Briefe an Heise Online

Zum Artikel SPD-Chef Gabriel wirbt unsachlich für die Vorratsdatenspeicherung

So so, „SPD-Chef Gabriel wirbt unsachlich…“

Manchmal kommt es mir schon vor, als würden die Texte im vorauseilenden Gehorsam gegenüber einem Zensor geschrieben (den es in der Form der Vorzensur in der BRD ja nicht gibt, weil das ja verboten wäre, an seine Stelle tritt der fast uneingeschränkte Rechtsschutz für beleidigte Leberwürste in gewissen Hamburger Dunkelkammern).

Gabriel hat nicht unsachlich geworben.

Gabriel hat gelogen. Er hat bewusst Unwahrheiten ausgesprochen. Das ist nicht „unsachlich“, wie es etwa die unsachliche, also nicht zur Sache gehörige (und überdem beleidigende) Behauptung wäre, dass Sigmar Gabriel ein riesengroßes Arschloch sei, sondern es ist Lüge.

Er hat dies aus Propagandagründen getan, um mit diesem psychologischen Hebel ein politisches Ziel voranzutreiben, für das es sachlich nur wenig Grund gäbe.

Dass er bei dieser Propaganda die Opfer eines schweren Verbrechens instrumentalisiert und sie zusammen mit ihren Angehörigen verhöhnt hat, war ihm bei seiner Lüge gleichgültig.

Sigmar Gabriel hat bei diesem Sprechakt gezeigt, was er für einen Charakter hat. Diese Offenbarung von Charakter ist deutlich genug, um sich zu überlegen, ob so ein Mensch ein Führungsamt in einer großen politischen Partei (also etwas anderem als der NPD) oder gar ein Ministeramt bekleiden soll.

Meiner Meinung nach – und die ist weder unsachlich noch verlogen – ist ein Mensch mit diesem Charkater weder für das eine noch für das andere geeignet, und auch für vieles weitere mit deutlich kleinerem gesellschaftlichen Wirkungskreis nicht. Vielmehr sollte ein Mensch mit so offenbaren charakterlichen Defiziten an sich selbst arbeiten, gern auch unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe, wenn dies sinnvoll erscheint.

Und ihr bei Heise Online mit eurem sprachlichen Fehlgriff einer „unsachlichen Werbung“, ihr arbeitet Menschen mit solchen charakterlichen Defiziten zu.

Das ist ein Problem.

Und zwar eines, über das ihr ein kleines bisschen nachdenken solltet.

Lieber Herr Snowden…

Lieber Herr Snowden,

zunächst möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass Sie die weltweite, anlasslose Überwachung aller Menschen mit Ihrem Entschluss, dabei nicht weiter mitzumachen und ihnen vorliegende Materialien zu veröffentlichen, sogar zum Thema in der bürgerlichen Presse gemacht haben.

Den alltäglichen Irrsinn, dass die gleichen Menschen, die mich vor noch gar nicht so langer Zeit noch als „Verschwörungsspinner“ bezeichnet haben, inzwischen schon immer etwas geahnt oder gar gewusst haben wollen, nehme ich dafür gern in Kauf.

Ich gratuliere Ihnen ebenso zu ihrem Entschluss, politisches Asyl in Russland zu beantragen und bin davon überzeugt, dass Sie in Russland wesentlich besser aufgehoben sind als in irgendeinem südamerikanischen Staat am äußeren Rand der unmittelbaren wirtschaftlichen und politischen Einflusssphäre der USA. Von dem besonderen „Flugservice“ der US-Geheimdienste werden Sie ja gewiss schon einmal von ihren NSA-Kollegen gehört haben.

Aber ich bitte Sie darum, dass Sie mir und dem Rest der Welt noch einen großen Gefallen tun. Wenn Ihrem Asylantrag stattgegeben wird — was angesichts der Tatsache, dass ein Жерар Депардьё¹ dort ebenfalls „Asyl“ genießt, als nicht besonders unwahrscheinlich erscheint — und wenn Sie demnächst Ihren neuen russischen Pass in den Händen halten werden und damit noch einmal vor die internationale und russische Presse treten, nutzen Sie bitte auch diese große Chance: Tragen Sie bitte ein T-Shirt mit dem großen, unübersehbaren und auffälligen Schriftzug „Free Pussy Riot“ in englischer und russischer Sprache.

Mit Gruß auch ins Gulag und in die dunklen Gassen Alzheims
Der Mut

¹In lateinischen Buchstaben heißt er Gérard Depardieu.

#Neuland — Brief an Angela Merkel

Der folgende Text ist ein Vollzitat eines Kommentars von smartysmart34 im Forum von Heise Online:

Sehr geehrte Frau Merkel,

So so, das Internet ist also Neuland. Wirklich interessant. Wenn ich von den ersten — noch textbasierten Anfängen ausgehe, dann überschlage ich das Alter des Internet mit ca. 23 Jahren (Öffnung für die Kommerzielle Nutzung 1990 durch die NSF). Und selbst wenn ich den Beginn der Massennutzung durch Amazon (1995), Facebook (2004) und Google (1998) zugrunde lege, so komme ich doch immerhin noch auf 10 – 15 Jahre. Das sind ja nur je nach Rechnung zwischen 4 und 6 Legislaturperioden, das kann man schon mal übersehen.

Aber die eigentliche Frage ist doch: Was daran ist wirklich neu?

Grob vereinfacht nutzen Menschen das Internet um miteinander zu kommunizieren. So gesehen ist es die logische Weiterentwicklung folgender Kette: Persönliches Gespräch → Brief → Telegramm → Telefonat → „Internetprotokoll der Wahl hier einfügen (Mail, Messenger, Blog, etc.)“

Die grundsätzliche Frage hierbei lautet: Wieviel dieser Kommunikation muss ich als Staat mitlesen und auswerten können? Und zwar unabhängig vom Trägermedium. Wieso muss angeblich der E-Mail-Verkehr überwacht werden, die Briefpost aber nicht? Wieso sollen SMS und Chat mitgelesen, persönliche Gespräche aber nicht abgehört werden?

Die Forderung der diversen Geheimdienste kann man übersetzen mit: „Sicherheit kann es nur geben, wenn wir jede Form der zwischenmenschlichen Kommunikation überwachen können.“

Oder anders gefragt: Wieviel Privatheit darf/soll sich eine Demokratie gönnen? Und wenn man zur Wahrung der Sicherheit tatsächlich alle Inhalte überwachen muss, wieso hat das dann ohne diese Überwachung die letzten 60 Jahre so gut funktioniert?

Apropos Sicherheit. Immer wieder lese ich von „Sicherheit garantieren“, „Hundertprozentige Sicherheit erfordert Überwachung“.

Lassen Sie mich dazu sagen:

Niemand will hundertprozentige Sicherheit. Die kann es nicht geben. Das Konzept nennt sich „allgemeines Lebensrisiko“. Das Leben ist riskant, und es endet im Allgemeinen mit dem Tod. Geht es um das Verhindern von Toten? Dann schlage ich in ungefähr dieser Reihenfolge folgende Maßnahmen vor:

  • Freizeitaktivitäten verbieten
  • Hausarbeiten verbieten
  • Autos verbieten
  • Rauchen verbieten
  • Alkohol verbieten

Registrieren wir Küchenmesser, nur weil damit auch Körperverletzungen zugefügt werden? Verbieten wir Briefe, weil man damit Briefbomben verschicken kann? Werden die Käufer eines Hammers überwacht und bespitzelt, weil man damit Menschen verletzen kann? Das Missbrauchspotential einer Sache rechtfertigt noch lange nicht die Überwachung all derer, die sie friedlich verwenden.

Empfehlenswert in diesem Zusammenhang sind die letzten 40 Minuten des Films „I, Robot„.

Zusatzfrage: Wie viele Terror-Opfer gab es in Europa in den letzten 10 Jahren?

Kommen wir noch einmal zurück zum Internet, und ob es wirklich neu ist.

Es gibt tatsächlich einen Aspekt am Internet, der im Vergleich zu den bisherigen Kommunikationsmedien neu ist: Das ist die schnelle Erreichbarkeit von vielen Empfängern bzw. der schnelle Meinungs- und Informationsaustausch zwischen vielen Teilnehmern. Die Frage ist in meinen Augen: Kann ein solcher Austausch tatsächlich eine Gefahr für eine Demokratie sein, oder muss dieser nicht erst recht in einer Demokratie gefördert werden?

Wie kann es sein, dass die freie Kommunikation unter Bürgern vom System als „gefährlich für die innere Sicherheit“ bzw. „Risiko“ eingestuft wird? Müssen wir uns dann nicht eher die Frage stellen, ob das System in der vorhandenen Form vielleicht nicht mehr zur realen Gesellschaft passt?

Anders formuliert: Wenn es in einem System / einer Gesellschaft so viel Ungerechtigkeit und Unzufriedenheit gibt, dass sich einzelne Gruppen nur noch mit Gewalt zu helfen wissen, dann ist die Unterdrückung dieser Gewalt der falsche Ansatz. Ziel sollte vielmehr sein, die Lebensbedingungen so anzupassen, dass es keinen Grund zur Gewalt gibt.

Aber selbst wenn man anerkennt, daß es in einer derart großen Gesellschaft immer eine Seite gibt, die sich benachteiligt oder unterdrückt fühlt, und dass es immer gewaltbereite Chaoten gibt, so stellt sich doch die Frage: Löse ich das Problem mit flächendeckender Überwachung der 99% friedlichen Bürger?

Nehmen wir an, wir würden es versuchen. Alle zu überwachen. Ich sehe dabei zwei große Probleme:

  • Diejenigen, die sich wirklich kritische Nachrichten zukommen lassen wollen, können
    1) Technisch verschlüsseln. Das wirkt garantiert. Aber auch normale, um ihre Privatsphäre besorgte Menschen verschlüsseln informationen. Sind diese dann automatisch auch im Fahndungsraster?
    Das Ergebnis würde den Überwacher jedenfalls nicht weiter bringen.
    2) Oder man entwickelt eben einen „Sprachcode“, in dem z.B. Wörter und Formulierungen andere Bedeutungen haben. Die Semantik wird verändert und man bleibt ganz ohne technische Verschlüsselung ganz ohne Verdacht. Aber der „Abhörende“ versteht wieder nichts. Bringt den Überwacher also auch nicht weiter.
  • Alle anderen (die normalen Bürger) haben ein viel größeres Problem. Es geht schließlich nicht darum, dass irgendwo ein Volkspolizist die eMails liest. Diese Überwachung läuft in den heutigen Szenarien maschinell. Ein Programm analysiert Inhalte und Zusammenhänge und legt basierend auf den Ergebnissen neue Informationen an. Simples Beispiel:
    Sie bestellen beim Versandhandel parfumfreie Body-Lotion. Zwei Monate später bestellen Sie Vitaminpräparate. Ab dieser Bestellung sind sie im System als mit hoher Wahrscheinlichkeit „schwanger“ gespeichert. Sie haben das nie behauptet, sie sind es vielleicht nicht, Sie haben die Produkte vielleicht nicht mal für sich selbst bestellt. Dem System ist das egal.
    Das Beispiel zeigt: Es geht nicht um das, was man selbst sagt oder tut, sondern um das, was hineininterpretiert wird. Und das ist für den Betroffenen intransparent. Aber nach genau dem gleichen Muster landet man ggf. auf einer Terrorliste, in einer No-Fly-Datenbank oder in sonst einem der geheimen Register. Bringt uns das weiter? Sicher nicht.

Über all dem geht es für mich um die Frage. Wie weit vertraut der Staat seinen Bürgern und wer kontrolliert wen.

Kontrolle muss von unten nach oben passieren. Die Bürger müssen wissen, was der Staat und seine Organe tun. Wieso etwas passiert. Und in wessen Interesse es ist. Der Staat selber darf seine Bürger nicht überwachen. Zumindest nicht grundlos und unkontrolliert. Denn das wäre ein Misstrauensvotum gegen die Gesellschaft. Und wenn ein Staat seinen Bürgern grundsätzlich misstraut, dann muss er sich immer fragen:

  • Wieso sollten die Bürger dann mir vertrauen?
  • Und: Wenn „ich“ als Staat meinen 80 Millionen Mitbürgern grundsätzlich nicht vertraue, dann liegt das Problem wahrscheinlich auf meiner Seite.

In diesem Sinne: Aufwachen!

Ein besorgter Bürger ohne das Vertrauen, sich hier öffentlich zu seiner Meinung zu bekennen.

Offener Brief an Google

Werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Google,

ich muss eingangs eingestehen, dass ich die diversen Webdienste ihres Unternehmens nicht mehr so gern und häufig wie vor zehn Jahren nutze. Das liegt keineswegs an der Qualität, sondern mehr daran, dass Google nach weitgehenden Diversifizierungen eine Monopolstellung anstrebt, die mir nicht behagt.

Doch davon einmal abgesehen, erscheint mir auch die Qualität ihrer Dienste in immer größerem Maße fraglich — und es ist nur die Qualität, die ihren Diensten eine Nützlichkeit für die Anwender verschafft, ohne diese Qualität bleibt nur der Kadaver einer einst wertvollen Marke. Deshalb bin ich der Meinung, dass sie allein schon aus geschäftlichem Interesse alles daran setzen sollten, in Zukunft die größtmögliche Qualität aller Google-Dienste sicherzustellen.

Das ist der Grund für diesen offenen Brief. Sie haben im Moment ein Qualitätsproblem in ihrem Webdienst „Google News“. Es reduziert den Nutzen dieses Dienstes für die Menschen und hilft unseriösen Anbietern dabei, fragwürdige und in ihrer Hinterhältigkeit an betrügerische Machenschaften erinnernde Geschäftsmodelle zu betreiben — basierend auf der Irreführung der Nutzer ihres Dienstes „Google News“.

Der folgende Screenshot ist eine in „Google News“ dargestellte Meldung der Website des „Hamburger Abendblattes“ des Axel-Cäsar-Springer-Verlages:

Das Internet ist nicht schuld -- Nach Jahren der Euphorie hat das Internet dieser Tage einen ziemlich schlechten Ruf. Es gilt nun als das Medium der künstlichen Daueraufregung und als Instrument der Menschenjagd. Das Netz erzeuge eine oberflächliche, dümmliche Aggression, ...

Wie sie sehen können, befindet sich unterhalb der Überschrift ein von ihrem Bot eingelesener Teaser des Artikels. Es war übrigens genau dieser Teaser, der mich mit seinen vorsätzlich provozierenden und empörenden Behauptungen dazu brachte, einen Blick auf diesen Artikel werfen zu wollen.

Ihr Bot sieht allerdings beim „Hamburger Abendblatt“ einen anderen Inhalt als jeder menschliche Leser. Ein Klick bringt die folgende „Meldung“ des „Hamburger Abendblattes“ hevor:

Screenshot des angeblichen Artikels auf der Website des Hamburger Abendblattes

Sie können sicherlich erkennen, dass nicht einmal der Teaser der Meldung in der von ihren Bot indexierten Länge vorhanden ist. Dass ihren Bot gegenüber ein anderer Inhalt ausgeliefert wird als gegenüber jedem anderen Leser, ist evident.

Das allein ist übel genug. Übrigens haben sie selbst auf ihren Support-Seiten eine erfreulich eindeutige Haltung zu derartigen Machenschaften, an die ich sie gern einmal erinnern möchte, falls sie diese vergessen haben (Zitat Stand der soeben verlinkten Seite vom 8. Mai 2012, 16.40 Uhr):

Cloaking, irreführende JavaScript-Weiterleitungen und Brückenseiten

Cloaking

Cloaking bezeichnet den Versuch, Nutzer zu täuschen, indem Suchmaschinen und Besuchern unterschiedlicher Content oder unterschiedliche URLs bereitgestellt werden. Wenn Sie je nach User-Agent unterschiedliche Ergebnisse bereitstellen, wird Ihre Website möglicherweise als nicht vertrauenswürdig eingestuft und aus dem Google-Index entfernt.

Beispiele für Cloaking:

  • Für Suchmaschinen wird eine Seite mit HTML-Text bereitgestellt, während Nutzern eine Seite mit Bildern oder Flash-Elementen angezeigt wird.
  • Für Nutzer wird anderer Content bereitgestellt als für Suchmaschinen.

[…] Google ist bestrebt, seinen Nutzern wertvolle und relevante Suchergebnisse zu liefern. Daher lehnen wir Verhaltensweisen strikt ab, die darauf ausgelegt sind, Content lediglich für Suchmaschinen bereitzustellen oder Suchmaschinen zu manipulieren und Besucher zu täuschen, indem diese auf andere als die gewählten Websites geleitet werden. Google behält sich vor, gegen Brückenseiten und andere Websites vorzugehen, bei denen von irreführenden Praktiken Gebrauch gemacht wird – beispielsweise durch Entfernen dieser Websites aus dem Google-Index.

Das sind klare und eindeutige Worte, die so klingen, als wäre Google um den Schutz seiner Nutzer vor fragwürdigen manipulativen Praktiken bemüht. Wenn dieses Bemühen nicht nur eine unverbindliche Zusicherung einer Werbeagentur ist, sondern in der Gestaltung von Google-Webdiensten Wirksamkeit entfalten soll, wäre allein die hier an einem Beispiel belegte Vorgehensweise des „Hamburger Abendblattes“ Grund genug, das Webangebot dieser Zeitung umgehend aus den Google-Ergebnissen in der Newssuche und den Schlagzeilen bei Google News zu entfernen.

Damit ist es aber nicht genug, denn das „Hamburger Abendblatt“ betreibt die technische Manipulation zur Irreführung aller Google-Nutzer nur zu dem Zweck, damit ein auf Erwecken falscher Eindrücke basierendes Geschäftsmodell zu betreiben. Wer von der falschen Darstellung in der Newsübersicht angelockt wurde, steht folgendem Angebot gegenüber, wenn er den nicht einmal in Teaserlänger sichtbaren Text lesen möchte:

Screenshot vom Artikel des Hamburger Abendblattes

Um weiterzulesen, müssen mindestens 1,20 Euro bezahlt werden. Als Bezahlverfahren steht unter anderem ein in meinen Augen obskurer, von einer britischen Limited betriebener, anonymisierender Bezahldienst zur Verfügung, dessen Verfahren bei der Durchführung einer Bezahlung vermutlich auch den Vorschussbetrügern aus Nigeria und vergleichbarem Geschmeiß sehr entgegenkäme:

Screenshot Cash-Ticket

Da mein letzter Satz vielleicht etwas zu derb klingt, hier nur der Punkt 11.1 der Geschäftsbedingungen dieser obskuren britischen Limited:

11.1 Streitigkeiten betreffend Kaufgeschäfte, die Sie mit Ihrem Cash-Ticket durchgeführt haben, sind von Ihnen mit dem jeweiligen Webshop zu regeln. Wir sind nicht verantwortlich für die Qualität, Sicherheit, Gesetzesmäßigkeit oder irgendeinen anderen Aspekt der mit Ihrem Cash-Ticket bezahlten Produkte oder Dienstleistungen.

Das heißt, wenn ich es kurz in umgangsprachliches und somit leicht verständliches Deutsch übertrage: Wir bewegen das Geld und waschen ansonsten unsere Hände in Unschuld, ganz egal, wofür das Geld bewegt wird.

Natürlich, liebe Google-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wissen auch die professionellen Suchmaschinen-Manipulateure beim Hamburger Abendblatt aus dem Axel-Cäsar-Springer-Verlag ganz genau, dass auf eine derartige Überrumpelung nur ein Bruchteil der von Google auf die Website gelockten Menschen so reagieren wird, dass Geld für die Ansicht eines Artikels, der nur wenig sagt, aber dafür aufdringlich nach einer Werbung für ein Buch schmeckt, bezahlt wird. [Link auf eine dauerhaft archivierte Version des Artikels in einer Ansicht für Mobilgeräte, in der er vollständig lesbar ist].

Deshalb haben sich die Macher der Website des Hamburger Abendblattes noch eine weitere Möglichkeit ausgedacht, wie sie die unter bewusster Vorspiegelung falscher Tatsachen herbeigelockten Besucherströme monetarisieren können. Sie blenden Werbebanner in eine Seite ein, die ansonsten im Wesentlichen aus Eigenwerbung und einer Aufforderung zum Bezahlen besteht:

Screenshot eines Werbebanners

Sicher, auf diese Weise kommen für die Macher des „Hamburger Abendblattes“ nicht die angestrebten 1,20 Euro für eine Artikelansicht zusammen, aber dafür läppern sich etliche Kleinbeträge zu einer mutmaßlich doch lohnenden Summe — die gezielte Manipulation der Google-Ansicht zur Irreführung der Leser zahlt sich also finanziell aus. Dass dabei Techniken angewendet werden, die sonst nur von halbseidenen Gestalten im Internet benutzt werden; dass Google-Nutzer offen hinters Licht geführt und in solcher Darbietung verachtet werden; all das kümmert die Macher des „Hamburger Abendblattes“ nicht weiter.

Werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Google,

ich komme nach dieser doch etwas lang geratenen Darlegung endlich zum Schluss und möchte noch einmal kurz das Wesentliche zusammenfassen, bevor ich eine Bitte an sie äußere, die auch im Interesse Googles liegt:

  • Die Website des deutschen Presseproduktes „Hamburger Abendblatt“ wendet gegenüber dem Google-Bot vorsätzlich manipulative Techniken an, um auf diese Weise Google-Nutzer über die dort angebotenen Inhalte irrezuführen.
  • Der Zweck dieser Irreführung ist der Versuch, Menschen für eine gegenüber dem Google-Bot als offen und kostenlos dargestellte Dienstleistung — die Veröffentlichung journalistisch erstellter Texte im Web — Geld abzunehmen.
  • Dass dieser Versuch nur bei einem Bruchteil der überrumpelten Leser zum Erfolg führt, wissen auch die Macher der Website des „Hamburger Abendblattes“, so dass sie sich zu einer zusätzlichen Monetarisierung der „Bezahl-oder-geh-weg-Seite“ durch eingeblendete Werbebanner entschlossen haben.
  • Die Auflistung derartiger „Inhalte“ in Ansichten bei „Google News“ bietet für keinen Nutzer einen Mehrwert, sondern ist im Gegenteil dazu geeignet, bei jedem Nutzer, der darauf stößt, einen bleibenden Eindruck von qualitativer Beliebigkeit und Gleichgültigkeit auf Seiten Googles zu erwecken. Dieser Eindruck beschädigt das Ansehen der Marke „Google“.

Bitte schauen sie sich das Vorgehen auf der Website des „Hamburger Abendblattes“ einmal genau an und nehmen sie, wenn sie zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind, diese Website aus der Auflistung in „Google News“ heraus! Das Ergebnis dieser recht schäbig anmutenden Irreführung bietet dem Google-Nutzer keinen Mehrwert und ist zudem dazu geeignet, die Reputation Googles zu beschädigen. Das Entfernen derartiger Produkte führt jedoch auf der anderen Seite zu einer Verbesserung der Nützlichkeit von Google-Diensten für die Menschen.

Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass sie zu einem anderen Schluss kommen können.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Der Nachtwächter

Herr Innenminister Hans-Peter Friedrich!

Herr Innenminister Hans-Peter Friedrich,

sie sind also der Meinung, das Internet dürfe nicht gesetzlos werden. Dann seien sie bitte so freundlich, diesen schnell in die Journalistenmikrofone gesprochenen Worten Taten folgen zu lassen! Das würden ihnen mehrere hunderttausend Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland danken.

Sorgen sie bitte mit wirksamen Anordnungen und Maßnahmen dafür, dass die namentlich gut bekannten, gewerbsmäßigen Betrüger, die ohne Probleme unter Vorlage ihres Personalausweises bei beinahe jedem deutschen Kreditinstitut ein neues Bankkonto eröffnen können, um anschließend mit Drohbriefen unter Bezugnahme auf eine bewusst irreführend gestaltete Website jeden Monat mindestens eine halbe Million Euro von ihren eingeschüchterten Opfern zu ergaunern, für einige Jahre die Luft durch Gitter atmen! Im Moment läuft diese Betrugsnummer unter der Bezeichnung „Content4U GmbH“ und mit Mahnbriefen eines windigen Inkasso-Ladens, selbstverständlich beide mit leicht recherchierbaren Eintrag im Handelsregister. Sorgen sie bitte mit wirksamen Anordnungen und weisen Maßnahmen dafür, dass die Komplizen, Schergen und Strohmänner dieser namentlich gut bekannten, gewerbsmäßigen Betrüger auch nicht ungeschoren davonkommen! Beenden sie diese Schande des Rechtsstaates, die seit nunmehr einem halben Jahrzehnt besteht, ohne dass jemand etwas dagegen tut!

Dafür bekämen sie von mir übrigens keinen Applaus. Es ist ja ihr Job, Herr Innenminister, dafür zu sorgen, dass es ein für alle Menschen gleiches Recht gibt, und dass dieses Recht auch kraftvoll durchgesetzt wird.

Sie bekämen jedoch einen verhaltenen Applaus von mir, wenn sie sich im Zuge dieser Maßnahmen auch dazu durchrängen, sich bei den vielen tausend Menschen zu entschuldigen, deren Strafanzeigen in den letzten zwei Jahren allesamt von den Staatsanwaltschaften mit einem kalten Formbrief eingestellt wurden — denn den meisten dieser Menschen fiel es wahrlich nicht leicht, sich mit einer Strafanzeige gegen die organisierte Internet-Kriminalität zur Wehr zu setzen. Das ginge über ihre im Amt des Bundesministers liegende Pflicht hinaus; es wäre ein Zeichen, dass sie auf der Seite der Opfer stehen und dass sie damit begönnen, die reale und bedrückende organisierte Internet-Kriminalität als bekämpfenswert zu erachten und den unwürdigen Zustand beendeten, dass die Bundesrepublik Deutschland ein Paradies für Abzocker und Betrüger im Internet ist. Eine solche Entschuldigung wäre nicht einmal ein großer Akt für sie, Herr Innenminister, nachdem sie endlich tätig geworden wären; es wären nur zwei oder drei Sätze ihres Redenschreibers, die sie so aussprächen, dass die Presse auch etwas darüber schreibt.

Aber leider, Herr Innenminister, scheinen sie es eher für ihren Job zu halten, mit unsäglichen, von gnadenloser Internetangst geradezu besessenen Ideen einer möglichst umfassenden Überwachung und Identifizierbarkeit aller Menschen in die Presse zu kommen, um bei dem aussterbenden Anteil der Bevölkerung, dessen Seelen von der gleichen Angst zerfressen sind, ein paar Wählerstimmen zu fischen. Das Recht, das sie dabei durchzusetzen vorgeben, scheint ihnen hingegen genau so gleichgültig zu sein wie ihnen die Opfer der organisierten Internet-Kriminalität egal sind.

Die Täter brauchen sich jedenfalls nicht hinter irgendwelchen Pseudonymen zu verstecken. Sie haben nichts zu befürchten; nicht von ihnen, nicht von einem Staatsanwalt, nicht von der Polizei. Sie erleben keine Hausdurchsuchungen, ihr ergaunertes Geld wird nicht beschlagnahmt, sie müssen keinem Untersuchungsrichter Rede und Antwort stehen. Sie müssen nur häufiger einmal ihre Bankverbindung wechseln, weil jedes halbwegs seriöse Kreditinstitut auf seinen Ruf bedacht ist und deshalb die Verträge schnell kündigt, nachdem die Natur des „Geschäftes“ dort offensichtlich wird. Ansonsten können diese üblen Gestalten sich völlig auf ihren verfeinerten Lebensstil durch Verprassen des von anderen Menschen teils bitter erarbeiteten Geldes konzentrieren.

Ja, so ein Kreditinstitut legt mehr Wert auf seinen Ruf als sie, Herr Innenminister. Wenn sie das nicht weiter stört, dann machen sie einfach so weiter. Den Spott und die Verachtung der Menschen, die von ihrem haltlosen Gerede und von ihrer lässigen Hand bei der Verfolgung von Straftaten betroffen sind, haben sie sich dann völlig verdient.

Denken sie einmal darüber nach!

Vielleicht hat ihr aktueller Ausfall dann sogar noch etwas Gutes. Im Moment ist er nämlich nur lächerlich und verspottet überdem die Opfer der wirklichen Internet-Kriminalität.

Der Wutblogger
(dessen Name sehr leicht zu ermitteln ist)

Aufruf an Hartz-IV-Betroffene

Zitiert nach Deutschland-Debatte:

Liebe Hartz4 Betroffene,

ich fordere alle auf, gegen den Bericht der Wirtschaftsweisen vom 21.12.2009 Strafantrag zu stellen!!!!!!!!

In diesem Bericht wird gefordert, den Regelsatz um 30 % zu senken, so dass nur noch 250,- Euro ausgezahlt würden.

Denen muss mit deren Berichten jenseits allen Verstandes das Handwerk gelegt werden. Ich habe mit meinen 60 Jahren jetzt schon auch wegen gesundheitlicher Einschränkungen überhaupt keine Aussicht mehr auf Arbeit oder Hinzuverdienst.

So ein angeblicher Anreiz ist eine Aufforderung zur Vernichtung.

Ausserdem beabsichtigen die offensichtlich damit, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes Anfang 2010 auf diese Weise negativ zu beeinflussen.

Wo sind denn die Arbeitsplätze für jedermann/frau?

Warum strengen die ihre angeblich “klugen” Köpfchen nicht einmal an, um für alle Arbeitsplätze zu schaffen oder die Wirtschaft mit Innovationen voranzubringen? Die nutzen der Wirtschaft doch garnichts, sondern krakelen nur gegen die Mittellosen in der Gesellschaft.

Das muss nun endlich mal ein Ende haben.

Wir brauchen diese Wirtschaftsweisen nicht, die von Lobbyisten, rachsüchtigen Alliierten u.a. gekauft sind, um deren Ansichten zu vertreten. Von Sachlichkeit und wiss. Forschung kann hier absolut keine Rede mehr sein!

Suchmaschinenbetreiber sollen für Nachrichten zahlen

Hui, heute fließt der Bullshit aber mal wieder im Strömen:

Im Rahmen des World Media Summit in Peking haben Rupert Murdoch (News Corporation) und Tom Curley (Associated Press) vor 300 Vertretern von 170 Medien aus 80 Ländern gefordert, Suchmaschinenbetreiber und andere Webseiten sollten künftig für Nachrichtenmaterial zahlen, das sie zurzeit noch ohne Gegenleistung erhielten. […] Internetdienste wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu bevorzugten Plattformen geworden, auf denen sich ein breites Publikum über aktuelle Nachrichten informiere, statt auf die Internetseiten der traditionellen Nachrichtenagenturen zu gehen.

Ich finde ja, dass diesen armen, ausgebeuteten Menschen geholfen werden muss, und deshalb ist hier mein Offener Brief an die Herren Murdoch und Curley:

Werter Herr Murdoch, werter Herr Curley,

wenn es ihnen so sehr den Profit aus der Tasche saugt, dass Menschen lieber ein anderes Internetangebot als das Ihrige benutzen, um Ihre tollen Inhalte zu lesen, denn gibt es dagegen eine ganz einfache Abhilfe, die ich Ihnen auch gerne völlig kostenlos verrate. (Wenn Sie möchten, können Sie sich ja mit einer kleinen Spende revanchieren.) Google ist keineswegs nur pöse, es hält sich auch an die Wünsche von Websitebetreibern, wenn die Websitebetreiber ihre Wünsche nur äußern. Das können Sie sogar ganz persönlich erledigen, es ist nicht besonders schwierig. Sie brauchen dazu auf ihrem Windows-Rechner nur die tolle Anwendung Notepad zu starten. (Nein, mit PowerPoint geht es nicht!) Diese tolle Programm finden Sie übrigens im Windows-Startmenü unter Zubehör. Es ist übrigens auch ganz kostenlos, so dass Ihnen nicht ein einziger Cent zusätzlicher Kosten dafür entsteht, wenn Sie Google und andere an der Nutzung Ihrer wertvollen Inhalte hindern wollen. Das ist doch eine total gute Nachricht, nicht?!

Also starten Sie das tolle Programm Notepad (ich glaube, in einem deutschen Windows heißt es „Texteditor“) und tippen Sie in das daraufhin erscheinende Fenster einfach die folgenden beiden Zeilen:

User-agent: *
Disallow: /

Klicken Sie jetzt in das Menü „Datei“ und wählen Sie den Menüpunkt „Speichern“. Im dann erscheinenden Dialog speichern Sie Ihren soeben erstellten Text unter dem Namen robots.txt, und dann bitten Sie Ihren Angestellten, der für Ihr Internet verantwortlich ist, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis Ihres Webservers hochlädt. Wenn Sie das schon können, denn können Sie es auch gern selbst probieren, es ist gar nicht so schwierig.

Sie werden es nicht glauben, aber beinahe alle Bots halten sich daran. Ich habe das selbst schon einmal ausprobiert, es klappt wirklich. Dafür brauchen Sie keine tollwütigen Pressekonferenzen zu geben und keinen Bullshit in irgendwelche Mikrofone zu erzählen, dafür brauchen Sie nur zu handeln. Und mit dem Missbrauch Ihres wertvollen Content — Sorry: mit Ihrer Ausbeutung — ist Schluss. Schon in Kürze werden Ihre Kassen wieder überquellen, und Sie können sich wieder um die Weltherrschaft durch die Vermarktung von Content und durch die Vergällung Verbindung Ihres wertvollen Contents mit Werbeeinblendungen kümmern.

Immer in freundlicher Hilfsbereitschaft

Ihr Unterschichtler
Elias Schwerdtfeger

PS: *göbel!*