Offener Brief an Google

Werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Google,

ich muss eingangs eingestehen, dass ich die diversen Webdienste ihres Unternehmens nicht mehr so gern und häufig wie vor zehn Jahren nutze. Das liegt keineswegs an der Qualität, sondern mehr daran, dass Google nach weitgehenden Diversifizierungen eine Monopolstellung anstrebt, die mir nicht behagt.

Doch davon einmal abgesehen, erscheint mir auch die Qualität ihrer Dienste in immer größerem Maße fraglich — und es ist nur die Qualität, die ihren Diensten eine Nützlichkeit für die Anwender verschafft, ohne diese Qualität bleibt nur der Kadaver einer einst wertvollen Marke. Deshalb bin ich der Meinung, dass sie allein schon aus geschäftlichem Interesse alles daran setzen sollten, in Zukunft die größtmögliche Qualität aller Google-Dienste sicherzustellen.

Das ist der Grund für diesen offenen Brief. Sie haben im Moment ein Qualitätsproblem in ihrem Webdienst „Google News“. Es reduziert den Nutzen dieses Dienstes für die Menschen und hilft unseriösen Anbietern dabei, fragwürdige und in ihrer Hinterhältigkeit an betrügerische Machenschaften erinnernde Geschäftsmodelle zu betreiben — basierend auf der Irreführung der Nutzer ihres Dienstes „Google News“.

Der folgende Screenshot ist eine in „Google News“ dargestellte Meldung der Website des „Hamburger Abendblattes“ des Axel-Cäsar-Springer-Verlages:

Das Internet ist nicht schuld -- Nach Jahren der Euphorie hat das Internet dieser Tage einen ziemlich schlechten Ruf. Es gilt nun als das Medium der künstlichen Daueraufregung und als Instrument der Menschenjagd. Das Netz erzeuge eine oberflächliche, dümmliche Aggression, ...

Wie sie sehen können, befindet sich unterhalb der Überschrift ein von ihrem Bot eingelesener Teaser des Artikels. Es war übrigens genau dieser Teaser, der mich mit seinen vorsätzlich provozierenden und empörenden Behauptungen dazu brachte, einen Blick auf diesen Artikel werfen zu wollen.

Ihr Bot sieht allerdings beim „Hamburger Abendblatt“ einen anderen Inhalt als jeder menschliche Leser. Ein Klick bringt die folgende „Meldung“ des „Hamburger Abendblattes“ hevor:

Screenshot des angeblichen Artikels auf der Website des Hamburger Abendblattes

Sie können sicherlich erkennen, dass nicht einmal der Teaser der Meldung in der von ihren Bot indexierten Länge vorhanden ist. Dass ihren Bot gegenüber ein anderer Inhalt ausgeliefert wird als gegenüber jedem anderen Leser, ist evident.

Das allein ist übel genug. Übrigens haben sie selbst auf ihren Support-Seiten eine erfreulich eindeutige Haltung zu derartigen Machenschaften, an die ich sie gern einmal erinnern möchte, falls sie diese vergessen haben (Zitat Stand der soeben verlinkten Seite vom 8. Mai 2012, 16.40 Uhr):

Cloaking, irreführende JavaScript-Weiterleitungen und Brückenseiten

Cloaking

Cloaking bezeichnet den Versuch, Nutzer zu täuschen, indem Suchmaschinen und Besuchern unterschiedlicher Content oder unterschiedliche URLs bereitgestellt werden. Wenn Sie je nach User-Agent unterschiedliche Ergebnisse bereitstellen, wird Ihre Website möglicherweise als nicht vertrauenswürdig eingestuft und aus dem Google-Index entfernt.

Beispiele für Cloaking:

  • Für Suchmaschinen wird eine Seite mit HTML-Text bereitgestellt, während Nutzern eine Seite mit Bildern oder Flash-Elementen angezeigt wird.
  • Für Nutzer wird anderer Content bereitgestellt als für Suchmaschinen.

[…] Google ist bestrebt, seinen Nutzern wertvolle und relevante Suchergebnisse zu liefern. Daher lehnen wir Verhaltensweisen strikt ab, die darauf ausgelegt sind, Content lediglich für Suchmaschinen bereitzustellen oder Suchmaschinen zu manipulieren und Besucher zu täuschen, indem diese auf andere als die gewählten Websites geleitet werden. Google behält sich vor, gegen Brückenseiten und andere Websites vorzugehen, bei denen von irreführenden Praktiken Gebrauch gemacht wird – beispielsweise durch Entfernen dieser Websites aus dem Google-Index.

Das sind klare und eindeutige Worte, die so klingen, als wäre Google um den Schutz seiner Nutzer vor fragwürdigen manipulativen Praktiken bemüht. Wenn dieses Bemühen nicht nur eine unverbindliche Zusicherung einer Werbeagentur ist, sondern in der Gestaltung von Google-Webdiensten Wirksamkeit entfalten soll, wäre allein die hier an einem Beispiel belegte Vorgehensweise des „Hamburger Abendblattes“ Grund genug, das Webangebot dieser Zeitung umgehend aus den Google-Ergebnissen in der Newssuche und den Schlagzeilen bei Google News zu entfernen.

Damit ist es aber nicht genug, denn das „Hamburger Abendblatt“ betreibt die technische Manipulation zur Irreführung aller Google-Nutzer nur zu dem Zweck, damit ein auf Erwecken falscher Eindrücke basierendes Geschäftsmodell zu betreiben. Wer von der falschen Darstellung in der Newsübersicht angelockt wurde, steht folgendem Angebot gegenüber, wenn er den nicht einmal in Teaserlänger sichtbaren Text lesen möchte:

Screenshot vom Artikel des Hamburger Abendblattes

Um weiterzulesen, müssen mindestens 1,20 Euro bezahlt werden. Als Bezahlverfahren steht unter anderem ein in meinen Augen obskurer, von einer britischen Limited betriebener, anonymisierender Bezahldienst zur Verfügung, dessen Verfahren bei der Durchführung einer Bezahlung vermutlich auch den Vorschussbetrügern aus Nigeria und vergleichbarem Geschmeiß sehr entgegenkäme:

Screenshot Cash-Ticket

Da mein letzter Satz vielleicht etwas zu derb klingt, hier nur der Punkt 11.1 der Geschäftsbedingungen dieser obskuren britischen Limited:

11.1 Streitigkeiten betreffend Kaufgeschäfte, die Sie mit Ihrem Cash-Ticket durchgeführt haben, sind von Ihnen mit dem jeweiligen Webshop zu regeln. Wir sind nicht verantwortlich für die Qualität, Sicherheit, Gesetzesmäßigkeit oder irgendeinen anderen Aspekt der mit Ihrem Cash-Ticket bezahlten Produkte oder Dienstleistungen.

Das heißt, wenn ich es kurz in umgangsprachliches und somit leicht verständliches Deutsch übertrage: Wir bewegen das Geld und waschen ansonsten unsere Hände in Unschuld, ganz egal, wofür das Geld bewegt wird.

Natürlich, liebe Google-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wissen auch die professionellen Suchmaschinen-Manipulateure beim Hamburger Abendblatt aus dem Axel-Cäsar-Springer-Verlag ganz genau, dass auf eine derartige Überrumpelung nur ein Bruchteil der von Google auf die Website gelockten Menschen so reagieren wird, dass Geld für die Ansicht eines Artikels, der nur wenig sagt, aber dafür aufdringlich nach einer Werbung für ein Buch schmeckt, bezahlt wird. [Link auf eine dauerhaft archivierte Version des Artikels in einer Ansicht für Mobilgeräte, in der er vollständig lesbar ist].

Deshalb haben sich die Macher der Website des Hamburger Abendblattes noch eine weitere Möglichkeit ausgedacht, wie sie die unter bewusster Vorspiegelung falscher Tatsachen herbeigelockten Besucherströme monetarisieren können. Sie blenden Werbebanner in eine Seite ein, die ansonsten im Wesentlichen aus Eigenwerbung und einer Aufforderung zum Bezahlen besteht:

Screenshot eines Werbebanners

Sicher, auf diese Weise kommen für die Macher des „Hamburger Abendblattes“ nicht die angestrebten 1,20 Euro für eine Artikelansicht zusammen, aber dafür läppern sich etliche Kleinbeträge zu einer mutmaßlich doch lohnenden Summe — die gezielte Manipulation der Google-Ansicht zur Irreführung der Leser zahlt sich also finanziell aus. Dass dabei Techniken angewendet werden, die sonst nur von halbseidenen Gestalten im Internet benutzt werden; dass Google-Nutzer offen hinters Licht geführt und in solcher Darbietung verachtet werden; all das kümmert die Macher des „Hamburger Abendblattes“ nicht weiter.

Werte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei Google,

ich komme nach dieser doch etwas lang geratenen Darlegung endlich zum Schluss und möchte noch einmal kurz das Wesentliche zusammenfassen, bevor ich eine Bitte an sie äußere, die auch im Interesse Googles liegt:

  • Die Website des deutschen Presseproduktes „Hamburger Abendblatt“ wendet gegenüber dem Google-Bot vorsätzlich manipulative Techniken an, um auf diese Weise Google-Nutzer über die dort angebotenen Inhalte irrezuführen.
  • Der Zweck dieser Irreführung ist der Versuch, Menschen für eine gegenüber dem Google-Bot als offen und kostenlos dargestellte Dienstleistung — die Veröffentlichung journalistisch erstellter Texte im Web — Geld abzunehmen.
  • Dass dieser Versuch nur bei einem Bruchteil der überrumpelten Leser zum Erfolg führt, wissen auch die Macher der Website des „Hamburger Abendblattes“, so dass sie sich zu einer zusätzlichen Monetarisierung der „Bezahl-oder-geh-weg-Seite“ durch eingeblendete Werbebanner entschlossen haben.
  • Die Auflistung derartiger „Inhalte“ in Ansichten bei „Google News“ bietet für keinen Nutzer einen Mehrwert, sondern ist im Gegenteil dazu geeignet, bei jedem Nutzer, der darauf stößt, einen bleibenden Eindruck von qualitativer Beliebigkeit und Gleichgültigkeit auf Seiten Googles zu erwecken. Dieser Eindruck beschädigt das Ansehen der Marke „Google“.

Bitte schauen sie sich das Vorgehen auf der Website des „Hamburger Abendblattes“ einmal genau an und nehmen sie, wenn sie zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind, diese Website aus der Auflistung in „Google News“ heraus! Das Ergebnis dieser recht schäbig anmutenden Irreführung bietet dem Google-Nutzer keinen Mehrwert und ist zudem dazu geeignet, die Reputation Googles zu beschädigen. Das Entfernen derartiger Produkte führt jedoch auf der anderen Seite zu einer Verbesserung der Nützlichkeit von Google-Diensten für die Menschen.

Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass sie zu einem anderen Schluss kommen können.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Der Nachtwächter

Der Internet-Abschalter

Der folgende Text ist eine ganz schnelle Übelsetzung [Verschreiber ist Absicht] eines Textes, den Fefe heute verlinkt hat. Ich habe einige Aussagen mit Links versehen, um die Überprüfung zu erleichtern. Um den Stil des Textes besser in die Deutsche Sprache übertragen zu können, habe ich die informelle Anrede „Du“ gewählt — eigene Anmerkungen habe ich [kursiv in eckigen Klammern] in den Text gestreut.

Beginn der Übelsetzung

Der Internet-Abschalter mit der Möglichkeit globalen Abhörens?

Eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen
Eine Unternehmung, sie zu finden
Eine Unternehmung, sie alle zusammen zu bringen
Und sie in Dunkelheit zu binden

Hast du in letzter Zeit mal Whois-Abfragen für Google gemacht? Nein? Vielleicht für Facebook? Für MSN, oder für Hotmail? Für Yahoo? Es könnte dich überraschen, wenn du die Ergebnisse miteinander vergleichst.

„Hübsch“, nicht wahr? Schau dir bitte auch die Angabe unter „Last Updated“ an!

Die Markenschutz- und Anti-Piraterie-Unternehmung „MarkMonitor Inc.“ hat alle diese DNS-Namen schon seit mehreren Monanten unter ihrer Kontrolle.

Sie kontrolliert übrigens auch die Namensauflösung für Wikimedia, obwohl das nicht im Whois-Eintrag für Wikimedia.org sichtbar wird. [Meine Anmerkung: Inzwischen sehr wohl…] Und noch viel mehr: Sie hat juristisches Eigentum an apple.com, auch an ubuntu.com. Nokia.com? Ja, die Domain gehört auch MarkMonitor. Siehst du hier ein Muster?

MarkMonitor ist auch eine Zertifizierungsstelle, der von den Browsern vertraut wird. Das bedeutet, dass sie dazu imstande sind, für dich sicher aussehende SSL-Verbindungen aufzubauen, und zwar zu jedem Gegenüber nach ihrem Geschmack. Dein Browser wird keine Warnungen anzeigen, wenn es damit irgendwelche Angriffe eines Mittelsmannes gibt.

MarkMonitor ist eine Unternehmung, die das „Internet“ der meisten Menschen in Minuten vollständig übernehmen kann. Jetzt kontroliert MarkMonitor unmittelbar die drei größten Anbieter kostenloser E-Mail-Konten, und — ich vermute, das kann man mit Sicherheit sagen — auch die meisten gegenwärtig aktiven sozialen Websites.

Schau es dir selbst an! Whois yahoo.com, whois google.com, whois gmail.com, whois facebook.com, whois fbcdn.com, whois hotmail.com, whois msn.com… die Liste ist schier endlos.

Wie ist es dazu gekommen?

Diese Unternehmung hat sich den vollständigen Zugang angeeignet, um jeden Benutzer dieser beliebten Internet-Dienste [besser wäre meiner Meinung nach: Webdienste] beobachten zu können, belauschen zu können, zensieren zu können und faken zu können. Dies alles in nahezu vollständiger Stille. Für einige dieser Sites stellt sie auch einen „Firewall-Proxy-Dienst“ zur Verfügung. Das bedeutet, sie wird dafür bezahlt, die gesamte Kommunikation abzufangen; sowohl die eingehende als auch die ausgehende.

Diese Situation erinnert mich an die Initiative von Joseph Lieberman aus dem Jahr 2010, einen Internet-Ausschaltknopf für die Vereinigten Staaten zu etablieren.

Die Regierung muss nur Kontrolle über diese eine Unternehmung haben, und die meisten Social-Media-Websites, die meisten kostenlosen E-Mail-Anbieter und die meisten Suchmaschinen sind damit unter ihrer Kontrolle. Nicht zu vergessen: Auch die meisten Betriebssysteme, sowohl jene für Computer als auch die für Mobilgeräte.

Nicht nur innerhalb der USA, sondern global. Eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen.

Ich, für meinen Teil, ich stelle nur diese Frage: Was zum Henker geht hier vor? Wie konnten diese Typen, diese vergleichsweise kleine Unternehmung zum Abgreifen von Domains und zur Jagd auf Piraten, wie konnten sie die Ressourcen bekommen, die DNS-Einträge der beliebtesten Internet-Dienste [Webdienste wäre passender] zu erlangen? Wie kann dieser Vorgang so vollkommen von den Medien ignoriert werden; ja, selbst von den Fürsprechern der Privatspähre im Internet? Sogar Verschwörungstheoretiker scheinen diese Situation vollständig zu ignorieren.

Sichere Kommunikation ist eine Illusion.

Nur eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen? Ganz so, als würde das alles noch nicht übel genug klingen, ist das Problem wesentlich größer. MarkMonitor könnte mit Leichtigkeit ein „Ausschalter“ für alle Sites unter seiner Herrschaft sein. Aber so, wie es ausschaut, könnte auch beinahe jeder mit Zugriff auf gewisse Ressourcen sich selbst als MarkMonitor ausgeben.

Denn das gesamte SSL-Zertifizierungsschema ist — wie man in den letzten Monaten bemerkt hat — kaputt. Nicht im technischen Sinne, denn es gibt keine bekannte innere Schwäche in den Algorithmen. Aber der gesamte SSL-Schutz der Kommunikaton basiert auf Vertrauen, und dieses Vertrauen ist gescheitert.

Gemäß verscheidener Quelllen werden SSL-CA-Zertifikate gewohnheitsmäßig an jeden vergeben, der bereit ist, dafür zu bezahlen. So wie es „The Regiester“ in seiner Analyse des TrustWave-Skandales herausgearbeitet hat:

Diejenigen, die Trustwave verteidigen, legen nahe, dass andere Anbieter wahrscheinlich in gleicher Weise an so genannte „Datenverlust-Vorkehrungen“ herangehen — Systeme, die durch ein Netzwerk fließende Informationen inspizieren, um das „Herauslaufen“ geschäftlich wichtiger Daten zu vermeiden. […] Tatsächlich hat GeoTrust offen ein „Geo-Root“-Produkt auf seiner Website beworben — bis vor kurzem.

Auf diese Weise ist die Möglichkeit, sich als jedermann anders auszugeben, normal in der täglichen Praxis des big business. Stell dir nur einmal vor, was Regierungsstellen tun müssen — zum Beispiel in Schweden, wo der militärische Geheimdienst FRA die Aufgabe hat, sämtlichen Traffic zu beobachten, der die schwedischen Grenzen überschreitet.

Wer kann ernsthaft behaupten, dass er den hunderten verschiedener CA-Unternehmungen vertraut, von denen einige auf frischer Tat dabei ertappt wurden, wie sie die Sicherheit ihrer Kunden verkaufen oder wie sie sehr ernsthafte Probleme vertuschen wollten (bis dahin gehend, dass ihre Root-Zertifikate entwendet wurden).

MarkMonitor ist eine Unternehmung zum „Markenschutz“. Ihr früheres Geschäft war die Reservierung von Domains, um Markennamen zu schützen. Du kaufst ihre Dienstleistung, und MarkMonitor stellt sicher, dass niemand die Domain „meinemarkeistscheisse.com“ haben kann.

Desweiteren treten sie als Gegner der Piraterie auf. Ihr gesamtes Geschäft basiert darauf, das „geistige Eigentum“ zu beschützen.

Nur mal so angemerkt: Jemand sollte denen vielleicht mal einige Fragen stellen — und auch ihren Kunden. Warum ausgerechnet Google, diese Firma, die alles „im eigenen Hause“ macht, solche lebenswichtigen Teiles seines Netzwerkes an einen externen Dienstleister gibt? Wie es dazu kommt, dass all diese im Wettbewerb stehenden Telefon- und Betriebssystem-Vermarkter, die sich unentwegt untereinander verklagen, plötzlich gemeinsam dieser einen Unternehmung vertrauen?

Und dann sind da auch diese ganzen in Konkurrenz stehenden Social-Media-Unternehmen, die Erfolg mit einem Geschäftsmodell haben, das man ansonsten „Diebstahl geistigen Eigentums“ nennte, zusammen mit ihren Nutzern, die Texte, Bilder, Musik, Videos und Links miteinander teilen.

Große Fragen. Eine Herausforderung an den gesunden Menschenverstand. Die Antworten fehlen.

Ende der Übelsetzung

Kleiner Nachtrag: WordPress.com und wordpress.org sind zurzeit nicht davon betroffen.

Google, YouTube und das angebliche Copyright

Mir ist beinahe die Galle explodiert, als YouTube zur Auffassung gekommen ist, dass eine obskure Verwertungsgesellschaft die Rechte an einem Stück von mir haben soll — und deshalb damit beginnen wollte, wegen dieser behaupteten und nicht bestehenden Rechte Reklame neben dem Video zu schalten, von der die obskure Verwertungsgesellschaft profitiert hätte.

Dass ich der Urheber dieses Stückes bin und wo ich es veröffentlicht habe, war sowohl im Video als auch im Beschreibungstext des Videos vermerkt. Darüber hinaus stammte sämtliches Bildmaterial von mir.

Es handelte sich hier um einen Akt reiner Willkür. Offenbar werden auf Seiten von YouTube bei einem derartigen Missbrauch durch die Rechteverwertungs- und Kopierindustrie nicht die geringsten Plausibilitätsprüfungen durchgeführt, sondern die Nummer wird einfach mit aller technokratischen Kälte durchgezogen.

Zwar ist der Hinweis — nachdem ich eine geharnischte Mitteilung an den Support geschrieben habe — inzwischen wieder still entfernt, aber zu so einer Geste wie auch nur einer mechanisch formulierten Entschuldigung ist Google in seiner Erscheinungsform als YouTube nicht bereit. Auch würde es mich brennend interessieren, auf welcher Grundlage es zu dieser Einordnung meiner marginalisierten Computer-Klangbastelei durch YouTube, Google oder einen obskuren Rechteverwerter kam, da ich gern dazu Stellung beziehen würde. Denn tatsächlich bin ich sogar dazu imstande, meinen Status als Urheber allein durch existierende Projektdateien und das verbaute Samplematerial nachzuweisen. Was diesem möglichen Nachweis gegenübersteht, das würde zu gern mal sehen, damit ich es nicht nur vermuten muss. Ohne es gesehen zu haben, bleibt mir nur die Annahme, dass es sich um eine völlig unbelegte Vermutung von Vertretern der geldherrschaftlichen Willkür handeln muss — und diese wird dann einfach von Google mit technischen Zwangsmitteln durchgesetzt.

Kommt, Google und YouTube — so geht das nicht. Das heißt: Es geht schon, aber glaubt nicht, dass jemand ein so gestaltetes „Angebot“ noch attraktiv findet. Wenn ich ich einen Mangel an autokratisch handelnden Typen in meinem Leben empfinde, dann gehe ich nicht zu einem Internet-Dienstleister, sondern in die „Volksrepublik“ China.

Die im Video verwendete Musik, alle Texttafeln und das am Ende eingeblendete Testbild stammen von mir. Wenn dieses Videowerk — ja, ich betrachte diese Aufarbeitung als Kunst — also bei YouTube demnächst verschwindet, liegt das nicht an vorgeschobenen Urheberrechten, sondern daran, dass YouTube (im Besitz von Google) nicht will, dass derartige Vorgänge auf YouTube sichtbar werden. Was das bedeuten kann, lässt sich etwa bei Frau Streisand erfragen.

Klare Ansage

Um Spam zu vermeiden, müssen sie uns ihren echten Namen geben -- sagt ihnen der größte Werbevermarkter im gesamten Internet

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Was ich vor einer Woche auf Google Plus angekündigt habe, habe ich heute gemacht:

Google+ und damit verbundene Inhalte wurden erfolgreich gelöscht.

Das ist von mir zur Nachahmung empfohlen.

Weniger empfehlen kann ich hingegen, für Googles heiß beworbenen Drecksdienst irgendeine zusätzliche, kostenlose Reklame zu machen, indem man darüber schreibt und anderen Menschen im Hunderterpack die Invites zusteckt, damit sie bei diesem „geschlossenen Betatest“ mitmachen können. Total geschlossen, das Ding… wer so redet, erinnert mich eher an eine geschlossene Anstalt. 😈

Absolut bescheuert und von geradezu sklavenhafter Bückseligkeit ist es, darauf zu warten und zu hoffen, dass Google zu irgendeiner Einsicht in Hinblick auf eine mögliche Pseudonymität bei der Nutzung von Google Plus kommt. Die mit allen Mitteln der technokratischen Willkürherrschaft durchgesetzte Klarnamensplicht ist keine Panne, sondern Bestandteil der geplanten geschäftlichen Verwertung angesammelter Daten. Dass das Geist und Wesen des Internet verneint, ist denen beim Geldmachen egal. Da kommt nichts mehr. Außer vielleicht solche Beschwichtigungen wie gestern, dass einem jetzt vier Tage Zeit gelassen werden, wenn Google mit einem Namen nicht einverstanden ist und um Stellungnahme bittet (unter Angabe der Telefonnummer, mit Aufforderung, ein eingescanntes Ausweisdokument einzusenden), bevor Google durchlöscht. Die können nicht vom Kern dieser unsinnigen Forderung nach Realnamen abrücken. Es wäre ein Abrücken von derjenigen geschäftlichen Strategie, für die Google Plus entwickelt und online gestellt wurde. Also nicht warten, sondern besser gleich selbst löschen!

Eine Menge Text zum Weiterlesen habe ich auch noch, aber das sind allesamt etwas längere Texte, die ich hier nur verlinke und nicht wiederhole:

Frohes Abmelden! 😉

Zum Glück für uns alle gibt es ein Internet jenseits von solchen Sozialvermarktern-2.0 wie Facebook, Google, Twitter und den inzwischen fast schon wieder vergessenen VZ-Dingern und MySpace. Wer nicht will, dass jede seiner Äußerungen zu einem sozial optimierten Geschäftsvorgang gemacht wird, der wird sich geeignetere Formen des Miteinanders suchen.

Don’t be evil…

Screenshot: Anonymous ist auf Google Plus gesperrt worden

Danke Google, dass du schon vor dem richtigen Start deines neuen Dienstes „Google Plus“ klar machst, dass du keine Alternative zum datensammelnden und zensurfreudigen Facebook bist! Klar doch, Anonymous kann man einfach so weglöschen, einschließlich Mailaccount, und das hast du halt gemacht. Und weils so hübsch war, hast du das auch gleich mit mehreren Accounts aus dem Anonymous-Umfeld gemacht. Löschen ist ja so einfach. Und es hat so viele Vorzüge, einfach weil ███████ und █████. Und ihr Zensoren da bei Google, ihr ██████ █████ ████████ ████ ██████ in ███ ████████ ███ █████ ████ und ██████ █████ ████████ █████ ███ idiotische Arschlöcher ████████ und ██████ Vollpfosten! Ist schon klar, ihr wollt da nur „richtige Personen“ haben, die sich mit Klarnamen anmelden, weil das besser ist beim… ähm… Erstellen von handelsfähigen Datensätzen aus menschlichen Beziehungen. Auf die man tolle Metriken anwenden kann, um das Kaufverhalten besser vorherzusagen und den Hirnfick der Scheißreklame zielsicherer zu machen. Für Zielgruppen eben. Also für Menschen, die von weltverpestenden Werbern im Fadenkreuz betrachtet werden. Und deshalb gibt es bei euch nur richtige Personen mit richtigem Klarnamen, etwa die springersche ComputerBild… oops, na, die jetzt nicht gerade so. Na, sicherlich nur eine kleine Panne bei eurem Durchlöschen, die gibts ja erst zehn Tage bei euch. Aber hey, ihr könnt es euch ja auch nicht gleich bei der Einführung eures doppelplusguten Dienstes mit der Contentmafia versauen, das verstehe ich schon, schließlich braucht ihr viel bei euch registriertes Menschenmaterial zum Vermarkten. Und das kommt nun mal eher, wenn die Journaille euch mag und „positiv“ über euch berichtet.

Ja, danke dass du das ganz zu Anfang klar machst, Google Doppelplusgut! Damit auch möglichst viele Menschen eine vernünftige Entscheidung treffen können. Ich gehe jetzt erstmal kotzen.

Vergesst kino.to!

Dieser Blogpost ist leer. -- Nee, tut mir nicht leid... -- Mit Gruß aus Deutschland, dem Land der verschwindenden Inhalte

Vergesst kino.to! Zensiert werden Jörg Kachelmann; AEP-D; Attac; Sportwetten; Radio Fritz; stets und überall in Deutschland alle Blogger; Internetbertreiber außerhalb der „Sendezeiten“; das Pottblog; Flickr; das ELO-Forum; alle Aufklärer über Euroweb; die Aktion Nazifreies Dresden; einige Aufklärer über Kindesmissbrauch in der röm.-kath. Kirche; Meine Zwangsanmeldung; Aufklärer über Bauernfänger mit Schneeballsystemen; Menschen, die gegen die Zustände im Wikimedia Deutschland e.V. protestieren; alle Kinos; das Womblog mit Informationen über politische Bewegungen in Lateinamerika; Satire mit Zielrichtung Abmahnanwälte; Menschen, die harmlos, kreativ und satirisch auf technische Fehler in einer Website hinweisen; Menschen, die Vogeldarstellungen auf einer Satireseite benutzen; YouTube; alle Programmierer und Anwender von Freier Software; Anwender von Yahoo; Menschen, die die von der GEZ eingezogene Gebühr eine GEZ-Gebühr nennen; alle Google-Anwender; alle Programmierer und Nutzer von Computerspielen; Journalisten; alle Anwender der ehemaligen Plattform Google Video; das INSM-Watchblog; kritsche Verbraucher; Künstler, die sich kreativ mit der Boulevardpresse und ihrer Agitationsform auseinandersetzen; Computerspielespieler; Satiriker, die der Media-Markt-Reklame eine gebührende Antwort geben; politische Blogger; immer wieder Blogger; Dokumente, die die tödliche Verzweiflung eines jugendlichen Mörders und Selbstmörders beleuchten und der offiziellen und in den Massenmedien transportierten Darstellung offen widersprechen; Menschen, die die Zustände in der Innenstadt einer deutschen Großstadt nicht hinehmen wollen; und… und… und… und tausende, ja zehntausende weiterer derartiger Stimmen, die verschwinden gemacht oder doch zumindest eingeschüchtert und existenziell bedroht wurden, nur damit sie verschwinden mögen, aber die dabei so still und fern waren und sind, dass ich sie nicht bemerkt habe und nicht bemerken kann… dieses völlig unwichtige Scheiß-kino.to, das die aus Gewinnerzielungsabsicht generierten künstlichen Welten der Contentindustrie zur Untenhaltung und Ablenkung kostenlos konsumierbar machte, ist in alledem die entbehrlichste Site des Internet, und es wird morgen schon unter anderer Adresse wiederkommen, einfach, weil man viele wegen der objektiven Ödnis ihres Daseins nach etwas Trost, Bewusstlosigkeit und Bespaßung strebende Menschen so leicht mit Abofallen und Malware überrumpeln kann… und ihr werdet es auch in drei Monaten schon vergessen haben, ganz genau so, wie ein Aasfresser morgen den Kadaver nicht mehr kennt, der gestern noch seine Atzung war… ich würde dieses kino.to sofort gegen fünfzig mittlerweile verschwundene, persönliche Blogs eintauschen, die mir das Internet einmal zum wärmeren und erträglicheren Ort gemacht haben, als noch nicht jedes menschliche Miteinander im Netz ein sozial optimierter Geschäftsvorgang sein sollte… und in alledem unvergessen bleibt mir, und hoffentlich nicht nur mir, welche Menschen (angebliche Vertreter irgendeines Volkes, zu dem ich allerdings nicht gehöre und von dem ich keinen Menschen kenne, der zu diesem Volk gehört) ein willkürlich und (da immer noch in Kraft, immer noch jederzeit) unkontrollierbar missbrauchbares Internetzensurgesetz in Rechtskraft gesetzt haben, weil diese reich geborene Fotze sehr zum Nutzen ihrer geldmächtigen Freunde dreist und politisch kindesmissbrauchend in die Welt gelogen hat — aber das mit Lügen, das tut sie ja immer noch. Wo die „Meinungsfreiheit“ in der BRD bleibt? Ach, ich erklärs mal für Kinder.

Es kämpft die massenmediale Einheitsfront

Wir bieten Kooperationen an. Mathias Döpfner, der Springer-Chef, denkt bei diesem Thema in die richtige Richtung. Er will eine Allianz der Qualitätsanbieter im Wettbewerb, unter anderem gegen Google, Apple und Vodafone. Die ARD steht dafür bereit.

Monika Piel, Vorsitzende der ARD

Da wächst endlich dann zusammen, was so lange schon zueinander strebt! Und was für eine tolle Idee, die da zwischen den Zeilen durchfunkelt! Das Prinzip des mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks einfach auf sämtliche etablierten Medien übertregen — da kann eigentlich kein Presseverleger „nein“ sagen, denn es geht nichts gegen eine quasi-gesetzlich garantierte Kundschaft, scheißegal, wies mit der Qualität der eigenen Produkte aussieht. Ein tolles Erfolgsmodell für der BRDDR zeichnet sich ab.

Und morgen, wenn es mal wieder um die Lebensrechte von Menschen und nicht um die Lebensrechte von Unternehmen geht, wird wieder von Wettbewerb und Markt und Leistung gefaselt.

Was ein BH ist für die Weiber, das sind fürs Volk die Presseschreiber. Denn beide drücken ganz enorm die Massen zu gewünschter Form.