Solidarität

Wie leicht doch allen P’litikern das Wort „Solidarität“ über die Lippen kommt — in der Formulierung „Solidarität mit unseren Bündnispartnern“ — wenn es um einen von ihnen gewünschten Kriegseinsatz der Bundeswehr irgendwo in der Welt geht.

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Wieland schilderte dem Ausschuss den Fall eines jungen Rekruten, der Wikinger-Köpfe auf seinen Oberkörper tätowierte, weiterhin die Initialen A.H. – die für Adolf Hitler stehen. Zudem hatte der Mann seine Begeisterung für die SS kundgetan. „Dem musste man es doch bei der Musterung schon ansehen!“, sagte Wieland. Der junge Mann habe trotzdem ungehindert seinen Wehrdienst leisten können.

Vermutlich hat er bei der Musterung gesagt: Ich bin Nazi und will lernen, wie man mit Waffen umgeht. So einen kann die Bundeswehr doch nicht ablehnen!

39. Kriegsspektakel im Stadtpark Hannover

Ja, ist ja gut, Bruder, ich bringe den Aufruf… das folgende ist ein weitgehend unverändertes Zitat des Aufrufes einer antimitaristischen Aktionsgruppe:

Sie hören nicht auf!

Sie hören nicht auf damit, Kriege zu feiern.

Immer und immer wieder feiert die 1. Panzerdivision ihr „Sommerbiwak“. Zusammen mit Repräsentant_innen* aus Politik und Wirtschaft feiern sie, damit sie Krieg führen können. Die­ses Jahr findet die Feier am 29. Juni [in Hannover] statt.

Sie verändern viel!

Die 1. Panzerdivision soll nach Oldenburg abziehen. Dieser Umzug ist aber nur ein weiterer Teil der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee. Und auch wenn die 1. Panzerdivision nach Oldenburg umzieht, bleiben ihre Einheiten in Munster und Luttmer­sen/Neustadt a. Rbg. In Wunstorf ist der Ausbau des Fliegerhorstes zum Drehkreuz für welt­weite kriegerische Interventionen in vollem Gange. Mit der neuen Feldjägerschule befindet sich in Hannover ein Zentrumg der Ausbildung von in- und ausländischen Militärs zur Auf­standsbekämpfung.

Sie reden auch viel!

Mit dem Umbau zur Berufsarmee sieht sich das Militär gezwungen, mehr für sich zu werben. An Schulen versuchen sie, Schüler_innen* zu überreden, sich rekrutieren zu lassen. In Arbeitsagenturen werden junge Arbeitsuchende durch „sichere“ Ausbildungen und Jobs gekö­dert. Durch Marketing versuchen sie, ihr Kriegshandwerk schön zu reden.

Sie reden auch vom Abzug aus Afghanistan. Während die Regierungen der Nato-Staaten vom „Abzug“ und der „Übergabe der Verantwortung an die afghanische Regierung“ reden, eskaliert der Krieg.

Sie produzieren auch viel.

Die deutsche Kriegsindustrie ist inzwischen drittgrößter Rüstungsexporteur der Welt. Sie verdienen am Krieg.

Wir hören nicht auf!

Wir hören nicht auf mit unserem Widerstand und Protest gegen alle öffentlichen Aktivitäten und Auftritte der Bundeswehr.

Wir hören nicht auf damit, die Besucher_innen* des Sommerbiwaks mit unserem Widerstand und Protest zu konfrontieren.

Leisten wir überall Widerstand gegen die Kriegsschauplätze — egal ob am Fliegerhorst in Wunstorf, an der Feldjägerschule in Hannover oder bei der ersten Panzerdivision in Olden­burg!

Darum:

Aufzug statt Abzug – laut, bunt, mit Tammtamm, Dschingderassa und großem Hallo und Tschüss!
Sofortiger Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und anderswo!
Keine Rüstungsproduktion!
Keine Interventionsarmee!
Keine Bundeswehr!

Demonstration und Kundgebung am Tag des Sommerbiwak

29. Juni 2012 in Hannover

[Achtung: Die Links in der folgenden Planung gehen auf Google Maps — wer ganz sicher gehen möchte, keine Spur für die „werten Sparringpartner“ aus Polizeien und Geheimdiensten zu hinterlassen, sollte bei einen Klick darauf unbedingt Tor verwenden!]

16.30 Uhr Kröpcke: Auftakt und Demostartpunkt
18.00 Uhr Kundgebung am HCC
19.30 Uhr Freundallee: Abschlusskundgebung

Weitere Informationen und aktuelle Hinweise gibt es auf der Website des AMAK. Eventuelle Rückfragen, Organisation von Fahrgemeinschaften oder sonstige Kommunikation rund um diese Demonstration gegen die p’litisch gewünschte Selbstinszenierung der Bundeswehr bitte ebenfalls dort (es gibt direkte Kontaktmöglichkeiten und PGP-Keys für verschlüsselte Mail-Kommunikation) — ich gehöre nicht zu den Veranstaltern, sondern gebe nur auf Bitte eines Freundes diesen Aufruf weiter, damit er möglichst viele Menschen erreiche.

*Ich habe den originalen Aufruf zwar an der einen oder anderen Stelle präzisiert und mit Links angereichert, die ortsfremden Menschen bei der Orientierung helfen, aber die in meinen Augen unerträgliche Verwendung des Underscores zur Schreibung „genderneutraler“ Bezeichnungen habe ich trotz meiner Abneigung unverändert belassen.

Herr Ferdinand Kirchhof!

Wenn man liest, was so ein Vizepräsident des „Verfassungsgerichts“ wie sie von sich gibt, denn weiß man, dass das Grundgesetz schon längt ein zugrunde gerichtetes Gesetz ist — auch wegen der vielen verbrecherischen Arschlöcher, wie übrigens auch sie eines zu sein scheinen.

Die Bundeswehr ist dazu da, die Grenzen der BRD zu verteidigen. Ihre Aufgabe ist es weder, die Interessen der USA zu vertreten, indem sie im fernen Afghanistan metzelt, noch ist es ihre Aufgabe, auf die Menschen in der BRD zu schießen. Und das soll ruhig so bleiben, denn es ist alles in allem gut so.

Schlecht ists hingegen, dass so ein Pack wie sie eine rote Robe trägt. Aber wenn man liest, was Richter wie sie von sich geben, versteht man auch, warum hier über Jahre hinweg ein Krieg geführt werden kann, der offen gegen Geist und Buchstaben des GG verstößt, ohne dass gegen die Verantwortlichen ermittelt wird.

Verrecken sie bitte, Herr Kirchhof!

Lebenskundlicher Unterricht

Lebenskundlicher Unterricht (der) — Ein bei der Bundeswehr regelmäßig durchgeführtes, scheinbar freiwilliges, zweistündiges Tiefschlaftraining für die Soldaten. Wegen des Tiefschlafes verpassen leider die meisten Teilnehmer die interessanten argumentativen Verrenkungen ihres Standortpfaffen, warum der zerfetzte Fötus nach der Abtreibung eine schwere Sünde vor Gott, der von Kugeln und Granaten zerfetzte feindliche Soldat aber ein Teil ihres Auftrages und damit ein durchaus gottgefälliges Werk sein soll.

Kein weiterer Kommentar

Wie deutlich sich doch die Volksvertreter vom „Volk“ emanzipiert haben…

Der scheidende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) hatte es als „auf Dauer nicht tragbar“ bezeichnet, dass ständig Umfragen veröffentlicht würden, in denen sich eine Mehrheit gegen den Einsatz der Bundeswehr ausspreche. Sekunden vor Merkels Rede hatte der Fernsehsender n-tv so eine Umfrage parat. Demnach hielten nur noch 13 Prozent der Befragten den Einsatz für sinnvoll.

Quelle: sueddeutsche.de.

Bundeswehr soll in Afghanistan aufrüsten

Die Bundeswehr soll in Afghanistan aufrüsten…

Zwei Meldungen aus Google-News direkt untereinander: 'Bundeswehr soll aufrüsten' und 'Drastisches Video vom Helikopterangriff im Irak'.

…damit auch endlich Soldaten der Bundeswehr mal so ein geiles, anständiges Gemetzel hinlegen können, ganz genau so wie die Waffenbrüder aus den Vereinigten Staaten. Das ist doch viel hübscher als das Verrecken für fremde Interessen. Man könnte natürlich auch fragen, was eine Armee zur Verteidigung der BRD-Grenzen überhaupt in Afghanistan zu suchen hat. Aber das fragt man eben nicht, wenn man Kriegspropaganda macht. Man fragt übrigens auch nicht, was irgendwelche Königshäuser in unserer Bananenrepublik mit der Bundeswehr zu tun haben sollen.

(Übrigens: Ist es nicht toll, wie beinahe durchgängig die Journaille das Wort „Wikileaks“ vermeidet, wenn sie die Geschichte vom „Kollateralmord“ durch US-Soldaten bringt. So kennen wir die Scheißjournaille!)

Quelle des Screenshots: Google News