Polizisten!

So lange ihr in den BRD-Städten jedes öffentliche, harmlose und friedliche Zusammensitzen von drei oder vier Jugendlichen an einem schönen, warmen Sommertag zum Anlass nehmt, einschüchternde Personenkontrollen zu machen, so lange ihr dabei einen Ton am Leibe habt, den man bei Menschen ohne Uniform direkt und ohne Umschweife als „arschlochhaft“ bezeichnen würde, so lange ihr jedes angeregte Gespräch zerstört, gern im Verlaufe zweier Stunden auch drei Mal nacheinander… tja, so lange braucht ihr euch über gewisse Exzesse bei so genannten „Facebook-Parties“ nicht zu wundern. Die darin sichtbar werdende Gewalt, Polizisten, ist nur ein Spiegel der Gewalt, die jeden Tag von euch ausgeht, wenn Menschen den öffentlichen Raum auch als einen Raum für Menschen betrachten.

Der Internet-Abschalter

Der folgende Text ist eine ganz schnelle Übelsetzung [Verschreiber ist Absicht] eines Textes, den Fefe heute verlinkt hat. Ich habe einige Aussagen mit Links versehen, um die Überprüfung zu erleichtern. Um den Stil des Textes besser in die Deutsche Sprache übertragen zu können, habe ich die informelle Anrede „Du“ gewählt — eigene Anmerkungen habe ich [kursiv in eckigen Klammern] in den Text gestreut.

Beginn der Übelsetzung

Der Internet-Abschalter mit der Möglichkeit globalen Abhörens?

Eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen
Eine Unternehmung, sie zu finden
Eine Unternehmung, sie alle zusammen zu bringen
Und sie in Dunkelheit zu binden

Hast du in letzter Zeit mal Whois-Abfragen für Google gemacht? Nein? Vielleicht für Facebook? Für MSN, oder für Hotmail? Für Yahoo? Es könnte dich überraschen, wenn du die Ergebnisse miteinander vergleichst.

„Hübsch“, nicht wahr? Schau dir bitte auch die Angabe unter „Last Updated“ an!

Die Markenschutz- und Anti-Piraterie-Unternehmung „MarkMonitor Inc.“ hat alle diese DNS-Namen schon seit mehreren Monanten unter ihrer Kontrolle.

Sie kontrolliert übrigens auch die Namensauflösung für Wikimedia, obwohl das nicht im Whois-Eintrag für Wikimedia.org sichtbar wird. [Meine Anmerkung: Inzwischen sehr wohl…] Und noch viel mehr: Sie hat juristisches Eigentum an apple.com, auch an ubuntu.com. Nokia.com? Ja, die Domain gehört auch MarkMonitor. Siehst du hier ein Muster?

MarkMonitor ist auch eine Zertifizierungsstelle, der von den Browsern vertraut wird. Das bedeutet, dass sie dazu imstande sind, für dich sicher aussehende SSL-Verbindungen aufzubauen, und zwar zu jedem Gegenüber nach ihrem Geschmack. Dein Browser wird keine Warnungen anzeigen, wenn es damit irgendwelche Angriffe eines Mittelsmannes gibt.

MarkMonitor ist eine Unternehmung, die das „Internet“ der meisten Menschen in Minuten vollständig übernehmen kann. Jetzt kontroliert MarkMonitor unmittelbar die drei größten Anbieter kostenloser E-Mail-Konten, und — ich vermute, das kann man mit Sicherheit sagen — auch die meisten gegenwärtig aktiven sozialen Websites.

Schau es dir selbst an! Whois yahoo.com, whois google.com, whois gmail.com, whois facebook.com, whois fbcdn.com, whois hotmail.com, whois msn.com… die Liste ist schier endlos.

Wie ist es dazu gekommen?

Diese Unternehmung hat sich den vollständigen Zugang angeeignet, um jeden Benutzer dieser beliebten Internet-Dienste [besser wäre meiner Meinung nach: Webdienste] beobachten zu können, belauschen zu können, zensieren zu können und faken zu können. Dies alles in nahezu vollständiger Stille. Für einige dieser Sites stellt sie auch einen „Firewall-Proxy-Dienst“ zur Verfügung. Das bedeutet, sie wird dafür bezahlt, die gesamte Kommunikation abzufangen; sowohl die eingehende als auch die ausgehende.

Diese Situation erinnert mich an die Initiative von Joseph Lieberman aus dem Jahr 2010, einen Internet-Ausschaltknopf für die Vereinigten Staaten zu etablieren.

Die Regierung muss nur Kontrolle über diese eine Unternehmung haben, und die meisten Social-Media-Websites, die meisten kostenlosen E-Mail-Anbieter und die meisten Suchmaschinen sind damit unter ihrer Kontrolle. Nicht zu vergessen: Auch die meisten Betriebssysteme, sowohl jene für Computer als auch die für Mobilgeräte.

Nicht nur innerhalb der USA, sondern global. Eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen.

Ich, für meinen Teil, ich stelle nur diese Frage: Was zum Henker geht hier vor? Wie konnten diese Typen, diese vergleichsweise kleine Unternehmung zum Abgreifen von Domains und zur Jagd auf Piraten, wie konnten sie die Ressourcen bekommen, die DNS-Einträge der beliebtesten Internet-Dienste [Webdienste wäre passender] zu erlangen? Wie kann dieser Vorgang so vollkommen von den Medien ignoriert werden; ja, selbst von den Fürsprechern der Privatspähre im Internet? Sogar Verschwörungstheoretiker scheinen diese Situation vollständig zu ignorieren.

Sichere Kommunikation ist eine Illusion.

Nur eine Unternehmung, sie alle zu beherrschen? Ganz so, als würde das alles noch nicht übel genug klingen, ist das Problem wesentlich größer. MarkMonitor könnte mit Leichtigkeit ein „Ausschalter“ für alle Sites unter seiner Herrschaft sein. Aber so, wie es ausschaut, könnte auch beinahe jeder mit Zugriff auf gewisse Ressourcen sich selbst als MarkMonitor ausgeben.

Denn das gesamte SSL-Zertifizierungsschema ist — wie man in den letzten Monaten bemerkt hat — kaputt. Nicht im technischen Sinne, denn es gibt keine bekannte innere Schwäche in den Algorithmen. Aber der gesamte SSL-Schutz der Kommunikaton basiert auf Vertrauen, und dieses Vertrauen ist gescheitert.

Gemäß verscheidener Quelllen werden SSL-CA-Zertifikate gewohnheitsmäßig an jeden vergeben, der bereit ist, dafür zu bezahlen. So wie es „The Regiester“ in seiner Analyse des TrustWave-Skandales herausgearbeitet hat:

Diejenigen, die Trustwave verteidigen, legen nahe, dass andere Anbieter wahrscheinlich in gleicher Weise an so genannte „Datenverlust-Vorkehrungen“ herangehen — Systeme, die durch ein Netzwerk fließende Informationen inspizieren, um das „Herauslaufen“ geschäftlich wichtiger Daten zu vermeiden. […] Tatsächlich hat GeoTrust offen ein „Geo-Root“-Produkt auf seiner Website beworben — bis vor kurzem.

Auf diese Weise ist die Möglichkeit, sich als jedermann anders auszugeben, normal in der täglichen Praxis des big business. Stell dir nur einmal vor, was Regierungsstellen tun müssen — zum Beispiel in Schweden, wo der militärische Geheimdienst FRA die Aufgabe hat, sämtlichen Traffic zu beobachten, der die schwedischen Grenzen überschreitet.

Wer kann ernsthaft behaupten, dass er den hunderten verschiedener CA-Unternehmungen vertraut, von denen einige auf frischer Tat dabei ertappt wurden, wie sie die Sicherheit ihrer Kunden verkaufen oder wie sie sehr ernsthafte Probleme vertuschen wollten (bis dahin gehend, dass ihre Root-Zertifikate entwendet wurden).

MarkMonitor ist eine Unternehmung zum „Markenschutz“. Ihr früheres Geschäft war die Reservierung von Domains, um Markennamen zu schützen. Du kaufst ihre Dienstleistung, und MarkMonitor stellt sicher, dass niemand die Domain „meinemarkeistscheisse.com“ haben kann.

Desweiteren treten sie als Gegner der Piraterie auf. Ihr gesamtes Geschäft basiert darauf, das „geistige Eigentum“ zu beschützen.

Nur mal so angemerkt: Jemand sollte denen vielleicht mal einige Fragen stellen — und auch ihren Kunden. Warum ausgerechnet Google, diese Firma, die alles „im eigenen Hause“ macht, solche lebenswichtigen Teiles seines Netzwerkes an einen externen Dienstleister gibt? Wie es dazu kommt, dass all diese im Wettbewerb stehenden Telefon- und Betriebssystem-Vermarkter, die sich unentwegt untereinander verklagen, plötzlich gemeinsam dieser einen Unternehmung vertrauen?

Und dann sind da auch diese ganzen in Konkurrenz stehenden Social-Media-Unternehmen, die Erfolg mit einem Geschäftsmodell haben, das man ansonsten „Diebstahl geistigen Eigentums“ nennte, zusammen mit ihren Nutzern, die Texte, Bilder, Musik, Videos und Links miteinander teilen.

Große Fragen. Eine Herausforderung an den gesunden Menschenverstand. Die Antworten fehlen.

Ende der Übelsetzung

Kleiner Nachtrag: WordPress.com und wordpress.org sind zurzeit nicht davon betroffen.

Vergesst kino.to!

Dieser Blogpost ist leer. -- Nee, tut mir nicht leid... -- Mit Gruß aus Deutschland, dem Land der verschwindenden Inhalte

Vergesst kino.to! Zensiert werden Jörg Kachelmann; AEP-D; Attac; Sportwetten; Radio Fritz; stets und überall in Deutschland alle Blogger; Internetbertreiber außerhalb der „Sendezeiten“; das Pottblog; Flickr; das ELO-Forum; alle Aufklärer über Euroweb; die Aktion Nazifreies Dresden; einige Aufklärer über Kindesmissbrauch in der röm.-kath. Kirche; Meine Zwangsanmeldung; Aufklärer über Bauernfänger mit Schneeballsystemen; Menschen, die gegen die Zustände im Wikimedia Deutschland e.V. protestieren; alle Kinos; das Womblog mit Informationen über politische Bewegungen in Lateinamerika; Satire mit Zielrichtung Abmahnanwälte; Menschen, die harmlos, kreativ und satirisch auf technische Fehler in einer Website hinweisen; Menschen, die Vogeldarstellungen auf einer Satireseite benutzen; YouTube; alle Programmierer und Anwender von Freier Software; Anwender von Yahoo; Menschen, die die von der GEZ eingezogene Gebühr eine GEZ-Gebühr nennen; alle Google-Anwender; alle Programmierer und Nutzer von Computerspielen; Journalisten; alle Anwender der ehemaligen Plattform Google Video; das INSM-Watchblog; kritsche Verbraucher; Künstler, die sich kreativ mit der Boulevardpresse und ihrer Agitationsform auseinandersetzen; Computerspielespieler; Satiriker, die der Media-Markt-Reklame eine gebührende Antwort geben; politische Blogger; immer wieder Blogger; Dokumente, die die tödliche Verzweiflung eines jugendlichen Mörders und Selbstmörders beleuchten und der offiziellen und in den Massenmedien transportierten Darstellung offen widersprechen; Menschen, die die Zustände in der Innenstadt einer deutschen Großstadt nicht hinehmen wollen; und… und… und… und tausende, ja zehntausende weiterer derartiger Stimmen, die verschwinden gemacht oder doch zumindest eingeschüchtert und existenziell bedroht wurden, nur damit sie verschwinden mögen, aber die dabei so still und fern waren und sind, dass ich sie nicht bemerkt habe und nicht bemerken kann… dieses völlig unwichtige Scheiß-kino.to, das die aus Gewinnerzielungsabsicht generierten künstlichen Welten der Contentindustrie zur Untenhaltung und Ablenkung kostenlos konsumierbar machte, ist in alledem die entbehrlichste Site des Internet, und es wird morgen schon unter anderer Adresse wiederkommen, einfach, weil man viele wegen der objektiven Ödnis ihres Daseins nach etwas Trost, Bewusstlosigkeit und Bespaßung strebende Menschen so leicht mit Abofallen und Malware überrumpeln kann… und ihr werdet es auch in drei Monaten schon vergessen haben, ganz genau so, wie ein Aasfresser morgen den Kadaver nicht mehr kennt, der gestern noch seine Atzung war… ich würde dieses kino.to sofort gegen fünfzig mittlerweile verschwundene, persönliche Blogs eintauschen, die mir das Internet einmal zum wärmeren und erträglicheren Ort gemacht haben, als noch nicht jedes menschliche Miteinander im Netz ein sozial optimierter Geschäftsvorgang sein sollte… und in alledem unvergessen bleibt mir, und hoffentlich nicht nur mir, welche Menschen (angebliche Vertreter irgendeines Volkes, zu dem ich allerdings nicht gehöre und von dem ich keinen Menschen kenne, der zu diesem Volk gehört) ein willkürlich und (da immer noch in Kraft, immer noch jederzeit) unkontrollierbar missbrauchbares Internetzensurgesetz in Rechtskraft gesetzt haben, weil diese reich geborene Fotze sehr zum Nutzen ihrer geldmächtigen Freunde dreist und politisch kindesmissbrauchend in die Welt gelogen hat — aber das mit Lügen, das tut sie ja immer noch. Wo die „Meinungsfreiheit“ in der BRD bleibt? Ach, ich erklärs mal für Kinder.