Warnung vor O2. (Und vor Emnid. Bitte weitergeben!)

Ich habe heute einen Telefonanruf von Emnid auf eine Telefonnummer bekommen, die in keinem Telefonbuch steht, nirgends sonst veröffentlicht ist, niemals von mir angegeben wird und die ansonsten nur sechs Menschen bekannt ist.

Meiner Meinung nach gibt es nur eine Erklärung dafür, wie diese spezielle Telefonnummer in den Datenbestand von Emnid kommen konnte: Indem O2 in großen Paketen Telefonnummern (und wer weiß schon: vielleicht auch weitere Kundendaten) an derartige Fäkalmaden verkauft. Das ist vermutlich das, was man bei O2 unter dem Dienst am zahlenden Kunden versteht: Dass diese „PENETRANT WIEDERHOLTE, STÖRENDE UND SINNLOSE ANRUFE“ auf ihrem Händi bekommen. Ich hoffe, dass der Insolvenzverwalter sich bald dieses Ladens annimmt und kann bis dahin nur vor O2 warnen. Es soll ja Alternativen geben.

Ach ja: Mit welchen halbseidenen Methoden und auf welcher Grundlage die Umfrageergebnisse zustande kommen, die dann überall von Glotze und Journaille als „Wille und Stimme des Volkes“ präsentiert werden, ist damit auch mal etwas klarer geworden. Denkt bei der nächsten Dummfrage aus den Medien daran — und nein, bis zu deutlichen Indizien für das Gegenteil habe zumindest ich nicht den geringsten Glauben darin, dass die anderen Demographie-Klitschen anders vorgehen.

Der akkreditierte De-Mail-Anbieter GMX…

Der akkreditierte De-Mail-Anbieter GMX scheint ein… ähm… kleines Problem mit der Sicherheit der Nutzerdaten seines gewöhnlichen E-Mail-Dienstes zu haben, wenn man den folgenden Beobachtungen betroffener Nutzer glauben darf:

Ich frage mich, woher die persönliche Anrede kommt: ich habe solche Mails auf zwei GMX-Accounts bekommen, die ich derzeit nicht nutze, und deren Vornamen und Nachnamen nur abgekürzt bzw. gekürzt im GMX-System vorhanden sind.

Jetzt frage ich mich, wie die Versender an diese Daten, die eigentlich nur GMX kennt, kommen.

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bei mir dasselbe, hab die Mail im Wortlaut vor einer Woche bekommen. Ein Fakename den nur GMX kennt. Den ich mir bei der plötzlichen Aufforderung zur Eingabe persönlicher Daten vor gefühlten 10 Jahren nur für GMX ausgedacht und nie wieder benutzt habe

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Bekam eine dieser Mails mit realname Anrede auf einer gmx Adresse, die mit meinem Realnamen nichts zu tun hat (ist auch bei gmx nicht angegeben zu dieser Adresse)

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Natürlich ist „Christoph Arschleck“ nicht mein Name, aber so meldete ich mich einst NUR bei GMX an. […]

Bei den Daten, die die Spammer verwenden, um die Spamopfer mit vollen Namen anzusprechen, kann es sich als NUR um (nicht aktuelle) Daten handeln, die bei GMX abgefischt wurden.

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Ich bekomme glücklicherweise extrem wenig Spam auf meine privaten Mailadressen, vielleicht mal zwei bis drei pro Woche. Vor ein paar Tagen bekam ich eine, die mich allerdings schon verblüfft hat: sie kam von einer gmx-Adresse und ging an meine gmx-Adresse und hatte bereits meinen echten Nachnamen im Betreff. Die Mailadresse lässt allerdings überhaupt nicht auf meinen echten Namen schließen […]

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Ich habe in den letzten Wochen auf mehreren Wegwerfadressen von GMX „persönlichen“ Spam erhalten. Die Besonderheit sind in meinem Fall aber die bei GMX hinterlegten fiktiven (!) Namen, die in den Mails auftauchen. Diese Namen habe ich ich selbstredend nie extern verwendet, sondern nur deshalb bei GMX gespeichert, weil die Anmeldung einen Klarnamen verlangt

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Meine Freundin und ich geben eine Adresse von GMX.de nicht weiter heraus. Auf diese E-Mail Adresse bekommen wir in letzter Zeit gehaeuft persoenliche Spam. [das heißt hier: mit namentlicher Ansprache]

Die E-Mail Adressen haben wir nicht anderweitig verwendet (Wegwerfadresse) und sie beinhaltet unseren Klarnamen […]

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Aber immerhin, in all dieser Trübnis gibt es auch ein kleines, heitres Lichtelein, denn GMX scheint nicht nur (hoffentlich unfreiwillig) Daten an spammende Verbrecher, sondern auch an die ehemalige GEZ weitergegeben zu haben:

Vor etlichen Jahren hatte ich mal aus Jux einen GMX-Account für meinen alten Kater eingerichtet. Die E-Mail-Adresse wurde nie verwendet, die Daten waren also ausschließlich GMX und mir bekannt. Ich habe bei diesem Account ausschließlich das GMX-Mediacenter zum Speichern von Katzenbildern benutzt.

Nach einer gewissen Zeit bekam mein Kater Post von der GEZ, er möge doch bitte seinen Fernseher anmelden. Ich hatte meinen Kater nicht bei der GEZ angeschwärzt.

Miaau… ähm… Quelle

Zumindest ich sehe keinen Grund, alle diese Erfahrungsberichte mit bei GMX gespeicherten Daten für eine Lüge zu halten, und in einigen Fällen — am schrillsten sicherlich bei der Adressweitergabe an die GEZ — ist vollkommen klar, dass GMX selbst mit Nutzerdaten Handel treibt, wenn diese Geschichten nicht erlogen sind.

Der sich geradezu aufdrängende Schluss, der sich daraus ziehen lässt: Der E-Mail-Anbieter GMX, der von der 1&1 Mail & Media GmbH betrieben wird, ist ein Anbieter, den man vermeiden sollte, wenn einem die eigene Privatsphäre etwas bedeutet und wenn man keine gefährliche, überzeugend formulierte Spammail mit namentlicher Ansprache erhalten möchte. Eine Mail „von der Bank“, in der man mit Namen angesprochen wird, kann leider verheerend überzeugend sein und keineswegs nur unerfahrene Internetnutzer zu Opfern der organisierten Kriminalität machen.

Zum Glück gibt es Auswahl.

Gar nicht auszudenken…

Gar nicht auszudenken, was wohl passiert wäre, wenn die DFB-Auswahl bei der Fußball-Europameisterschaft nicht im Halbfinale gescheitert, sondern ins Endspiel eingezogen wäre.

So haben wir Bewohner und P’litikgenießer der BRD „nur“ ein offenbar von den Lobbyisten der Datenhändler durch die Miethände von Herrn Uhl und Frau Piltz mitgeschriebenes Meldegesetz der bananigen Geschmacksrichtung „Datenhandel ist der neue Datenschutz“ bekommen. Ein Gesetz, von dem sich die gleiche Regierung, die es formuliert, beschlossen und mit der technokratisch anmutenden Geste eines Durchlauferhitzers durch den Bundestag gebracht hat, jetzt wieder distanziert. Weil zu viele Menschen in der BRD bermerkt haben, was für eine kalte, widerliche Sauerei diese Vermarktung von zwangsweise erhobenen staatlichen Datenbeständen ist. Weil es selbst an der konservativen Journaille und am quasistaatlichen Rundfunk der BRD nicht ohne deutliche Anmerkungen vorbeigegangen ist. Nicht aus Reue, die ja immer mit Einsicht verbunden ist. Sie distanzieren sich in dieser herrischen, herablassenden Art, die jedem Betrachter klar macht, dass die angemessenste Antwort auf dieses Treiben in einem Wort aus Hanf besteht, das würgend dorthin gelegt wird, wo die Krawatte den feinen Zwirn vervollständigt. Zum Reden ist es schon seit Jahrzehnten zu spät.

Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen,
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Volksvertreter…