ist nämlich billiger als das Schalten einer Annonce. Schließlich muss man ja immer und ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein, scheißegal, wie viele Leichen den Weg pflastern.

JAKO ist Ausstatter von Bundesliga-Mannschaften wie Eintracht Frankfurt, Greuther Fürth, Rot-Weiss-Ahlen, FC Rot-Weiss Erfurt, SSV Jahn Regensburg, Dynamo Dresden sowie von Fußball-Erstligamannschaften in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien.

Einige dieser Mannschaften könnten demnächst wegfallen — ich habe in den letzten Stunden das erste Mal ausgiebig in den Foren von Fußballfans gelesen, und sehr viele dieser Menschen waren aus für mich völlig nachvollziehbaren Gründen sehr ungehalten. So sehr ihr auch versucht, die Menschen mit euren dreckigen Lügen einzulullen und zu blenden, das kann schnell dazu führen, dass genügend Druck auf die Vereinvorstände entsteht, einen anderen Sponsor zu wählen.

JAKO stattet aber auch bekannte deutsche und internationale Handball-, Basketball- und Volleyballmannschaften komplett aus. Gerade diese Mannschaften wissen die Qualität der JAKO-Produkte, die höchsteAnsprüche erfüllt, zu schätzen und vertrauen auf die Kompetenz des JAKO-Teams.

Klar, noch ein bisschen mehr Werbung jenseits der Sache, in der man sich zu äußern vorgibt, damit man zum Abschluss noch einmal so richtig Frank Baade ins Gesicht scheißt und ihm und jedem Mitleser klar macht, dass es euch wirklich nur auf euren eigenen Vorteil ankommt.

Jeder mache sich selbst ein Bild! Ich kann hier mit dem allerbesten Willen und vollem Verständnis dafür, dass JAKO auch ein bisschen Gesicht wahren will, nicht einmal eine Spur von Einsicht herauslesen, sondern nur kaltes Geschäftemachen und völlig unangemessenes, gutsherrenartiges Auftreten. Wer diesen Leuten von JAKO durch den Kauf ihrer Produkte (es gibt ja zum Glück Alternativen) noch Geld in den Anus pustet, sollte nach dem Lesen dieses Textes wissen, was für ein Pack er unterstützt. Da hilft alles herzduselige Faseln vom Sportsgeist nicht, es ist reine Fassade, hinter der die rohe und kaum zu bremsende Lust an der Gewalt steht.

Diese Leute bei JAKO und alle ihre Schergen sollen bitte ganz schnell sterben gehen! Niemand würde sie vermissen. Was die Zukunft der JAKO AG betrifft, ist der richtige juristische Beistand ja schon gefunden

„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel,Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen,um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden.

Tinnef (48)

Titelbild des Kataloges Die moderne Hausfrau, Sommersparaktion, Solarwichtel nur 17,80 Euro

Ohne Worte, denn beim Kotzen kann ich nicht reden.

Die beste „Sommersparaktion“ ist es übrigens, wenn man sich selbst, seinem Garten oder Vorgarten und seiner Mitwelt solche industriell erstellten Verpestungen erspart.

Quelle des Scans: Titelblatt des aktuellen Kataloges „Die moderne Hausfrau„…

Christlicher Tinnef

Wer hier regelmäßig mitliest, kennt gewiss diese kleine Sammlung von Werbung für allerlei Tinnef, die ich hier neben den ganzen eher galligen Texten anlege. So schräg dieses Thema in diesem Blog auch wirken mag, es passt dennoch — denn dieser ganze industriell erstellte Seelenschrott soll den Menschen einen Ersatz für ihr enteignetes Leben geben, gibt einen wichtigen, narkotischen Beitrag dazu, dass die totale und totalitäre Verwirtschaftung des gesamten Daseins weiter gehen kann.

Es gibt hier eine klare Tendenz im gesammelten Tinnef. Das meiste stammt aus dem Katalog „Die moderne Hausfrau„. Das liegt nicht daran, dass es vergleichbare Auswürfe der waste industry nicht auch an anderen Stellen gäbe, sondern eher daran, dass eine treue Leserin mir nicht nur ab und an beim Betteln einen Euro zusteckt, sondern auch diesen Katalog, damit ich diese Serie (die ihr sehr gefällt) auch weiterschreibe. Andere Kataloge und Werbungen bekomme ich jedoch eher zufällig in die Hand, und so kommt es dazu, dass ich vor allem aus diesem einen Katalog die großen und kleinen Brechreize herauspicke und mit ätzendem Sarkasmus kommentiere.

Nun, komme ich einmal zum Ende meiner Vorrede. Ich stritt mich gerade etwas heftiger mit einer christlichen Fundamentalistin, und bei diesem Streit ist mir auch der Katalog des christlichen Versandhauses „Vivat“ in die Hand gekommen. Was ich darin an Tinnef fand, das überbietet in seiner Schamlosigkeit des seelischen Ausverkaufes alles, was ich aus der „modernen Hausfrau“ kenne. Weil das aber noch nicht genug ist, gibt es dazu auch fröhliche Propaganda als besonders „christliche Literatur“ wie zum Beispiel dieses wunderbare Buch, das die Welt wirklich nicht gebraucht hätte:

Vivat-Angebot: Angela Merkel, Die Protestantin - Jetzt erweitert: mit einem persönlichen Text der Kanzlerin zu Glaube, Kirche und Gesellschaft - Schatzsuche bei Angela Merkel, akribisch und detailgetreu - Angela Merkel ist nicht nur Bundeskanzlerin und eine der mächtigsten Frauen der Welt, sie ist auch Christin. Volker Resing, Journalist und Hauptstadtkorrespondent, zeichnet erstmals ihren persönlichen Lebens- und Glaubensweg umfassend nach: ihre Kindheit als Pfarrerstochter, die Jahre unter dem DDR-Regime und ihre beispiellose Karriere seit dem Fall der Mauer. Wie steht Angela Merkel zum C ihrer Partei? Worum müssen sich die Kirchen in der Gesellschaft kümmern? Dieses Portrait gibt authentische und überraschende Antworten. Mit einem Vorwort von Lothar de Maizière. 9,90 Euro

Wie Angela Merkel zum „C“ in ihrer Partei steht, erfahren wir allerdings auch ohne dieses Buch durch simples Hinschauen, wenn sie Politik macht. Wenn sie zum Beispiel einen Lügner, Gewaltfreund und bis zum Verfassungsbruch kriminelles Astloch wie Wolfgang Schäuble zum Innenminister macht und noch in den paranoidesten Ideen frei gewähren lässt. Oder wenn sie dieser Statistikfälscherin, Lügnerin und p’litische Kinderfickerin Ursula von der Layen als Ministerin gestattet, ihre eigene Paranoia in Tagespolitik umzusetzen. Auch die weitere Ausbreitung der Armut und die weitere Umverteilung von Unten nach Oben ist dieser makellosen Protestantin und Pfaffentochter sehr recht. Und genau darin erweist sie sich als wahre Christin, die für die beiden wichtigsten, kontinuierlichsten Grundwerte der christlichen Religion in den letzten 1600 Jahren steht: Raub, Mord und Totschlag.

Die Qualifikationen, die sie für ihr grenzenlos ausgelebtes Christentum braucht, diese Hure der Besitzenden, die hat sie übrigens gelernt, als sie bei der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig war — die Techniken des Hirnficks sind völlig unabhängig von der jeweiligen Ideologie. Wichtig ist ihr zum Beispiel immer, dass der eigene Ruf in der öffentlichen Wahrnehmung unbefleckt bleibt, während zwei Drittel der Menschen über immer größere Lasten in ihrem Leben stöhnen und das ganze Land an den Meistbietenden verhökert wird. Für dieses Ansinnen hat sie sich genau mit den richtigen, vor Geisteskränke schillernden Persönlichkeiten umgeben, da kann sie ihre gnädige „Puffmutter der Nation“ nur um so deutlicher in die Kameras und in die Bildzeitung tragen. Auch in diesem Verhalten ist sie also völlig christlich, denn so verhalten sich die christlichen Kirchen schon seit Jahrhunderten.

Nee, das Buch brauche ich wirklich nicht. Da nehme ich aus dem schier unendlichen Angebot dieses Versandhauses für wirkungslose Quacksalberei, Propaganda, dumpfen Seelenkitsch und allerlei abergläubischen Amuletten lieber diese eine Kerze heraus…

Tischkerze Der Herr schenke euch seinen Segen - Hochwertig gestaltete Tischkerze mit einem Porträt und Segen des Papstes. Nur noch 2 Euro

…denn die ist schön billig und hat wenigstens eine Funktion. Die kann man nämlich jeden Tag anzünden und sich daran erfreuen, wie schnell dieser draufgestempelte größenwahnsinnige und herzkalte Pope beim Abbrennen der Kerze verschwindet. Dabei geht sogar mir ein kleines fröhlich Lichtlein im Herzlein auf. Wenn der echte Maledictus XVI doch auch so schnell verschwinden würde! :mrgreen:

Übrigens: Ob prostetantisch oder röm.-kath. ist diesem Versandhaus herzlich egal, so lange die Kunden nur dumm, autoritätshörig und leicht manipulierbar bleiben. Die Kaufkraft des Geldes, das da gelegt wird, kennt keine Konfession.

Tinnef (47)

Wenn der Berg ruft... ...antwortet das Jodel-Murmeltier mit einem herzhaften Jodler! Drücken Sie dem Begleiter dazu auf den Bauch - ein Lacher ist Ihnen immer gewiss! Aus textilem Material mit Karabinerhaken zur Befestigung am Schlüssel. Jodel-Murmeltier 7,50 Euro

Wenn der Berg ruft…

…denn geht Mitmensch Konsumtrottel leider nicht in Badelatschen die Alpen hoch und gibt dem Berg damit eine reelle Chance, sich mal wieder gegen einen solchen Trampel zu wehren. Stattdessen kauft er sich so einen infantil-knuffigen Schlüsselanhänger und glaubt sowohl daran, dass Murmeltiere zu jodeln vermögen als auch daran, dass irgend jemand mit etwas mehr Gehirn in seinem Schädel angesichts dieses mechanisch hervorgebrachten Geräusches lachen könnte, statt sein Gesicht in Schmerzen zu verziehen. Wenn Ihnen ein Träger dieses überteuerten Tinnefs begegnet, klopfen Sie ihm ruhig einmal auf den Kopf — das hohle Geräusch ist sehr beeindruckend und gibt einen richtigen Grund zum Lachen.

Quelle des Scans ist einmal mehr das führende Fachmagazin für spießige Geschmacklosigkeit, der Katalog „Die moderne Hausfrau„…

Frankensteins Badesommer

Werte Macher der „Freizeitwoche“, ihr hättet es fast geschafft, dass ich diesen „Artikel“ mit seinen stümperhaften Bildbearbeitungen falsch zuordne, als ich ihn bei einer dieser herzkalten Frauen aufgeschlagen herumliegen sah; bei einer dieser Frauen, die sich am Leiden anderer Menschen ergötzen, die alles interessant finden, was aus dem sich über Jahrhunderte erstreckenden Inzucht-Experiment namens „europäischer Adel“ hervorgeht und sich von euch in den Schlankheitswahn treiben lassen:

Ganz schön bunt - Das wird ein toller Badesommer

Fotos: HerstellerAllerdings hat ein Blick in die kleinen Buchstaben, die sich etwas schamvoll neben den bunten, großen Buchstaben versteckt haben, schnell klar gemacht, wie hier die Verhältnisse wirklich liegen.

Es handelt sich hier also nicht etwa um eure eigene redaktionelle Arbeit, sondern um einen „Artikel“, den ihr offenbar auf Wunsch und mutmaßlich auch auf Bezahlung eines Herstellers von Badebekleidung in eurem „redaktionellen“ Teil unterbringt. (Ja, ich weiß, eine solche „Bezahlung“ kann auch durchaus etwas indirekter sein.) Dies natürlich, ohne da so ein klares Wort wie „Anzeige“ darüber zu setzen oder die Leserinnen auf eine andere Weise darüber in Kenntnis zu setzen, dass es sich hier um reine Reklame handelt. Der nur anpreisende und werbende Charakter des recht textarmen „Artikels“ ist derart offensichtlich, dass er nicht zu übersehen ist. Das an sich ist schon übel genug, aber es ist leider zu gewöhnlich geworden — und übrigens einer der vielen Gründe dafür, dass ich den gesamten Auswurf der Journaille meinem Dasein nicht mehr hinzufüge.

Eine kleine Abschweifung

Dass da am Artikel keine Bestellkarte dranhängt, ändert nichts am Reklamecharakter — und ich würde eine recht hohe Wette darauf halten, dass jene Leserinnen, die für die Aussicht auf ein bisschen gewinnbares Kleingeld oder kitschduseligen Reisen an euren nicht sehr rätselhaften Preisrätseln teilnehmen und dabei ihre Anschrift, ihre Telefonnummer und ihre Mailadresse an euch verraten, schon sehr bald mindestens einen Katalog im Briefkasten finden werden, dessen Angebote ihnen zum Teil auf der Stelle vertraut vorkommen — und gleich hinterher einen freundlichen und sehr professionell geführten Anruf kriegen, der noch einmal ein bisschen „nachhakt“. Das Einverständnis eurer gewinnsüchtig gemachten Leserinnen zur werblichen Nutzung ihrer persönlichen Daten holen sich die Macher der „Freizeitwoche“ ja auf relativ einfache Weise ein:

Rätsel-Coupon Nr. 25/09

Wie, das Kleingedruckte über den persönlichen Daten kann man kaum lesen? Stimmt, das kann man kaum lesen, auch im Druck ist es schon ein bisschen schwierig — deshalb der entscheidende Ausschnitt noch einmal etwas größer:

Ja, ich bin damit einverstanden, dass die Bauer Media Group mich bis auf Widerruf per Telefon oder E-Mail über interessante Angebote zu Medienprodukten informiert. Mit meiner vorstehenden Einverständniserklärung verpflichte ich die Bauer Media Group auf die Einhaltung der Grenzen dieser Zustimmung und auf den Datenschutz.

Immer noch nicht so einfach, sowohl von der Schriftgröße also auch vom Inhalt her.

Fangen wir einmal mit dem Inhalt an.

Dieser beginnt nämlich mit einem hübschen kleinen Quadrat, das erfolgreich den Eindruck erwecken kann, als müsse frau es ankreuzen, um ihre Zustimmung zu geben. Aber da ist vom Ankreuzen gar nicht die Rede, und der mit dem fröhlichen Wörtchen „Ja“ beginnende Text da gilt auch ohne irgendein Kreuzchen als Willenserklärung. Ja, wirklich, wer mit diesem Text nicht einverstanden ist und am Gewinnspiel teilnehmen will, der muss da nicht irgendein Kreuzchen weglassen, sondern den Text deutlich durchstreichen.

Ich möchte wetten, dass hier weniger als ein Promille der eingehenden Rätsellösungen einen durchgestrichenen Text aufweisen, weil die meisten oberflächlichen Leserinnen angesichts dieser Präsentation glauben, dass es hinreicht, in diesem vorstehenden Quadrat kein Kreuz zu setzen. Und ich würde sagen, dass sich hier der Verdacht geradezu aufdrängt, dass dieses Quadrat da nur gesetzt wurde, um in solcher Weise missverstanden zu werden. Andere Erklärungen sind zumindest ein bisschen schwierig an den Haaren herbeizuziehen. Was meiner Meinung nach von einem solchem Verhalten gegenüber den Leserinnen zu halten ist, sage ich hier allerdings nicht, weil ich glaube, dass frau durchaus noch selbst denken kann — und wenn nicht, denn wird es höchste Zeit, das zu üben. 😉

Das Zustellen eines Kataloges oder anderer werbender „Medien“ durch die gewöhnliche Hauspost ist im Übrigenn keineswegs illegal, auch wenn man dazu niemals seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat. Wer mir das nicht glaubt, der gehe einfach zu seinem überquellenden Briefkasten, der jeden Tag aufs Neue mit Werbemüll zugestopft wird — und jeder dieser dummen Ausflüsse der Einwegkommunikation lässt eine klare und gerichtsfeste Identifikation des Absenders zu. Allein diese Tatsache zeigt die Legalität dieses Vorgehens.

Ob die „Bauer Media Group“ auch gleich als Dienstleistung für gewerbliche Kunden die Reklame verschickt, weiß ich nicht, und ich habe auch keine Lust, das zu recherchieren — aber dass ihre Tätigkeiten weit über das Herstellen von billigen Heftchen für billige Frauen hinausgehen, dürfte schon an Hand der Firmierung und der ausgebufften, kleinen Tricks klar sein.

Was diese sehr leicht versehentlich zu gebende „Einverständniserklärung“ also wirklich bedeutet, das ist ein Freibrief für die „Bauer Media Group“, die Empfängerinnen der zugestellten Werbung durch professionell geführte Telefonanrufe und Werbe-Mails (die in so einem Fall übrigens, so lästig sie auch werden mögen, keine Spam sind) „nachzubearbeiten“, um die Wirksamkeit der Reklame noch ein bisschen zu erhöhen — und der Bezug dieser „Erklärung“ auf „Medienprodukte“ ist derart allgemein gehalten, dass sich beinahe alles darunter verstehen lässt — vom Reklame-Katalog bis zum ständigen gemailten Hinweis auf gewerbliche Websites. Wer glaubt, dass ein in solchem Freibriefe eingeräumtes Recht nicht von der „Bauer Media Group“ genutzt wird, der muss sich grenzenlose Naivität vorwerfen lassen. Der zweite Satz dieses Textes ist übrigens keineswegs eine Einschränkung, die von der Absenderin des „Coupons“ gegeben wird, sondern diese Einschränkung wird von den gegenwärtig gültigen Gesetzen in der BR Deutschland erzwungen — es handelt sich hier also um eine nichts sagende Nebelgranate, die ebenfalls vom wahren Charakter dieser Erklärung ablenken soll, und auch das offenbart einen Blick in den Charakter der Menschen, die auf diese Weise vorgehen, um andere Menschen ein bisschen zu überrumpeln.

Vielleicht ist jetzt etwas klarer, worin ein zusätzliches Geschäftsmodell einer „Zeitschrift“ bestehen könnte, die wegen ihres günstigen Preises kaum kostendeckend sein kann.

Ende der Abschweifung

Dennoch, das alles ist hier gar nicht mein Thema. Obwohl versteckt dargebotene und auf diese Weise die Kritik der Leserin überrumpelnde Werbung einen Charakter aufweist, der schon recht nahe bei einer vorsätzlichen Irreführung der Leserin steht. Offenbar vertraut ihr, die Macher der „Freizeitwoche“ und anderer leser(innen)verachtender Periodika, darauf, dass eure Leserinnen schon genügend vom Selbsthass zerfressen oder total verdummt sind, um so etwas einfach über sich ergehen zu lassen und dafür auch noch 80 Cent herzugeben. Und ihr würdet wohl alles dafür tun, dass das auch in Zukunft so bleibt, denn diese Dummheit ist euer Geschäft.

Nein, mein Thema ist die himmelschreiende Stümperhaftigkeit der Bearbeitung der in diesem „Artikel“ gezeigten Werbefotos — wenn ich eine Zeitschrift herausgeben würde, denn würde ich mich sogar weigern, so einen Schrott ganzseitig und unübersehbar zu drucken, um wenigstens ein bisschen guten Ruf zu behalten.

Wir wissen natürlich alle — oder wir sollten doch wenigstens alle wissen, vor allem sollten es alle Frauen wissen — dass die Frauen auf diesen Werbefotos so etwas ähnliches wie Frankensteins Monster in virtueller Form sind; dass sie in Photoshop so aus zerschnippelten Einzelteilen verschiedener Frauen zusammengesetzt wurden, bis sich das Idealbild der schlanken, sportlichen, ewig jugendlichen Frau der Werber ergibt, an dem sich alle Frauen dieser Welt messen sollen, auf dass sie dabei unglücklich und voller Selbstzweifel werden. Denn unglückliche Menschen sind nun einmal bessere Konsumenten, mit glücklichen Menschen ist neben dem Alltagsbedarf und ihren echten, intrinsisch entstandenen Wünschen kein gutes Geschäft zu machen. Die psychischen Erkrankungen, die beim ständigen Messen an einem surrealen Maß gerade bei den jüngeren Frauen wie von allein entstehen, sie werden von den Werbern gern in Kauf genommen, solange sich das Geschäft nur lohnt. Es ist eben ein verantwortungsloses und asoziales Mordsgeschäft, das die Werber da betreiben!

Das ist aber nichts Neues.

Neu ist hingegen, was die Werber neuerdings für Stümper mit Photoshop pfuschen lassen. Hier nur die augenfälligsten Stümpereien, die mir fast auf der Stelle den Magen umdrehten. Wer regelmäßig die mit Bildern überflutete Journaille aufschlägt, der weiß wahrscheinlich schon nach ein paar Wochen gar nicht mehr, was die Proportionen eines gewöhnlichen menschlichen Körpers sind.

Also, anonyme Werber und Herausgeber der „Freizeitwoche“, schaut euch das noch einmal gründlich an!

Offenbar weiß euer toller „Grafiker“ nicht, dass man verschiedene Hautfarben irgendwie ein bisschen korrigieren sollte, wenn man schon eine andere Mittelhand und andere Finger an das posierende Modell dransetzt, damit es besser auf die strandhafte Sitzfläche passt:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 1

Oder soll ich mir vorstellen, dass hier nur der Blindenhund eures „Grafikers“ ein bisschen gejault hat. Die völlig unnatürliche Haltung der drangekleisterten Finger könnte man sich ja gerade noch gefallen lassen, auch das kleine Proportionsproblem gehört zu den täglichen Stümpereien, an die sich jeder Reklamebetrachter gewöhnt hat, ohne dass er sie deswegen schon erträglich findet — aber die weißen Fingerchen nach der deutlich sichtbaren Schnittkante sind eine unentschuldbare Stümperei.

Und da hat sich euer „Grafiker“ dann wohl gesagt, wenn es einmal schon unentschuldbar ist, denn kommt es auf ein zweites Mal auch nicht mehr an:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 2

Immerhin hat der Blindenhund beim zweiten Mal wohl so laut und schmerzvoll gejault, dass der „Grafiker“ wenigstens versucht hat, die Schnittkante mit dem Verwischen-Werkzeug von Photoshop ein bisschen zu verbergen — so dass man beim Anblick dieser einen drangeklebten Hand an Frankensteins Photoshop-Monster noch denken könnte, dass die zugehörige Frau sich immer mit Handschuhen in die Sonne oder ins Solarium packt. :mrgreen:

Aber nicht nur Hände werden fröhlich drangeflickt bei dieser Leichenfledderei an lebenden Models, auch Köpfchen wechseln das Körperchen, wobei…

Dr. Frankenstein verpflanzt in der Freizeit-Woche auch mal einen Kopf

…hier die Farbe des Restkörpers zwar ganz gut getroffen wurde, aber die Größe des Kopfes nicht so recht passen will. Im Ergebnis sieht der Hals fast so angeschwollen aus, wie meiner anschwillt, wenn ich so etwas sehe. Na ja, Hauptsache, ihr habt das Kleidungsstück auf eine Frau mit ordentlich Holz vor der Hütte montiert, einen angemessen großen Kopf benötigt eine solche Frau bei solchen Titten doch gar nicht mehr — jedenfalls nicht nach Meinung der Reklameheinis, die sich hier als virtuelle Schüler Frankensteins betätigen.

Bei solchen Schwerpunkten nimmt man andere Dinge denn schon etwas leichter, zum Beispiel mal wieder die Hand der gleichen Frau:

Dr. Frankenstein in der Freizeitwoche näht auch total verkrüppelte Hände an hübsche Körper...

Immerhin hat man hier als unvoreingenommener Betrachter eine gute Hypothese für die abweichende Hautfarbe, denn dieses Model scheint wirklich immer Handschuhe zu tragen. Und das täte ich auch, wenn mir einmal eine Dampfwalze über die Hand gefahren wäre. :mrgreen:

Sehr apart zu der deformierten Hand auch…

Frankensteins Photoshop-Monster in der Freizeitwoche: Bauchknick auf der rechten Seite

…der tiefe, vom rechten Unterarm allerdings verdeckte Bauchknick nur auf der rechten Seite des ziemlich mitgenommenen Körpers. Was Wunder, dass sich bei solchen Anblicken Frauen mit einem ganz normalen und gesunden Körper immer wieder schlecht und unangemessen fühlen und ihrerseits gern zu den anderen unter Dr. Frankensteins modernen Schülern gehen, zu den plastischen Chirurgen.

Wer hingegen — sei es als Frau, sei es als Mann — seine geistige und körperliche Gesundheit behalten möchte, der macht einen ganz großen Bogen um alle Schüler Frankensteins, sowohl jene in der Klinik als auch jene in den von Zynismus beherrschten Büros der Werbefirmen.

Quelle der Scans: Freizeitwoche 25/2009 vom 10. Juni 2009. Ich hätte gern einen Link auf eurer Journalismus-Surrogat gesetzt, aber da ihr nirgends in diesem mir vorliegenden Heft eine Internet-Adresse angegeben habt, scheint ihr auch kein Interesse an eine Verlinkung zu haben, und das respektiere ich nur zu gern. Wer für diese nicht als Anzeige gekennzeichnete Anzeige bezahlt hat und verantwortlich ist, geht aus dem Text nicht völlig hervor.

Ein fröhlicher Gruß an Claudia!

Werbung für mietfähige Elendsarbeit

Und immer, wenn du glaubst, die Menschenverachtung der ganz normalen Werbung könnte gar nicht mehr schlimmer werden, sitzt du mal wieder an einem anderen Rechner bei einem anderen Menschen ohne Adblocker und siehst du deinen nächsten Ad auf irgendeiner Website. Und in deinem Ohr hörst du das folgende fiktive Gespräch. Da sagt so ein Vampir zum anderen: „Wir haben jetzt ja so ein tolles Web Zwo Null, was machen wir mal, um daraus ein bisschen Profit zu schlürfen“, und der andere Vampir antwortet: „Machen wir daraus doch einen Strich für mies bezahlte Elendsarbeit“. Die Idee finden die beiden Blutsauger gut, und der Werber baut sein werbendes Bildchen, es einzubetten in etliche Websites, an denen sich die „Profis“ treffen, die gern billiges „Menschenmaterial“ im Zustand maximaler wirtschaftlicher Abhängigkeit haben — diese beiden Screenshots eines animierten Werbebanners sind von Golem:

Mitarbeiter ab 49 Cent!

Und, wer hat dermaßen günstige Sonderangebote zu bieten:

XING - POWERING RELATIONSHIPS - Effektives Recruiting mit XING! Jetzt Job einstellen!

Ob allerdings ein normaler und noch nicht vom totalen Selbsthass zerfressener Mensch ein Interesse daran haben kann, sich bei XING als extra preiswertes Sonderangebot zum Ramschverkauf an der Fleischtheke anbieten zu lassen, das gehört zu den Fragen, die sich jeder hier selbst beantworten muss.