Christdemokratischer Jugendalkoholismus

Immerhin, die Junge Union in Bochum scheint eingesehen zu haben, dass man ihren p’litischen Beglückungsideen nur im Zustand des Alkoholkomas etwas abgewinnen kann. Und damit auch die jüngeren Menschen dafür gewonnen werden, die Henker ihrer Zukunft zu wählen, lud man zum preiswerten Komasaufen in eine Disko:

Ein im Internet kursierender Aufruf an junge Leute ab 16 Jahren zu einer Wahlparty des Kreisverbandes der Jungen Union hat helle Empörung ausgelöst. Das Angebot der Jungen Union in der Disko Playa: 10 Euro zahlen, für 25 Euro trinken. Oder 15 Euro zahlen und für 40 Euro trinken. Es klingt wie Koma-Saufen: Die entsprechenden Gutscheine müssten in anderthalb Stunden vertrunken werden, sie gelten nur bis 23.30 Uhr, die Party beginnt aber erst ab 22 Uhr. Unter dem Motto „Rot-Grün muss weg“ werden folgende Getränke offeriert: Jeder Xuxu-Shot 2 Euro, jeder Waldmeister-Shot 2 Euro. Bedingung für die ab 16-Jährigen: Einlass nur in Begleitung eines Volljährigen.

Dass rot-grün noch gar nicht da ist, werden diese Suffköppe bei ihrer Druckbetankung gewiss nicht bemerkt haben. Aber dafür haben sie gelernt, dass man als potenzieller Alkoholiker bei den Unionsparteien gut aufgehoben ist. Die liefern mit ihrer P’litik nicht nur die trüben, aussichtslosen Lebensumstände, die einen in den irren Trost des Suffes treiben, die liefern im Wahlkampf sogar noch den Stoff. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Satirikern ist wohl ein erwünschter Nebeneffekt.

Ich schlage der Union für den Jugendwahlkampf noch ein fetziges, diskotaugliches Liedchen im Drillrhythmus der zeitgenössischen Popmusik vor. Der Text ist schon fertig:

Mein Hirn, das schmeiß ich weg
Und die Leber hinterher.
Vernunft, die hat kein Zweck
Und das Denken fällt mir schwer.
Ich wähl die Union
Und saufe immer mehr;
Ich wähl die Union
Mein Kopp ist so schön leer.

Prost Deutschland!