DIG Deutsche Internetinkasso GmbH verliert am LG Frankfurt

Die „Deutsche Internetinkasso“ ist eine halbseidene Inkassoklitsche, die für betrügerische Firmen wie die Content4U GmbH und iContent GmbH das Inkassostalking betreibt, um Menschen so mürbe zu machen, dass sie eine Rechnung der Machart „Zahlen sie sofort und völlig grundlos über hundert Euro“ bezahlen.

Wer die unverschämten, erpresserischen Briefe dieser Bratschädel bekommt, wird vielleicht diese aktuelle Mitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein interessant finden — die Hervorhebung ist von mir:

Vor zirka 2 Jahren begann die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein Banken und Sparkassen anzuschreiben, um diesen mitzuteilen, dass Inkassounternehmen über deren Konten „schmutziges Geld“ aus Abfofallen eintreiben. Viele der angeschriebenen Geldinstitute kündigten daraufhin die entsprechenden Konten.

Die „Deutsche Internetinkasso“ hatte vor dem LG Frankfurt gegen ein solches Schreiben der VZ Brandenburg geklagt und nunmehr verloren. In dem bemerkenswert klaren Urteil wurde festgestellt, dass die von den Verbraucherzentralen versendeten Schreiben an Banken und Sparkassen deswegen gerechtfertigt sind, weil das fragliche Inkassounternehmen Forderungen eintreibt, die unter Verstoß von § 1 Abs. 6 Preisangabenverordnung erschlichen worden sind. Außerdem handelt es sich nach Auffassung des Gerichts um eine von Art. 5 Grundgesetz umfasste freie Meinungsäußerung.

Leider haben es die Verbraucherzentralen in ihrer Presseerklärung versäumt, das Aktenzeichen des Urteils anzugeben und mir ist es auf die Schnelle auch nicht gelungen, dieses Aktenzeichen herauszubekommen. Ich gehe aber davon aus, dass das in den nächsten Stunden (oder Tagen, es ist schließlich ein Wochenende in der Urlaubszeit) nachgeholt wird. Denn die kurz angedeutete Urteilsbegründung dürfte für alle Betroffenen der betrügerischen Abzock-Erpressungen außerordentlich interessant und vor allem beruhigend sein.

DIG — Deutsche Internetinkasso

Das ist, wie ein Leser in einem Kommentar mitteilte, die Firmierung der aktuell für die betrügerische Firma Content4U tätigen Inkassoklitsche, die zurzeit Menschen mit erpresserisch formulierten Briefen der Machart: „Zahlen Sie sofort und grundlos Geld, oder wir machen ihr Leben kaputt“ belästigt:

Bei mir arbeitet die content4u mit der DIG -Deutsche Internetinkasso GmbH- zusammen. Ich soll nun 157,56 € bis zum 13.10.2011 bezahlen. Die Schw… haben mir nun das 2. Wochenende versaut. Als Bank gilt bei dieser Forderung die Kreis- und Stadtsparkasse Speyer […]

Tja, da hat es auch nicht geholfen, dass die „Deutsche Zentral Inkasso“ mit ihren Erpressernummern weitermachen darf. Wenn ein einfaches Googlen nach der Firmierung reicht, um die gezielt ausgelöste Beunruhigung zu besänftigen, muss eben eine neue Firmierung her. Der Beschiss bleibt natürlich der gleiche — und die Forderung bleibt völlig unberechtigt.

Also je nach persönlicher Organisation den Müllbrief abheften oder wegwerfen. Wer mag, kann eine (in der Regel fruchtlose) Anzeige wegen gewerbsmäßigem Betruges erstatten; schneller wirksam ist es jedoch, die als Bankverbindung genannte Bank einmal anzuschreiben, damit das Konto möglichst schnell gekündigt wird. Denn im Gegensatz zu den Abzockern sind Kreditinstitute auf ihren Ruf bedacht.

Nachtrag

Nach so vielen Jahren der  p’litischen Untätigkeit angesichts des Abzocker-Inkassos gibt es seit vorgestern halbwegs ernsthafte Bemühungen des Bundesrates, diesem Treiben ein wenig Einhalt zu gebieten. Diese Bemühungen sind allerdings wie immer halbherzig. Dass das Inkasso für Abzocker-Klitschen erschwert wird, spielt für das eigentliche Geschäftsmodell — die Einschüchterung von Menschen durch kalt und erpresserisch formulierte Briefe — nur eine untergeordnete Rolle, wenn weiterhin ein erheblicher Anteil der Menschen aus Angst das Geld überweist, um „seine Ruhe“ zu haben. Erst, wenn schäbige Betrüger endlich als das behandelt werden, was sie sind, nämlich als schäbige Betrüger, erst, wenn sie wie jeder andere Halunke strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden und zivilrechtlich haftbar gemacht werden können, erst dann ist es möglich, diesen für die BRD typischen Sumpf auszutrocknen. Das allerdings ist auch weiterhin p’litisch nicht erwünscht, und zwar weder von der CDU, noch von der CSU, noch von der SPD, noch von den Grünen und schon gar nicht von der FDP. Es ist nicht zu erwarten, dass sich diese Situation ändert. Die Verbrecher scheinen gute Freunde eines durch und durch korrupten Parteienapparates zu sein. Wie viel von den mindestens 500.000 Euro, die seit Jahren zuverlässig jeden Monat mit diesem Betrug erwirtschaftet werden, bei den Parteien landen, um den p’litischen Welpenschutz für Internetbetrüger nicht durch gezielte Gesetzgebung zu beenden, weiß ich leider nicht.