Das ganze Ausmaß des Horrors!

US-Schulkinder starben im Kugelhagel - Das ganze Ausmaß des Horrors an der Grundschule von Newton im US-Bundesstaat Connecticut wird erst nach und nach deutlich: Die Opfer des Amokläufers, darunter 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren hätten verheerende Verzelungen aufgewiesen. Mehrfach sei auf die kleinen Körper geschossen worden, bis zu elf Mal, teilte der leitende Gerichtsmediziner H. Wayne sichtlich erschüttert am Samstag mit.

Wie schrecklich! Die Kinder sind ja beinahe so gestorben wie die Kindersoldaten in irgendeiner entlegenen Ecke der Welt, für die sich kein verdammtes Journalistenarschloch interessiert.

Und jetzt bitte ein paar bewegende Reden und Zeremonien, die Kamera der Contentindustrie zoomt das kullernde Tränchen ganz groß in den Bildschirm und in die Zeitung, und danach weitermachen wie gehabt! Unterdessen hofft in einer ebenfalls unbeachteten Denkfabrik ein Mensch, der Orwells Dystopien als ein Handbuch zur Gesellschaftsgestaltung betrachtet, dass beim nächsten Massenmord mit vielen Kindern ein Moslem zum Täter wird, damit mit diesem psychischen Hebel die Agenda der totalen Überwachung und Entrechtung aller Menschen fortgesetzt werden kann. Heute in den USA, und morgen in der ganzen Welt.

Killerpornos

Das einst Aktuelle wird über das stets nachgeschobene Aktuellere ja schnell vergessen. Am 11. März dieses Jahres ist ein 17jähriger Schüler bewaffnet in seine Realschule zu Winnenden gegangen und hat mordlaufend ein weiteres Dokument der persönlichen Verzweilfung angesichts eines aussichtslosen Daseins abgelegt. Es wird angesichts der unverändert trüben Lebensumstände, der Brutalität der Zwangsbeschulung in der BRD und der völligen Gleichgültigkeit der classe politique, deren Betroffenheit nur medienwirksam in die Kameras inszeniert wird, nicht der letzte Mordlauf an einer Schule in der BRD geblieben sein — zumal man dort als Junge nur noch austicken kann.

Unglücklicherweise für die classe politique eignete sich dieser Mordlauf nicht so gut für die übliche Inszenierung. Von Killerspielen und vom Internet konnte nicht die Rede sein, eher schon von einem Umfeld des Waffenfetischs, der im Rahmen eines Sauf- und Schießvereins ziemlich offen gepflegt werden konnte. Die Waffen lagen offen herum, daran kann auch unser Bundesgeisteskranker Wolfgang Schäuble mit seinen technoiden Kontrollfantasien nichts ändern. Es war genau die Art von Irrsinn, die im Dunstkreis der so genannten „Schützenvereine“ immer wieder gepflegt wird — einschließlich eines Vaters, der nicht nur seinen eigenen Fetischismus auslebte, sondern diesen auch auf seinen Sohn übertrug und förderte. Solch Irrsinn darf aber nicht hinterfragt werden, es ist gesellschaftlich anerkannter Irrsinn, vor allem unter Wählern der Unionsparteien — dann schon lieber Internet und Computerspiele.

Die Bildzeitung, dieses schwarzbraune Verdummungsblatt für Spießer, Schützen und sonstige Sklaven der eigenen Angst, sie musste sich heute angesichts der abgeschlossenen Ermittlungen im „Fall Winnenden“ der Aufgabe entledigen, etwas zu schreiben, das diesen Sachverhalt möglichst gut verdeckt. Und sie hat in der Tat einen ganz besonderen Schwerpunkt gesetzt…

Amoklauf von Winnenden: Tim K. schaute am Abend vor der Tat Pornos

…indem sie darauf hinwies, dass der Mordläufer doch Pornos geschaut habe. Fehlt eigentlich nur noch die Forderung nach einem Pornoverbot, bevor noch mehr „unschuldige Menschen“ sterben müssen.