Hätte Edward Snowden doch nur Frau Merkel gefragt!

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Lieber Herr Snowden…

Lieber Herr Snowden,

zunächst möchte ich mich herzlich dafür bedanken, dass Sie die weltweite, anlasslose Überwachung aller Menschen mit Ihrem Entschluss, dabei nicht weiter mitzumachen und ihnen vorliegende Materialien zu veröffentlichen, sogar zum Thema in der bürgerlichen Presse gemacht haben.

Den alltäglichen Irrsinn, dass die gleichen Menschen, die mich vor noch gar nicht so langer Zeit noch als „Verschwörungsspinner“ bezeichnet haben, inzwischen schon immer etwas geahnt oder gar gewusst haben wollen, nehme ich dafür gern in Kauf.

Ich gratuliere Ihnen ebenso zu ihrem Entschluss, politisches Asyl in Russland zu beantragen und bin davon überzeugt, dass Sie in Russland wesentlich besser aufgehoben sind als in irgendeinem südamerikanischen Staat am äußeren Rand der unmittelbaren wirtschaftlichen und politischen Einflusssphäre der USA. Von dem besonderen „Flugservice“ der US-Geheimdienste werden Sie ja gewiss schon einmal von ihren NSA-Kollegen gehört haben.

Aber ich bitte Sie darum, dass Sie mir und dem Rest der Welt noch einen großen Gefallen tun. Wenn Ihrem Asylantrag stattgegeben wird — was angesichts der Tatsache, dass ein Жерар Депардьё¹ dort ebenfalls „Asyl“ genießt, als nicht besonders unwahrscheinlich erscheint — und wenn Sie demnächst Ihren neuen russischen Pass in den Händen halten werden und damit noch einmal vor die internationale und russische Presse treten, nutzen Sie bitte auch diese große Chance: Tragen Sie bitte ein T-Shirt mit dem großen, unübersehbaren und auffälligen Schriftzug „Free Pussy Riot“ in englischer und russischer Sprache.

Mit Gruß auch ins Gulag und in die dunklen Gassen Alzheims
Der Mut

¹In lateinischen Buchstaben heißt er Gérard Depardieu.

Lass dir Meinung bilden: Snowden ist kein Held!

Warnung, der folgende Foto aus der Bildzeitung ist brechreizerregend:

Datenschützer und Bürgerrechtler haben einen neuen Helden: Edward Snowden, Ex-Geheimdienstler, der die Überwachungs-Exzesse seiner Branche enthüllt hat und sich mutig gegen seine eigene Regierung stellt. Ja, es gab sie wohl, die Abhör-Exzesse. Ja, die USA haben offenbar sogar befreundete Regierungen bespitzelt. Aber das macht Edward Snowden noch lange nicht zu einem Helden. Denn Snowdem ist dafür verantwortlich, dass jeder Terrorist der Welt in den letzten Tagen sein Handy weggeworden, seine E-Mail-Adresse abgeschaltet hat. Er ist dafür verantwortlich, dass nun jeder detailliert im Internet und in allen Zeitungen der Welt nachlesen kann, wie die USA und ihre westlichen Verbündgeten die gefährlichsten Männer dieses Planeten jagen. Ja, wir wissen jetzt, wie umfassend die USA das Internet überwachen. Wir können das als Sieg unserer Bürgerrechte feiern. Aber wahr ist auch: Wir feiern mit dem Falschen. Snowden ist auch ein Held für all jene, die in Berlin, Madrid, London Busse in die Luft sprengen wollen.

Die Überwachung ist ein Sieg der Bürgerrechte, den wir feiern sollen, und Edward Snowden ist ein… ähm… geistiger Bombenleger und Busse-in-die-Luft-Sprenger. Schön, wie sich der Springer-Schreibtischtäter Julian Reichelt hier der Aufgabe entledigt hat, die Wirklichkeit auf Propaganda-Linie zu bringen… vor allem schön deutlich.

[Danke für das Foto davon…]