Die p’litisch gewünschten Zustände in den Jobcentern

Direktlink zum Video bei Vimeo, mit Downloadmöglichkeit

Niemand hat jemals etwas gewusst?

Die classe politique der BRD tut so, als sei sie völlig überrascht über die Totalüberwachungsambitionen der US-Geheimdienste. Und im nächsten Schritt ist das alles wegen 9/11 und der propagandistisch wohl meistmissbrauchten Opfer eines schweren Verbrechens? Dies ist eine ZDF-Dokumentation aus dem Jahr 1996, deren miese Qualität und Tonaussetzer nicht daran hindern sollten, einmal reinzuschauen — die gute Dreiviertelstunde ist durchaus erhellend, wenn man sie den geüten Lügen der geübten Lügner gegenüberstellt:

Mit Gruß aus Alzheim von ihrer CDU, SPD, CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen.

Dank an Bio für den Hinweis!

Blockiert Vodafone „The Pirate Bay“?

Bitte auch die Nachträge unten lesen! Sie sind sehr wichtig.

Nein, „The Pirate Bay“ ist nicht down. Es sieht vielmehr danach aus, als würde der Zugangsprovider Vodafone in der BRD zurzeit aktiv und vorsätzlich den allgemein bekannten und sehr beliebten Torrent-Tracker „The Pirate Bay“ zumindest für einige Anschlüsse blockieren.

Die folgenden Screenshots illustrieren die beobachtbaren Probleme. Zur Betrachtung der Screenshots in Originalgröße bitte auf die Vorschaubilder klicken. Ausführliche technische Erklärungen kann und will ich zu diesem Zeitpunkt nicht geben, es geht mir lediglich um eine schnelle Dokumentation der beobachteten Effekte, damit andere Betroffene eine Möglichkeit haben, diesen Vorgang zu beurteilen. Tiefer gehende technische Fragen beantwortet eine beliebige Web-Suchmaschine, und zwar sehr viel präziser und detaillierter, als es den meisten Menschen lieb sein dürfte…

Screenshot Eins — Normaler Aufruf von „The Pirate Bay“ mit einem Browser, keine Verwendung eines Proxy-Servers:

Screenshot ohne Proxy-Server

Bei einem direkten Aufruf ist keine Verbindung möglich. Der von mir verwendete Browser ist ein Opera. Das Problem lässt sich aber mit jedem Browser nachvollziehen. Ich habe dies unter anderem mit Firefox, Chromium, w3m und lynx getan.

Screenshot Zwei — Aufruf von „The Pirate Bay“, geroutet über Tor:

Screenshot mit Tor

Abgesehen von der üblichen Performance-Einbuße beim Verwenden von Tor gibt es keine beobachtbaren Probleme mit „The Pirate Bay“. Der Tracker ist voll funktionsfähig.

Screenshot Drei — Aufruf von „The Pirate Bay“ mithilfe eines in der BRD gehosteten Glype-Proxys, dessen Netzwerk nicht über Vodafone geroutet wird:

Screenshot mit Glype-Proxy

Auch hier tritt keinerlei Problem auf, der Netzwerkverkehr zum Glype-Proxy ist nicht beeinträchtigt, und wenn „The Pirate Bay“ nicht über das von Vodafone geroutete Netzwerk aufgerufen wird, ist der Torrenttracker im vollen Umfang verfügbar. Wer das Problem hat, dass „The Pirate Bay“ nicht mehr verfügbar ist, kann das leicht mit einer Liste von Glype-Proxies selbst ausprobieren.

Screenshot Vier — Überprüfung der Namensauflösung der Domain thepiratebay (punkt) se:

Screenshot dig thepiratebay punkt se

Es handelt sich nicht um eine „Vergiftung“ der Namensauflösung. Die Domain thepiratebay (punkt) se wird zur IP-Adresse 194.71.107.15 aufgelöst. Ich habe eine ssh-Verbindung mit einem Computer aufgebaut, der nicht über Vodafone mit dem Internet verbunden ist, und dort zum Vergleich den gleichen Test gemacht. Auch dort wurde die Domain zur gleichen IP-Adresse aufgelöst. Das Problem liegt also auf einer anderen Ebene, mutmaßlich im Routing.

Screenshot Fünf — Ein Ping auf 194.71.107.15:

Screenshot einer Konsole mit dem Ping

Da die Namensauflösung nicht beeinträchtigt wurde und ich mir den Domainnamen deutlich besser als die IP-Adresse merken kann, habe ich den Domainnamen angepingt. Hier wird auch noch einmal deutlich, dass die IP-Adresse korrekt zugeordnet wird und DNS somit unbeschädigt ist. Der Rechner mit der IP-Adresse 92.79.253.117 gibt die Fehlermeldung zurück, dass der Host 194.71.107.15 nicht erreichbar ist. Die IP-Adresse 92.79.253.117 gehört zu einem IP-Bereich, der von Vodafone verwaltet wird. Das Routing endet also im Vodafone-Netzwerk, wenn man eine Internet-Verbindung zum Server von „The Pirate Bay“ aufbaut. Das sieht nicht nach einem Defekt aus, sondern nach einer gezielten Unterdrückung des Netzwerkverkehrs durch Vodafone.

Screenshot Sechs — Zu schlechter Letzt der Traceroute:

Screenshot einer Konsole mit dem Traceroute

In diesem Screenshot habe ich die für meine Untersuchungen benutzte IP-Adresse unkenntlich gemacht, sie tauchte sowohl im „sprechenden“ Domainnamen als auch direkt auf. Hier wird der Weg der Datenpakete deutlich. Als erstes geht es vom angeschlossenen Rechner zum ADSL-Router, einer von Vodafone gelieferten EasyBox mit der lokalen IP-Adresse 192.168.2.1. Von dort geht es ins „richtige“ Internet, das hier gar nicht so richtig ist, da es (mindestens) im Falle „The Pirate Bay“ an der internen Vodafone-Adresse 92.79.253.117 endet.

Oder um es kurz zu sagen: Herzlichen Glückwunsch, lieber Kunde, sie haben eine Netzsperre, die sich gegen eine bestimmte Seite richtet, deren Funktionalität grob mit einer Suchmaschine vergleichbar ist. Diese Netzsperre wird ihnen präsentiert von Vodafone. Vielen Dank, dass sie sich für einen Internet-Zugang von Vodafone entschieden haben.

Dass mit der gleichen Vorgehensweise — deren technische Realisierung ja in brauchbarer Weise aufgebaut wurde — beliebige weitere Blockaden gegen andere Rechner im Internet durchgeführt werden können, versteht sich von selbst. Es ist zwar leicht, diese Blockaden durch Verwendung eines Proxy-Servers zu umgehen, aber der unbedarfte Benutzer kommt nur zu dem Eindruck, dass eine bestimmte Ressource im Internet (und keineswegs nur im Web) vollständig verschwunden ist, woraus sich ohne weitere Nachforschung der Schluss aufdrängt, dass ein bestimmter Dienst eingestellt wurde.

Ob das eine Empfehlung ist, die Dienstleistungen des Zugangsproviders Vodafone in Anspruch zu nehmen und zu bezahlen, muss natürlich jeder selbst beurteilen.

Zu klärende Fragen

Ich kann im Moment nicht feststellen, ob dieses Problem nur bei bestimmten Anschlüssen auftritt, oder ob es sich um eine allgemein von Vodafone mit technokratischen Mitteln durchgesetzte Sperre handelt. Dies können nur andere Menschen mit einem von Vodafone zur Verfügung gestellten Zugang zum „Internet“ (in Anführungszeichen, weil gezielt Bereiche des Internet ausgeblendet wurden) beurteilen. Das einfachste Mittel, dies für den eigenen Anschluss herauszufinden ist es, einfach die Website von „The Pirate Bay“ einmal im Browser aufzurufen. Ich kann nur sagen, dass die hier dokumentierte Sperre (mindestens) einer IP-Adresse bei (mindestens) zwei über Vodafone zur Verfügung gestellten „Internetzugängen“ auftritt.

Nachtrag 17. Mai 2012, 16:17 Uhr

Die hier beschriebenen Experimente habe ich heute morgen zwischen 4:30 und 5:15 Uhr mit verschiedenen Linux-Rechnern gemacht. Diese liefen unter Ubuntu Precise, Debian GNU/Linux 6.0.5 und einer „Strokelinstallation“ mit 2.6er-Kernel auf einem Server, der ich keine Distribution mehr zuordnen möchte. Das Ergebnis zeigt sich weiter oben.

Das ist insofern interessant, als dass sich das Problem bei Vodafone inzwischen verändert hat: Zurzeit können Rechner unter Microsoft Windows nicht auf „The Pirate Bay“ zugreifen, Rechner mit anderen Betriebssystemen schon. Vodafone stellt sich — wie man im verlinkten Forumsthread sehen kann — auf den Standpunkt, es handele sich um ein Problem des Betriebssystemes und nicht um eine Zensurleistung Vodafones. Und tatsächlich ist es jetzt wieder möglich, „The Pirate Bay“ mit einem Vodafone-Zugang aufzufrufen, wenn man Linux verwendet.

Dieser Stellungnahme Vodafones widerspricht leider alles, was ich heute morgen vor meinen Augen hatte und an dieser Stelle mit Screenshots dokumentiert habe. Es hat sich bei dem, was ich heute morgen erlebt und hier dokumentiert habe, definitiv nicht um ein Betriebssystemproblem mit Microsoft Windows gehandelt, sondern darum, dass (mindestens) zu einem bestimmten Rechner im Internet von Seiten Vodafones nicht geroutet wurde, also um mutmaßlich aktive und vorsätzliche Zensur durch Vodafone. Die jetzt von Vodafone zur „Erklärung“ im Supportforum vorgebrachten Behauptungen, es handele sich um ein Betriebssystemproblem mit Microsoft Windows widersprechen den hier dargestellten Fakten, sind somit offene und kundenverachtende LÜGE. Das wirft in meinen Augen ein noch nachteilhafteres Bild auf Vodafone als Zugangsprovider als der beschriebene Vorgang selbst, der ganz offensichtlich ein Experiment mit Internetzensur-Technik war.

Nachtrag 17. Mai, 16:51 Uhr

Eine Zensur von „The Pirate Bay“ findet — wie nicht nur in den Kommentaren zu diesem Artikel zu lesen ist, sondern wie ich es auch an anderen Stellen gesehen habe — nicht nur durch Vodafone, sondern auch durch die Telekom und durch Unitymedia statt. Dies sind also bereits die Namen von drei Zugangsprovidern, die ihren Kunden keinen Zugang zum Internet liefern, sondern technischen Aufwand betreiben, um ihre Kunden in der Haltung einer technokratischen Supernanny von Teilen des Internet fernzuhalten. Oder anders gesagt: Die sind die Namen von drei Zugangsprovidern, die ihre zahlenden Kunden verachten, für unmündige, dumme Kinder halten und die folglich keine erwachsenen Kunden wollen. Diesem durch Tätig- und Tätlichkeit geäußerten Wunsch habe ich keine eigene Ergänzung mehr hinzuzufügen.

„Letzte Mahnung“ der iContent GmbH

Alle Bilder in diesem Artikel sind in Vorschauqualität, wer einen „gut lesbaren“ Scan des Briefes haben möchte: Einfach auf die Bilder klicken. Dass das immer noch mies lesbar ist, das ist nur der bescheidenen Druckqualtität dieses Serienbrief-Stalkings gedankt.

Vorab

Der im Folgenden kurz vorgestellte und in den Scans wiedergegebene Brief — er ist heute vormittag bei einem meiner Freunde angekommen — stellt vorsätzlich falsche Behauptungen auf, um Menschen dazu zu überrumpeln, grundlos hundert Euro zu bezahlen — ein „Geschäftsmodell“, das es in dieser Form ausschließlich in der Bundesrepublik Deutschland gibt. Bevor diese „Letzte Mahnung“ (es wäre ja schön, wenn da nichts mehr käme und man seine Ruhe vor diesen Stalkern hätte, aber es handelt sich nur um die Spitze des Kalletaler Dreiecks) ankam, gab es bereits eine Belästigung mit einer dreisten Betrugs-E-Mail mitten in die besinnliche Vorweihnachtszeit, die hier auf Wut! bereits dokumentiert wurde. Ich bitte um besondere Beachtung der Tatsache, dass die verwendete Mailadresse und die Postanschrift nicht zusammenpassten. Näheres zu diesem Thema habe ich bereits dort gesagt und werde es hier nicht wiederholen.

Wenn auch sie einen derartigen Brief einer Klitsche unter der Führung des Betrügers, Verbrechers und asozialen Arschloches Michael Burat — der hoffentlich demächst für seine älteren Betrugsnummern ein paar Jahre lang die Luft durch Gitter atmen wird — erhalten haben: Vergleichen sie das Schreiben einmal mit den ebenfalls hier dokumentierten „Letzten Mahnungen“ der Content4U-GmbH, lassen sie sich nicht in Angst versetzen und zahlen sie keinen einzigen Cent an diese Betrüger, die häufiger ihre Bankverbindung wechseln als ein Reinlichkeitsfanatiker seine Unterwäsche. Die Frage, warum solche namentlich bekannten Betrüger überall anders auf der Welt empfindliche Strafen bekommen, nur nicht in der Bundesrepublik Deutschland, diese Frage können sie ja mal ihrem nächsten Volkszertreter stellen, wenn er weitreichende und verdachtsunabhängige Bespitzelung aller Menschen im Internet fordert.

Aber ans Bezahlen der unbegründeten Forderung sollten sie nicht einmal denken. Es gibt bessere Verwendungen für Geld, als es solchem Geschmeiß zu geben, das sich mit den durch Mahnungs- und Inkassostalking erpressten und ergaunerten Millionen seinen verfeinerten Lebensstil finanziert.

Letzte Mahnung

So sieht der aktuelle Erpresserbrief aus:

Im Gegensatz zum angehängten PDF aus der oben schon erwähnten Bullshit-Spammail von Outlets.de hat es für den Druck nicht einmal für die „schöne“ grüne Farbe gereicht, so dass Fußzeile und Logo hellgrau erscheinen. Dass man so kaum lesen kann, welche Klitsche einen überhaupt mit diesem Anschreiben zum Lachen reizen will, scheint die Absender nicht weiter zu stören.

Hier nur ein paar kleine Appetithäppchen aus einem Text, der geschrieben wurde, Menschen einzuschüchtern:

Sehr geehrte/r Herr / Frau xxx,
die Rechnung xxxx-xxxxxxx vom 22.12.2011 wurde trotz Zahlungserinnerung vom 26.01.2012 nach wie vor nicht ausgeglichen.

Diese „Zahlungserinnerung“ ging ja auch definitiv an die falsche Mailadresse, wurde also niemals zugestellt. Dafür, dass der Ein-Euro-Jobber, der solche Strafarbeit von der Bundesagentur für Körper und Billgarbeit aufgelastet bekommen hat, nicht zum korrekten Abschreiben befähigt war, eine „Mahngebühr“ zu fordern, ist zum Brüllen komisch.

Die aufgeführte Entgeltforderung beruht auf einem mit uns abgeschlossenen Dienstleistungsvertrag über die Bereitstellung der Online- Datenbank http://www.Outlets.de. Sie haben sich nachweislich für dieses Dienstleistungsangebot unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Anschrift und E- Mail Adresse eingetragen.

So so, „nachweislich“, da hat jetzt aber jemand ganz große Angst bekommen! :mrgreen:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir im Sinne einer wirtschaftlichen Abwicklung unserer Vertragsverhältnisse den weiteren Einzug einem darauf spezialisierten Inkasso-/Rechtsanwaltsbüros übertragen werden. Dadurch entstehen Ihnen weitere Kosten und bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen weitere Nachteile, wie z.B. ein negativer Schufaeintrag.

Das einzige, was dadurch entsteht, ist ein anderer Briefkopf auf völlig gegenstandslosen Schreiben. Aber „schön“, wie hier subtil mit einem Eintrag bei der Schufa gedroht wird, um auch so richtig Angst auszulösen. Wie man so eine Drohung mit einem empfindlichen Übel nennt, steht im §240 StGB.

Ratenzahlungsvereinbarung ohne Mehrkosten

Oh, wie „freundlich“, dass man die unbegründete Forderung, die man nicht zahlen muss, ohne Mehrkosten abstottern darf…

Ratenzahlung ohne Mehrkosten

Woher diese geradezu göttlich anmutende Güte der gierigen Grützköpfe gekommen sein mag, solch gnadenhaften Vordruck beizulegen, den man nur noch ausfüllen und unterschreiben muss? Könnte es vielleicht an dem Text liegen, den man da unterschreiben soll?

Ich erkenne folgende Forderung der IContent GmbH, die an die ProPayment GmbH abgetreten wurde, in vollem Umfang an

Tolle Sache! So entsteht ein Schriftstück, in dem eine völlig unbegründete Forderung anerkannt wird und auch durchgesetzt werden kann. Wer das ausfüllt, unterschreibt und absendet, hat verloren.

Kleine Anmerkung am Rande: Nicht einmal zur Übertragung der Rechnungsnummer in das entsprechende Feld hat es beim Entwurf dieses Serienbriefes gereicht. Ganz so, als ob die Absender wüssten, dass sich die Mühe nicht lohnt, weil nur ein winziger Bruchteil der Opfer dieses Betruges so brotdoof ist, eine völlig unbegründete Forderung anzuerkennen.

Zu ihrer Information

Oh, schön, dass mir auch noch gesagt wird, worum es überhaupt geht. Die scheinen ja zu wissen, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, worum es hier angeblich gehen soll.

Zu ihrer Information

Die aufgeführte Entgeltforderung beruht auf einem mit uns abgeschlossenen Vertrag über die Bereitstellung der Online- Datenbank http://www.Outlets.de. Auf Outlets.de finden Sie redaktionell aufbereitete Inhalte, Adressen und Tipps zum Thema Outlets, Fabrikverkauf & Schnäppchen. Sie haben sich nachweislich für dieses Dienstleistungsangebot unter Angabe Ihres Namens, Ihrer Anschrift und E-Mail Adresse eingetragen.

Genau, wir schließen alle jeden Tag überteuerte Verträge ab, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht — und zwar, da ist es wieder, das Wort, „nachweislich“. Deshalb muss das auch noch einmal ausführlich gesagt werden.

Dass Verträge, die über das Internet geschlossen werden, grundsätzlich wirksam sind, hat der Bundesgerichtshof mit seiner Entscheidung vom 07. November 2001 Az : VIII ZR 13/01 entschieden.

Das ist doch nett, dass die Absender dieses Briefes völlig klar machen, dass jeder Empfänger dieses Briefes Zweifel am behaupteten Vertrag haben wird. Nicht geschlossene Verträge werden allerdings durch das zitierte Urteil kein bisschen existenter.

Den Anforderungen des Fernabsatzrechtes sowie der Preisangabenverordnung sind wir gerecht geworden, der Hinweis auf das Entgelt befindet sich klar und deutlich neben der Anmeldemaske […]

Deshalb schreibt ihr jetzt ja auch Leute an, die von eurer tollen Betrügersite noch nie etwas gehört oder gesehen haben. Denn ein Mensch, der noch bei Troste ist, würde nicht für eine Nulldienstleistung hundert Euro legen.

Zum Zwecke der Nachweisbarkeit Ihrer Anmeldung bei Outlets.de erfolgte eine Speicherung der IP- Adresse (physikalische IP-Adresse des Computers), des genutzten Betriebssystems sowie des genutzten lnternetbrowsers

Oh, wie schön. Rückt eure „Beweise“ doch mal raus!

Mit jedem Wort machen diese Betrüger deutlicher, dass es ihnen unter der Überschrift „Information“ nur um Einschüchterung geht. Sie spekulieren darauf, dass Menschen von der Wucht einer solchen Drohkulisse eingeschüchtert werden und beginnen, zu zweifeln und sich zu fragen, ob sie nicht doch eine derartige Anmeldung gemacht haben. Oder die Ehefrau. Oder ein Kind. Wenn nur zehn Prozent der Empfänger dieser Betrugsbriefe so überrumpelt werden, dass sie hundert Euro legen, hat es sich für diese widerwärtigen Betrüger gelohnt. Dass es dabei zu gegenseitigen Schuldzuweisungen in Familien und Wohngemeinschaften, vielleicht sogar zu handfesten Streits kommt, geht diesen Canaillen am Arsche vorbei. Die interessiert nur ihr Schnitt, und den machen sie mit der Angst, dem Unwissen und der Kraftlosigkeit der Menschen.

Anhand der protokollierten IP- Adresse sowie der ergänzenden Daten ist es den Ermittlungsbehörden möglich, die Adresse des Anschlussinhabers zu identifizieren.

Da haben wir hier aber ganz große Angst, dass ein offenkundiger Betrüger einen Strafprozess führen will und dabei eine nicht-vorhandene IP-Adresse persönlich zuordnen möchte… :mrgreen:

Zumal die Wahrscheinlichkeit, dass der Zugangsprovider mehrere Monate nach dem 1. Dezember 2011, an dem das behauptete „Vertragsverhältnis“ begann noch Daten über die damaligen Verbindungen herumliegen hat, mit jeder vergehenden Woche und jeder Bullshit-Letzten-Mahnung ein bisschen kleiner wird.

Um die Anmeldung Minderjähriger soweit wie mögl ich auszuschließen, haben wir schon aur der Anmeldeseite bei der Angabe des Alters alle Jahrgänge gesperrt, bei deren Eingabe eine Volljährigkeit nicht vorliegen kann.

Wow! Was für eine geile „Lösung“! Die solltet ihr euch mal patentieren lassen! :mrgreen:

Wenn sich ein Minderjähriger für ein Datenbankangebot der Outlets.de anmeldet, so muss er dafür ein auf sich unzutreffendes Alter eingeben . Diese Handlung kann im Hinblick auf eine Fälschung beweiserheblicher Daten gem. §269 Abs. 1, 2 StGB strafrechtlich relevant sein

Wenn ein Minderjähriger sich anmeldet, spielt das nicht die geringste Rolle, weil der Vertrag gar nicht erst zustande kommt. Er ist nämlich gar nicht erst geschäftsfähig.

Die Verletzung von Prüf- und Aufsichtspflichten kann außerdem zu Schadensersatzansprüchen gegenüber den Erziehungsberechtigten führen, die einen Internetzugang für ihre Kinder bereitstellen

Klaro! Aber auch nur, wenn die Kinder was anstellen und Schaden anrichten (das ist doch die Bedeutung des Wortes Schadensersatz) — und nicht, wenn ein paar schmierige Betrüger lustig Urteile und Gesetze „zur Information“ zusammenkleistern, um nach Möglichkeit jeden Menschen vor Angst zahlen zu lassen.

Dieses Schreiben kommt natürlich ohne Unterschrift direkt aus einem ziemlich abgenudelten Drucker. Die Scans sprechen für sich. Es sieht im Original sogar noch ein bisschen schäbiger aus.

Je nach persönlicher Organisation sollte man es abheften oder wegwerfen. Für Geld gibt es bessere Verwendungen. Schriftverkehr mit den Halunken lohnt sich nicht, die wissen genau, dass sie im Unrecht sind — es sind ja asoziale Betrüger — und antworten einfach immer mit den gleichen schwachsinnigen Textbausteinen. Wer etwas gegen den Betrug tun möchte, sollte die als Bankverbindung genannte Bank anschreiben; eine Formulierungshilfe gibt es hier im Blog. Nur wer danach noch den Nerv hat, noch mehr zu machen und sich von eher sinnloser Mühe nicht entmutigen lässt, sollte Strafanzeige bei der nächsten Staatsanwaltschaft erstatten. Wegen Nötigung, gewerbsmäßigen Betrug und allen weiteren Straftatbeständen, die sich im Verlaufe der Ermittlungen ergeben. Vielleicht freut sich auch das Finanzamt über einen Hinweis, denn die in den Betrugsbriefen geltend Außenstände sind auch dann zu versteuernde Einnahmen der betrügerischen Firma Outlets.de, wenn sie noch eingetrieben werden.

Ich freue mich schon auf den nächsten Brief dieser Halunken!

Macht kaputt, was euch kaputt macht?

Macht kaputt, was euch kaputt macht? Aber wozu denn noch? Das geht alles ganz von allein kaputt, das ist alles fabrikneuer Müll, hergestellt für das Wachstum der Profite und der Müllberge. Nein, es ist nicht die in der Reklame so bildreich und allsinnlich manipulativ versprochene Qualität, sondern Müll. Dafür wird der wisschenschaftliche Erkenntnisstand und der technische Fortschritt angewendet, dafür wird der Hirnschmalz der Ingenieure benötigt: Damit die Dinge auch ja möglichst zeitnah nach Ablauf der Garantie auseinanderfallen und sich in meist etwas giftigen Abfall verwandeln, auf dass auch immer neue Dinge gekauft werden. Nichts wäre so unwirtschaftlich wie ein haltbares Produkt, das seinen Käufer langfristig zufriedenstellt. (Achtung, das folgende Video dauert 75 Minuten)

arte: Kaufen für die Müllhalde | YouTube-Direktlink