Lacher des Tages

Einer der tollen Anbieter Ein „erfolgreicher, inspirierender, global aktiver Online-Jung-Unternehmer“ aus meiner täglichen Spam erklärt mir, wie ich ganz viel Geld im Internet verdienen kann:

Ich habe keine Ahnung von Webseitenerstellung etc. – wie soll ich das können?

=> es ist so gut wie kein technisches Vorwissen nötig. Solange Sie lesen und schreiben, sowie ein Word-Dokument bedienen, eine Email schreiben und eine Webseite besuchen können, können Sie auch Geld im Internet verdienen! Alle weiteren nötigen Informationen finden Sie in diesem Online-Business-Komplett-Paket!

Mein Vorschlag zum schnellen Geldverdienen sieht anders aus: Machen sie ein ganz tolles Angebot mit ein paar Millionen Spamkommentaren bekannt und verticken sie an die paar tausend Leute, die darauf reinfallen, extratolle Literatur zum Thema „Reichwerden im Internet“ für nur noch knapp 50 Euro. Die Methode funktioniert gut, denn die Mutter der Deppen ist immer schwanger.

Und weil man auf einem Bein nicht stehen kann, gleich noch unter anderem Namen an Lottospieler wenden, die sind ja schon so blöd, dass sie freiwillig Steuern zahlen, weil ihnen eine Gewinnmöglichkeit versprochen wird. Und da auch ein drittes Bein nicht schlecht ist, mit einem dritten Namen auch noch Roulettesysteme verkaufen. Ist zwar alles ein bisschen prollig und lächerlich, macht aber irre Spaß, und lohnt sich.

Suchmaschinenbetreiber sollen für Nachrichten zahlen

Hui, heute fließt der Bullshit aber mal wieder im Strömen:

Im Rahmen des World Media Summit in Peking haben Rupert Murdoch (News Corporation) und Tom Curley (Associated Press) vor 300 Vertretern von 170 Medien aus 80 Ländern gefordert, Suchmaschinenbetreiber und andere Webseiten sollten künftig für Nachrichtenmaterial zahlen, das sie zurzeit noch ohne Gegenleistung erhielten. […] Internetdienste wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu bevorzugten Plattformen geworden, auf denen sich ein breites Publikum über aktuelle Nachrichten informiere, statt auf die Internetseiten der traditionellen Nachrichtenagenturen zu gehen.

Ich finde ja, dass diesen armen, ausgebeuteten Menschen geholfen werden muss, und deshalb ist hier mein Offener Brief an die Herren Murdoch und Curley:

Werter Herr Murdoch, werter Herr Curley,

wenn es ihnen so sehr den Profit aus der Tasche saugt, dass Menschen lieber ein anderes Internetangebot als das Ihrige benutzen, um Ihre tollen Inhalte zu lesen, denn gibt es dagegen eine ganz einfache Abhilfe, die ich Ihnen auch gerne völlig kostenlos verrate. (Wenn Sie möchten, können Sie sich ja mit einer kleinen Spende revanchieren.) Google ist keineswegs nur pöse, es hält sich auch an die Wünsche von Websitebetreibern, wenn die Websitebetreiber ihre Wünsche nur äußern. Das können Sie sogar ganz persönlich erledigen, es ist nicht besonders schwierig. Sie brauchen dazu auf ihrem Windows-Rechner nur die tolle Anwendung Notepad zu starten. (Nein, mit PowerPoint geht es nicht!) Diese tolle Programm finden Sie übrigens im Windows-Startmenü unter Zubehör. Es ist übrigens auch ganz kostenlos, so dass Ihnen nicht ein einziger Cent zusätzlicher Kosten dafür entsteht, wenn Sie Google und andere an der Nutzung Ihrer wertvollen Inhalte hindern wollen. Das ist doch eine total gute Nachricht, nicht?!

Also starten Sie das tolle Programm Notepad (ich glaube, in einem deutschen Windows heißt es „Texteditor“) und tippen Sie in das daraufhin erscheinende Fenster einfach die folgenden beiden Zeilen:

User-agent: *
Disallow: /

Klicken Sie jetzt in das Menü „Datei“ und wählen Sie den Menüpunkt „Speichern“. Im dann erscheinenden Dialog speichern Sie Ihren soeben erstellten Text unter dem Namen robots.txt, und dann bitten Sie Ihren Angestellten, der für Ihr Internet verantwortlich ist, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis Ihres Webservers hochlädt. Wenn Sie das schon können, denn können Sie es auch gern selbst probieren, es ist gar nicht so schwierig.

Sie werden es nicht glauben, aber beinahe alle Bots halten sich daran. Ich habe das selbst schon einmal ausprobiert, es klappt wirklich. Dafür brauchen Sie keine tollwütigen Pressekonferenzen zu geben und keinen Bullshit in irgendwelche Mikrofone zu erzählen, dafür brauchen Sie nur zu handeln. Und mit dem Missbrauch Ihres wertvollen Content — Sorry: mit Ihrer Ausbeutung — ist Schluss. Schon in Kürze werden Ihre Kassen wieder überquellen, und Sie können sich wieder um die Weltherrschaft durch die Vermarktung von Content und durch die Vergällung Verbindung Ihres wertvollen Contents mit Werbeeinblendungen kümmern.

Immer in freundlicher Hilfsbereitschaft

Ihr Unterschichtler
Elias Schwerdtfeger

PS: *göbel!*