Avira!

Hey, ihr Kaufleute bei Avira!

Ich finde, ihr habt da eine tolle Idee gehabt. Euer Antivirus-Schlangenöl zum serverseitigen Durchscannen von E-Mail benötigt eine Lizenzdatei, und wenn die abgelaufen ist, wird einfach jede Mail in einen Spamordner verschoben, aus dem sie nur durch die Handarbeit eines Administrators wieder befreit werden kann.

Ihr hättet diese Idee ruhig mutig gegenüber euren Anwendern kommunizieren sollen. Zum Beispiel mit den Worten: „Oh, sie haben da so viele interessante Mails. Das wäre doch schade, wenn denen etwas zustoßen würde“…

Ach, das wäre schlecht für euer Image gewesen, wenn ihr wie ein Schutzgelderpresser klingt? Na, euer Image scheint euch aber ziemlich wumpe zu sein, weil ihr einfach keine neue Lizenzdatei für eure zahlenden Kunden ausgeliefert habt. Und ohne gültige Lizenzdatei… siehe oben!

Und nein, ihr handhabt das nicht so, dass erst die wichtige Funktion ausgeübt wird, und dann die Lizenzdatei überprüft wird. Oder so, dass ohne Lizenzdatei eine jeden Tag eine E-Mail mit einer deutlichen Warnung an den postmaster rausgeht und alle Mails ungeprüft durchgestellt werden, weil eurer Schrottprogramm einfach gar nichts tut. Oder sonst irgendwie sinnvoll. Sondern ihr behandelt das so, dass eure Lizenzprüfung oberste Priorität hat, und dass beim Fehlschlagen dieser Prüfung der größtmögliche Schaden für eure Anwender angerichtet wird. Das ist ziemlich großes Kino, wenn ihr dazu noch selbst die Kleinigkeit mit der Lizenz verkackt, findet ihr nicht auch?!

Und wisst ihr, was das Beste daran ist? Gegen die pösen „Raubkopierer“, die ihr mit eurer hirnamputierten Lizenz-Kacke doch „bekämpfen“ wollt, hilft euch das kein bisschen. Die haben sich nämlich eine gepatchte Version aus der Piratenbucht gezogen, die auch im Jahr 2020 noch läuft, wenn euch hoffentlich längst der Insolvenzverwalter geholt hat. Ganz ohne den kundenverachtenden Scheiß mit irgendwelchen „erforderlichen“ Lizenzdateien, den sich irgendwelche hirnverrotteten Kaufleute bei euch ausgedacht haben.

Die einzigen, denen ihr mit eurer fehlgeschlagenen Lizenzierungs-Kacke schadet, sind die Menschen, die euch auch noch Geld für eurer Antivirus-Schlangenöl gegeben haben.

Was meint ihr wohl? Wie wird sich das auf die zukünftige Bereitschaft auswirken, eure Produkte zu kaufen?

Ratet mal?

Ich sags euch jedenfalls nicht… und ihr solltet besser nicht eure Kaufleute, sondern eure Kunden danach fragen. Ach, die gehen euch am Arsch vorbei. Na, das merkt man aber auch. :mrgreen:

BND, MAD und was es sonst noch so gibt: Auflösen!

Die deutschen Geheimdienste bestritten entschieden, über die groß angelegten Überwachungsprogramme der USA (unter anderem PRISM) und Großbritanniens (unter anderem Tempora) informiert gewesen zu sein. Damit bestätigen die Spitzen der Nachrichtendienste die zu diesem Thema gemachten Aussagen der Bundesregierung

Quelle: Gulli (wegen des so genannten Leistungsschutzrechts werde ich auch in Zukunft direkte Links auf die Websites von Presse­ver­lags­erzeug­nis­sen vermeiden…)

Da sie offenbar ihre sonst immer wieder vorgeschobene Kernaufgabe — dieses Ding mit der nationalen Sicherheit und dem ganzen anderen Rechtfertigungsgeschwafel für Tätig- und Tätlichkeiten, die man besser geheim hält — nicht erfüllen und in der Spionageabwehr so mies sind, dass sie eine langjährige, systematische Spionage nicht einmal in Form von deutlichen Anhaltspunkten bemerken, haben sich die Geheimdienste der BRD als völlig entbehrlich erwiesen. Sie könnten ohne zusätzlichen Schaden, aber mit großem Sparpotenzial einfach aufgelöst werden — für die paar beamteten Mitarbeiter wird sich sicherlich eine vernünftige Verwendung finden, für die noch eine gewisse Eignung vorhanden ist, etwa als Dolmetscher oder als prachtvoll uniformierter Ziersoldat ohne Aufgaben zur Staffage von Staatsbesuchen.

Wenn es keine derartigen (aber vermutlich weit geringeren) Konsequenzen gibt, ist das nur ein Beleg dafür, dass die gesamte politische Kaste der BRD Bescheid weiß, dass es sich bei diesen Auslassungen von BRD-Geheimdiensten um Lügen handelt, mit denen die Bevölkerung dumm und ruhig gehalten werden soll.

Und morgen im Programm: Der Ausbau des Polzeistaates zur Überwachung der Menschen in der BRD. Ja. Morgen.

Balken, wie sie die Bildzeitung gern zeichnet

Sonntagsfrage, Piraten und AfD jeweils auf 3 Prozent. Der AfD-Balken ist aber deutlich länger (mehr als doppelt so lang) als der Piratenbalken und übertrifft sogar noch den 4-Prozent-FDP-Balken.

Guck mal, Mami, die Neubraunen haben aber einen viel längeren Balken als die Orangen und die Gelbbraunen…

Wer freut sich bei solchen Anblicken nicht darüber, dass am Samstag vor der kommenden Bundestagswahl wieder einmal das springersche Blut- und Lügenblatt in jeden Briefkasten gesteckt werden soll, um „Lust auf Politik“ zu machen.

Voller Dankbarkeit

Danke für Euren Aufruf, liebe Verlage! Unsere Bilanz gestern: Installationen +129%, Spenden +167%

Manchmal freue ich mich, wenn ich zuschauen darf, wie sich die Arschlöcher in ihrer dummen dummen Gier selbst ins Knie schießen.

Reuters beim Nachrichten des 1. Mai

Screenshot Twitter -- Reuters Top News -- @Reuters -- Workers hit by lower living standards, high unemployment stage May Day protests across Europe

Von gesunkenen Lebensstandards und hoher Arbeitslosigkeit betroffene Arbeiter veranstalten in ganz Europa ihre Proteste zum Tag der Arbeit

Quelle des Screenshots

Müll hat einen Namen: „Nespresso“

Ich frage den Verkäufer, was so eine Stange mit Kapseln kostet. „10 Kapseln ungefähr 3,50 Euro!“ Ich überschlage im Kopf: Das heißt also 35 Cent pro Stück. Bei circa 6 Gramm Kaffee pro Kapsel. Das sind… Ich rufe begeistert aus: „Krass, das sind ja nur 60 Euro pro Kilo Kaffee!“ Er strahlt mich an. Ironie versteht er auch nicht.

Sind die Jungs irre? Für 60 Euro bekomme ich wilden, handverlesen Dschungel-Kaffee mit Öko-Premium-Siegel, der so fair gehandelt wurde, dass ein äthiopischer Kaffeesammler seine Kinder in Berlin Theaterwissenschaften studieren lassen kann. Doch eines interessiert mich noch, und ich wende mich dem Verkäufer erneut zu: „Diese Aluminiumkapseln — muss das wirklich sein?“ Ich erheische ein kurzes nervöses Zucken über der linken Augenbraue des Verkäufers. Er meint vorsichtig: „Aluminium ist das beste Material für die Aufbewahrung natürlicher Aromen!“ Ich antworte energisch: „Schon, aber laut eigenen Angaben von Nespresso werden derzeit 12300 Nespresso-Espressi pro Minute getrunken. Bei verarbeiteten 1,1 Gramm Aluminium pro Kapsel, kommt man damit auf 13,5 Kilo in der Minute, 811 Kilo in der Stunde und 19 Tonnen am Tag. Man schätzt jährlich entstehen durch Nespresso ca. 6000 Tonnen Metallabfall. Das entspricht einem Schrotthaufen, der entsteht, wenn man den Eifelturm zersägt!“ Er sieht mich fassungslos an. Rechnen ist offensichtlich ebenfalls nicht seine Stärke.

Den ganzen Text gibts im Futterblog — Müll hat einen Namen: Nespresso

[via]

ZDF im Internet: Das Zweite Deutsche Fiasko

Ich hätte eigentlich gewarnt sein müssen, denn ich habe ja auch schon das eine ums andere mal das Fernsehprogramm des ZDF „genießen“ dürfen.

Als mir jemand eine Mail mit einem Link sandte, klickte ich unvoreingenommen auf diesen Link und war so zum ersten und zum letzten Mal in meinem Leben auf der Website des ZDF.

Der Computer war ausnahmsweise ein etwas brauchbareres Gerät, zwei Pentium-4-Kerne mit fluffigen Drei und ein paar zerquetschten Gigahertz, Speicher steckte reichlich im Rechner, an Leistung sollte es also nicht scheitern. Der Browser war ein aktueller Opera 11.62. Der Opera brauchte auf diesem Rechner gediegene zweiundzwanzig Sekunden, um die blöde ZDF-Seite zu laden und darzustellen. Als ich es probehalber gleich hinterher mit dem Firefox ausprobierte (No-script hatte ich für dieses „moderne“ Webdesign natürlich ausgeschaltet), ging es mit einundzwanzig Sekunden nicht wesentlich schneller¹.

Und dann wollte ich mal wissen, woran das liegt und begann deshalb damit, mir einmal genau anzuschauen, was für ein HTML die mit GEZ-Geldern bezahlten Spezialexperten da gebaut haben.

Mit Verlaub, ZDF: Das Einbinden von achtzehn (!) verschiedenen CSS-Dateien, um die „Inhalte“ zu formatieren; das Nachladen von insgesamt sechsunddreißig (!!) Javascript-Dateien, um die gewünschte Glotzigkeit der übrigens recht informationslosen Drecksseite herzustellen; die vierhundert leeren <span>s (!!!) im HTML-Kot HTML-Code, die dann mithilfe eines wuchtigen Wustes von Javascriptzeilen dynamisch mit Inhaltsersatzsurrogat gefüllt werden… damit kriegt man jeden Parser dieser Welt zu gewissen Atempausen, zumal der Pluginwrapper des Browsers für so viel eingebetteten multimedialen Schrott Rechenzeit an sich riss, dass die armen beiden CPU-Kerne kaum noch zu etwas anderes kamen. Diese Website eines dummen deutschen Verdummungssenders, der übrigens zum größeren Spott in dieser ganzen trüben Angelegenheit mit einer Zwangsgebühr von reinen Internetnutzern ohne Rundfunkgerät mitfinanziert wird, ist so ziemlich die schlimmste Webdesign-Katastrophe, die ich jemals gesehen habe.

Und glaubt mir: Ich habe schon Vieles gesehen.

Aber so großkalibrig verkackt machen es nicht einmal die Websites der Zeitungen.

¹Deutlich schneller war übrigens der Chromium mit seinen gut acht Sekunden. Hier wurde auch weniger CPU-Last durch Plugins erzeugt. Aber selbst hier sind gefühlte zehn Sekunden ziemlich lahmarschig und stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Inhalten, die mit der großen Datenmenge transportiert wurden. Nur ein Beispiel für dieses Missverhältnis: Die höchstens acht Kilobyte Text der Datenschutzerklärung führen auf der ZDF-Website zur Übertragung von 1.152.283 Bytes. Ganz ohne Einbettung von Bewegtbild-Medieninhalten. Das ist einfach nur unfassbar schlecht.

Eine Unbeteiligte will über die Zukunft „reden“

Screenshot ARD-Videotext: Merkel sammelt online Bürgerideen -- Bundeskanzlerin Angela Merkel will über das Internet Bürgerideen zu Zukunftsfragen Deutschlands sammeln. Auf einem neuen Portal können Interessierte bis zum 15. April Vorschläge machen. Mit den Autoren der zehn Ideen, die von den Nutzern am besten bewertet werden, will Merkel im Kanzleramt diskutieren

Frau Kanzlerdarstellerin!

Ich finde das ja ganz toll, dass sie als vollständig Unbeteiligte mit „den Bürgern“ im „Internet“ über die Zukunft sprechen wollen, aber für jegliches kommunikative Miteinander im Internet haben sie und ihresgleichen sich bereits disqualifiziert. Dies gilt in umso größeren Maße, als dass sie einer Fraktion des Bundestages angehören, die Presseerklärungen auf der offiziellen Fraktionwebsite von einer emotional und intellektuell offensichtlich zurückgebliebenen Gestalt verfassen lassen, die sich vor noch nicht einmal einer Woche in einer offenen Kampfansage an alle Internetnutzer in Deutschland geübt hat. Wenn sie überhaupt noch so etwas wie Schamgefühle hätten, Frau Kanzlerdarstellerin, dann würden sie auf derartig plumpe PR-Nummern einfach verzichten.

Ich kann mir, wenn es um Zukunftsfragen geht, sehr gut eine schon in wenigen Jahren beginnende Zukunft vorstellen, in der man den Wahnsinn der Individualmotorisierung ganz allgemein als absurde und zerstörerische Epoche der europäischen Geschichte und speziell auch ihre, recht einseitig an den Bedürfnissen der Autoindustrie ausgerichtete Wirtschaftspolitk als holzköpfig, wenn nicht gar als betonköpfig erkennen wird. Ich kann mir allerdings keine Zukunft vorstellen, in der vernetzte Computer nicht eine wesentlich bedeutendere Rolle spielen als heute. Deshalb sind sie, Frau Kanzlerdarstellerin, ja auch an der Zukunft nicht mehr wirklich beteiligt. Sie — und ihre blinden Unterstützer, die nur noch das eigene Ende vor Augen haben — gehören zu einer Generation, die ausstirbt. Und vor dem Aussterben ist das Ansterben gesetzt. Dabei wünsche ich ihnen ungetrübten und bewussten Genuss.

Ich wünsche mir, dass selbst jenes Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung, das aus dem einen oder anderen Grund ohne Internet lebt, ihre lächerliche PR-Kampagne klar als das erkennt, was sie ist, Frau Kanzlerdarstellerin, nämlich als lächerliche PR-Kampagne, die sich ein paar Werber im Auftrage ihres Fortschrittsverhinderungsvereins namens CDU ausgedacht haben, um den jüngsten Erfolgen der Piratenpartei wenigstens etwas simulierte Netzdemokratie entgegenzusetzen, damit ihr Fortschrittsverhinderungsverein CDU, Frau Kanzlerdarstellerin, nicht mehr auf dem allerersten Blick seinen fossilen Charakter verrät. Als ich heute nachmittag und abend beim Betteln mit ganz normalen Menschen — etliche von ihnen im besten Sinne des Wortes wertkonservativ — über ihre tollen „Kommunikationsversuche“, Frau Kanzlerdarstellerin, gesprochen habe, hat jeder von ihnen durchschaut, dass seine Worte, die er in die für sie von Werbern programmierte Website reinschreibt, in die Flammen und das Nichts gesprochen sind; dass das Mitmachen bei diesem Unfug reine Vergeudung von beschränkter Energie und Zeit ist. Jemanden, der auch nur eine Spur Glaubensbereitschaft gegenüber ihrer PR-Kampagne gezeigt hätte, bin ich hingegen zumindest hier in Hannover nicht begegnet.

So viel simulierte Gesprächsbereitschaft können sie gar nicht in das Lügenfernsehen und die Springerpresse reinrotzen lassen, das sich das ändert. Ihnen, Frau Kanzlerdarstellerin, glaubt niemand mehr, wenn sie so einen idiotischen Versuch im Internet machen. Die Mehrzahl der Menschen konsumiert heute nicht nur die oft seltsam gleichlautenden Ergüsse einiger Handvoll Milliardäre, für die dieses Privileg „Pressefreiheit“ wirklich gilt. Viele haben erst durch das Internet entdeckt, dass sie in ihrem Denken und Erkennen nicht allein dastehen, und mittlerweile ist eine ganze Generation groß geworden, für die dieses „nicht allein dastehen“ eine ständige Erfahrung war. Was glauben denn sie, woher diese komischen Leute kommen, die eine Piratenpartei gegründet haben?

Bitte verabschieden sie sich, und nehmen sie dabei ihren ganzen Verein von Fortschrittsverhinderern namens CDU/CSU-Fraktion mit, in die Bedeutungslosigkeit, damit die Zukunft wenigstens etwas besser aussehen kann als die Gegenwart. Es gab und gibt viel zu tun, und sie haben nichts daran getan — stattdessen haben sie versucht, Entwicklungen auszusitzen und vermutlich klammheimlich gehofft, dass auch dieses Internetdingens wieder weggeht. So, wie es ihr Abgesandter in der Internetenquete, dieser Ansgar Henning, auch tut. Und so, wie sie jetzt hoffen, dass in den nächsten Wochen im immerwährenden Strom der Bullshit-News vergessen wird, dass ihr Wunschbundespräsident, ihr Freund und Mitfortschrittsverhinderer Christian Wulff, ein verlogener, korrupter Heuchler ist.

Tschüss!

PS: Nur eine Frage brennt noch in mir, Frau Bundeskanzlerin. Haben sie sich auch — wie ihre Kabinettskollegin Kristina Schröder — fast eine halbe Million Euro dafür abknöpfen lassen, so etwas ähnliches wie ein Webforum irgendwo hinstellen zu lassen, oder haben sie wenigstens diesmal jemanden gefragt, der sich damit auskennt. Geld ist nämlich viel zu schade, um es einfach über völlig überteuerte Angebote aus dem Fenster zu werfen.

Ach, interessiert sie nicht, weil es nicht ihr Geld ist? Weil andere Menschen mit ihrer beschränkten Kraft und Zeit schon neues Geld für ihre Gestaltungsideen generieren? Na, diese Art des Denkens wundert mich nicht bei ihnen und ihresgleichen.

Quelle des Screenshots: Videotext des BRD-Staatsfernsehens ARD, Seite 526, Stand vom 4. Februar 2012, 22:19 Uhr