Da nenne mich nochmal jemand Verschwörungstheoretiker

Da sage noch einmal jemand, ich sei ein Verschwörungs­theoretiker (also: nicht ganz dicht in der Rübe), wenn ein ehemaliger Innenminister des BRD-Bundeslandes Niedersachsen so etwas von sich geben kann:

„Das sind bisher Verdächtigungen, die aus meiner Sicht keinerlei Grundlagen haben“, sagte Niedersachsens früherer Innenminister Heiner Bartling gegenüber NDR.de. Er vertraue nun auf die Ermittlungen des Landeskriminalamtes. Er hält es durchaus für möglich, dass Edathy angesichts seines Vorsitzes im NSU-Untersuchungsausschuss „Opfer einer Retourkutsche“ geworden ist. Edathy habe sich bei seiner Arbeit sowohl Feinde aufseiten der rechten Szene als auch aufseiten der Ermittlungsbehörden gemacht.

Ich wiederhole noch einmal das Wichtigste, damit es auch wirke: Ein ehemaliger niedersächsischer Innenminister, der ja ein bisschen was über die Zustände bei Polizeien und Landesgeheimdiensten wissen muss, spekuliert offen in das Mikrofon eines Journalisten hinein, dass ein Bundestagsabgeordneter gezielt mit Kompromat belastet worden sein könnte, weil Polizeien und Geheimdienste als Rache für die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses eine kleine, böse Intrige durchziehen.

Keine weiteren Fragen!

Willkommen im Polizeistaat BRD.

@stephanweil

Wer verstehen will, warum es sich überhaupt nicht lohnt, irgendwelchen Politgestalten auf irgendwelchen Social-Media-Dreckssites zu folgen, der schaue sich einfach den Twitter-Account an, der für @stephanweil zur Landtagswahl eingerichtet wurde. [Warnung! Link geht zu Twitter!] Seit der aufgedunsene Arsch des Herrn Weil im angestrebten Sessel des Leineschlosses sitzt, kommt dort so gut gar nichts mehr — nur im Wahlkampf wurde emsig und vielmals täglich kommunikative Aktivität durch einen professionellen Lügenbetrieb — „PR“ nennt man sowas — simuliert, um bei den Idioten, die glauben, dass so eine Politgestalt etwas mitzuteilen habe, einen falschen Eindruck zu erwecken.

Inzwischen ist der Twitter-Account fast so vergessen wie die Lügen auf den Wahlplakaten vom Januar — nur noch alle paar Wochen schmeißt mal irgendein anonymer (und angesichts der greifbaren Nicht-Motivation mutmaßlich untertariflich bezahlter) Speichellecker des Herrn Ministerpräsidenten irgendeine Bullshit-Nulligkeit rein. An Kommunikation hat so ein Pack wie der allerwerteste Herr Ministerpräsident halt kein Interesse, nur am effektiven Belügen der Menschen auf möglichst allen Kanälen. Widerliche Typen bleiben eben auch im Internet widerliche Typen — einfach nur zum Ekeln.

Harter Hund

Nein, Hannoversche Allgemeine, der Herr Noch-Innenminister Uwe Schünemann ist kein „harter Hund“ im unerbittlichen Kampf für Recht und Ordnung, wie ihr es in tiefgebeugtem Hofberichterstatterton kolportiert, sondern er ist ein „harter Hund“ im Kampf gegen die Idee des Rechtsstaats und gegen die verfassungsmäßige Ordnung.

Aber es ist immer wieder lehrreich, zu sehen, für was und welche Zustände so genannte „Qualitätsjournalisten“ einstehen, wenn sie als gefügige Schreibtischtäter tätig und tätlich sind.

Quelle des Screenshots: Website eines Verlagsangebotes, das bewusst nicht verlinkt wird.

Deutsche Demoskopische Republik

Ist es eine Meinungsforschung, oder ist es forsche Meinungsmache?

Als ich heute abend das sich abzeichnende Wahlergebnis der niedersächsischen Landtagswahl vor Augen hatte und dieses mit den ganzen Umfragen abglich, die vor der Wahl im Auftrag der Milliardärspresse und der Staatsmedien angefertigt wurden, hatte ich ein überdeutliches déjà vu und erinnerte mich an vergleichbare Diskrepanzen zur Bundestagswahl 2005.

Wieder einmal frage ich mich…

  • …ob wohl die FDP bei ihren zehn Prozent gelandet wäre, wenn nicht durch so genannte „Meinungsforschung“ immer wieder (und mit der Autorität der „Wissenschaft“) für CDU-Wähler der Eindruck erweckt worden wäre, dass es ohne eine Zweitstimmenausleihe zu einem Regierungswechsel in Niedersachsen kommen würde?
  • …ob diese ganze zu Unrecht viel zu hoch geachtete Pseudowissenschaft der Demoskopie nichts weiter als ein Kanal für psychische Wahlmanipulationen ist?
  • …ob Menschen, die wählen gehen, nicht besser beraten wären, wenn sie auf sämtliche Ergebnisse der Demoskopie einfach pfeifen würden und bei der Wahl ihre Kreuzchen ganz unstrategisch bei denjenigen Parteien hinkritzeln würden, denen sie die gewünschte p’litische Ausgestaltung des Landes zutrauen?
  • …ob das demoskopische Desaster der niedersächsischen Landtagswahl 2012 wohl genau so schnell im Massenmedienapparat vergessen gemacht wird wie das (vergleichbar große) demoskopische Desaster der Bundestagswahl 2005 durch Nichtbeachtung vergessen gemacht wurde, damit einfach wie gehabt mit der wisschenschaftlichen Wählermanipulation weitergemacht werden kann?
  • …ob sich die so verarschten Menschen diese Verarschung noch ein paar Jahrzehnte länger gefallen lassen wollen, natürlich jeder von ihnen mit der festen Stimme „Ich habe meine eigene Meinung“?

Wenn es möglich ist, durch eine einfache Befragung von Menschen nach ihrer Wahl in repräsentativ ausgewählten Wahllokalen das Ergebnis um 18:00 Uhr mit einer Unsicherheit im 2-Prozent-Bereich vorauszusagen, dann sollten meines Erachtens die ebenfalls repräsentativ druchgeführten Sonntagsfragen zu einem relativ guten Schnappschuss der kommenden Wahlentscheidungen führen — insbesondere ein oder zwei Wochen vor der Wahl.

Wie sie das nicht tun, kann man das natürlich für eine methodische Schwäche halten und zur Tagesordnung übergehen, ohne sich zu fragen, warum dafür bezahlte Statistiker eigentlich ihre methodischen Schwächen in den letzten sieben Jahren nicht ernsthaft angegangen haben. Für mich (und vermutlich nicht nur für mich) entsteht allerdings nicht der Eindruck methodischer Schwäche, sondern von Manipulation mit Methode.

Frau Dr. med. Thela Wernstedt!

Sie haben einige meiner Freunde damit belästigt und beleidigt, dass sie ihnen einen Hochglanzdruck mit ihrer photoshopretuschierten Lächelfratze in den wehrlosen Briefkasten gesteckt haben, als ob ihren die Verschandelung des öffentlichen Blickraumes mit sozialtümelnenden Lügenpappen nicht schlimm genug erschiene. Ja, ich meine dieses Elaborat ihrer SPD-Reklamefirma:

Titelbild der SPD-Reklame

Wer diesen zugegebenermaßen recht intensiven Reiz für den Speireflex überwunden hat und sich wider jegliche Vernunft wegen der Adressierung „An alle Haushalte“ für einen Empfänger hielt und das Faltblättchen auffaltete, konnte einen bemerkenswerten „Brief“ von ihnen lesen, so richtig persönlich und mit ganz viel echtem Gefühl, fast schon so, als wenn Tim Schmalzo in diesem im staatlichen Auftrage verdummenden Debilenfernsehen mit lauter professionell echtem Gefühl von der „Liebe“ singt:

Liebe Mitbürgerinnen und liebe Mitbürger, in den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass in Deutschland materielle Güter und Lebenschancen ungleich verteilt werden: Die Gesellschaft wird ungerechter. Aus meiner Arbeit als Ärztin weiß ich, dass materielle Verhältnisse, Bildungsstand, die Familie und das soziale Netz eines Menschen starke Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit haben. Bei Krankheiot, Behinderung oder im Alter gut versorgt zu werden ist keine Selbstverständlichkeit. Die Zukunftsaufgaben sind: Wohlstand, Bildung und soziale Dienstleistungen für alle zu sichern. Ich will die Herausforderungen unserer Zukunft mit formulieren und nach politischen Lösungen suchen. Es dürfen nicht allein diejenigen bestimmen, die nur an sich denken und keinen Respekt vor anderen haben. Sozialdemokratische Politik bedeutet im Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität auch immer etwas für andere zu tun. Ihre Thela Wernstedt

Nun, Frau Wernstedt,

sie haben doch gewiss nichts dagegen, wenn ich sie einfach so Thela nenne, nachdem sie ebenso einfach so mechanisch menschelnd in das Leben derjenigen Menschen eindrangen, die sie in den niedersächsischen Landtag wählen sollen. Sie dürfen mich auch gern Elias nennen, ich habe nichts dagegen.

Also, Thela,

das ist ja eigentlich auch ein hübscher Name, so in Kombination mit dem mit Photoshop so richtig zur Geltung gebrachtem Löcheln. Dir ist also „als Ärztin“ in den letzten Jahren aufgefallen, dass die Umwandlung der BRD zu einer von Asozialen, Kriminellen und halbseidenen Maschseemafiosis gestalteten Puffdemokratur unter dem Banner der „Agenda 2010“ deines Genossen Gerhard „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder starke Auswirkungen auf die Gesundheit und Krankheit von Menschen hat? Oder, um das mal von seiner nach plumper Wortmenge strebenden Einkleidung zu befreien, dass die SPD-Politik davon betroffene Menschen krank macht?

Und deine Reaktion „als Ärztin“ besteht darin, dass du genau dem Verein, der das Leben so vieler Menschen in eine Quälerei verwandelt beitrittst? Um das fortzusetzen? Statt die Ursachen von Krankheit zu beseitigen? Ob du, Thela, „als Ärztin“ wohl Interesse daran hast, dass Menschen gesund sind, wo du doch eher von der Krankheit der Menschen lebst? Ach, eher nicht so:

Zu meiner Person: Ich bin Ärztin, 44 Jahre alt und lebe in Hannover-Marienwerder. Die Schulzeit bis zum Abitur habe ich in Stöcken und in der Ledeburg verbracht. Danach haben mich Studium und Beruf nach Bochum, Göttingen, Sande in Friesland und nach Erlangen-Nürnberg geführt. Seit 2004 arbeite ich in der MHH und habe dort die Palliativmedizin in Krankenversorgung und Lehre aufgebaut.

Du bist halt auf Palliativmedizin spezialisiert, Thela. Also darauf, einen Menschen anders als ein Tier zu behandeln, wenn nichts mehr zu heilen ist. Das Tier spritzt man ja einfach tot, und ein guter Tierarzt ist gegenüber dem Tier noch so menschlich, dass er es wenigstens streichelt, und den Menschen lässt man elend verrecken und hält seinen widerwillig sterbenden Leidensleib möglichst lange am Zucken. Das machst du. Gut, du bist in der SPD völlig richtig, und ich kann mir jetzt so richtig gut vorstellen, wie es klingen wird, wenn ausgerechnet jemand wie du die „Herausforderungen der Zunkuft mitformuliert“ — genau, wie ich mir vorstellen kann, dass du im zugegebenermaßen hübschen Marienwerder am Rande der stinkenden Stadt ganz andere Bedeutungen von Wörtern wie „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“ gefunden hast, als man sie im Elend Hannovers allgemein annehmen würde. So etwas wie Freiheit zur unbegrenzten Bereicherung durch die Geldwirtschaft, die Gerechtigkeit, dass nur jener ein Lebensrecht erhält, der einen möglichst großen Beitrag zu dieser Bereicherung der Geldwirtschaft leistet und Solidarität mit allen Bankstern dieser Welt, während zurzeit Menschen mitten in Europa schon nicht mehr wissen, was sie morgen essen sollen.

Übrigens, Thela, habe ich erst vor eine Woche eine ganze Menge Zeit mit einer Rentnerin verbracht, die in Tränen ausgebrochen ist, weil sie krank wurde — sie konnte sich die medizinsche Behandlung und die Medikamente schlicht von ihrer Rente nicht mehr leisten. Und im Gegensatz zu dir, Thela, gehört diese Frau zu einer Generation, die das aufgebaut hat, worauf deinesgleichen wie ein Krebsgeschwür wuchert. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr sich diese Frau über deinen „Brief“ gefreut hat…

Abschließend, Thela, habe ich da eigentlich nur noch eine seltsame Frage zur Rechtschreibung im Kopfe, die einfach nicht mehr von mir weichen will: Schreibt man eigentlich „Du Votze“ oder „Du Fotze“?

Aber das hast du gewiss nicht studiert. Ist auch nicht so wichtig, denn die wichtigeren Fragen hast du schon beantwortet.

Thela, stirb qualvoll in der Hölle, die du anderen bereiten willst! Und nimm deine bis ins Mark ethisch verrotteten Genossen dahin mit!

Elias
Ein Wahlberechtigter, der allein deshalb nicht mehr „wählt“, weil die ihm die Voraussetzung zum Wählen fehlt: Eine Wahl zu haben.