„The Pirate Bay“ in den Niederlanden gesperrt

Ob Vodafone wohl vor zwölf Tagen nur mal kurz die Zensurtechnik ausprobiert hat, die demnächst in den Niederlanden erforderlich wird, um so eine Zensurseite anstelle der Torrent-Suchmaschine „The Pirate Bay“ anzuzeigen? Oder ob es die Vorbereitung für die Sperrung in der BRD war? Fragen über Fragen…

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Blockiert Vodafone „The Pirate Bay“?

Bitte auch die Nachträge unten lesen! Sie sind sehr wichtig.

Nein, „The Pirate Bay“ ist nicht down. Es sieht vielmehr danach aus, als würde der Zugangsprovider Vodafone in der BRD zurzeit aktiv und vorsätzlich den allgemein bekannten und sehr beliebten Torrent-Tracker „The Pirate Bay“ zumindest für einige Anschlüsse blockieren.

Die folgenden Screenshots illustrieren die beobachtbaren Probleme. Zur Betrachtung der Screenshots in Originalgröße bitte auf die Vorschaubilder klicken. Ausführliche technische Erklärungen kann und will ich zu diesem Zeitpunkt nicht geben, es geht mir lediglich um eine schnelle Dokumentation der beobachteten Effekte, damit andere Betroffene eine Möglichkeit haben, diesen Vorgang zu beurteilen. Tiefer gehende technische Fragen beantwortet eine beliebige Web-Suchmaschine, und zwar sehr viel präziser und detaillierter, als es den meisten Menschen lieb sein dürfte…

Screenshot Eins — Normaler Aufruf von „The Pirate Bay“ mit einem Browser, keine Verwendung eines Proxy-Servers:

Screenshot ohne Proxy-Server

Bei einem direkten Aufruf ist keine Verbindung möglich. Der von mir verwendete Browser ist ein Opera. Das Problem lässt sich aber mit jedem Browser nachvollziehen. Ich habe dies unter anderem mit Firefox, Chromium, w3m und lynx getan.

Screenshot Zwei — Aufruf von „The Pirate Bay“, geroutet über Tor:

Screenshot mit Tor

Abgesehen von der üblichen Performance-Einbuße beim Verwenden von Tor gibt es keine beobachtbaren Probleme mit „The Pirate Bay“. Der Tracker ist voll funktionsfähig.

Screenshot Drei — Aufruf von „The Pirate Bay“ mithilfe eines in der BRD gehosteten Glype-Proxys, dessen Netzwerk nicht über Vodafone geroutet wird:

Screenshot mit Glype-Proxy

Auch hier tritt keinerlei Problem auf, der Netzwerkverkehr zum Glype-Proxy ist nicht beeinträchtigt, und wenn „The Pirate Bay“ nicht über das von Vodafone geroutete Netzwerk aufgerufen wird, ist der Torrenttracker im vollen Umfang verfügbar. Wer das Problem hat, dass „The Pirate Bay“ nicht mehr verfügbar ist, kann das leicht mit einer Liste von Glype-Proxies selbst ausprobieren.

Screenshot Vier — Überprüfung der Namensauflösung der Domain thepiratebay (punkt) se:

Screenshot dig thepiratebay punkt se

Es handelt sich nicht um eine „Vergiftung“ der Namensauflösung. Die Domain thepiratebay (punkt) se wird zur IP-Adresse 194.71.107.15 aufgelöst. Ich habe eine ssh-Verbindung mit einem Computer aufgebaut, der nicht über Vodafone mit dem Internet verbunden ist, und dort zum Vergleich den gleichen Test gemacht. Auch dort wurde die Domain zur gleichen IP-Adresse aufgelöst. Das Problem liegt also auf einer anderen Ebene, mutmaßlich im Routing.

Screenshot Fünf — Ein Ping auf 194.71.107.15:

Screenshot einer Konsole mit dem Ping

Da die Namensauflösung nicht beeinträchtigt wurde und ich mir den Domainnamen deutlich besser als die IP-Adresse merken kann, habe ich den Domainnamen angepingt. Hier wird auch noch einmal deutlich, dass die IP-Adresse korrekt zugeordnet wird und DNS somit unbeschädigt ist. Der Rechner mit der IP-Adresse 92.79.253.117 gibt die Fehlermeldung zurück, dass der Host 194.71.107.15 nicht erreichbar ist. Die IP-Adresse 92.79.253.117 gehört zu einem IP-Bereich, der von Vodafone verwaltet wird. Das Routing endet also im Vodafone-Netzwerk, wenn man eine Internet-Verbindung zum Server von „The Pirate Bay“ aufbaut. Das sieht nicht nach einem Defekt aus, sondern nach einer gezielten Unterdrückung des Netzwerkverkehrs durch Vodafone.

Screenshot Sechs — Zu schlechter Letzt der Traceroute:

Screenshot einer Konsole mit dem Traceroute

In diesem Screenshot habe ich die für meine Untersuchungen benutzte IP-Adresse unkenntlich gemacht, sie tauchte sowohl im „sprechenden“ Domainnamen als auch direkt auf. Hier wird der Weg der Datenpakete deutlich. Als erstes geht es vom angeschlossenen Rechner zum ADSL-Router, einer von Vodafone gelieferten EasyBox mit der lokalen IP-Adresse 192.168.2.1. Von dort geht es ins „richtige“ Internet, das hier gar nicht so richtig ist, da es (mindestens) im Falle „The Pirate Bay“ an der internen Vodafone-Adresse 92.79.253.117 endet.

Oder um es kurz zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, lieber Kunde, sie haben eine Netzsperre, die sich gegen eine bestimmte Seite richtet, deren Funktionalität grob mit einer Suchmaschine vergleichbar ist. Diese Netzsperre wird ihnen präsentiert von Vodafone. Vielen Dank, dass sie sich für einen Internet-Zugang von Vodafone entschieden haben.

Dass mit der gleichen Vorgehensweise — deren technische Realisierung ja in brauchbarer Weise aufgebaut wurde — beliebige weitere Blockaden gegen andere Rechner im Internet durchgeführt werden können, versteht sich von selbst. Es ist zwar leicht, diese Blockaden durch Verwendung eines Proxy-Servers zu umgehen, aber der unbedarfte Benutzer kommt nur zu dem Eindruck, dass eine bestimmte Ressource im Internet (und keineswegs nur im Web) vollständig verschwunden ist, woraus sich ohne weitere Nachforschung der Schluss aufdrängt, dass ein bestimmter Dienst eingestellt wurde.

Ob das eine Empfehlung ist, die Dienstleistungen des Zugangsproviders Vodafone in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen, muss natürlich jeder selbst beurteilen.

Zu klärende Fragen

Ich kann im Moment nicht feststellen, ob dieses Problem nur bei bestimmten Anschlüssen auftritt, oder ob es sich um eine allgemein von Vodafone mit technokratischen Mitteln durchgesetzte Sperre handelt. Dies können nur andere Menschen mit einem von Vodafone zur Verfügung gestellten Zugang zum „Internet“ (in Anführungszeichen, weil gezielt Bereiche des Internet ausgeblendet wurden) beurteilen. Das einfachste Mittel, dies für den eigenen Anschluss herauszufinden ist es, einfach die Website von „The Pirate Bay“ einmal im Browser aufzurufen. Ich kann nur sagen, dass die hier dokumentierte Sperre (mindestens) einer IP-Adresse bei (mindestens) zwei über Vodafone zur Verfügung gestellten „Internetzugängen“ auftritt.

Nachtrag 17. Mai 2012, 16:17 Uhr

Die hier beschriebenen Experimente habe ich heute morgen zwischen 4:30 und 5:15 Uhr mit verschiedenen Linux-Rechnern gemacht. Diese liefen unter Ubuntu Precise, Debian GNU/Linux 6.0.5 und einer „Strokelinstallation“ mit 2.6er-Kernel auf einem Server, der ich keine Distribution mehr zuordnen möchte. Das Ergebnis zeigt sich weiter oben.

Das ist insofern interessant, als dass sich das Problem bei Vodafone inzwischen verändert hat: Zurzeit können Rechner unter Microsoft Windows nicht auf „The Pirate Bay“ zugreifen, Rechner mit anderen Betriebssystemen schon. Vodafone stellt sich — wie man im verlinkten Forumsthread sehen kann — auf den Standpunkt, es handele sich um ein Problem des Betriebssystemes und nicht um eine Zensurleistung Vodafones. Und tatsächlich ist es jetzt wieder möglich, „The Pirate Bay“ mit einem Vodafone-Zugang aufzufrufen, wenn man Linux verwendet.

Dieser Stellungnahme Vodafones widerspricht leider alles, was ich heute morgen vor meinen Augen hatte und an dieser Stelle mit Screenshots dokumentiert habe. Es hat sich bei dem, was ich heute morgen erlebt und hier dokumentiert habe, definitiv nicht um ein Betriebssystemproblem mit Microsoft Windows gehandelt, sondern darum, dass (mindestens) zu einem bestimmten Rechner im Internet von Seiten Vodafones nicht geroutet wurde, also um mutmaßlich aktive und vorsätzliche Zensur durch Vodafone. Die jetzt von Vodafone zur „Erklärung“ im Supportforum vorgebrachten Behauptungen, es handele sich um ein Betriebssystemproblem mit Microsoft Windows widersprechen den hier dargestellten Fakten, sind somit offene und kundenverachtende LÜGE. Das wirft in meinen Augen ein noch nachteilhafteres Bild auf Vodafone als Zugangsprovider als der beschriebene Vorgang selbst, der ganz offensichtlich ein Experiment mit Internetzensur-Technik war.

Nachtrag 17. Mai, 16:51 Uhr

Eine Zensur von „The Pirate Bay“ findet — wie nicht nur in den Kommentaren zu diesem Artikel zu lesen ist, sondern wie ich es auch an anderen Stellen gesehen habe — nicht nur durch Vodafone, sondern auch durch die Telekom und durch Unitymedia statt. Dies sind also bereits die Namen von drei Zugangsprovidern, die ihren Kunden keinen Zugang zum Internet liefern, sondern technischen Aufwand betreiben, um ihre Kunden in der Haltung einer technokratischen Supernanny von Teilen des Internet fernzuhalten. Oder anders gesagt: Die sind die Namen von drei Zugangsprovidern, die ihre zahlenden Kunden verachten, für unmündige, dumme Kinder halten und die folglich keine erwachsenen Kunden wollen. Diesem durch Tätig- und Tätlichkeit geäußerten Wunsch habe ich keine eigene Ergänzung mehr hinzuzufügen.

Vergesst kino.to!

Dieser Blogpost ist leer. -- Nee, tut mir nicht leid... -- Mit Gruß aus Deutschland, dem Land der verschwindenden Inhalte

Vergesst kino.to! Zensiert werden Jörg Kachelmann; AEP-D; Attac; Sportwetten; Radio Fritz; stets und überall in Deutschland alle Blogger; Internetbertreiber außerhalb der „Sendezeiten“; das Pottblog; Flickr; das ELO-Forum; alle Aufklärer über Euroweb; die Aktion Nazifreies Dresden; einige Aufklärer über Kindesmissbrauch in der röm.-kath. Kirche; Meine Zwangsanmeldung; Aufklärer über Bauernfänger mit Schneeballsystemen; Menschen, die gegen die Zustände im Wikimedia Deutschland e.V. protestieren; alle Kinos; das Womblog mit Informationen über politische Bewegungen in Lateinamerika; Satire mit Zielrichtung Abmahnanwälte; Menschen, die harmlos, kreativ und satirisch auf technische Fehler in einer Website hinweisen; Menschen, die Vogeldarstellungen auf einer Satireseite benutzen; YouTube; alle Programmierer und Anwender von Freier Software; Anwender von Yahoo; Menschen, die die von der GEZ eingezogene Gebühr eine GEZ-Gebühr nennen; alle Google-Anwender; alle Programmierer und Nutzer von Computerspielen; Journalisten; alle Anwender der ehemaligen Plattform Google Video; das INSM-Watchblog; kritsche Verbraucher; Künstler, die sich kreativ mit der Boulevardpresse und ihrer Agitationsform auseinandersetzen; Computerspielespieler; Satiriker, die der Media-Markt-Reklame eine gebührende Antwort geben; politische Blogger; immer wieder Blogger; Dokumente, die die tödliche Verzweiflung eines jugendlichen Mörders und Selbstmörders beleuchten und der offiziellen und in den Massenmedien transportierten Darstellung offen widersprechen; Menschen, die die Zustände in der Innenstadt einer deutschen Großstadt nicht hinehmen wollen; und… und… und… und tausende, ja zehntausende weiterer derartiger Stimmen, die verschwinden gemacht oder doch zumindest eingeschüchtert und existenziell bedroht wurden, nur damit sie verschwinden mögen, aber die dabei so still und fern waren und sind, dass ich sie nicht bemerkt habe und nicht bemerken kann… dieses völlig unwichtige Scheiß-kino.to, das die aus Gewinnerzielungsabsicht generierten künstlichen Welten der Contentindustrie zur Untenhaltung und Ablenkung kostenlos konsumierbar machte, ist in alledem die entbehrlichste Site des Internet, und es wird morgen schon unter anderer Adresse wiederkommen, einfach, weil man viele wegen der objektiven Ödnis ihres Daseins nach etwas Trost, Bewusstlosigkeit und Bespaßung strebende Menschen so leicht mit Abofallen und Malware überrumpeln kann… und ihr werdet es auch in drei Monaten schon vergessen haben, ganz genau so, wie ein Aasfresser morgen den Kadaver nicht mehr kennt, der gestern noch seine Atzung war… ich würde dieses kino.to sofort gegen fünfzig mittlerweile verschwundene, persönliche Blogs eintauschen, die mir das Internet einmal zum wärmeren und erträglicheren Ort gemacht haben, als noch nicht jedes menschliche Miteinander im Netz ein sozial optimierter Geschäftsvorgang sein sollte… und in alledem unvergessen bleibt mir, und hoffentlich nicht nur mir, welche Menschen (angebliche Vertreter irgendeines Volkes, zu dem ich allerdings nicht gehöre und von dem ich keinen Menschen kenne, der zu diesem Volk gehört) ein willkürlich und (da immer noch in Kraft, immer noch jederzeit) unkontrollierbar missbrauchbares Internetzensurgesetz in Rechtskraft gesetzt haben, weil diese reich geborene Fotze sehr zum Nutzen ihrer geldmächtigen Freunde dreist und politisch kindesmissbrauchend in die Welt gelogen hat — aber das mit Lügen, das tut sie ja immer noch. Wo die „Meinungsfreiheit“ in der BRD bleibt? Ach, ich erklärs mal für Kinder.

Murmeltier des Tages: Internetsperren

Die BRD schlägt mal wieder so richtig als Super-Nanny für alle Menschen in Deutschland zu und setzt durch, was die Menschen in Deutschland wirklich wollen und was gut für sie ist — nach Meinung dieser Super-Nanny. Zitat Heise Online:

Auf einer Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz haben sich die 16 Länderchefs auf einen Kompromiss bei den Online-Sportwetten geeinigt. Bis zum Sommer soll ein unterschriftsreifer Entwurf für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag fertig sein, der unter anderem sieben bundesweite Konzessionen für private Anbieter vorsieht. Diese sollen 16,66 Prozent der Wetteinsätze als Konzessionsabgabe zahlen […]

Das meiste Geld, das von Deutschen für Online-Sportwetten ausgegeben wird, fließt zurzeit an den Länderkassen vorbei, nämlich an ausländische Anbieter. Diese zahlen an ihren Firmensitzen – bwin.com etwa ist in Gibraltar ansässig – nur geringe Abgaben. Die in Deutschland illegalen Online-Sportwetten sollen künftig mit Netzsperren blockiert werden, auch den Zahlungsverkehr will die EU unterbinden.

Das ist jetzt also der nächste Schritt, nachdem die FDP endlich bei Fast Drei Prozent angekommen ist und deshalb in einem Hauch simulierter Bürgerrechtstümelei proklamiert wurde, dass das Gesetz zur angeblichen Sperrung von Kinderpornografie von Ursula von der Goebbels trotz der damals so breiten Zustimmung und der ebenfalls breit verabreichten Propaganda in allen stinkenden Kanälen des Staatsfernsehens aufgehoben wird — unterdessen wird halt ein anderes Thema genommen, um die gleiche Zensurinfrastruktur zu schaffen. Diesmal ists das Thema „Glücksspiel im Internet“.

Und das ist „voll der Spielerschutz“ (ich bin mir sicher, dass die Sockenpuppen der P’litmafia genau dieses Wort in den Mund nehmen werden, wenn sie demnächst durch die Talkshows gereicht werden). Es darf weitergezockt werden, nur, dass der Staat da ein Sechstel des Umsatzes abgreifen will — Spieler sind eben „geschützter“, wenn sich die Kassen der BRD füllen. Und Anbieter, die dieses Sechstel nicht an die BRD abtreten, werden technisch gesperrt. Der so „geschützte“ Spieler soll also so viel verzocken wie jetzt schon, dies aber bei geringerer Gewinnaussicht. Damit neben dem beliebten Zahlenlotto noch eine weitere Deppensteuer in der BRD erhoben wird. Wenn der Spieler dann mal ins Ausland fährt, darf er voller Verwunderung feststellen, dass er ohne weitere Probleme in Frankreich am deutschen Lotto teilnehmen darf, aber in Deutschland nicht am Angebot eines französischen Wettanbieters.

Na, wie lange braucht ein durchschnittlich intelligenter Mensch unter diesem Eindruck bei Verwendung der Suchmaschine seiner Wahl, bis er weiß, was ein Proxy ist? Es ist genau wie bei dem p’litischen Kindesmissbrauch des Zensursula-Gesetzes: Die Regelung ist wirkungslos, aber die technische Infrastruktur für die Zensur des Internet wird ganz nebenbei geschaffen. Und genau das ist die Absicht. Immer gewesen. Und auch heute noch. Nichts anderes. Den Rest der durchgehenden Kriminalisierung aller Internet-Nutzer, die hoch erwünscht ist, weil sie beliebige Willkür ermöglicht, erledigen dann die Gerichte.

Im Endergebnis darf dann jeder 18jährige in der BRD beliebig mit gepumptem Geld an der Börse spekulieren, aber wenn er mal einen Fünfer auf „seine Mannschaft“ setzen will und hierfür natürlich einen Wettanbieter mit höchstmöglichen Quoten auswählen will, ist er ein ganz gefährdeter, mit Zensurinfrastrukturen zu schützender Spieler, der vor seiner „möglichen Spielsucht“ geschützt werden muss.

Hier meine Wette: Es wird weniger als ein Jahr brauchen, bis die so geschaffene Zensurinfrastruktur für das BRD-Internet auch für andere Zwecke eingesetzt wird.

Nachtrag: Beim Lawblog weiterlesen, was das für Lügner in der classe politique der BRD sind

Und immer immer wieder grüßt das Murmeltier…

Und immer immer wieder grüßt das Murmeltier, wenn irgendwo in der BRD ein schreckliches Verbrechen geschehen ist und die Arschlöcher aus der classe politique dieses zum Anlass nehmen, ihre hirnfickenden und konditionierenden Lügen zum Thema Internet und Computer zu verbreiten — und wenn diese Form der Propaganda auch noch so eiskalt und menschenverachtend ist. Diesmal befleißigt sich die bayerische Justizministerin Beate Merk angesichts der Vergewaltigungen in einem Ferienlager und versucht die damit verbundene Empörung in die p’litsch gewünschten Kanäle zu leiten: Das liegt alles an den pösen pösen Killerspielen und übrigens war das Internetzensurgesetz einer Ursula von der Goebbels ja auch gar nicht so schlecht

Auf die Idee, dass die Verrohung von (nicht nur jungen) Menschen auch andere Ursachen als Computerspiele haben könnte, kommt die gute Frau offenbar nicht.

Alles, was zum trüben Thema der p’litischen Fehlsichtigkeit in Bezug auf die gesamte Computertechnik zu sagen wäre, ist bereits gesagt worden und sei hier nicht wiederholt.

Wenn auch nur ein einziges Kind…

Wenn mit einer solchen — zugegebenermaßen einschneidenen Maßnahme — verhindert werden kann, dass auch nur ein einziges Kind missbraucht, misshandelt und von sexuell hochgradig abnormen Männern vergewaltigt wird, denn ist es völlig angemessen, dass man sofort alle kirchlichen Organisationen schließt! Hauptsache, es wird schnell gehandelt, denn…

„Wir können es uns politisch nicht leisten, untätig zu bleiben“ – statt lange zu forschen müsse man nun politische Entscheidungen treffen.

Es gibt keinen Grund, hier anders zu argumentieren als im Falle des Internet. (Außer vielleicht das „C“ im Parteinamen…)

Das ZDF wirbt für Internetzensur

Das BRD-Staatsfernsehen in Form des Zweiten Deutschen Fiaskos betreibt ein tolles Blog unter dem Titel „Kennzeichen Digital“, das nach seinem eigenen Selbstbild so richtiger Qualitätscontent ist:

Im politischen BLOG des ZDF posten Moderatoren und Autoren, die vielen Zuschauern im Fernsehen begegnen. Sie kennen sie als kompetente und analytische Köpfe. Hier sind sie meinungsfroher, streitlustiger, persönlicher. Diskutieren Sie mit uns und untereinander! Wir freuen uns darauf.

Heute ist man dort allerdings nicht ganz so „meinungsfroh“…

Screenshot vom Blog

…sondern gibt in der Geste des Hofberichterstatters wieder, was die politische Kaste vorgibt. Dabei legt man bei den aktuellen Zensursula-Bestrebungen von Frau Malmström noch mal so richtig nach und macht total fette Propaganda unter dem Titel „Höchste Zeit für Netzsperren gegen Kinderpornos„.

Allerdings bleibt nach dem Lesen des Artikels und der Klarheit über seine Intention doch noch eine Frage offen. Was meint die Autorin dieses Textes (Patricia Wiedemeyer) mit ihrem einleitenden Satz „Nach bereits zwei Klicks kann man im Internet Kinderpornos anschauen„? Hat sie die entsprechenden Seiten etwa als Lesezeichen abgelegt und klickt immer „Favoriten“ und „Kinderfick“ nacheinander? Oder woher weiß sie das von den „zwei Klicks“, von denen da so propagandawirksam phantasiert wird, dass der Kinderarsch nur so aufs Neue aufgerissen wird, um politisch missbraucht zu werden?