Er schämt sich so…

Michael Marquardt, stellvertretener Kreisvorsitzender der FDP Stuttgart und damit zweifellos ein BRD-Qualitätsdemokrat, ist — man hält es bei so einem riesigen, stinkenden Astloch von Volxverkäufer ja gar nicht mehr für möglich — beschämt. Nein, nicht etwa wegen des wahrhaft beklagenswerten verotteten, gierigen und menschenfeindlichen Zustandes der gesamten classe politique, sondern wegen des Demonstrationsrechtes, das trotz der jeden Tag fühlbaren Sinnlosigkeit jeder Demonstration immer noch von einigen Menschen in der BRD wahrgenommen wird. Und dieses Schämen eines Eiskalten und Unverschämten klingt dann so:

Ich komme eben von der Kundgebung mit unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel und unserem OB-Kandidaten Sebastian Turner auf dem Marktplatz zurück. Ich bin so wütend und enttäuscht — Stuttgart hat sich mal wieder von seiner hässlichsten Seite gezeigt. Nur Trillerpfeifen, alte gefrustete Weiber mit ungepflegten Haaren und Trillerpfeifen, ungepflegte, nach alten Schweiß stinkende, rumbrüllende Männer ohne jeden Anstand. Du wirst beleidigt wenn Du applaudiert, angebrüllt, weggedrängt,… Ich schäme mich so für dieses Bild, das Stuttgart einmal mehr abgegeben hat!

Quelle: Facebook-Eintrag von Michael Marquardt. [Der Link geht natürlich zur Tracking- und Datensammelmaschine Facebook, ich rate vom Klick strikt ab. Marquardt ist schlimm genug, da muss nicht noch Facebook dazukommen.]

Man beachtet die kryptofaschistisch-lyrische „Zusammenfassung“ der Menschen, die sich dieser Volxverkäufer zu „vertreten“ anschickt.

P’litisch genehme Wut

Ich bin so wütend, ich hab ein Schild gemacht

Die angemeldeten Demonstranten

Unverändertes Zitat NoTroika Rhein-Main — dort kann man übrigens auch eine (wirkungslose) „Petition“ unterzeichnen:

Die Frankfurter Demonstrationsbehörde hat am Nachmittag des 4. Mai 2012 in einer Presseerklärung mitgeteilt, dass sie alle vom Bündnis Blockupy Frankfurt vom 16. – 19. Mai geplanten Aktionen verbietet. Die demonstrationsrechtlichen Anmelder der insgesamt mehr als fünfzehn Aktionen wurden heute nur in einem Fall darüber direkt informiert, auch das erheblich verspätet.

Damit sollen die Proteste gegen eine Krisenpolitik, die tief in das Leben von Millionen Menschen in Europa eingreift, komplett verhindert werden. Das Bündnis plant während der Aktionstage Proteste gegen die Sparpolitik der europäischen Regierungen und der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF und hatte einen Teil davon als Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen und demonstrative Versammlungen (Asambleas) demonstrationsrechtlich angemeldet.

Dieses Verbot ist ein in der Geschichte der Bundesrepublik einmaliger skandalöser Vorgang und eine offene Verletzung des verfassungsrechtlich garantierten Demonstrationsrechts. Wir bestehen darauf, dass der Protest gegen die Krisenpolitik auch im Frankfurter Bankenviertel und am Sitz der EZB stattfinden kann, so wie es auch der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes entspricht.

Ehrlich gesagt, Leute: Von einem Land, das seine Einwohner dazu bringen will, dass sie ihren Protest vorher bei der Polizei anmelden und genehmigen lassen und von Menschen in diesem Land, die das auch noch machen erwarte ich gar nichts mehr. Viel Spaß noch mit eurem so genannten „Demonstrationsrecht“ aus dem Grunzgesetz, das ihr nach der Nichtgenehmigung eurer diversen Aktionen und der damit einhergehenden Kriminalisierung eures Protestes hinterher in Karlshure einklagen könnt!

Und jetzt geht schön in eure bürgerlichen Träume zurück, produziert heitere Texte und Vorträge in bullshittriefender Kunstsprache und glaubt auch weiterhin ganz fest daran, dass friedliche Aktionen eine Veränderung bewirken können! Nicht, weil das vernünftig ist, sondern weil ihr so viel Angst vor der Gewalt habt.