Ohne Worte

Die stark angerostete Krone mit der Aufschrift „Ungeeignetste denkbare Form des SEO-werten Links“ hat sich der folgende „Kommentar“ zu diesem Text verdient (zum Vergrößern auf das Vorschaubild klicken):

Habe heute von der Deutschen Zentral Inkasso eine Forderungsaufstellung gem, §§ 366/367 BGB in Höhe von 153,99 EUR bekommen. Mandant ist die Firma Content4U GmbH (Bereitstellung der Dienstleistung download-service.de) Sieht alles sehr bedrohlich aus ,aber ich werde mich nicht einschüchtern lassen.

Alles, was man noch über die Schurken wissen muss, deren Website download (strich) service (punkt) de auf diese Weise verlinkt werden sollte (das hat der Kommentator als seine „Homepage“ angegeben), kann man zum Beispiel hier nachlesen. Oder auch woanders. Oder an ganz vielen anderen Stellen im Internet. Wer den Laden noch nicht kennt, ist gut beraten, sich eine Spucktüte bereitzuhalten…

Und nein, so einen Drecksladen würdigt niemand in argloser Absicht, indem er ihn irgendwo im Internet klickbar und Google-indizierbar verlinkt…

Niemals bezahlen! Die Content4U-Mahnung…

So sieht eine Mahnung der Content4U GmbH aus, einer Unternehmung, die sich in der BRD-typischen rechtlichen Grauzone bewegt und in erster Linie von der Überrumpelung von Website-Besuchern und der Irreführung über den wahren Charakter des „Geschäftes“ lebt (zum Vergrößern klicken):

Letzte Mahnung der Content4U GmbH

Diese Briefe sind bewusst einschüchternd formuliert, um darüber hinwegzutäuschen, dass die Content4U GmbH es niemals auf ein Verfahren ankommen lassen wird, um ihre dreisten Abzockversuche durchzusetzen. Stattdessen wird diffus mit einem Schufa-Eintrag gedroht.

Das Geschäftsmodell sieht so aus:

Die Webseite bietet sog. Freeware zum Download an (wie z. B. OpenOffice und den Adobe Reader), bei der der User zunächst einmal davon ausgeht, dass er für diese Programme nichts bezahlen muss, da allgemein bekannt ist, dass es sich um kostenlos erhältliche Software handelt.

Auf der Startseite von download-service.de oben rechts befindet sich zwar ein relativ deutlicher Hinweis, dass der Zugang zu Download-Service 8 € im Monat kostet, aber die bisherigen Erfahrungen mit anderen Abofallen haben gezeigt, dass die allermeisten User die Startseite nicht zu Gesicht bekamen, sondern direkt auf die Anmeldeseite gelockt wurden. […]

Mit einer Kostenpflichtigkeit muss unserer Ansicht nach wegen der irreführenden Aufmachung der Anmeldeseite nicht gerechnet werden. Der Anbieter hat es — wie schon mehrfach in der Vergangenheit (siehe z. B. Go Web Ltd., Gehaltsvergleich, Premium Content) — wieder einmal vermieden, sein Angebot transparent zu gestalten, so dass hier eine Irreführungsabsicht angenommen werden muss. Wer aber absichtlich in die Irre führt, macht sich strafbar.

Quelle des Ztates: verbraucherabzocke.info — und dort gibt es viele weitere Hinweise für Betroffene und Interessierte.

Bezahlen sollte man bei diesen Halunken niemals. Die Forderungen sind unbegründet. Die Briefe mit den unbegründeten Forderungen — wenn es sich nicht gerade um gerichtliche Mahnbescheide handelt, denen man immer fristgerecht widersprechen muss, damit daraus kein vollstreckbarer Titel entsteht — können dem Papierkorb anvertraut werden. Natürlich kann man auch weitere Schritte unternehmen, wenn man den Nerv dazu hat.

Wer mehr Informationen darüber haben will, wie diese ziemlich widerwärtigen Zeitgenossen mit Irreführung, Einschüchterung und erpresserisch anmutenden Briefen kostenlose und oft freie Software in klingende Münze umwandeln wollen, wird schon durch die einfachste Google-Suche fündig.

Typischerweise kommen nach der „Letzten Mahnung“ weitere, ebenfalls bedrohlich formulierte Briefe; zu den angedrohten Schritten kommt es jedoch nicht. Nichts wäre diesen Geschäftemachern so wenig erwünscht wie eine gerichtliche Prüfung, ob die eingeforderten Entgelte auch wirklich berechtigt sind — denn dann könnten sich diese Leute ihren verfeinerten Lebensstil auf Kosten argloser und von Terrorbriefen eingeschüchterter Internetnutzer nicht mehr leisten und würde bei der Fortsetzung ihres Geschäftsmodelles zu dem, was sie von ihrem Charakter her längst sind: Zu Betrügern.

Ein Dank für den Scan an F.

Nachtrag: Wer von diesem Vorgang allein noch nicht das richtige kalte Kotzen kriegt, sollte sich unbedingt anschauen, wie die Premium-Content GmbH (mit dem gleichen „Geschäftsmodell“) jetzt für tolle Reklame sorgt. Aber Spucktüte bereithalten, es ist ekelhaft!

Nachtrag Zwei: Wer den Infos aus „irgendwelchen Blogs“ nicht traut, bitte bei der Verbraucherzentale Schleswig-Holstein reinschauen. Es ist eben reine Abzocke ganz hart am Rande der Kriminalität.