Kurz verlinkt (46)

Fast jeder kennt diese als Zeitung getarnten, kostenlosen Blätter, die meist wöchentlich in die Briefkästen gesteckt werden und ein bisschen Journalismus nachahmen, um Reklame unter die Menschen zu bringen. Hinter dieser besonderen Werbeform steht die Einsicht der Werber, dass nur eine weniger intelligenzbegabte Minderheit der Menschen bereit ist, Werbung zu lesen, dass aber fast jeder bereit ist, eine Zeitung zu lesen, wenn man sie ihm gibt, Welche Interessen wirklich hinter diesen Blättern stehen, wird nur sehr selten so richtig deutlich. Manchmal — vor allem bei lokalen Themen mit direktem Bezug zum Leben der Menschen — wird es aber so überdeutlich, dass einem angesichts des geldgeilen und lebensverachtenden Zynismus, der einem aus fast jeden Wort des Hirnpfluges entgegenschlägt, das kalte Kotzen kommt.

Die Psychos fressen das Geld

Für das Staatsfernsehen der BRD, Geschmacksrichtung „ARD“, sind die immer häufiger auftretenden, psychischen Krankheiten von Menschen in Deutschland…

Videotext der ARD - Nachrichten Gesundheit - Psycho-Krankheiten - hohe Kosten - Die Ausgaben für psychische Erkrankungen steigen besonders stark. 26,7 Mrd. Euro wandte das Gesundheitswesen 2006 für Menschen mit psychischen Krankheiten und Verhaltensstörungen auf. 3,3 Mid. Euro mehr als 2002. Das war der höchste Anstieg bei allen Krankheitsarten in diesem Zeitraum. Die Kosten insgesamt erhöhten sich im Vergleichszeitraum um 17,2 Mrd. auf 236 Mrd. Euro. Psychische und Verhaltensstörungen zählten mit gut 11 % zu den besonders kostenintensiven Erkrankungen. Noch höhere waren nur die von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (14,9 %)

…zumindest in der Überschrift einfach nur „Psycho-Krankheiten“. Und die ganzen Kranken sind, wenn man diese hirnfickende und kranke Menschen diskriminierende Sprache fortsetzt, einfach nur Psychos, die das ganze Geld im „Gesundheitswesen“ auffressen. So klingt Propaganda in der BRD.

Quelle des Bildes: Videotext der ARD, 10. März 2009, 19:00 Uhr. Als ich heute um 10:30 Uhr auf diesen tollen Text hingewiesen wurde, habe ich nicht geglaubt, dass er so lange in dieser Form stehen bleiben würde und die Sprachentgleisung für einen Fehler gehalten, der im Laufe des Tages korrigiert wird. Aber nun, acht Stunden später, ist klar, dass diese Sprache genau so beabsichtigt ist.