Das ist deine Privatsphäre bei Blizzard!

Das ist deine Privatsphäre bei Blizzard! Screenshot, der aus World of Warcraft heraus angefertigt wurde, mit sichtbar gemachter digitaler Signatur.

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Wenn aus dem immer noch recht beliebten Online-Spiel »World of Warcraft« heraus ein Screenshot im JPEG-Format angefertigt wird, dann enthält dieser Screenshot eine für den menschlichen Betrachter zunächst unsichtbare digitale Signatur, in der (mindestens) die aktuelle Uhrzeit (auf dem verwendeten Server), der Benutzername und die IP-Adresse des verwendeten Servers abgelegt werden. Diese unsichtbaren Zusatzinformationen werden seit mehreren Jahren in den JPEG-Bildern abgelegt.

Es ist für Blizzard also möglich, nachzuvollziehen, von welchem Spieler ein im Internet veröffentlichtes Bild gemacht wurde.

Weitere Anmerkungen

Es handelt sich nicht um normale JPEG-Artefakte, die von Verschwörungsspinnern überinterpretiert werden. Im Screenshot oben — ich habe die Strukturen mit der Kantenerkennung in GIMP sichtbar gemacht — kann man sehr deutlich die typische Blöckchenstruktur einer JPEG-Komprimierung etwa über den Wolken erkennen. Diese unterscheidet sich schon für das bloße Auge strukturell deutlich von den Rechtecken, in denen bitweise codierte ASCII-Zeichen abgelegt wurden (die Bitreihenfolge muss zum Lesen umgekehrt werden).

Die codierten Informationen werden über einen großen Bereich des Bildes zyklisch wiederholt, mutmaßlich, um durch diese Redundanz immer eine sichere Lesung der versteckten Daten zu erreichen.

Es handelt sich um eine echte und von Blizzard heimlich im Programm verbaute Tracking-Funktion für Screenshots. Dass eine eindeutige Zuordnung eines Screenshots zu einem Spieler möglich ist, wurde niemals von Seiten Blizzards kommuniziert.

Ich frage mich seit einigen Stunden, was der Zweck dieser (doch mit gewissem Aufwand realisierten) Überwachungsfunktion ist, und ich kann mir nur eines vorstellen: Vermutlich dienen diese Informationen, um Cheater zu identifizieren. Wenn ein Cheat veröffentlicht wird, dann werden dabei nahezu immer erläuternde Screenshots gemacht, und Blizzard kommt so an die WoW-Identität der Cheater, die sich mit den Anmeldedaten kombinieren lässt, um des Cheaters habhaft zu werden. Es handelt sich, wenn dies zutrifft, sozusagen um eine privatwirtschaftliche Rasterfahndung, bei der eine große Menge von Menschen präventiv und anlasslos überwacht wird.

Weiterführende Links

Wer gut englisch lesen kann, sollte sich die ganze Geschichte bei ownedcore.com nicht entgehen lassen. Deutschsprachige Artikel gibt es zurzeit bei WinFuture, bei Gamestar und bei Golem.

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Was ich vor einer Woche auf Google Plus angekündigt habe, habe ich heute gemacht:

Google+ und damit verbundene Inhalte wurden erfolgreich gelöscht.

Das ist von mir zur Nachahmung empfohlen.

Weniger empfehlen kann ich hingegen, für Googles heiß beworbenen Drecksdienst irgendeine zusätzliche, kostenlose Reklame zu machen, indem man darüber schreibt und anderen Menschen im Hunderterpack die Invites zusteckt, damit sie bei diesem „geschlossenen Betatest“ mitmachen können. Total geschlossen, das Ding… wer so redet, erinnert mich eher an eine geschlossene Anstalt. 😈

Absolut bescheuert und von geradezu sklavenhafter Bückseligkeit ist es, darauf zu warten und zu hoffen, dass Google zu irgendeiner Einsicht in Hinblick auf eine mögliche Pseudonymität bei der Nutzung von Google Plus kommt. Die mit allen Mitteln der technokratischen Willkürherrschaft durchgesetzte Klarnamensplicht ist keine Panne, sondern Bestandteil der geplanten geschäftlichen Verwertung angesammelter Daten. Dass das Geist und Wesen des Internet verneint, ist denen beim Geldmachen egal. Da kommt nichts mehr. Außer vielleicht solche Beschwichtigungen wie gestern, dass einem jetzt vier Tage Zeit gelassen werden, wenn Google mit einem Namen nicht einverstanden ist und um Stellungnahme bittet (unter Angabe der Telefonnummer, mit Aufforderung, ein eingescanntes Ausweisdokument einzusenden), bevor Google durchlöscht. Die können nicht vom Kern dieser unsinnigen Forderung nach Realnamen abrücken. Es wäre ein Abrücken von derjenigen geschäftlichen Strategie, für die Google Plus entwickelt und online gestellt wurde. Also nicht warten, sondern besser gleich selbst löschen!

Eine Menge Text zum Weiterlesen habe ich auch noch, aber das sind allesamt etwas längere Texte, die ich hier nur verlinke und nicht wiederhole:

Frohes Abmelden! 😉

Zum Glück für uns alle gibt es ein Internet jenseits von solchen Sozialvermarktern-2.0 wie Facebook, Google, Twitter und den inzwischen fast schon wieder vergessenen VZ-Dingern und MySpace. Wer nicht will, dass jede seiner Äußerungen zu einem sozial optimierten Geschäftsvorgang gemacht wird, der wird sich geeignetere Formen des Miteinanders suchen.

Wofür wir Videoüberwachung brauchen…

Wofür wir nach Meinung der immer noch amtierenden Kanzlerdarstellerin Angela Merkel eine möglichst umfassende Videoüberwachung des öffentlichen Raumes brauchen, hat sie doch auch mal erklärt…

…damit sich auch ja die Zufriedenheit ihrer Wähler unter dem allgegenwärtigen zwingenden Blick des Großen Bruders und die totale Orwellness einstellen mögen.

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