Und immer immer wieder grüßt das Murmeltier…

Und immer immer wieder grüßt das Murmeltier, wenn irgendwo in der BRD ein schreckliches Verbrechen geschehen ist und die Arschlöcher aus der classe politique dieses zum Anlass nehmen, ihre hirnfickenden und konditionierenden Lügen zum Thema Internet und Computer zu verbreiten — und wenn diese Form der Propaganda auch noch so eiskalt und menschenverachtend ist. Diesmal befleißigt sich die bayerische Justizministerin Beate Merk angesichts der Vergewaltigungen in einem Ferienlager und versucht die damit verbundene Empörung in die p’litsch gewünschten Kanäle zu leiten: Das liegt alles an den pösen pösen Killerspielen und übrigens war das Internetzensurgesetz einer Ursula von der Goebbels ja auch gar nicht so schlecht

Auf die Idee, dass die Verrohung von (nicht nur jungen) Menschen auch andere Ursachen als Computerspiele haben könnte, kommt die gute Frau offenbar nicht.

Alles, was zum trüben Thema der p’litischen Fehlsichtigkeit in Bezug auf die gesamte Computertechnik zu sagen wäre, ist bereits gesagt worden und sei hier nicht wiederholt.

Abartig und gefährlich

Heribert Rech, Innenminister von Baden-WüttembergDer Mordlauf von Winnenden ist jetzt schon wieder ein Jahr her und die Einzelheiten sind im Strom des aktuelleren Bullshits schon wieder vergessen, da muss so ein Heribert Rech, Innenminister von Baden-Wüttemberg, noch mal so richtig in seinem Mund greifen, um ein paar unpassende, kalte und zynische Worte daraus hervorzuziehen.

Ja, „abartig und gefährlich“ ist es. Was denn? Vielleicht das BRdeutsches Schulsystem, ein kalter Mechanismus der gesellschaftlichen Siebung und der institutionellen Absicherung, dass Kinder reicher Menschen an Bildung kommen und Kinder armer Menschen an die Fortsetzung der Armut in ihrem Leben, eine Institution, die dazu führt, dass sich junge Menschen in der Verzweiflung der Pubertät und unter den Bedingungen gesellschaftlicher Kälte, fehlender persönlicher Aussicht und unter einem heimatlosen Dasein in familiärer Zerrüttung dazu antreiben lassen, mordlaufend durch eine Schule zu rennen? Und zwar immer durch eine Schule — das ist das einzige gemeisame Muster dieser Art von Mordtaten, die dann von der Journaille und von den bluttrunkenen Flimmermedien unter dem viel affektmächtigeren Wort vom „Amoklauf“ zu geilem Content zum besseren Transport der Reklame verwurstet werden.

Nein, die Killerschulen sind nicht „abartig und gefährlich“, jedenfalls nicht nach Meinung von Herrn Rech. Der ist ja Innenminister, und deshalb besteht seine Aufgabe vor allem auch darin, die Leute ein bisschen zu konditionieren, damit sie ja nicht die wirklichen Ursachen für solche Mordtaten sehen — scheißegal, wenn in solchem Unterfangen der nächste Mordlauf an einer Schule der BRD zur sicheren Wette wird; scheißegal, wer in einem Deutschland unter der Führung solcher stammtischrelevanter Dummschwätzer noch alles verrecken muss. „Abartig und gefährlich“ ist etwas ganz anderes — aber das hat sich wohl jeder Leser hier schon aus-Rech-nen können:

Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot ernst machen.

Und damit man auch ja richtig versteht, und damit diese abartigen und gefährlichen Worte eines BRD-Spitzenp’litikers auch ja die be-Rech-nete Wirkung entfalten können, erklärt uns der Heribert noch die Welt, ganz so, wie sie ihm gefällt:

Strengere Waffengesetzte für den Privatbesitz von Schusswaffen lehnt der CDU-Politiker […] aber ab. Hier sei der Gesetzgeber seit dem Amoklauf in Winnenden bereits tätig geworden. „Ich meine, wir sollten jetzt erst einmal schauen, wie sich das im Juli 2009 verschärfte Waffenrecht auswirkt.“

Merke: Nicht Waffen töten Menschen, sondern Spiele töten Menschen! Und jetzt weitermachen wie gehabt!

[via, via]

Ein toller Erfolg: Killerspielverbrennung!

Die tolle Idee dieses „Aktionsbündnisses Winnenden“, dass man zukünftige Amokläufe doch unter Besinnung auf liebenswerte deutsche Traditionen mit einer öffentlichen Verbrennung von Büchern Vernichtung von Killerspielen verhindern könne, war ein epochaler Erfolg! Das Problem wurde an der Wurzel beseitigt, und jetzt können wir alle wieder beruhigt unsere Kinder zur Schule und dem dortigen ideologisch verblendeten Leerkörper schicken, ohne dass wir Angst haben müssen, die Kinder würden einfach von einem Verzweifelten und Gequälten des Systems erschossen oder geaxtet.

Und jetzt lösen wir bitte das nächste schwere, gesellschaftliche Problem! Zum Beispiel das mit der Armut, indem wir feststellen, dass einige verarmte Menschen vor ihrer Verarmung Pizza gegessen haben. Also erst eine Pizzenverbrennung, und dann der entschlossene Kampf für eine p’litische Lösung in Form eines Verbotes! Macht weiter so, ich habe so wenig zu lachen in meinem trüben Leben!  :mrgreen:

Der „Expertenkreis Amok“…

Die vom Land Baden-Württemberg eingesetzte Kommission „Expertenkreis Amok“ empfiehlt als Präventionsmaßnahme gegen Amokläufe wie in Winnenden unter anderem ein Verbot sogenannter Killerspiele. Auch weitere Internetsperren stehen im Forderungskatalog des Fachkreises.

Ich weiß ja nicht, welche Qualifikation so einer haben muss, um in diesem „Expertenkreis“ zu einem „Amok-Experten“ werden zu können. Vielleicht reicht es ja schon aus, wenn man Pädagoge oder anderer Päderast ist. Oder Politiker, der auf seine Präsentation in der Bildzeitung bedacht ist. Oder Angehöriger eines Opfers eines der paar Mordläufe an einer Schule in der BRD. Es kann sich jedenfalls bei der Qualifikation weder um ein besonderes Wissen noch um eine besondere Einsichtsfähigkeit handeln. Er darf sich auch niemals mit den gut dokumentierten Hintergründen bisheriger Amokläufe beschäftigt haben, die sich trotz polizeilicher Willkürmaßnahmen (etwa nach Emsdetten) nicht unterdrücken ließen. Er muss einfach nur da sitzen und den Amok-Experten geben, wenn er zu dem Schluss kommt, der vorher schon festgestanden hat.

Denn Schuld an den Mordläufen sind Computerspiele und Gewaltdarstellungen im Internet. Oder noch etwas konformer für die Leser der Bildzeitung: Schuld sind Internet und Computer. Killerspiele und Killerinternet. Und das Mittel zum Frieden und zum erhaltenen Leben ist Zensur. In der Form von verbotenen Spielen. Und in der Form eines immer weiter mit Stoppschildern zugepflasterten Internet.

Und die kleine Auffälligkeit, dass alle verzweifelten, jugendlichen Mordläufer der Vergangenheit — auch der Axter von Ansbach, bei dem kein Häuchlein Worts von Computerspielen zu hören war — für ihren Mordlauf mit ermüdender Regelmäßigkeit an ihre Schule gegangen sind, die wird geflissentlich übersehen, wenn man das erwünschte Ergebnis eines solches „Expertenkreises“ hervorbringt. Das einer mordend durch die Schulen rennt, das wird ja nichts mit der Schule, diesem Ort der zwangsweisen Konformmachung und gesellschaftlichen Siebung, zu tun haben. Und dass man den Umgang mit einer Schusswaffe nicht etwa an einer Tastatur, sondern in jener sumpfspießigen Kombination von Suff und Waffenfetisch lernt, die sich in den Schützenvereinen komprimiert, das ist auch nicht weiter zu erörtern, sonst würde vielleicht einmal eine Mindestqualifikation für die Jugendarbeit dort gefordert. Alles unwichtig. Hauptsache, es wird zensiert, dann tritt endlich Ruhe und Frieden in der BRD ein. Dass bei solchen Maßnahmen der nächste Mordlauf eines Verachteten und Verzweifelten ohne persönliche Aussicht nur eine Frage der Zeit ist, dass ist diesen „Experten“ an ihrem Killerschreibtisch sowas von scheißegal, dass man es wegen der damit verbundenen Niedertracht kaum noch in angemessenen deutschen Worten ausdrücken kann.

Gute Nacht, Deutschland! Die „Experten“ machen das Licht aus.

Nicht nur das Killen spielen

Die Innenministerkonferenz in Bremerhaven hat sich für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen ausgesprochen. Das wurde soeben bekannt. Ein solches Verbot sei nach Ansicht der Innenminister der 16 Bundesländer vor dem Hintergrund eines möglichen neuen Amoklaufs erforderlich und solle so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Das wäre ja auch zu bitter für die Möchtegern-Kriegsherren in der BRD, wenn sich die Aggression nur noch am Bildschirm entlüde. Der Nachwuch soll schließlich nicht seine Zeit mit so genannten „Killerspielen“ verbringen, sondern sich von der Propaganda der BRD für das richtige Töten und Sterben zum Vorteile der Besitzenden und Herrschenden in ihren Bunkern begeistern lassen.

Und nein, das ist nicht etwa die übliche Dummheit, Ignoranz und Inkompetenz der Berliner Bande, sondern von langer Hand in den ziemlich gleichgeschaltet aussendenden Medien vorbereitet.