DDR-Bürgerrechtler, ehemalige!

Mit einem kaum zu unterdrückenden Gähnreflex, der von deutlicher Übelkeit untermalt wird, verfolge ich eure Bemühungen, unter der schon erprobten Parole „Wir sind das Volk“ Proteste gegen die Überwachung jeglicher Kommunikation durch US-amerikanische und britische Geheimdienste zu organisieren.

Ihr seid bis zum Bersten unglaubwürdig, wenn ihr mit gesalbtem Munde folgende Versatzstücke einer ganz und gar durchschnittlichen Sonntagsrede von euch gebt:

Lasst es nicht zu, dass unter dem Banner der Demokratie und unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung international verknüpfte Geheimdienste Waffen auf die Bürger richten, mit denen im Handumdrehen aus der Demokratie eine Diktatur gemacht werden kann […] Wir empfanden als übelste Frucht der Diktatur den Geheimdienst, der mit Bespitzelung, Telefonüberwachung, Postkontrolle, Zersetzung und mit der Schaffung einer chronischen Atmosphäre der Angst als ‚Schild und Schwert der Partei‘ für die Aufrechterhaltung der Diktatur gearbeitet hat

Ihr wart still, als die BRD damit anfing, überall auf der Welt Kriege zu führen.

Die „Würde des Menschen“ und der Schutz der Menschen vor Lohndumping ging euch am Allerwertesten vorbei, als Hartz IV eingeführt wurde. Der damit verbundene Abbau von Menschenrechten, einschließlich eines staatlich betriebenen Quasi-Zwangsarbeitsstrichs, war euch egal.

Kein Wort kam von euch, als die BRD scheibchenweis ihr eigenes PRISM aufrichtete; die Kombination aus so genannter „Bestandsdatenauskunft“ und so genannter „Vorratsdatenspeicherung“, eine anlasslose und permanente Überwachung der Kommunikation aller Menschen in Deutschland. Ja, aller Kommunikation, nicht nur dieser Internetkrams, von dem die Systempresse immer spricht.

Stumm bliebt ihr, als die offen grundgesetzwidrige staatliche Verwanzung von Computern im Rechtsfreien Raum der BRD-Bundespolizeien vorangetrieben wurde, ohne dass ein Staatsanwalt in dieser Sache ermittelt hätte.

Als BRD-Geheimdienste über Jahre hinweg mitgeholfen haben, dass eine Mörderbande wie der NSU mordend durch die BRD ziehen konnte und schnell das Kompromat geschreddert haben, als das bei einer Untersuchung aufzufliegen drohte; als Polizeien der BRD auch im Falle ermordeter Menschen aus Griechenland von „Döner-Morden“ sprachen… ihr habt euren Kopf in die Versenkung gesteckt und euch mit anderen Dingen beschäftigt. Was sind schon ein paar ermordete Ausländer?!

Gefahren im eigenen Land? In der gelobten BRD mit ihrer Westmark und ihren Bananen und ihren hochglanz-verpackten Konsumgütern? Niemals habt ihr sie gesehen. Niemals habt ihr einen Grund gesehen, euer zages Stimmchen mal nicht dafür zu nutzen, stumm hinter einer Pappblende CDU oder die Natoolivgrünen zu wählen, sondern es gegen die Zustände zu erheben.

Die BRD hatte und hat nun einmal die bessere Propaganda, und ihr seid dieser Propaganda vollständig auf dem Leim gegangen. Während in der BRD jeder Brief klandestin geöffnet wurde und jedes politische Engagement jenseits des p’litischen Apparates — wenn es nicht gerade braun war — mindestens zur Telefonüberwachung führte, hat die Propaganda des Staatsfernsehens der BRD vom bösen Stasi-Überwachungsstaat DDR gesprochen. Vermutlich haltet ihr immer noch die Auswürfe der Springerpresse für Journalismus.

Und wenn jetzt komplett größenirrsinnige ausländische Geheimdienste mit Allmachts-Bestrebungen in mutmaßlicher Kooperation mit den Horch- und Morddiensten der BRD operieren, um wirklich alles permanent zu überwachen und scheibchenweise alle Vorraussetzungen zur Optimierung des bereits bestehenden Polizeistaates aufzubauen, seht ihr ganz große Gefahren für die — Achtung, Fanfafe hier abspielen! — Demokratie.

Und ihr erhebt eure Stimme wie der Kasper im Handpuppentheater und lasst in die grünalternative Rotzpresse „Wir sind das Volk“ stempeln. Nach Jahren eines Schweigens, das nur zwei mögliche Erklärungen zulässt: Entweder lest ihr keine Zeitungen, habt kein Internet und schaut im Fernsehen niemals etwas anderes als „Wer wird Millionär“ und „Deutschland sucht den Superstar“, oder aber, ihr seid opportunistische Lügner, die jetzt vor den Kameras und Mikrofonen der Contentindustrie engagiert tun, denen aber in Wirklichkeit jahrelang alles nur scheißegal war — und denen weiterhin alles scheißegal wäre, wenn der Unterdrückungsapparat aus BRD-Organen käme, ohne dass die USA und Großbritannien damit zu tun haben.

Damals hattet ihr für das, was ihr heute seid, ein trefflich Wörtlein: Wendehälse.

Lasst es euch gesagt sein: Ich gehöre nicht zu eurem „Wir“, das die Stimme des Volkes zu erheben vorgibt. Ich will dazu auch nicht gehören. Ich befürchte, dass euch trotzdem genug Volk folgen wird — und kein Problem damit hat, in einem vollständig überwachten E-Mailverkehr der grünalternativen Rotzpresse mit einer E-Mail mitzuteilen, dass es zu eurem „Wir“ gehört. Unverschlüsselt, versteht sich. Möge die Datensammlung groß werden!

Euer selbsternannter Oberster, der medial gefeierte BRD-Systempfaffe Joachim Gauck, wird sicherlich ein warmes, aber bei genauer Prüfung auch unverbindliches Wort für euch finden — vielleicht sogar am gleichen Tag, an dem er ein weiteres Entrechtungsgesetz für die Menschen in Deutschland mit seinem Namenszug in Rechtskraft erhebt.

Von mir bekommt ihr nur einen Mundvoll Rotz.

In herzlichster Verachtung.

Kurz verlinkt

Warum man DDR und BRD nicht miteinander vergleichen kann

Der opportunistische Gauckler

Was hat der Herr Pastor Joachim Gauck, der sich ja heute in der Pose des Kommnunistenfressers hinstellt, als wäre er ein Widerstandskämpfer gewesen, der aber damals, als die Deutsche „Demokratische“ Republik ihre „Bürger“ mit Stacheldraht, Minenstreifen, Selbstschussanlagen und Mordsoldaten eingeknastet hat, zu der kleinen Minderheit von Privilegierten gehörte, die einfach ausreisen konnten; was hat dieser Herr Pastor Gauck, dieser Mensch, den der CDU-Innenminister im Kabinett Lothar de Maizière, Peter-Michael Diestel, einmal einen „Stasi-Begünstigten“ nannte, was hat der eigentlich so in der DDR getrieben. Hier nur ein kleines Dokument seiner Kontakte zum Ministerium für Staatssicherheit:

Gauck schätzte ein, daß wenn diese Veränderungen in der DDR nicht kurzfristig realisiert weren, die DDR sich im Sozialistischen Lager isolieren wird und die positiven Zielsetzungen, die die sozialistische Gesellschaft in der DDR hat dadurch nicht erfüllt wird und letzten Endes die Erwartungshaltung der DDR-Bürger hinsichtlich der Erfüllung der Ziele der Wirtschafts- und Sozialpolitik in Gefahr geraten. Er erachtete es aus dem Grunde, als dringend notwendig, daß diese Veränderungen in der DDR erfolgen, da seiner Meinung nach die Gleichgültigkeit der DDR-Bürger gegenüber dem Volkseigentum, gegenüber gesellschaftlichen Grundwerten, wie auch der Chrakter der zwischenmenschlichen Beziehungen sich verschlechtert haben und er mit Wissen der Erlebnisse aus seinen bisherigen Reisen in die BRD die Erfahrung gemacht hat, daß ein Großteil der DDR-Bürger ein devisenorientiertes Konsumdenken besitzt, das schon seine ideologischen Spuren bei den Menschen bei uns hinterlassen hat. Er nannte auch die steigende Anzahl von Menschen, die aus der DDR wegwollen und die bereits ein Übersiedlungsersuchen gestellt haben beziehungsweise sich im Vorfeld eines Übersiedlungsersuchens befinden, als erschreckend und bedrohlich und bezeichnetet das besonders tragisch, daß junge Angehörige der Intelligenz besonders Ärzte wie auch Jugendliche die doch in der DDR politisch und fachlich ausgebildet und erzogen worden sind letzten Endes sich dafür entscheiden ein Leben außerhalb der DDR zu führen und somit seiner Meinung nach nur eine Unterentwicklung im Punkt Heimatgefühl besitzen ... Gauck äußerte, daß er selbst in seiner Gemeinde dahingehend wirksam werden will, daß er die imh dort bekannten Übersiedlungsersuchen durch Gespräche, mehrmalige Gespräche beeinflussen will, damit sie in der DDR bleiben. Hierzu wurde Gauck vom Mitarbeiter gesagt, daß diese Aktivitäten ihm einen echten postiven Beitrag innerhalb der Arbeit mit Übersiedlungsersuchenden darstellen und wenn dann damit erreicht wird, daß ein Teil dieser Übersiedlungsersuchenden ihren Antrag zurückziehen, so sei damit viel erreicht. Weiterhin wurde in diesem Zusammenhang Gauck gedankt für seine Initiativen für seine langfristige gute Zusammenarbeit und Durchführung des Kirchentages, ihm wurde auch gedankt für seinen hohen persönlichen Einsatz und dieser Dank wurde vom Mitarbeiter nicht nur aus persönlichen Gründen vorgebracht sondern ihm wurde auch deutlich zu verstehen gegeben, daß dieser Dank seitens des MfS an Gauck ergeht. ... Operative Wertung - Der... Gesprächsverlauf zeigte, daß Gauck keine Zurückhaltung gegenüber dem Mitarbeiter erkennen ließ. Es war ein offenes Gespräch, das einen sehr sachlichen Charakter trug, das Gespräch war von gegenseitiger Akzeptanz charakterisiert.

Quelle des Zitates: Die Welt, Ausgabe vom 23. April 1991, Seite 8 — das Lesen des gesamten Textes ist dringend empfohlen, es öffnet die Augen für einen gnadenlosen Opportunisten.

Nachtrag (27. Februar, 23.25 Uhr): Beim Freitag weiterlesen

Kurz verlinkt

Für deutsche Medien ist die Vorstellung, das verhasste MfS habe einen Beitrag zur Friedenssicherung geleistet, eine Ungeheuerlichkeit, die offenbar zensiert werden muss.

Schnell beim Rechtsanwalt Markus Kompa weiterlesen, wie das BRD-Staatsfernsehen ZDF geschichtliche Ereignisse „kreativ“ erzählt, es lohnt sich!

Die neue bodenständige Freiheit in Dresden

Jahrzehntelang lebten die Menschen in Dresden im Tal der Ahnungslosen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen DDR-Regionen war dort weder West-Fernsehen noch West-Rundfunk zu empfangen. Eine ideale Basis für kommunistische Propagandapolitik. Inzwischen hat sich viel geändert. Sogar Messen und Ausstellungen unter Beteiligung westdeutscher Unternehmen sind möglich geworden. Bestes Beispiel: Lebendiges Dresden, eine Publikumsmesse, die in Dresden stattfand. Die Gauselmann-Gruppe stellte dort erstmals elektronische Spielgeräte vor. Absoluter Renner: der Super-Taifun. Auf großes Echo stießen aber auch die TV-Spielgeräte, die mit witzigen Spielen ausgestattet waren. Kommentar eines Dresdners am Rande der Ausstellung: Auch das gehört zu unserer neu gewonnenen Freiheit. Wer Lust hat, kann heute seine Freizeit auch spielerisch gestalten.

Spielhallen gibt es in der DDR bisher nur auf Rädern. Sie ziehen von Volksfest zu Volksfest. Aber die Vorbereitungen für die Eröffnung erster bodenständiger Betriebe laufen schon jetzt auf Hochtouren. Größtes Hindernis: Es fehlt an geeigneten Räumen.

Ohne weitere Worte. Quelle des Scans: Automatenmarkt, Jahrgang 1990 — die genaue Ausgabe ist leider in meinem Chaos untergegangen. Dank an S.

Merkels Dank

Angela Merkel, eine kraftvolle Bundeskanzlerin der BRDIst ja total nett und hilfreich von unserer Kanzlerdarstellerin und Volksverkäuferin Angela Merkel — die übrigens noch aus Zeiten der DDR in Propaganda geübt ist, denn das war dort ihr Tätigkeitsfeld in der FDJ — also, dass diese Fot Frau sich da in BrainWashington vor dem Kongress hinstellt und sich bei den USA dafür bedankt, dass sie vor zwanzig Jahren die Mauer haben fallen lassen. Ohne diese großartige Geste dieser Fot Frau wäre mir gar nicht aufgefallen, dass die Leipziger Montagsdemonstrationen und viele andere, wie mutiger Einsatz von DDR-Bürgern aussehende Einforderungen des Lebensrechtens in Wirklichkeit von Bürgern der USA organisiert und durchgeführt wurden, und ich hätte wohl auch niemals bemerkt, dass Michail Gobatschow ebenfalls aus den USA kam.

Nein, ohne solche Gesten dieser Fot Frau hätten wir alle in der BRD ein völlig falsches Bild von der jüngeren deutschen Geschichte. So ein Bild, bei dem vielleicht auch heute manch einer sehen könnte, dass es sinnvoll ist, sein Lebensrecht als Mensch unübersehbar und offen einzufordern. Nein, so ein verzerrtes Bild von der jüngeren deutschen Geschichte ist gefährlich.

Ich mag jetzt auch nicht mehr hinter einer derartigen Flut des Dankes zurückstehen und bedanke mich hiermit in aller Förmlichkeit und mit völlig gleichem Recht bei den Unionsparten der BRD für den Bau der Großen Mauer in China. Und für die Mondlandung.

Und morgen werden die Geschichtsbücher neu geschrieben.

Wer gerade kein Brechmittel im Haus hat: Hier gibt es die ganze Rede von Angela Merkel vor dem US-Kongress.