Neues aus Abmahnistan

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Die neue Abmahnfalle in der BRD?

Die neue Abmahnfalle in der BRD? Abbildungen von Briefmarken mit Loriot-Motiven

Zitat Heise Online:

Die Wohlfahrtsmarken mit Motiven des Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot sind aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia gelöscht worden. Wie nun veröffentlicht wurde, haben die Erben von Bülows beim Berliner Landgericht Anfang Oktober eine einstweilige Verfügung gegen die Veröffentlichung der Marken auf der Multimedia-Plattform Wikimedia Commons erwirkt.

Angsichts der Tatsache, dass Abbildungen dieser Briefmarken in etlichen in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Websites zu finden sind, angesichts der Tatsache, dass es durch die erweiterte Google-Bildsuche beinahe trivial ist, derartige Abbildungen zu finden, angesichts der Tatsache, dass Loriots Werke allgemein beliebt sind und als Bestandteil der „gefühlten Kultur“ gern einmal reproduziert werden, angesichts der Tatsache, dass schon für Abbildungen mit viel geringerer Schöpfungshöhe im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland windige Rechtsanwälte fiese und teure Briefe versendet haben… ach, ich machs kurz: Da kommt eventuell ganz schön etwas auf den in der Bundesrepublik Deutschland gehosteten Teilbereich des Internet und viele private Sitebetreiber zu; und wohl dem, der seine Website in einem anderen Land hat und keine ladefähige Anschrift in einem Impressum angeben muss.

Also Leute, schaut doch lieber mal kurz nach, ob ihr demnächst betroffen sein könntet. Und: Rettet das Internet!

Der klärt auf? Kaputtklagen!

Was passiert in der BRD, wenn juristisch gegen irgendwelche Kitschen vorgegangen werden soll, die vorsätzlich erpresserische Mahnschreiben zur Durchsetzung völlig unbegründeter Forderungen zehntausendfach als Serienbrief raushauen? Das kann man hier leider nachlesen.

Wozu da das Recht in der BRD noch taugt, wenn es die Menschen nicht vor gewerbsmäßigem Betrug schützen kann und keine Mittel gegen die Betrüger und ihre Schergen findet? Das kann man etwa auf Inside mega-downloads.net 3.0 nachlesen:

Nun schiessen die Abzocker aber nun wirklich aus allen Rohren: binnen nur einem Monat reichen sie gleich vier (!) Anträge auf Einstweilige Verfügungen gegen mich ein und schieben gleich noch einen Ordnungsmittelantrag hinterher. Hauptsache, Kosten produzieren – denn vor dem Landgericht herrscht schließlich Anwaltszwang. Ich nenne sowas Law Hunting in Reinkultur und kann mich des Eindrucks nicht erwehren, als dass das, was hier gerade passiert, Rechtsmissbrauch in Vollendung darstellt. Die Abofallen-Mafia zeigt ihr wahres Gesicht – nichts anderes habe ich bereits zu Beginn meines Blogs kommunziert.

Das Recht in der BRD taugt dazu, dass irgendwelche Verbrecher mit den zusammengerafften Millionen die wenigen andere Leute, die den Mut haben, im Internet über die Machenschaften der Verbrecher aufzuklären, in den finanziellen Ruin klagen können.

Wo das Recht nur noch die Verbrecher schützt, hat es längst jeden Sinn verloren.

Die Verhandlung vor dem Landgericht Bielefeld ist übrigens am Montag, den 10. Oktober 2011 um 11.30 Uhr; Adresse: Niederwall 71, 33602 Bielefeld; Sitzungssaal 16. Wer in Bielefeld oder Umgebung ist, hat vielleicht an dieser Verhandlung Interesse oder möchte durch seine Anwesenheit ein Zeichen der Solidarität setzen.

Jörg Kachelmann: TwitPic zensiert Blümchen

Vor wenigen Stunden hat Jörg Kachelmann auf TwitPic [Wegen widerwärtiger Zensur bewusst nicht verlinkt] ein sehr interessantes Bild gepostet, das einen Eindruck davon zu geben vermag, mit welchen Methoden die Contentindustrie in der BRD ihre „Stories“ bekommt und was im Hintergrund der medialen Vorverurteilung Kachelmanns ablief. TwitPic hat dieses Bild, das einmal unter twitpic.com/586fia zu finden war, still gelöscht — es kann ja auch nicht angehen, dass die Gier, Geschäftstüchtigkeit und Schamlosigkeit der Journaille, hier im Falle von Burdas Arsch- und Tittenblatt „Bunte“, einem größeren Kreis von Menschen bewusst wird. So etwas wie Twitter und die damit verbundenden Dienste findet die Journaille eben nur toll, wenn sie in reißerischem Ton vermelden kann, dass damit im Ausland Revolutionen vorangetrieben werden. Wenns aber in der BRD benutzt wird, um mal zu beleuchten, wie denn der ganze Content in die Dreckspresse kommt, denn wird wohl ganz schnell der hauseigene Rechtslinksausleger angerufen, damit er mit der Macht der Geldherrschaft und des BRD-typischen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste etwas dagegen unternehmen kann.

Nun, ich habe das Bild eben in meinem Browsercache wiedergefunden und möchte es niemanden vorenthalten. Es handelt sich um ein Begleitschreiben zu einer Fleurop-Blumensendung, und was darin steht, ist keineswegs durch die Blume gesagt, sondern sehr deutlich (zum Vergrößern klicken) — dieses kleine Dokument zur Zeitgeschichte sollte sich niemand entgehen lassen, der dem Gelaber vom „Qualitätsjournalismus“ angesichts der Ausflüsse dieses Tuns schon immer etwas skeptisch gegenüber stand:

Liebe Frau xxxxx, gerne würde ich mich einmal persönlich mit Ihnen über Herrn JK unterhalten. D a Sie ohnehin im Prozess als Zeugin aussagen werde n, fände ich es schön, Sie schon vorher kennen zu lernen. Sie können mich jederzeit unter meiner Mob ilnr. 0172 6124502 bzw per Email: tanja. may@bunte. burda. com erreichen. Sonnengrüße schickt Ihnen die Tanja May, Chefreporterin und Mitglied der Chefred aktion BUNTE

Hier nochmal der Text mit allen seinen vom eiligen Tippen herrührenden Eigentümlichkeiten abgetippt (allerdings habe ich dabei die Telefonnummer unkenntlich gemacht und bitte auch jeden Leser darum, dass die im Bild sichtbare Nummer nicht missbraucht wird):

Liebe Frau xxxxx, gerne würde ich mich einmal persönlich mit Ihnen über Herrn JK unterhalten. D a Sie ohnehin im Prozess als Zeugin aussagen werde n, fände ich es schön, Sie schon vorher kennen zu lernen. Sie können mich jederzeit unter meiner Mob ilnr. 0172 612xxxx bzw per Email: tanja. may@bunte. burda. com erreichen. Sonnengrüße schickt Ihnen die Tanja May, Chefreporterin und Mitglied der Chefred aktion BUNTE

Besonders wichtig: Schon vor dem Prozess möglichst exklusiv die Infos aus einer mit Blümchen begrüßten und von einer professionellen Schreibersfrau bequasselten Zeugin herausschütteln, so richtig eiskalt von Frau zu Frau. Ist ja auch besser für die mediale Vorverurteilung und den reißerischen Content mit besonderem emotionalen Empörungspotenzial, der dann verkauft werden soll.

Woher dieses Pack bei Burda im Vorfeld eines Gerichtsverfahrens die Anschrift einer Zeugin bekommen hat, gehört übrigens zu den interessanteren Fragen bei diesem Vorgang, auf die ich auch zu gern eine Antwort bekäme. Leider wird so etwas wohl niemals in der Scheiß-Milliardärspresse der BRD stehen. Wer sich in der BRD auf die Verschwiegenheit der Justiz, der Staatsanwaltschaft und der Gehilfen der Staatsanwaltschaft (Polizeien) verlässt, ist ganz offensichtlich verlassen, da werden auch persönliche Daten munter an die widerwärtigen Gefühlsausbeuter der ganz besonders fragwürdigen Journaille rausgerückt, die damit dann so richtig Meinung macht. Wir wissens ja alle:

Was ein BH ist für die Weiber / das sind fürs Volk die Presseschreiber. / Denn beide drücken ganz enorm / die Massen zu gewünschter Form.

Genau.

Ach so, Burda! Natürlich könnt ihr auch versuchen, diesen Text und diesen Mirror des Bildes mit Drohgesten und Briefen mit einschüchterndem Text und Briefkopf wegzensieren zu lassen, und vielleicht schafft ihr das sogar. Das nützt euch nur nicht mehr viel. Im Gegensatz zu euch herzzerfressenen Astlöchern habe ich nicht vor, davon zu leben, dass ich den Menschen künstlich geschürte Emotionen für Geld verkaufe, und deshalb publiziere ich alles unter den wenig einschränkenden Bedingungen der Piratenlizenz. Das hat zur Folge, dass es von allen möglichen und unmöglichen Leuten an vielen Stellen des Internet gespiegelt wird, und obwohl ich nicht mit jedem Betreiber eines Mirrors inhaltlich übereinstimme, bin ich weiterhin über jeden einzelnen Mirror froh, weil ich mir der geldherrschaftlichen Zensurbestrebungen in der BRD sehr bewusst bin. Das ist nicht mehr so einfach für euch geldherrschaftliche Zensoren zu handhaben wie die unendlich bequeme, künstliche Zentralisierung der Kommunikation übers Web-Zwo-Null. Spätestens jetzt kriegt ihrs nicht mehr aus dem Netz, also lebt damit! Lebt auch damit, dass das Internet nichts vergisst! Und wenn ihr meint, ihr könntet mich vielleicht juristisch einschüchtern: Ich bin obdachlos und lebe vom Betteln, habe nichts mehr zu verlieren und empfände einen Gefängnisaufenthalt (immerhin ein Dach übern Kopf und regelmäßige Mahlzeiten) beinahe als einen Urlaub. Immer nur zu! Für eine gewisse Öffentlichkeit, die interessiert zuschaute, wie ihr mit Kanonen auf Spatzen schießt, würde ich schon selbst sorgen.

Nachtrag: Einen weiteren Mirror des blumigen Fleurop-Telegrammes gibt es bei Stefan Niggemeier: Sonnengrüße von der Tanja May — so langsam werde ich mir sicher, dass der Vorgang die gebührende Aufmerksamkeit bekommt. [Danke, Dauni!]

Nachtrag Zwei: Wer Zweifel an der Echtheit des unglaublich herzkalten und dreisten Blümchenschriebs hat, muss sich wohl vorerst auf die Zusicherung von Jörg Kachelmann verlassen: „Das Dokument ist echt und liegt im Original vor“ — ich habe nicht den Schimmer eines Zweifels daran gehabt.

Über Abmahnungen

Dieser Text hat keinen Schluss. Das liegt daran, dass er in den nächsten Tagen weiter geht.

Wer immer noch nicht weiß, was dieses komische Ding mit der „freien Äußerung der Meinung“ im so genannten „Grundgesetz“ in der meudalistischen Praxis des Rechtsmissbrauches in der BRD wirklich bedeutet, lese bitte bei Stefan Niggemeier weiter.

Zahlen Sie nicht!

Na, auf eine Spam reagiert oder auf irgendeinen Werbelink geklickt, um auf einer Website zu landen, die total nutzlose Angebote machte? Auf Websites, die so tolle Namen wie etwa downloadkoenig (punkt) com (nur ein einziges Beispiel) tragen? Und dafür auch noch eine Anschrift eingegeben? Und jetzt kommen die bösen Briefe, dass sie damit einen Vertrag eingegangen sind (und manchmal sogar explizit auf ihr Widerrufsrecht verzichtet haben sollen) und sie sollen ganz viel Geld zahlen? Und wenn sie das nicht tun wollen, denn wird ihnen die Lohnpfändung, Zwangsvollstreckung, Kontopfändung an die Wand gemalt?

Zahlen Sie nicht! Bleiben Sie stur! Lassen Sie sich nicht von Inkasso- oder Anwaltsbriefen unter Druck setzen! Der Trick ist, Leute mit Mahnungen so einzuschüchtern, dass sie zahlen, ohne es zu müssen. Die rechtlichen Begründungen, warum Sie angeblich zahlen sollen, sind allesamt unsinnig.

Bitte hier weiterlesen! Und in jedem Fall das Geld behalten!

Und in Zukunft bitte auch daran denken, dass kein Anbieter kostenloser freier Downloads auf die Idee kommen wird, von Ihnen eine Anschrift einzufordern. Das machen nur Verbrecher.

Jack Wolfskin zum Zweiten

Es gibt zwei Arten von Internet. Es gibt das Internet in den USA, wo etwas von der Freiheit der Meinungsäußerung in der Verfassung steht, und es gibt das Internet in Europa, wo vor allem die Wünsche der Besitzenden mit der Rechtskeule gegen die Menschen durchgesetzt werden, damit auch der Letzte noch merkt, was das Gefasel der Sonntagsreden so wert ist. Und die Startseite einer niederländischen Website kann da schon einmal so aussehen:

Und warum das? Na, da ist eine Bärentatze drin. Und es gibt diesen Kack-Abmahner namens Jack Wolfskin, der alle Tatzen, Pfoten und Fährten dieser Welt für sich und seine amöbenhaften corporate identity beanspruchen will und deshalb der halben Welt mit der Jurafuchtel kommt. So ein Bär ist ja so leicht mit einem Wolfe zu verwechseln, und überhaupt gehört einem die ganze Vielfalt der Natur, wenn man alles nur durch die Brille dieser Rechtsmissbraucher sieht. Auch, wenn es da eine Einigung mit ein paar handarbeitenden Hausfrauen und eine halbherzige Entschuldigung gegeben hat, es gilt auch weiterhin:

Jack Wolfskin ist einer dieser Kack-Abmahner

Die immense „Verwechslungsgefahr“ beurteile bitte jeder an Hand der folgenden Gegenüberstellung:

Die Logos von bearwear.nl und Jack Wolfskin gegenübergestellt

Wenn man so ein Nebeneinader sieht, ist man beinahe froh, dass die Juristen im Auftrage von Jack Wolfskin sich nicht als fährtenlesende Jäger irgendwo durchschlagen müssen, sie würden gewiss auf der Jagd nach einer Gazelle einem ausgehungerten Löwen folgen — und damit bestenfalls die Ernährungslage von Großkatzen verändern. Obwohl: Eigentlich wäre es auch besser so, denn welcher Mensch braucht eigentlich solche Arsc Typen, zu denen mir kein angemessener Tiername mehr einfällt. Eine Mutter vielleicht, aber sonst…

Bei solcher Allgemeinheit des „Markenschutzes“ muss man ja befürchten, eine Abmahnung zu bekommen, wenn man ein Foto seiner Hand veröffentlicht. Und es glaube niemand, dass es hier nur um Kleinigkeiten geht, denn der Markenschutz erstreckt sich unter anderem auf die Warengruppen Luftfahrzeuge, Chirurgische Instrumente, Druckereierzeugnisse, Christbaumschmuck (!!!1!), Juristische Dienstleistungen (!!ELF!!!), Soziale Dienstleistungen (*stöhn!*)

Nun gut, ich gebe hier mal wieder, worauf ich in einem Kommentar von rabe hingewiesen wurde, das Original findet sich beim Stich des Skorpions:

Liebe Bären, Bärenfreunde und Bewunderer,

unsere Identität ist Gefahr.

Der Konzern „Jack Wolfskin“ ist der Meinung, dass die Bärentatze ihm gehört.

Unser Markenzeichen, dass von unserer Flagge, aus unseren Webseiten, Büchern, Magazinen, Postern und Flyern kaum noch wegzudenken ist, wird beansprucht von einer Firma, die überteuerte Ausrüstung für Extremsportler herstellt.

Ehrenamtlich engagierte Community-Clubs haben schon die scharfe Wolfspfote zu spüren bekommen, als ihnen untersagt wurde, die Bärentatze grafisch zu verwenden.

Ein tragisches Beispiel ist der Onlineshop http://www.bearwear.nl, der auf Drängen dieses Konzerns seine Geschäftstätigkeit einstellen musste, nur weil hier designte T-Shirts und Sweathirts mit bärigen Slogans incl. der Bärentatze verkauft wurden.

ES REICHT!
Hiermit werden alle aufgerufen, diesem lächerlichen Treiben die Stirn zu bieten und in Aktion zu treten.

Was kann der Einzelne tun?

  • Wendet Euch per Mail, Brief, Fax oder per Telefon an „Jack Wolfskin“ und macht denen klar, dass unser Symbol nicht mit einer Wolfspfote zu verwechseln ist! Ein Bär ist kein Wolf und fünf ist nicht vier.
  • Stellt ihnen die Frage, warum sie sich von Symbolen einer schwulen Community in ihren Rechten verletzt sehen!
  • Fordert die Rücknahme von Sanktionen gegen Shop-Betreiber, die die Bärenszene ausrüsten und macht ihnen klar, dass wir in Zukunft gemeinsam gegen Bestrebungen kämpfen, die die Vernichtung und kommerzielle Unterdrückung unserer Symbole zum Inhalt hat!
  • Informiert alle über diesen Skandal und bittet um Mithilfe!
  • Übersetzt diesen Aufruf in alle Sprachen und verbreitet ihn weiter!

Die Bärenflagge mit der Bärentatze ist ein Symbol der Freiheit, der Gemeinschaft und der Toleranz. Dieses kann man nicht markenrechtlich schützen lassen.

Kontakt zu JW:
Telefon allgemein: +49-(0)6126 9540
Pressesprecherin: Tel.: +49 (0) 6126 954-143
Fax: +49-(0)6126 954-159
e-mail: info (at) jack-wolfskin.com