Lasst uns alle Infrastruktur privatisieren…

„Lasst uns alle Infrastruktur privatsieren“, so drang es aus den neoliberalen Propagandaabteilungen über Presse und Glotze wie eine chinesische Wasserfolter in jedes Ohr, „denn privat ist billiger, effizienter und besser als alles, was staatliche Betriebe leisten können“. Und dann wurde die Deutsche Bundesbahn „marktfähig“ gemacht, und heute klingt der Herr Ramsauer so:

Ramsauer will mehr Geld in Schiennetz stecken -- Als Konsequenz aus den wochenlangen Zugausfällen in Mainz will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mehr Geld in die Schienen investieren. Ein größerer Teil der jährlich 500 Millionen Euro Dividende, die der Konzern an den Bund zahle, werde wieder ins Netz zurückfließen, sagte der Ramsauer [sic!] dem Spiegel. Er räumte allerdings ein, dass dies alles Zeit brauche

Und morgen privatisieren wir das Trinkwasser. Weil es billiger, effizienter und besser ist, wenn Gewinne privatisiert und Investitionen und Verluste auf den Staat abgewälzt werden können — zwar nicht für die 99 Prozent der Bevölkerung, die von der Scheiße betroffen sind, aber dafür für das eine Prozent der Bevölkerung, das die Politik bezahlt. Und das ist ja die Hauptsache in der Bimbes- und Bananenrepublik Deutschland.

Quelle des Screenshots: Fernsehen

Der Bundestag so: Scheiß aufs Menschenrecht!

Wasser ist Menschenrecht, Privatisierung verhindern -- Drs 17/12482 -- Angegebene Stimmen 543, Nicht abgegebene Stimmen 75, Ja-Stimmen 122, Nein-Stimmen 299, Enthaltungen 124, Ungültige 0

Alles muss privatisiert werden! Alles muss in privatwirtschaftlichen Reibach verwandelt werden! Scheißegal, wer und was dabei auf der Strecke bleibt. Fühlt euch weiterhin gut von euren Vertretern verkauft, Menschen in Deutschland.

Wenn ihr die Namen der Menschen lesen wollt, die eure Lebensrecht an den Meistbietenden verkaufen: Die gibts beim Bundestag des besitzenden Teils der Deutschen, der den Rest der Deutschen in einem surrealen Theater eine simulierte Demokratie vorspielt, damit sich die Menschen mit den falschen Fragen beschäftigen.

Doktorkauf in der BRD

Betrugsverdacht gegen Professoren - Bundesweit stehen rund 100 Professoren unter Verdacht, Bestechungsgeld angenommen zu haben. Sie sollen im Gegenzug Akademikern schnell zum Doktortitel verholfen haben. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte die Ermittlungen wegen Betrugsverdachts. Es handle sich um Hochschullehrer aller Fachrichtungen. Laut einem Focus-Bericht sollen die Honorarprofessoren von einem Institut für Wissenschaftsberatung zwischen 4.000 und 20.000 Euro erhalten haben.

Es ist ja so eine tolle Idee, alles immer weiter zu privatisieren. Was das BRD-Staatsfernsehen hier in seinem Videotext verschweigt, indem es die Information unter dem für viele Menschen unverständlichen Wörtchen „Honorarprofessoren“ herausrückt, ist die Tatsache, dass es sich um Privatdozenten handelt, die an den zu höheren Berufsschulen rückgebauten Universitäten der BRD Professor spielen, und nicht um beamtete Professoren im klassischen Sinne.

Und die haben halt mal ganz ordentlich die Hand aufgehalten. Endlich kehren die Zustände der Verbrecherwirtschaft auch in Forschung und Leere Lehre ein, endlich sind die Universitäten kein abgehobener Ort jenseits des gesellschaftlichen Prozesses mehr. Wer Geld genug oder hinreichen vermögende Eltern hat — das ist alles, worauf es noch ankommt — kann sich eben seinen Doktortitel kaufen, und wer nicht genug hat, dem wird schon durch die Studiengebühren eine ordentliche Hürde hingelegt, die viele Menschen trotz vorhandener Befähigung abschreckt. Schließlich wohnt und isst ein Mensch gern.

Das sind die Zustände, die in Deutschland p’litisch gewollt sind.