Kurz verlinkt (53)

Ich jedenfalls werde vor diese Politiker ein geistiges Stopp-Schild stellen, in dem Sinne, dass sie meine Stimme bei der Wahl nicht erhalten. Es wird Zeit für eine kinderfreundliche Politik.

Wir haben genug Gesetze in diesem Land — wir brauchen Taten.

Wir brauchen Menschen, die hingucken — Feiglinge, die Stoppschilder aufstellen wollen, haben wir schon genug.

Unbedingt beim MOGIS lesen, wie vernachlässigte Kinder in der BRD verhungern können und wie eine Frau von der Leyen so etwas noch für ihre schamlose und widerwärtige Propaganda ausbeutet.

Nicht essen, glotzen!

Hartz-IV-Empfänger haben Recht auf Fernseher - Ein Fernseher gehört zum sozialüblichen Standard von Hartz-IV-Empfängern, urteilte das Frankfurter Sozialgericht. Nun muss die zuständige Behörder die Kosten für das TV-Gerät tragen, die Betroffenen müssen sie sich nicht zusammensparen...

Es ist doch sehr „tröstlich“, dass so ein flackernder Volksempfänger zum „sozialüblichen Standard“ eines Verarmten der rot-grünen Gesetze zur Massenverelendung in der BRD gehört, die unter dem bewusst irreführenden Namen „Hartz IV“ durch die Medien transportiert werden.

Da kann sich dann so ein Stück menschliche Verfügungsmasse der Willkür irgendwelcher Bundeskörperagenten hinsetzen und sich entspannen, wenn abends in den nachgerichteten Nachrichten, Magazinen und Talkshows all jene vampiristischen Verbrecher zu Ehre, Kamera und Mikrofon kommen, die von diesem Wahnsinn profitieren. Und er kann, während er sich von dieser unverschämten und kalten Propaganda in den meudalistischen Einheitsmedien der BRD zombifizieren lässt, darüber vergessen, dass so etwas wie eine einigermaßen ausgewogene Ernährung nicht zu seinem „sozialüblichen Standard“ gehört, denn dafür müssen 3,94 Euro am Tag ausreichen — aber auch das nur, wenn man es ganz nebenbei schafft, trotz des mit der Angstpeitsche einer Kürzung zwangsweise von der Bundesagentur für Armut und Elendsmaloche verhängten Arbeitsbettelns mit täglich 0,49 Euro für die Benutzung von öffentlichen Nahverkehrsmitteln auszukommen. Das reicht in einer typischen Stadt der BRD nicht einmal für eine Hin- und Rückfahrt pro Woche. Wer es nicht schafft, damit auszukommen, der muss eben noch ein bisschen am Essen sparen, indem er für jede zusätzliche Hin- und Rückfahrt im Verlaufe einer Woche einen Fastentag einlegt.

Da freut sich das gut unterhaltene und zuverlässig unten gehaltene Stück Menschenmaterial doch, dass wenigstens des Abends die Glotze flimmert und dass es wenigstens darauf ein „Recht“ hat. Wenn. Es schon kein Recht zum Leben mehr hat. Das ist doch ein echter „Fortschritt“! Auf die Justiz in der BRD ist eben Verlass, die wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass „Recht“ und „Gerechtigkeit“ völlig verschiedene Begriffe bleiben, den ganz großen Verbrechern und Meudalisten zur Freude, dem Rest der Menschen zur täglich wachsenden Last. Und wer unter diesen Bedingungen auf die unerträglich naive Idee kommt, einfach noch selbst etwas zu machen und auf diese Weise einer gewissen Lebensfreude inmitten aller Trübsal Ausdruck zu verleihen, der wird eben kriminalisiert und sein Handeln unter fadenscheiniger Argumentation verboten. Das ist völlig unerwünscht, also „pack dich wieder vor die Glotze, du (für die Verwirtschaftung zurzeit) unbrauchbares Pack“!

Natürlich ist es erwünscht, das regelmäßiges Fernsehen die betroffenen Menschen dumm hält, entsozialisiert und entsolidarisiert. Ein Computer und ein Internetzugang gehören nicht zum „sozialüblichen Standard“, sonst könnte so ein Zerbrechling noch lernen, wie er der staatlichen Gewalt entgegen treten kann. Und das darf nicht passieren. Also immer schön glotzen, denn das ist ein „Recht“! Und niemals informieren, andere Betroffene kennen lernen und den Widerstand gegen üble Willkür und den täglichen Hunger organisieren, denn dafür „darf“ man wieder an seinem Fresschen sparen. Schließlich soll für die Herrschenden alles so bleiben, wie es ist, und deshalb räumen ihre Speichellecker an den BRD-Gerichten den Menschen genau die „Rechte“ ein, die sie ihnen einräumen — und verweigern ihnen jene anderen „Rechte“, die gefährlich für die Privilegien der herrschenden Klasse werden könnten.

Ach übrigens: Wahltag ist Zahltag — und die CDUSPDFDPGRÜNETC ist die asozialistische Einheitspartei der totalitären Mitte für Massenverelendung, Wirtschaftsfaschismus und Umverteilung von unten nach oben. Wer die wählt, der macht sich auch seinen eigenen Henker zum Freund und lässt sich lächelnd enthaupten.

Vom gewünschten und ungewünschten Feiern

In Hannover wird des Sommers ganz viel unter freiem Himmel „gefeiert“. Kaum ist das Schützenfest zu Ende, kaum sind die ganzen überteuerten Sauf-, Fress- und Vergnügungsbuden auf dem Schützenplatz abgebaut, schon wird der hitlersche Maschsee mit Bühnen, Sauf-, Fress- und Vergnügungsbuden vollgestellt und das so genannte „Maschseefest“ findet statt. Und zwar so nah an einem Wohngebiet, dass etliche Menschen unter dem hohen Lärmpegel zu leiden haben, von der Verzierung der Radwege in der Südstadt mit Scherben zerdepperter Bierflaschen gar nicht erst zu reden. Dennoch, das ist das erwünschte „Feiern“, ein gutes Geschäft für viele.

Es gibt in Hannover auch das unerwünschte Feiern unter freiem Himmel. Dieses ist, wenn sich ein paar Leute einfach zusammentun, sich draußen fernab jedes Wohngebietes in der Nähe einer Schnellstraße treffen und dort einen kleinen, alternativen Rave veranstalten wollen. Dieses Feiern, das offenbar für die Besitzenden nicht ausbeutbar genug ist, ist in Hannover dermaßen unerwünscht, dass es durch einen robusten Einsatz der Polizei aufgelöst wird:

Nachdem die Teilnehmer der sogennanten Botellón in Hannover-Linden immer wieder von Polizeifahrzeugen umkreist wurden, teilweise von Polizisten Platzverweise erhielten und einmal eine in diesem Zusammenhang in der hannoverschen U-Bahn stattfindende Veranstaltung durch die Polizei geräumt wurde, scheint die staatliche Repression gegenüber unorganisierten und unpolitischen Nutzungen des öffentlichen Raumes weiterzugehen:

Der Rave, der letztes Wochenende auf der Dornröschenbrücke zwischen Linden und Nordstadt stattgefunden hat, wurde durch ein massives Polizeiaufgebot vorzeitig beendet. Wie bei den Botellón-Aktionen gab es keinerlei offizielle Berichterstattung über die Aktionen: Weder durch die Pressestelle der Polizei, noch durch die Tageszeitungen. Vermutlich will man keine Nachahmer anstiften und sich der aus der Berichterstattung resultierenden Diskussion über die Nutzung des öffentlichen Raumes entziehen.

Im öffentlichen Raum darf eben nur Verkehr und Geschäftemacherei stattfinden. Und damit auch niemand aus der breiten Masse den repressiven und lustfeindlichen Zug der totalen und totalitären Verwirtschaftung bemerke, wird das ganze Thema von der Milliardärspresse der BRD — in diesem Fall vom hannöverschen Madsack-Verlag — schön ignoriert und damit für die Mehrzahl der Menschen durch Verschweigen nichtexistent gemacht. Wie passend, dass der gleiche hannöversche Madsack-Verlag da mit beachtlichem Werbeaufwand versucht, auf der Schiene des Web Zwo Null zu fahren und die Menschen, die immer mehr ihrer Lebensmöglichkeiten beraubt werden, zu kostenlosen Content-Lieferanten für den Transport der Reklame zu machen. Name dieses tollen Projektes: My Heimat. (Und nein, dieser Name ist keine Satire!)

Christlicher Tinnef

Wer hier regelmäßig mitliest, kennt gewiss diese kleine Sammlung von Werbung für allerlei Tinnef, die ich hier neben den ganzen eher galligen Texten anlege. So schräg dieses Thema in diesem Blog auch wirken mag, es passt dennoch — denn dieser ganze industriell erstellte Seelenschrott soll den Menschen einen Ersatz für ihr enteignetes Leben geben, gibt einen wichtigen, narkotischen Beitrag dazu, dass die totale und totalitäre Verwirtschaftung des gesamten Daseins weiter gehen kann.

Es gibt hier eine klare Tendenz im gesammelten Tinnef. Das meiste stammt aus dem Katalog „Die moderne Hausfrau„. Das liegt nicht daran, dass es vergleichbare Auswürfe der waste industry nicht auch an anderen Stellen gäbe, sondern eher daran, dass eine treue Leserin mir nicht nur ab und an beim Betteln einen Euro zusteckt, sondern auch diesen Katalog, damit ich diese Serie (die ihr sehr gefällt) auch weiterschreibe. Andere Kataloge und Werbungen bekomme ich jedoch eher zufällig in die Hand, und so kommt es dazu, dass ich vor allem aus diesem einen Katalog die großen und kleinen Brechreize herauspicke und mit ätzendem Sarkasmus kommentiere.

Nun, komme ich einmal zum Ende meiner Vorrede. Ich stritt mich gerade etwas heftiger mit einer christlichen Fundamentalistin, und bei diesem Streit ist mir auch der Katalog des christlichen Versandhauses „Vivat“ in die Hand gekommen. Was ich darin an Tinnef fand, das überbietet in seiner Schamlosigkeit des seelischen Ausverkaufes alles, was ich aus der „modernen Hausfrau“ kenne. Weil das aber noch nicht genug ist, gibt es dazu auch fröhliche Propaganda als besonders „christliche Literatur“ wie zum Beispiel dieses wunderbare Buch, das die Welt wirklich nicht gebraucht hätte:

Vivat-Angebot: Angela Merkel, Die Protestantin - Jetzt erweitert: mit einem persönlichen Text der Kanzlerin zu Glaube, Kirche und Gesellschaft - Schatzsuche bei Angela Merkel, akribisch und detailgetreu - Angela Merkel ist nicht nur Bundeskanzlerin und eine der mächtigsten Frauen der Welt, sie ist auch Christin. Volker Resing, Journalist und Hauptstadtkorrespondent, zeichnet erstmals ihren persönlichen Lebens- und Glaubensweg umfassend nach: ihre Kindheit als Pfarrerstochter, die Jahre unter dem DDR-Regime und ihre beispiellose Karriere seit dem Fall der Mauer. Wie steht Angela Merkel zum C ihrer Partei? Worum müssen sich die Kirchen in der Gesellschaft kümmern? Dieses Portrait gibt authentische und überraschende Antworten. Mit einem Vorwort von Lothar de Maizière. 9,90 Euro

Wie Angela Merkel zum „C“ in ihrer Partei steht, erfahren wir allerdings auch ohne dieses Buch durch simples Hinschauen, wenn sie Politik macht. Wenn sie zum Beispiel einen Lügner, Gewaltfreund und bis zum Verfassungsbruch kriminelles Astloch wie Wolfgang Schäuble zum Innenminister macht und noch in den paranoidesten Ideen frei gewähren lässt. Oder wenn sie dieser Statistikfälscherin, Lügnerin und p’litische Kinderfickerin Ursula von der Layen als Ministerin gestattet, ihre eigene Paranoia in Tagespolitik umzusetzen. Auch die weitere Ausbreitung der Armut und die weitere Umverteilung von Unten nach Oben ist dieser makellosen Protestantin und Pfaffentochter sehr recht. Und genau darin erweist sie sich als wahre Christin, die für die beiden wichtigsten, kontinuierlichsten Grundwerte der christlichen Religion in den letzten 1600 Jahren steht: Raub, Mord und Totschlag.

Die Qualifikationen, die sie für ihr grenzenlos ausgelebtes Christentum braucht, diese Hure der Besitzenden, die hat sie übrigens gelernt, als sie bei der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig war — die Techniken des Hirnficks sind völlig unabhängig von der jeweiligen Ideologie. Wichtig ist ihr zum Beispiel immer, dass der eigene Ruf in der öffentlichen Wahrnehmung unbefleckt bleibt, während zwei Drittel der Menschen über immer größere Lasten in ihrem Leben stöhnen und das ganze Land an den Meistbietenden verhökert wird. Für dieses Ansinnen hat sie sich genau mit den richtigen, vor Geisteskränke schillernden Persönlichkeiten umgeben, da kann sie ihre gnädige „Puffmutter der Nation“ nur um so deutlicher in die Kameras und in die Bildzeitung tragen. Auch in diesem Verhalten ist sie also völlig christlich, denn so verhalten sich die christlichen Kirchen schon seit Jahrhunderten.

Nee, das Buch brauche ich wirklich nicht. Da nehme ich aus dem schier unendlichen Angebot dieses Versandhauses für wirkungslose Quacksalberei, Propaganda, dumpfen Seelenkitsch und allerlei abergläubischen Amuletten lieber diese eine Kerze heraus…

Tischkerze Der Herr schenke euch seinen Segen - Hochwertig gestaltete Tischkerze mit einem Porträt und Segen des Papstes. Nur noch 2 Euro

…denn die ist schön billig und hat wenigstens eine Funktion. Die kann man nämlich jeden Tag anzünden und sich daran erfreuen, wie schnell dieser draufgestempelte größenwahnsinnige und herzkalte Pope beim Abbrennen der Kerze verschwindet. Dabei geht sogar mir ein kleines fröhlich Lichtlein im Herzlein auf. Wenn der echte Maledictus XVI doch auch so schnell verschwinden würde! :mrgreen:

Übrigens: Ob prostetantisch oder röm.-kath. ist diesem Versandhaus herzlich egal, so lange die Kunden nur dumm, autoritätshörig und leicht manipulierbar bleiben. Die Kaufkraft des Geldes, das da gelegt wird, kennt keine Konfession.

Abschalten nach Gutsherrenart

Wer ein kleines, aber politisches Blog in der BRD betreibt, der kann was erleben!

Zum Beispiel kann er erleben, dass der Server plötzlich überlastet ist. Bekanntermaßen ist jeder permanent mit dem Internet verbundene Computer ein „Opferrechner“, der beinahe in jedem Moment vielfältigen Angriffen ausgesetzt ist, die in ihrer Ernsthaftigkeit vom Kinderkram bis zur schweren Attacke gehen. Eine schwere Attacke ist zum Beispiel ein dDoS-Angriff, der zu einer Überlastung des Servers führt. Der Grund für die Überlastung eines Servers kann aber auch ein völlig anderer sein, zum Beispiel, dass gerade ein Inhalt von allgemeinem Interesse im Blog verfügbar ist, der viele Leser anzieht.

An sich ist in einem solchen Fall der Hosting-Provider für den Server zuständig — schließlich bezahlt man dafür. Dort hätte sich also jemand hinsetzen müssen, um die Ursache der extremen Last zu überprüfen und eventuell Gegenmaßnahmen einzuleiten. Zu diesen Gegenmaßnahmen kann eine vorübergehende Abschaltung ebenso gehören wie die vorübergehende Sperrung des Zugriffes für gewisse IP-Bereiche. Im Idealfall sollte der Hosting-Provider den Betreiber des Blogs mit einer kurzen, verständlich formulierten Mail auf den Sachverhalt aufmerksam machen. Bekanntlich geht ja jede Last irgendwann wieder vorbei.

Aber in der BRD, in der für Besitzende ein rechtsfreier Raum ist, während andere Menschen sich als rechtlose Bittsteller vor der gutsherrlichen Willkür hinstellen sollen, da sieht so etwas ganz anders aus. Zum Beispiel beim Womblog (Worte oder mehr), dass kürzlich vom Hosting-Provider völlig abgeschaltet wurde. Die dazu gegebene Begründung ist mehr als hanebüchen:

Kurz zur Info für Euch. Unser Provider hat uns kurzerhand vor “Die Tür gesetzt”. Seine Erklärungsversuche sind für uns nicht nach zuvollziehen. Erst einmal ist unser Womblog [Worte oder mehr] aus dem Netz verschwunden, aber nicht ganz. […]

Technische Probleme sollten von unserer Seite ausgegangen sein. Es wurde sich aber keine Mühe gemacht diese zu recherchieren. Eben Kundenfreundlichkeit naturell! Stört! Weg damit!

Eine formlose E-Mail, mit Datenanhang meines Accounts, dass war alles! Seht zu, wie ihr klarkommt. […]

Update: Angeblich hätte Womblog aufgrund irgendwelcher Plugins eine Serverauslastung von 800 Prozent erreicht, soweit die Aussage des Hosters, die um den Serverbetrieb aufrecht erhalten zu können, zur Löschung geführt hätten.

Nun ist diese Aussage nicht nachvollziehbar, da wir weder die Servertechnik kennen, noch ergründen können, ob es sich bei der genannten Auslastung tatsächlich um reguläre Zugriffe auf Womblog handelte.

Ein Blick in die Logfiles hätte Aufklärung bringen können, doch das hat der Hoster durch Löschung des Accounts verhindert.

Ich sags ja: Hanebüchen begründet und kalt serviert. Jede Möglichkeit einer Überprüfung vernichtet. Vertrag ist, wenn der Kunde zu glauben und sich zu fügen hat. So sieht das mit dem Internet in der BRD aus, und betroffen sind von solchen Willkürakten immer wieder politische Blogger.

Nur, um das mal angemerkt zu haben.

Das Womblog wird in den kommenden Tagen zu einem neuen Hoster umziehen, und zwar hoffentlich reibungslos. Bis dahin sind die älteren Beiträge unter http://www.testarea12.de verfügbar, bis auch dieser Teil mit gutherrenhafter Willkür von einem geldherrlichen Hosting-Provider aus dem Internet entfernt wird.

Werbung für mietfähige Elendsarbeit

Und immer, wenn du glaubst, die Menschenverachtung der ganz normalen Werbung könnte gar nicht mehr schlimmer werden, sitzt du mal wieder an einem anderen Rechner bei einem anderen Menschen ohne Adblocker und siehst du deinen nächsten Ad auf irgendeiner Website. Und in deinem Ohr hörst du das folgende fiktive Gespräch. Da sagt so ein Vampir zum anderen: „Wir haben jetzt ja so ein tolles Web Zwo Null, was machen wir mal, um daraus ein bisschen Profit zu schlürfen“, und der andere Vampir antwortet: „Machen wir daraus doch einen Strich für mies bezahlte Elendsarbeit“. Die Idee finden die beiden Blutsauger gut, und der Werber baut sein werbendes Bildchen, es einzubetten in etliche Websites, an denen sich die „Profis“ treffen, die gern billiges „Menschenmaterial“ im Zustand maximaler wirtschaftlicher Abhängigkeit haben — diese beiden Screenshots eines animierten Werbebanners sind von Golem:

Mitarbeiter ab 49 Cent!

Und, wer hat dermaßen günstige Sonderangebote zu bieten:

XING - POWERING RELATIONSHIPS - Effektives Recruiting mit XING! Jetzt Job einstellen!

Ob allerdings ein normaler und noch nicht vom totalen Selbsthass zerfressener Mensch ein Interesse daran haben kann, sich bei XING als extra preiswertes Sonderangebot zum Ramschverkauf an der Fleischtheke anbieten zu lassen, das gehört zu den Fragen, die sich jeder hier selbst beantworten muss.

Anwaltsbriefe beleidigter Kunstfleisch-Leberwürste

Da ist es also mal jemanden aufgefallen, dass man auf der Homepage für den von Campina hergestellten und vermarkteten Fleischersatz einfach die Seite Rezepte.aspx mit einem HTTP-Parameter Keyword aufrufen kann, und was immer dort auch als Text angegeben wird, das wird ganz direkt und völlig ungefiltert in die Website übernommen. Klar, denn über diesen brotdummen Mechanismus funktioniert diese Website. Das ist nicht nur ein Sicherheitsloch, das ist ein sperrangelweit offenes Scheunentor — und das Wort von der schlampigen Programmierung ist zur Bezeichnung der Campina-seitigen Webanwendung mindestens eine ganze Größenordnung zu harmlos. Man könnte mit so einer Entdeckung alles mögliche anstellen, zum Beispiel könnte man — wenn man die kriminelle Energie dazu mitbringt — an allen möglichen Stellen unverdächtig aussehende Links auf die Valess-Homepage setzen, um damit Leuten Links auf Downloads mit Schadsoftware reinzudrücken.

So etwas hat der Entdecker freilich nicht getan, er hat stattdessen die Lücke in folgender Weise demonstriert und als Screenshot in sein Blog gestellt:

Soylent Green Burger - man nehme: 500g Soylent Green (alternativ Soylend Red oder Yellow und Farbstoffe), 200g Sägemehl, 1 Seite aus Bocuse, Paul: Die neue Küche (Salatersatz), 1 Portion Verantwortungslosigkeit, 1 Portion Geschmacklosigkeit, 2 Blianzen von Campina als Brötchen - Man mische das Soylent mit dem Sägemehl, der Verantwortungs- und Geschmackslosigkeit. Anschließend die Masse 1 Stunde ruhen lassen. Wenn die Masse gut abgebunden ist, forme man kleine Burgerbratlinge und röste diese auf dem Verstand der Konsumenten. Den fertigen Bratling auf eine Bilanzseite geben, mit der Seite aus Bocuse Buch bedecken, das ganze anschließend mit gepfefferten Preisen würzen und dem verbleibenden Bilanzblatt abdecken. Als Getränk zum Burger empfehlen wir einen Saften aus Konsumentenverarsche, fehlendem Nachhaltigkeitsdenken und Gier, Gier, Gier...

Eine friedliche und harmlose Demonstration für ein schweres Sicherheitsproblem in einer kommerziellen Website, die übrigens wegen des Textes ein Härtetest für meine Lachmuskeln war. Man mag von so einem Fleischersatz halten, was man will, aber die begriffliche Nähe zu Albtraumwörtern wie „Soylent Green“ kommt einem von allein, und für eine satirische Verwendung bietet sich das geradezu an.

Um es auch für völlige technische Laien völlig klar zu machen: Hier liegt kein Hack vor, und die Valess-Homepage wurde nicht verändert. Jeder Mensch kann mit dem URL-Eingabefeld seines Browsers jeden nur denkbaren Inhalt auf dieser Seite erscheinen lassen und den Link auch weitergeben. So etwas darf nicht passieren. Niemals. Und schon gar nicht bei einer kommerziellen Website, der von einer Mehrzahl der Menschen doch ein gewisses Vertrauen in die Inhalte entgegengebracht wird. Jeder auch mäßig talentierte Programmierer wird solche Lücken vermeiden. Wer auch immer diese Website zusammengepfuscht hat, er war ein gemeingefährlicher Stümper.

Natürlich hätte Campina sich bei jemanden dafür bedanken können, dass er ein solches Sicherheitsloch nicht in einer Weise missbraucht, die wirklich dem Ruf der Firma und der Marke schadet — zum Beispiel, indem er darüber die Angebote einer der vielen Betrugsapotheken im Internet präsentieren lässt und das mit massenhafter Spam bekannt macht oder in einem IFRAME eine Website mit angebotener Kinderpornografie einbettet. Alles in allem ist der satirische Screenshot wirklich ein harmloser Spaß, wenn man sich überlegt, was sich sonst hätte anstellen lassen. Allerdings versteht man bei Campina auch nicht den harmlostesten Spaß, führt sich wie eine beleidigte Leberwurst auf und lässt den Anwalt Florian Bischoff, LL.M. einen kalten und unfreundlich formellen Drohbrief schreiben. Der wird am Freitag per unsignierter (und damit juristisch völlig unverbindlicher) Mail zugestellt und setzt eine ob der fehlenden, juristisch verbindlichen Form ziemlich unverschämte Frist bis Montag mittag, diese Inhalte zu entfernen. Angesichts des vollen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste — und bestehen diese auch nur aus Kunstfleisch — mit genügend juristischer Kampfkasse im angeblich so „rechtsfreien Raum des Internet“ der BRD wird es für den betroffenen Blogger ein möglicherweise existenzbedrohendes Wagnis, diesen harmlosen Spaß mit gemeingefährlichen Stümpern des Internet in seinem Blog stehen zu lassen:

Das schlimmste ist aber das völlig unmenschlische Verhalten. Wer hier mitliest, weiß dass ich gerne an einen humanen Umgang miteinander appelliere. Mir hätte eine formlose E-Mail von Campina/Valess mit Bitte zur Löschung ja völlig genügt. Aber nein, die dicke Keule muss es sein. Wahrscheinlich soll ich nur eingeschüchtert werden. Ich lass das erstmal sacken. Mein spontanes Gefühl sagt mir, dass ich den Screenshot und den Link vielleicht löschen sollte und das ganze vergessen.

Und auf genau diese Weise verschwinden so viele Blogeinträge und sogar ganze Blogs in der BRD. Die meisten von ihnen allerdings um einiges stiller.

„Eine Zensur findet nicht statt“ steht in irgendeinem Märchenbuch. Die Geldherrschaft bedarf in der p’litisch gewünschten und aufrecht erhaltenen Rechtsunsicherheit in der BRD gar keiner Zensursula.

Dass dieser Vorgang nicht gerade eine Empfehlung ist, die so vorgehende Firma durch das Kaufen ihrer Produkte zu unterstützen, hat man dort offenbar noch nicht bemerkt. Wenn diese Leute ihren Internetauftritt von jemanden hätten programmieren lassen, der sich damit auskennt, hätten sie sich den Spott des Internet ersparen können und auch nicht mit überhasteten und im Gehabe erpresserischen Mails ihres Rechtsanwaltes ihren eigenen Ruf in den Dreck ziehen müssen.

Aber ich hätte heute nicht derart herzlich gelacht, dass mir der ganze Bauch wehtut. Und ich bin gewiss nicht der Einzige, der laut lachen musste.

Übrigens habe ich es vor dem Absenden dieses Beitrages noch einmal ausprobiert — es ist immer noch möglich, über die Valess-Website beliebige Inhalte zu transportieren. Statt den Hausanwalt komische Briefe schreiben zu lassen, lege ich den technischen Idioten bei Campina sehr nahe, den gleichen Anwalt mal kurz zu befragen, was das Wort „Mitstörerhaftung“ im Falle eines kriminellen Missbrauches dieses Fehlers bedeuten könnte und dann ganz schnell den Fehler zu beheben. Wenn euch die juristischen Konsequenzen für die Dösköppigkeit eurer Strunzprogrammierer schon scheißegal sind, denn tut es doch wenigstens schon wegen der vielen Leute da draußen, die jetzt über eure technisch schäbige Website alle möglichen Angriffe und Betrügereien erleben könnten.

Nachtrag, 30. Juni, 1.09 Uhr: Es ist immer noch möglich, beliebige Inhalte auf dieser Website erscheinen zu lassen, insbesondere funktioniert der Link auf den „Soylent Green Burger“ noch. Der vom Anwalt angeschriebene Blogger ist angesichts der Rechtsunsicherheit eingeknickt, hat den Link entfernt und den Screenshot stark verfremdet. Campina nimmt es weiterhin billigend in Kauf, dass über eine Firmenwebsite beliebige Inhalte transportiert werden können und dass Internet-Nutzer über die Quelle der angezeigten Seite arglistig getäuscht werden können, was jedem denkbaren kriminellen Missbrauch Tür und Tor öffnet. Angesichts der dort gepflegten Haltung, andere Menschen sofort mit juristischen Einschüchterungen mundtot machen zu wollen, ist dieses grob fahrlässige Vorgehen nicht nur verantwortungslos, sondern auch widerwärtig. Wenn ihr bei Campina niemanden habt, der sich mit der Programmierung einer Website und der damit verbundenen Verantwortung auskennt, denn bezahlt gefälligst einen. In meinen Augen ist die Beseitigung dieser Missbrauchsmöglichkeit eine Angelegenheit von höchstens einer Arbeitsstunde — es reicht aus, anstelle des übergebenen Textes den Text „Kein Rezept gefunden“ auszugeben, wenn das Resultset der Datenbankabfrage leer ist. Wenn eure Programmierer dazu nicht imstande sind, denn sucht euch gefälligst Programmierer, die sich mit der Programmierung eines Computers auskennen.

Nachtrag 30. Juni, 23.15 Uhr: Und die Tage ziehn ins Land und Campina agiert weiter ohne Verstand. Den ursprünglichen Blogeintrag haben die Anwälte im Auftrage von Campina jetzt mit einer Mischung aus juristischer Drohgebärde und Verhandlung entschärfen lassen, der leicht ausbeutbare, stümperhafte Fehler in der von Campina betriebenen Website steht Kriminellen aller Art nach wie vor zur Verfügung. Da sieht man, wo die Prioritäten Campinas liegen. Bleibt nur zu hoffen, dass ein Hersteller von Lebensmitteln wenigstens bei seinen eigentlichen Produkten etwas verantwortungsvoller mit den Menschen umgeht, auf die das Zeug losgelassen wird.  :mrgreen: