Wahl zum Goldenen Windbeutel 2011

Neben den täglichen asozialen und betrügerischen Lügen in der Spam gibt es auch noch die täglichen asozialen und hinterhältigen Lügen in der Werbung, und auch in diesem Jahr will die Verbraucherorganisation foodwatch [die Kleinschreibung ist deren Schreibung, nicht meine] wieder einen Goldenen Windbeutel als „Auszeichnung“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres verleihen. Die fünf Kandidaten werden auf YouTube in Bild und Ton vorgestellt, damit auch jeder weiß, was das für Gestalten sind. Wer — wie ich — lieber Text lesen möchte, kann natürlich auch die schriftliche Vorstellung der Kandidaten genießen, es sind

  • „Nimm2“ von Storck, das zuckerklebrige Lutschbonbon, bei dem die Werber die zahnbrechende Idee hatten, dass man es doch als „gesund“ bewerben könnte, wenn man die Müllbrocken nur mit etwas Vitaminplörre befüllt;
  • „Schlemmertöpfchen Feine Gürkchen“ von Kühne mit der besonders kühnen Idee, dass man den gemeinen und gewöhnlichen Industriefraß voller Farb- und Geschmacksstoffe als „Traditionsprodukt“ vermarkten kann;
  • „Ferdi Fuchs“ von Stockmeyer, angepriesen als ein gesundes Miniwürstchen für Kinder, aber in Wirklichkeit so versalzen, dass man die eventuelle Schmackhaftigkeit der kindgerecht verpackten Zubereitung toter Tiere gar nicht mehr beurteilen kann;
  • „Activia“ von Danone als functional food, der mit massiver Werbung als ein Produkt für alljene Weiblein auf den Markt gedrückt werden soll, die zu doof zum Scheißen sind und deshalb glauben, dass dieses Zeug die Verdauung regulieren könne (und damit vielleicht sogar „schlank macht“, wie es unterschwellig in den Bildern versprochen wird) ; und die
  • „Milch-Schnitte“ von Ferrero als gar nicht so leichte Zwischenmahlzeit, die ganz im Gegensatz zum Versprechen der werbenden Weltverpester mehr Zucker und Fett enthält als die gleiche Menge nicht gerade als Light-Produkt geltender Schoko-Sahne-Torte.

Bei so einer Auswahl hat man nach der Überwindung des Brechreflexes wirklich keine leichte Wahl, aber der Windbeutel muss ja weg — deshalb bitte mitmachen!

Der goldene Windbeutel 2011 -- Die Wahl zur dreistesten Werbelüge

Das Bild habe ich natürlich von Abgespeist mitgenommen…

Content4U: Nicht bezahlen! Keinen Cent!

Nur, um solche Fragen ganz deutlich zu beantworten:

hi leute,
mein Bruder hat auch sowas am Hals und muss jetzt anscheinend bei der Deutschen Inkasso zahlen. Uns war es schon bekannt, dass content4u betrügt aber das mit dem Inkasso ist neu. Seid ihr euch da ganz sicher das es auch ein fake is??

Die Forderung der Content4U GmbH ist unbegründet. Die „Letzten Mahnungen“ dieser betrügerischen Klitsche lassen sich aus der darin verwendeten Droh- und Arschlochsprache ohne weiteres mit dem Satz „Zahlen sie grundlos hundert Euro, oder wir machen ihr Leben kaputt und versauen ihre Schufa“ in die deutsche Sprache übersetzen. Es ist eine reine Einschüchterung, mit der die Menschen zum Zahlen bewegt werden sollen. Ein Anspruch der Content4U GmbH besteht nicht.

Das „Geschäftsmodell“ dieser betrügerischen Abzocker-Firma beruht darauf, dass arglose, unerfahrene Internet-Nutzer mit dem vorgeblichen Download einer Software, die allgemein als kostenlos verfügbar bekannt ist, vorsätzlich irregeführt werden. Ein Vertrag kommt auf diesem Wege nicht zustande.

Wer Verbrechern Geld gibt, nur weil sie im erpresserischen Ton völlig unbegründete Forderungen erheben, ist nicht mehr zu retten. Es gibt bessere Verwendungen für Geld, als damit Betrügern ihren mühelosen, verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Wirklich. Und wer wirklich nichts besseres mit seinem Geld anzufangen weiß, kann mir gern eine Spende zukommen lassen.

Einen Brief an diese Halunken zu schreiben, ist sinnlos. Die lesen ihre Post nicht. Nicht einmal, wenn es ein (für den Absender recht teures) Einschreiben mit Rückschein ist. Die wissen genau, dass ihre Forderung unberechtigt ist. Die schicken ihre „Mahnungen“ raus und können sich leider immer noch darauf verlassen, dass ein gutes Zehntel der Empfänger so eingeschüchtert ist, dass die „angemahnten“ Beträge auch aus Angst bezahlt werden. Davon machen sich diese asozialen Fäkalmaden ein ziemlich hübsches Leben, ohne dass sie einer besonders anstrengenden Arbeit nachgehen müssten.

Die unbegründete Forderung wird keinen Deut begründeter, nur weil sie von einer kleinen Inkasso-Klitsche erhoben wird. Auch dann nicht, wenn sich diese kleine Klitsche eine proll großtönende Firmierung gegeben hat. Es ist auch sinnlos, dieser Inkasso-Klitsche, deren einziger Existenzzweck die zusätzliche Einschüchterung bei diesem Betrug ist, einen Brief zu schreiben. Der Brief wird dort nicht gelesen. Nicht einmal, wenn es ein Einschreiben mit Rückschein ist. Es ist dort genau bekannt, dass die Forderung unbegründet ist. Schlimm genug, dass bei der Inkasso-Zulassung für diese „Deutsche Betrugs-Inkasso“ ein Gericht reingefallen ist und jetzt so viele Menschen den Schaden davon haben.

Wer mir das alles nicht glaubt, sollte einmal einen Blick auf den Kommentarthread des ursprünglichen Posts zu diesem trüben Thema werfen, denn dort sind viele Erfahrungen, Links auf seriöse Verbraucherschutz-Seiten und weitere Informationen gesammelt.

Der einzige Brief, den man sinnvollerweise schreiben sollte, ist ein Brief an die Bank, die von den Betrügern in ihren unverschämten Briefen als Bankverbindung angegeben wird. Wenn diese Bank das Konto der Betrüger kündigt — und das haben in der Vergangenheit etliche Banken bereits getan, weil ein Kreditinstitut im Gegensatz zu diesen Halunken auf seinen Ruf bedacht ist — werden die Betrüger dort getroffen, wo es ihnen weh tut, weil sie daran gehindert werden, ihren asozialen Betrug zu Geld zu machen. Ich würde empfehlen, diesen Brief mit der „Sackpost“ zu versenden, weil ein „richtiger Brief“ in der Regel ernster genommen wird als eine E-Mail — aber wer mag, kann auch gern eine E-Mail schreiben. Wer nicht weiß, wie man einen solchen Brief formulieren soll…

Könnt ihr mir bitte ein Vorlage-Schreiben für die Sparkasse posten, damit ich denen auch das Handwerk legen kann. Vielleicht habt ihr das oben irgendwo schon gepostet aber ich habs noch nicht gefunden. Ich will des Ding so schnell wie möglich loshaben.

…kann sich ungefähr an diese schnell formulierte Vorlage halten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vermutlich ist es Ihnen nicht bewusst, welche „Geschäftsidee“ Ihr Kunde [Name der Betrugsklitsche] mit der Kontonummer [Kto-Nr] verfolgt, denn sonst würden Sie zu verhindern wissen, dass Ihre Reputation durch die Machenschaften Ihres Kunden beschädigt wird. Die „Geschäftsidee“ Ihres Kunden besteht darin, einschüchternd formulierte Rechnungen und Mahnungen mit unbegründeten Forderungen als Serienbrief an viele zehntausend Empfänger zu versenden, um einen großen Anteil dieser Menschen zur Zahlung einer unbegründeten Forderung zu bewegen.

Wenn sie nähere Informationen über dieses „Geschäftsmodell“ wünschen, können Sie mit einer beliebigen Internet-Suchmaschine nach den Firmierungen „Content4U“ oder „Deutsche Zentral-Inkasso“ suchen, Sie finden aber auch unter der folgenden Internetadresse einen ersten Einblick:
https://wwwut.wordpress.com/2010/07/15/niemals-bezahlen-die-content4u-mahnung/

Die Nähe dieses „Geschäftsmodells“ zum Betrug sollte auch für Sie evident sein.

Bitte beenden Sie — nicht nur zur Wahrung Ihrer eigenen Reputation, sondern auch zur Abwendung weiterer Schäden von vielen tausend eingeschüchterten Opfern — Ihre Geschäftsbeziehung mit [Name der Betrugsklitsche] und versuchen Sie darüber hinaus alles Ihnen mögliche dafür zu tun, dass die betrügerisch erwirtschafteten Gelder auf dem Konto Ihres Institutes nicht Ihrem derzeitigen Kunden [Name der Betrugsklitsche] zu Gute kommen können.

Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift]

Ich habe das in fünf Minuten „hingeklatscht“, die Formulierungen sollten also nicht auf die Goldwaage gelegt, sondern vielleicht ein wenig verbessert werden. Übrigens sind „wir“ (Zitat oben) nur einer, nämlich ich… 😉

Wer noch den Nerv dazu hat, kann Anzeige erstatten. Einfach zur nächsten Polizeidienststelle gehen, das ganze Zeug mitnehmen, mal erzählen, was da so läuft und darauf achten, dass die Anzeige wegen „gewerbsmäßigen Betrug“ aufgenommen wird. Vermutlich wird das (wieder einmal) Verfahren eingestellt. Wer wissen möchte, warum das so ist, lese bitte hier weiter. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, die solche Kosten übernimmt, kann eine weitere Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft wegen Strafvereitelung erstatten, nachdem er seinen Bescheid bekommen hat, dass die Ermittlungen wegen seiner Anzeige eingestellt worden sind. Die Aussichten dieser weiteren, gegen die trägen Ermittler gerichteten Vorgehensweise sind eher dürftig, das Hinzuziehen eines Rechtsanwaltes ist empfehlenswert.

Eine Reaktion auf die Rechnungen oder Mahnungen ist nicht erforderlich, solange es sich nur um die „üblichen Drohbriefe“ von Betrugs- und Inkassoklitschen und nicht um gerichtliche Mahnbescheide handelt. Die unbegründete Forderung wird kein bisschen mehr oder weniger begründet, wenn darauf reagiert oder nicht reagiert wird. Die autoritär und einschüchternd formulierten Briefe der Betrüger können einfach in den Papierkorb geworfen werden.

Sollte jemals ein gerichtlicher Mahnbescheid kommen — dies ist kein normaler Brief, sondern ein Postzustellungsauftrag vom Amtsgericht — so muss diesem Mahnbescheid widersprochen werden, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht. Hierfür reicht es, das entsprechende Feld anzukreuzen und den Brief ans Amtsgericht zu senden. Die Betrüger der Content4U GmbH können nicht das geringste Interesse daran haben, dass ihre unbegründeten Forderungen und ihr Geschäftsmodell von einem Gericht untersucht werden. Spätestens, wenn die Halunken auch noch diese Nummer ausprobieren, wird Ruhe einkehren. (Übrigens kann jeder zum Amtsgericht gehen und einen gerichtlichen Mahnbescheid zustellen lassen, das ist noch mit keiner Prüfung des Anspruches verbunden.)

Ich hoffe, dass diese kleinen Erläuterungen vielen Betroffenen geholfen haben.

Sie gelten übrigens auch, wenn die gleiche Betrugsmasche in einigen Monaten unter einer anderen Firmierung durchgezogen wird — zum Beispiel Routenplaner.com und Collectus Inkasso. Denn diese Betrügereien laufen nun schon über ein Jahrzehnt lang unter diversen Firmierungen, und bislang ist noch keiner dieser Betrüger in die Lage gekommen, seine Luft durch Gitter atmen zu müssen.

Happig: webseiten-anmelden-sofort.de

Den hier beschriebenen etwas überteuerten Schatten einer Dienstleistung gibt es auch unter der Adresse homepages (strich) eintragen (strich) suchmaschine (punkt) de und vermutlich vielen weiteren, ähnlich geformten Domains, die ohne Spam aus gutem Grund niemand kennte.

Ich wüsste auch von diesem Angebot nichts, wenn ich mich nicht entschlossen hätte, nach einer durchdiskutierten Nacht bei einem Freund noch „mal eben schnell“ ein paar der üblichen, leidigen administrativen Tätigkeiten zu machen, die eben gemacht werden müssen. Dazu gehört auch das Sichten der Kommentare und das Löschen der Kommentarspam in einigen Projekten. Und dabei fand ich beim Abarbeiten diese ausgesprochen reizende Anpreisung einer Kommentatorin (für eine Ansicht in Originalgröße auf das Bild klicken):

soonoshennA, webseiten-anmelden-sofort.de, blah@example.org, 212.235.107.144 -- Hallo Forenmitglieder, Nachdem ich in vor einiger Zeit bei einigen Communities nachgeschaut habe, kam ich wegen der guten Ansichten, die dort auftreten, dazu mich bei www.homepages-eintragen-suchmaschine.de anmelden zu lassen. Meine Webseite wurde dann nach ein paar Tagen bei Google.de und vielen weiteren Suchmaschinen angemeldet. Mir hat es aufjedenfall etwas gebracht! Als sp?ter, nach kurzer Wartezeit, meine Webseite bei den Suchmaschinen eingetragen wurde, ist meine Besucheranzahl besser als vorher. Daher kann Ich euch eine Eintragung mit besten Gewissen empfehlen. Versucht es einfach Liebe Gruesse. Eure, Gudrun

Ist ja ein toller Tipp, den Gudrun hier in recht holprigem Deutsch von sich gibt. Der hat zwar keinen Bezug zum kommentierten Text, und die Ansprache „Forenmitglieder“ macht auch schon ganz am Anfang klar, dass mit diesem Textbaustein nicht nur Blogs zugemüllt werden sollen, aber ist doch trotzdem toll — bequem in alle Suchmaschinen eintragen lassen. Das hat „Gudrun“ ja auch geholfen, ja, sie ist so davon so begeistert, dass sie gleich eine zweite Internetadresse des gleichen Nulldienstleisters als ihre „Homepage“ angibt. Überhaupt ist „Gudrun“ eine eifrige Kommentatorin, nicht nur bei mir. Sie ist so eifrig, dass sie gar nicht durch die Spamfilter kommt. Und trotz des tollen Tipps dieser lieb grüßenden „Gudrun“ werden die angebotenen Nulldienste des empfohlenen Anbieters an anderer Stelle unter dem Oberbegriff „Nepp im Web“ als Websites, die nicht empfehlenswert sind gelistet. (Natürlich auch bei den Abzocknews und an etlichen anderen Stellen.)

Tja, wie kommt das nur? Liegt es vielleicht an der asozialen Spam zur Anpreisung dieses tollen Angebotes, die sich übers Internet wie eine Sturzflut der Scheiße ergießt? Oder ist es vielleicht die Preisgestaltung für dieses Angebot, die zumindest auf meinem Firefox 3.6.13 unter Debian GNU/Linux (natürlich mit installierten Standard-Fonts von Microsoft) nicht gerade ein Vorbild an klarer Lesbarkeit ist (mit dem beliebten Ubuntu Linux sieht es genau so aus):

Die Bestätigungsmail senden wir Ihnen so schnell als möglich und tragen Ihre Homepage bei allen großen Suchmaschinen ein. Für die Eintragung verlangen wir einmalig nur neunundachzig 89 € inkl. Mwst. Worauf warten Sie noch?

Tja, man soll dafür zahlen, und damit man das nicht ganz so leicht bemerkt, ist beim Design offenbar ein kleines Missgeschick passiert, das in der ganzen bisherigen Zeit auch von niemanden so recht bemerkt wurde. Das kann ja schon mal passieren, wer schaut sich denn jeden Tag seine eigene Website an oder verfolgt eventuelle Kundenklagen. Nein, fast neunzig Euro soll man legen. Wofür? Na, dafür, dass dieser tolle Nulldienstleister automatisch ein Perlskript (oder etwas ähnliches) ausführen lässt, dem die angegebene Internetadresse als Parameter übergeben wird. Und dieses Skript trägt eine Website bei allen großen Suchmaschinen ein, was keine große Mühe ist. Es sollen also fast neunzig Euro für den einmaligen Start eines kleinen Programmes hingelegt werden. Das ist… ähm… etwas happig. Vielleicht soll es deswegen auch eher etwas verborgen bleiben. Im Gesamtbild sieht der Kostenhinweis so aus:

Screenshot der Abzocker-Website: Wir tragen ihre Webseite bei allen bekannten Suchmaschinen ein !!

Was nun dieses „alle bekannten“ oder „alle großen“ Suchmaschinen heißen soll, worin bei dieser Anpreisung die Bekanntheit oder Größe der Suchmaschine gemessen wird? Der Anbieter schweigt dazu. Wozu muss man denn auch noch Informationen von sich geben, wenn man den Menschen ein überteuertes Angebot macht. Immerhin, drei Suchmaschinen werden an etwas versteckter Stelle explizit aufgeführt:

Sie möchten ihre Webseite bei den geläufigsten Suchmaschinen anmelden, wissen aber nicht wie es geht? Dann nutzen sie unsere Hilfe dabei und lassen sie ihre Webseite bei den angesehensten Suchmaschinen, wie Google, Bing, Yahoo und über 75 andere Seiten anmelden. Die Vorteile eine Webseite bei Suchmaschinen anmelden zu lassen, sind vorallem [sic!] der zunehmende Bekanntheitsgrad ihrer Internetpräsenz, sowie die wachsende Besucherzahl. Das Anmelden ihrer Webseite, bleibt den Suchmaschinenbetreibern vorbehalten [sic!] und kann einige Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Nachdem sie sich auf unserer Internetseite registriert haben, können wir ihre Webseite sogar sofort ohne Backlink anmelden. [sic!]

Auf Deutsch übersetzt heißt das übrigens: Wie, sie sind ahnungslos und möchten dennoch, dass andere Menschen ihre Website finden? Denn lassen sie sich von uns die Katze im Sack andrehen. Neben den drei Großen nehmen wir noch 75 Suchmaschinen, die wir nirgends benennen. Das hat nur Vorteile für uns, denn so kann niemand überprüfen, ob wir das wirklich tun. Und im übrigen kann das auch noch schiefgehen, weil die Suchmaschinenbetreiber dafür zuständig sind, was sie mit unserer „Anmeldung“ machen. Wir sagen ja auch nicht, wie wir genau vorgehen und schwurbeln uns am Ende noch einen inhaltslosen, insiderhaft klingenden Blah zusammen, was so ahnungslose Leute wie sie — sie wissen ja nicht, wo die Anmeldeformulare von Suchmaschinen zu finden sind und sie sind auch nicht dazu imstande, das irgendwie herauszubekommen — aber nicht bemerken können. Geben sie uns dafür einfach unangemessen viel Geld.

Eigentlich gar nicht weiter verwunderlich, dass so etwas ohne Spam kaum bekannt werden kann. Ein Krebsgeschwür oder einen Kropf braucht man ja auch nicht.

Angeboten wird dieser Kropf diese Nulldienstleistung übrigens von jemanden, der den Text des Impressums lieber als eine große Grafik hinterlegt, damit es auch ein bisschen schwieriger wird…

Detail aus dem Impressum

…den Namen „Jochen Balsmeier“ über die Zwischenablage in das Eingabefeld der persönlichen Lieblingssuchmaschine zu befördern. Das ist für diesen Nulldienstleister, der ohne Spam kaum bekannt wäre, auch besser so, denn schon die einfachste Google-Suche weckt starke Zweifel daran, dass man es hier mit einem Menschen zu tun haben könnte, der auf etwas anderes als auf das schnelle Geld aus ist — und dieses schnelle Geld bitte nach Möglichkeit ganz ohne lästiges Arbeiten und Etwas-dafür-Tun.

Herzallerliebst sind übrigens auch die AGB, deren Punkt 3 jede Frage klärt, die sich vielleicht noch zu Sinn und Zweck dieses durch Spam an das Opfer den Kunden gebrachten Nulldienstes stellen könnten.

3 Dienstleistung von Amina Software
Grundsätzlich behält sich Amina Software das Recht vor, einzelne Anfragen oder Bestellaufträge ohne Angaben von Gründen nicht zu bearbeiten oder abzulehnen.
Amina Software bietet eine einmalige Eintragung bei 75 Suchmaschinen und mehr an

davon sind ca. 50% deutsche Suchmaschinen, der Rest sind internationale Suchmaschinen.
Die Suchmaschinen und Webkataloge haben unterschiedliche AGB und Richtlinien.

Eine Garantie für eine Aufnahme des Eintrages kann Amina Software daher nicht gewährleisten. [!!!]

Ebenso kann Amina Software für keinen Zeitraum einer Aufnahme sowie einer Position eines Eintrages garantieren. [!!!] Die Zahlung der Vergütung bleibt davon unberührt. [!!!]

Und damits auch jeder merkt, die wesentliche Aussage des vierten Punktes gleich hinterher:

§ 4 Zahlungsbedingungen, Kosten und Rechnungen Die einmaligen Kosten belaufen sich auf 89,00 Euro inklusive Mehrwertsteuer pro Url (Domain) [sic!]
und sind lediglich für die Mühe und den Aufwand [sic!] zu Leisten und nicht für den Erfolg der Eintragung. [!!!]

So ganz genau scheint der Autor dieses mistigen Stückes deutscher Prosa zwar nicht zu wissen, was der Unterschied zwischen einer URL und einer Domain ist, aber so ein technischer Kleinkram macht ja nichts, wenn man Dienstleistungen im Internet anzubieten vorgibt. Da kommt es doch nicht auf Fähigkeit und Kompetenz an. Hauptsache, er weiß das Wichtigste: Ich garantiere nichts, aber stelle für die „Mühe“, die ich damit habe, eine gar nicht genau beschriebene Leistung zu erbringen, eine Rechnung in Höhe von 89 Euro.

Ganz großes Kino.

Und weil das noch nicht Geldquelle genug ist, steckt da noch eine hübsche, überraschende Klausel in diesem Punkt 4, die genau das sagt, was man einem Spammer immer schon einmal sagen wollte…

Des weiteren stimmt der Nutzer dem evt. Erhalt von Emails durch Amina Software zu.

…wenn man noch nicht genug Spam bekommt.

Abzocker: musiker-in-deiner-stadt.de

Wer glaubt, dass das Angebot von musiker (strich) in (strich) deiner (strich) stadt (punkt) de dafür da wäre, Musiker in seiner Stadt zu finden, hat sich getäuscht. Das Angebot ist dafür da, Kontakt suchenden Musikern mit hanebüchenen Begründungen wegen irgendwelcher Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wer sich auf diesem „Portal“ registriert, um z.B: neue Bandmitglieder zu aquirieren, unterwirft sich pauschal den nicht näher definierten Benutzungsbedingungen. Sorry; es gibt zwar so etwas wie Nutzungsbedingugen, aber in denen werden nur Sanktionen gegen etwaiges Fehlverhalten definiert, was grundsätzlich auf eine Sperrung des Accounts hinausläuft. Die nötigen Kriterien dafür werden nicht erläutert.

Und das liegt der Hase im Pfeffer begraben: Aus diesen Sperrungen kann man sich nur durch die Zahlung einer gewissen Summe frei kaufen. Der Witz dabei ist, daß die Gründe für eine solche Sperrung völlig willkürlich gewählt sind, und an keiner Stelle dargelegt werden. Selbst die Nachfragen nach den Gründen für eine Sperrung werden mit weiteren Sanktionen „geahndet“.

Dass diese Sperrungen dann sehr willkürlich durchgeführt werden, erklärt sich fast von selbst. Genau, wie es sich von selbst erklärt, dass bei der Anmeldung ordentlich persönliche Daten erhoben werden, inklusive Telefonnummer, und die erste Mail von diesem tollen Portal kommt dann auch ganz schnell:

„VERSTOSS“ schreit es mir aus dem Betreff entgegen. Ich schmunzle. Ich hatte es mir fast gedacht. Mir wird im Übrigen nicht erklärt, was ich genau falsch gemacht habe. Die Mail ist wieder mal systemgeneriert. Eine lange Liste von möglichen Verstößen wird aufgeführt. Wenn ich innerhalb von zwei Tagen meinen Bemerkungstext nicht korrigiere, wird mein Konto gesperrt — Entsperren kostet 10€.

Aber auch außerhalb ihrer eigenen Website setzen die Macher dieses Portales einiges ein, um noch das Wohlverhalten ihrer ehemaligen Nutzer zu erzwingen:

Da bisher fast jede Seite Musiker-In-Deiner-Stadt.de-Feindliche Seite, auf die ich gestoßen bin, nach kurzer Zeit ein Anwaltsschreiben bekommen hat, hat es mich schon fast verwundert, dass ich noch keines erhalten hatte. […]

Vor etwa einem Monat habe ich nun auch so einen Brief bekommen, in dem darum gebeten wird, bestimmte Teile der Kommentare zu entfernen – ansonsten würden erhebliche Gerichtskosten auf mich zukommen.

Es heißt, die Kommentare seien geschäftsschädigend, da sie unter anderem zum Boykott aufrufen würden.

Wer Musiker ist und Kontakt zu anderen Musiker aufbauen möchte, wird sicherlich auch andere und hoffentlich gemütlichere Möglichkeiten finden.

SPD: Schluss mit dem Gewürge!

„Schluss mit dem Gewürge“, fordert der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Olaf Scholz mit Blick auf die für ein Jahr ausgesetzten Internetsperren. […] „Netzsperren helfen nicht und lenken von den eigentlichen Problemen ab.“ Die Politik der ehemaligen Familienministerin Ursula von der Leyen sei „populistisch“ gewesen. Die Sperrverträge, die die Internet-Provider mit dem Bundeskriminalamt abschließen sollten, waren seiner heutigen Überzeugung nach „offensichtlich rechtswidrig“. Scholz weiter: „Wir müssen erkennen: Internetsperren sind ineffektiv, ungenau und ohne weiteres zu umgehen. Sie leisten keinen Beitrag zur Bekämpfung der Kinderpornographie und schaffen eine Infrastruktur, die von vielen — zu Recht — mit Sorge gesehen wird.“

Komplett bei Heise lesen

Nun, Herr Scholz, da reden Sie aber mit frohem Gruß aus Alzheim, sie völlig durchschaubares, widerliches Astloch! Darf ich sie daran erinnern, sie verrottetes kleines Stück hilfloser Demagoge und Volksverarscher, dass diese ineffektiven, ungenauen und ohne weiteres zu umgehenden Ideen einer an Joseph Goebbels erinnernden Populistin und p’litischen Kindesmissbraucherin in geltenden Vertrag und geltendes Recht geformt werden sollten, als ihre Scheißpartei regiert hat. In der Opposition ist gut Einsicht spielen, sie Canaille! Wo war die Einsicht, als ihre Scheiß-SPD diesen Dreck mitgezimmert hat, wo war der Widerstand gegen die Beglückungsideen eines Dr. Seltsam Schäuble und seiner massenkindwerfenden Gehilfin? Die Zustimmung zu diesem Gesetz in Ihrer Scheiß-SPD, Herr Scholz, sie geistiges Plumpsklo, sie war praktisch einstimmig.

Schluss mit dem Gewürge wird erst sein, wenn so ein Gesäuge wie sie endlich die Fresse hält und erstmal lernt, sich zu schämen — und wenn die entrechtungs- und verarmungsbesoffene Schröder-Riege in einer SPD, die so wenig sozial und demokratisch geworden ist, dass sie nur noch als Partei übrig bleibt, auf dem Müllhaufen der Parteigeschichte endgelagert wird und ein Prozess der Besinnung und Reinigung beginnt. Und dieser Prozess, sie stinkendes Stück Schleimschieter, der wird nicht in Alzheim beginnen können!

Falls Ihnen mein Ton nicht gefällt, er reflektiert ihren und ihresgleichen Ton und schier unersättlichen Zynismus: Plonk! 👿

JAKO erklärt sich…

JAKO UNSPORTLICHER RECHTSMISSBRAUCHDer Bekleidungshersteller JAKO AG, der sich so sehr in der Geste gefallen hat, einen Menschen für einen veröffentlichten Text systematisch fertigzumachen, obwohl diese Sache längst gütlich und sehr zum Vorteile JAKOs beigelegt wurde, hat jetzt reagiert. Die Presseerklärung ist zurzeit auf der Homepage des Unternehmens nachzulesen, sie wird hier bewusst nicht verlinkt, weil ich die Tätigkeit asozialer und gewaltätiger Lügner nicht mit meinem Schreiben zu fördern gedenke.

Hier nur einige Ergänzungen zu den Lügen und dreisten Euphemismen, die schön für die Journaille formuliert wurden, damit sie auch direkt in die Printmedien übernommen werden können. Die folgende Presseerklärung ist von meiner Seite unverändert und ungekürzt und spiegelt dem Stand der JAKO-Website vom 3. September 2009, 21:30 Uhr wider:

„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, […]

Ach nee, das merkt ihr jetzt erst, nachdem die Sache öffentlich geworden ist? Schon klar.

[…] erklärt Rudi Sprügel, Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen, um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung […]

Die Auseinandersetzung ging nicht um sein Unternehmen, sondern sein Unternehmen hat Anwälte beauftragt, mit einer Abmahnung einen Blogger in die Gefahr des finanziellen Ruins zu bringen. Als der Blogger Frank Baade dann nachgab, einen Haufen Geld hinlegte und seinen Text entfernte, hat das JAKO noch nicht gereicht, sondern es kam zu einer besonders widerwärtigen Äußerung der den bei JAKO arbeitenden Menschen offenbar eigenen Lust an der Gewalt. Es kam nämlich ein zweites teures Briefchen von der gleichen Rechtsanvergewaltigern im Auftrage JAKOs hinterher, weil ein Aggregator sich den Text des Bloggers angeeignet hatte, und zwar in einem automatischen Vorgang.

Das ist keine im Internet geführte Auseinandersetzung, das ist juristisch verkleidete, abstrakt verpackte, aber für einen davon als Opfer betroffenen Menschen sehr konkrete und überdem vollkommen sinnlose Gewalt. Und zwar Gewalt von Seiten JAKOs.

[…] um sein Unternehmen schnell zu beenden.

Und jetzt wollen diese asozialen Gewalttäter mit ein paar wohlgesetzten Worten so tun, als sei das alles gar nicht so schlimm gewesen und könne einfach so vergessen werden.

Der Sportartikelhersteller aus dem Norden Baden-Württembergs, der vor allem Sportmannschaften in 40 Ländern der Welt sehr erfolgreich mit Trikots, Hosen, Stutzen, Bällen, Trainingsanzügen und Schuhen ausstattet, […]

Ist es nicht „schön“, wie sehr die Hirnficker PR-Leute von JAKO darauf vertrauen, dass selbst zu diesem trüben Anlass von so genannten „Journalisten“ noch ein Reklametext für JAKO in die Zeitungen reinkopiert wird? Hinter solchem Vertrauen muss eine lange Erfahrung mit dem zahmen, dummen und geldhörigen Printjournalismus in der BRD stehen.

[…] hatte sich mit dem Blogger Frank Baade auseinandergesetzt.

Nein, er hat sich nicht auseinandergesetzt, sonst hätte JAKO vielleicht mal angerufen. Er hat einen für Frank Baade teuren zweiten Anwaltsbrief diktieren lassen, der in seiner Begründung meines Erachtens nur als hanebüchen bezeichnet werden kann. Aber wenn man anlässlich einer solchen Presseerklärung in einer solchen Situation schon die Eier hat, Reklame für die eigene Gewaltunternehmung zu machen, denn kann man ja auch gleich dick auftragen und fröhlich weiterlügen.

Der Fußballtrainer aus Nordrhein-Westfalen hatte das zum 20jährigen Firmenjubiläum kreierte neue JAKO-Logo mit Worten aus der Fäkalsprache kritisiert. Das ärgerte die Verantwortlichen bei JAKO. Sie beauftragten daher eine Anwaltskanzlei mit dem Ziel, dass Baade diese verunglimpfenden Äußerungen zurücknimmt und aus dem Internet entfernt.

Na bitte, geht doch mit der Wahrheit! Und, warum habt ihr den guten Blogger nicht einfach mal angemailt, bevor ihr die juristische Eskalation gesucht habt? Soll ich es euch sagen, ihr (Achtung: Fäkalsprache!) Arschlöcher? Weil ihr genau wisst, dass das Recht in der BRD auf der Seite des Geldes steht und dass die Aussichten eines Menschen mit normalem Einkommen in solchen Dingen eher trübe sind. Deshalb interessiert ihr euch einen Scheißdreck für wirkliche Kommunikation, wie man übrigens auch an eurer Presseerklärung bemerkt…

Nach Verhandlungen unter den Anwälten war Baade dazu bereit.

…die mal eben aus der Zustellung einer kostenpflichtigen Abmahnung (mit einer für Normalverdiener durchaus in den Bereich des Existenzbedrohenden reichenden Kostennote) und einer zu unterschreibenen Unterlassungserklärung durch eure Rechtsanvergewalterin eine „Verhandlung“ macht. Allein an diesem Schönsprech der von euch ausgehenden Gewalt wird deutlich, dass es euch immer noch nicht um das friedliche Miteinander als Grundlage einer menschlichen Gesellschaft geht, sondern um den Erhalt und die breite Verherrlichung eurer geldherrschaftlichen Willkür.

Er verpflichtete sich per Unterschrift, im Falle einer Zuwiderhandlung zur Zahlung einer Vertragsstrafe. Als nach einigen Wochen Baades überzogene Kritik noch immer im Internet abrufbar war, erhielt Baade erneut Post von den JAKO-Anwälten. Sie waren davon ausgegangen, dass sich der Hobby-Fußballtrainer nicht an die Absprache halten wollte und teilten ihm daher mit, dass bei einer schuldhaften Wiederholung der beanstandeten Aussagen eine erhöhte Vertragsstrafe anfalle.

Genau das war, nach der fragwürdigen Vorgehensweise einer vermutlich völlig unnötigen Abstrafung mit der Jurakeule und dem von euch gepflegten Verzicht auf jede Kommunikation, die richtige, ganz große und stinkende Arschlochnummer, die jedem Menschen durch bloßes Hinschauen die Augen dafür öffnet, was ihr für ein widerwärtiges Gesäuge seid.

Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator „Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete.

Ich verstehe. Ihr in eurer nach Gutsherrenart auftretenden Geldherrlichkeit erwartet also von allen anderen Menschen größtmögliche Sorgfalt in jeder nur erdenklichen Formulierung, seid aber selbst nicht einmal zu dem Quäntchen Recherche fähig, in das (offen als Link angebotene) Impressum der Website „Newstin“ zu schauen und den wirklichen Sachverhalt durch schlichtes Hinschauen oder das Verfassen einer kurzen E-Mail zu klären. Dass ihr diese arschlochhafte Haltung so offen in eurem unverschämten Lugtext einräumt, als sei sie euer selbstverständliches Privileg, das freilich, das verrät Charakter. Und was für einen!

Ohne die endgültige Klärung des Sachverhalts unter den Rechtsanwälten abzuwarten, alarmierte Baade daraufhin die Bloggerszene.

In der Abmahnung, die dem Menschen Frank Baade zugestellt wurde, gab es keine Option zur Kommunikation mit den von euch mit dieser Zerstörung beauftragten Rechtsanvergewaltigern. Zudem waren diese Rechtsanvergewaltiger im Urlaub, so dass eine solche Kommunikation, selbst wenn Frank Baade sie gesucht hätte (ich weiß nicht, ob er es tat), gar nicht möglich gewesen wäre, da die Rückkehr der Rechtsanvergewalterin Blutegel Sanguinette aus ihrem gewiss erholsamen Urlaub bereits außerhalb der in ihrem Schreiben gesetzten Frist lag.  Diese Fakten sind jedem Nutzer des Internet bekannt, der nur Google bedienen kann, es ist also sicher, dass sie erst recht JAKO bekannt sind. Was diese Formulierung mit dem „Abwarten der Klärung des Sachverhaltes“ auf diesem Hintergrund bedeutet, zeigt sich ebenfalls durch schlichtes Hinschauen — aber man möchte angesichts des aufsteigenden Ekels seinen Blick ganz schnell wieder abwenden.

Das Wort „alarmierte die Bloggerszene“ erweckt den Eindruck eines Sirenengeheules, das niemals vorlag. Er hat von Mensch zu Mensch mitgeteilt, was ihn bedrückt; und wer schreiben konnte und ansehen musste, wie sich die hinter der Firmierung JAKO AG verschanzten Gewaltmenschen aufführen, der schrieb halt darüber. Ihr kennt so etwas wie Kommunikation von Mensch zu Mensch und solchen „primitiven Regungen“ wie Mitgefühl ja nicht mehr, ihr habt längst eurer Herz gegen eine Addiermaschine ausgetauscht. Aber ihr solltet doch wenigstens damit rechnen, dass solche menschlichen Regungen bei anderen Menschen auftreten könnten — wenn sie auch in eurer geldherrlichen Parallelgesellschaft keinen Platz mehr haben.

Von den Bloggerseiten fand die Geschichte den Weg in die großen Tageszeitungen.

Genau das ist eurer eigentliches Problem, sonst würdet ihr nämlich kein bisschen einlenken.

„Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, betont Rudi Sprügel, „aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“

Das „Rechtliche“ will ich gar nicht erst beurteilen, aber den zweiten Halbsatz: Sag ich doch! Und warum blahfaselt ihr euch denn die von euch in Auftrag gegebenen, kostenpflichtigen Gewaltschreiben als „Verhandlungen“ in eurer verlogenen, kalten und widerwärtigen Presseerklärung zurecht? Soll ich es euch sagen: Weil ihr gar nichts gelernt habt.

Sprügel bedauert, dass sich die „Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat“.

Vor allem das Aufschaukeln in die Tageszeitungen wird wohl bedauert. Wenn JAKO hingegen mit der Arschlochnummer durchgekommen wäre, so wie derartiges  damals, vor dem Internet, ablief; wenn die geldherrschaftliche Gewalt vom Erfolg gekrönt gewesen wäre und ein atomisiertes Einzelwesen (oder im Sprech der „Church of Scientology“: ein „Ärgernisverursacher“) unbeachtet zerschmettert worden wäre, denn wäre gar nix für diesen kalten Apparatschik im Vorstand der JAKO AG zu bedauern gewesen, sondern es wär schon so in Ordnung gewesen. Nicht alles, was zwei Backen hat, ist ein Gesicht.

Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: „Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen.“ Die Verzögerung einer Antwort hänge unter anderem auch mit der Urlaubszeit und der Abwesenheit wichtiger Entscheidungsträger zusammen.

Ah ja, und von einem Blogger mit dünnen, persönlichen Ressourcen die großen kommunikativen Leistungen erwarten! Ein wahrer Herrenmensch ist dieser wenig koschere Herr Sprügel, der erwartet, dass alle unter unendlichen Anstrengungen und in gebückter Haltung zu ihn kommen, aber von ihm selbst kommt da gar nichts. Bis auf ein paar Gesten der Gewalt. Ein echter Meudalist, einfach nur zum Kotzen!

Sprügel kündigt an, er werde den Logo-Kritiker in die Firmenzentrale nach Mulfingen-Hollenbach einladen. Dabei werde man sehr gerne mit ihm über das neue Logo diskutieren und Baade könne sich ein eigenes Bild vom JAKO-Spirit und der Qualität der Produkte machen.

Aber Frank Baade hat sich doch schon ein eigenes Bild von eurem amöbenhaften Logo und von der „Qualität“ eurer Produkte gemacht, ganz ohne eine Reklameveranstaltung bei euch zu besuchen. Er hat sogar in deftig deutschen Worten darüber geschrieben. Deshalb wolltet ihr ihn doch fertigmachen, ihr schamlosen und asozialen Lügner! Ihr wollt ihn wohl jetzt mit einem bisschen Bimbes und ein paar Geschenken dazu bringen, dass er auch noch Reklame für euch macht, was? Ich wünsche Frank Baade ein extrastarkes Rückgrat!

Rudi Sprügel, der in jungen Jahren selbst in der zweiten deutschen Fußballliga spielte, will sich dafür einsetzen, dass Baade aus dieser Auseinandersetzung „keine finanziellen Nachteile erwachsen.“

Ach, wie toll! Und warum nicht gleich so? Klar, weil es keine Öffentlichkeit gab, als ihr Frank Baade in aller Stille fertiggemacht habt.

Sprügel wörtlich: „Ich bin mir sicher, dass beide Seiten aus dieser unerfreulichen Geschichte gelernt haben.“

Dass ihr nichts, aber auch gar nichts gelernt habt, dokumentiert ihr gerade vor der ganzen lesekundigen Welt in eurer stinkenden Presseerklärung…

JAKO sei, so Sprügel, ein „junges mittelständisches Unternehmen, das ehrliche, faire Sportkultur mit Begeisterung lebt.“

…die so richtig wertneutral beflissen keine Gelegenheit zum Transport hohler und in diesem Zusammenhang widerlicher Reklamesprüche auslassen will.

Vor allem eure „Fairness“ habt ihr jetzt deutlich und völlig unmissverständlich dokumentiert. Aber ihr müsst euch ja unbedingt noch mit ein paar billigen Werbephrasen selbst den Weihrauch in die Nase treiben, damit es nicht ganz so fürchterlich nach Scheiße stinkt. Denn genau das ist der aufdringliche Odeur in der Nähe von Kotaustrittsöffnungen.

Diese Unternehmensphilosophie, die von rund 160 Mitarbeitern mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren gelebt werde, bringe auch das neue Logo mit der Aussage „JAKO Living Sports“ zum Ausdruck. JAKO konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008 erneut um zehn Prozent auf 63,8 Millionen Euro steigern. 2008 verkaufte JAKO unter anderem 1,5 Millionen Trikots, 1 Million Trainingsanzüge und eine halbe Million Bälle. Auch 2009 liegt JAKO trotz Wirtschaftskrise auf Wachstumskurs.

Blah, blah, blah… und immer darauf spekulieren, dass die Journaille diesen Strunz jenseits der eigentlichen Sache brav abschreibt, das ist nämlich billiger als das Schalten einer Annonce. Schließlich muss man ja immer und ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein, scheißegal, wie viele Leichen den Weg pflastern.

JAKO ist Ausstatter von Bundesliga-Mannschaften wie Eintracht Frankfurt, Greuther Fürth, Rot-Weiss-Ahlen, FC Rot-Weiss Erfurt, SSV Jahn Regensburg, Dynamo Dresden sowie von Fußball-Erstligamannschaften in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien.

Einige dieser Mannschaften könnten demnächst wegfallen — ich habe in den letzten Stunden das erste Mal ausgiebig in den Foren von Fußballfans gelesen, und sehr viele dieser Menschen waren aus für mich völlig nachvollziehbaren Gründen sehr ungehalten. So sehr ihr auch versucht, die Menschen mit euren dreckigen Lügen einzulullen und zu blenden, das kann schnell dazu führen, dass genügend Druck auf die Vereinvorstände entsteht, einen anderen Sponsor zu wählen.

JAKO stattet aber auch bekannte deutsche und internationale Handball-, Basketball- und Volleyballmannschaften komplett aus. Gerade diese Mannschaften wissen die Qualität der JAKO-Produkte, die höchsteAnsprüche erfüllt, zu schätzen und vertrauen auf die Kompetenz des JAKO-Teams.

Klar, noch ein bisschen mehr Werbung jenseits der Sache, in der man sich zu äußern vorgibt, damit man zum Abschluss noch einmal so richtig Frank Baade ins Gesicht scheißt und ihm und jedem Mitleser klar macht, dass es euch wirklich nur auf euren eigenen Vorteil ankommt.

Jeder mache sich selbst ein Bild! Ich kann hier mit dem allerbesten Willen und vollem Verständnis dafür, dass JAKO auch ein bisschen Gesicht wahren will, nicht einmal eine Spur von Einsicht herauslesen, sondern nur kaltes Geschäftemachen und völlig unangemessenes, gutsherrenartiges Auftreten. Wer diesen Leuten von JAKO durch den Kauf ihrer Produkte (es gibt ja zum Glück Alternativen) noch Geld in den Anus pustet, sollte nach dem Lesen dieses Textes wissen, was für ein Pack er unterstützt. Da hilft alles herzduselige Faseln vom Sportsgeist nicht, es ist reine Fassade, hinter der die rohe und kaum zu bremsende Lust an der Gewalt steht.

Diese Leute bei JAKO und alle ihre Schergen sollen bitte ganz schnell sterben gehen! Niemand würde sie vermissen. Was die Zukunft der JAKO AG betrifft, ist der richtige juristische Beistand ja schon gefunden

„Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, erklärt Rudi Sprügel,Vorstandsvorsitzender der JAKO AG, und schafft damit alle Voraussetzungen,um die vor allem im Internet geführte Auseinandersetzung um sein Unternehmen schnell zu beenden.