„Landesverrat“

Man darf nicht warten, bis der Freiheitskampf 'Landesverrat' genannt wird.

Hintergrund und eine dauerhaft archivierte Version der verlinkten Tagesschau-Meldung

Spam des Tages: Schreiben Sie Artikel gegen Vergütung

Diese Mail fällt in die Schublade: Ganz seltsame und nicht empfehlenswerte Werbemaschen eines Web-Zwo-Nullvermarkters. Was ich davon halte, wenn mir einer über eine derartige Masche das gar nicht so dicke Geldverdienen anbietet, lässt sich hoffentlich schon an der Tatsache ablesen, dass derartiger Reklameschrott in diesem Blog landet und von mir als Spam betrachtet wird.

Ist eigentlich im Moment das allgemeine Anpreisen „Komm her und verdien jetzt endlich Geld mit deinem Blog, wir haben jetzt das tollste Angebot für dich“ angesagt, und ist den Leuten, die so etwas anpreisen, eigentlich jedes Mittel dabei recht? Bis heute abend habe ich — und ich blogge doch schon etwas länger und bin auch ansonsten eher ein intensiver Internetnutzer — eine Webklitsche namens „Wikio“ niemals bewusst wahrgenommen, geschweige denn, dass ich da einen Account gehabt hätte. Und trotzdem kommt diese recht aufdringlich nach Spam schmeckende Mail mit dem Absender support (stich) de (at) wikio (strich) experts (punkt) com bei mir an:

Bitte hier klicken, falls diese Email nicht richtig angezeigt wird.

Woran erinnert mich das bloß? Irgendwas muss sich mir da so richtig eingeprägt haben… :mrgreen:

Wikio Experts auf Facebook | Folgen Sie uns auf Twitter | Das Blog des Teams | Keine E-Mails mehr erhalten

Alle Links sind indirekt gesetzt und gehen über ein Tracker-Skript auf dem Rechner wikio (punkt) us1 (punkt) list (strich) manage1 (punkt) com — zusammen mit einer ellenlangen eindeutigen ID als URI-Paramter u, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Identifikation ermöglicht, welcher der mutmaßlich vielen Mailempfänger darauf geklickt hat. So ein Klick zeigt den Absendern dieser Mail also, dass die Mail angekommen ist, und das könnte Folgen haben. Eventuell sogar tägliche Folgen. Viele tägliche Folgen. In unverlangt zugestellte Reklamemails klickt man nicht! Niemals. Egal, was drin steht.

Was die etwas fragwürdigen Absender der unverlangt und unbestellt zugestellten Reklamemail (üblicherweise als Spam bezeichnet) gegen das Setzen eines direkten Links auf… sagen wir einmal: ihre für viele Menschen gewiss entbehrliche Twitter-Timeline oder ihr von vielen Menschen ebenso wenig vermisstes Blog… haben, erschließt sich in diesem Zusammenhang ganz von allein. Solche Techniken kenne ich von anderen Spammern zur Genüge. Das gleiche gilt übrigens für sämtliche anderen Links in dieser Mail. Es gibt nicht einen einzigen Link, den ein Empfänger klicken könnte, ohne dass daraus identifizierbar würde, aus welcher der massenhaft versendeten Mails heraus dieser Klick erfolgte. Darin zeigt sich schon ein gerüttelt Maß Missachtung der Privatsphäre der Empfänger dieser unverlangt und massenhaft versendeten Reklamemail (konventionell als Spam benannt) durch ihren Absender.

Liebe Wikio-Nutzer,

Bin ich nicht. Wie weiter oben bereits erwähnt, konnte ich bislang weitgehend zufrieden leben, ohne überhaupt von der Existenz eines Internet-Anbieters unter der Firmierung „Wikio“ (bewusst nicht verlinkt) zu wissen. Dass die Anrede trotz des hingeheuchelten „Liebe“ völlig unpersönlich ist, erhöht den spammigen, aufdringlich an Gammelfleisch erinnernden Geschmack dieser Mail — jedes Webforum, bei dem ich gereggt bin, spricht mich in seinen Mails unter dem Namen an, mit dem ich mich dort registriert habe. Das ist dem Absender dieser Mail offenbar nicht möglich, weil er von „mir“ nichts weiter als eine Mailadresse aus einer mutmaßlich nicht besonders koscheren Quelle hat. Genau wie jeder andere Spammer.

Seit fast fünf Jahren bemüht sich Wikio darum, die Blogosphäre zu vernetzen und den Bloggern mehr Sichtbarkeit zu bieten. Wir freuen uns, „Nachtwächter-Blah“ zu unseren indexierten Blogs zählen zu können! Heute laden wir Sie ein, mit uns einen Schritt weiter zu gehen. Auf de.wikio-experts.com können Sie über Ihre Interessen schreiben und dafür eine Vergütung erhalten. Die Themen der Beiträge sind bunt gemischt: Bildung, Basteln, Wissenschaft, Kino, High-Tech, Wirtschaft, Kochen… Veröffentlicht werden die Texte auf den Webseiten der Wikio Gruppe.

Es ist mir vollkommen egal, was so eine mir bis heute unbekannte und in meinen Augen entbehrliche Klitsche tut. Ich bin mit meiner „Sichtbarkeit“ mehr als zufrieden. Obwohl die so freundlich textenden Absender dieser Mail so herrgottsdoof erfreut über den Nachtwächter-Blah tun, haben sie offenbar niemals auch nur einen flüchtigen Blick in die Inhalte dieses endlosen, chronologisch geordneten Blahens geworfen, sonst wüssten sie ziemlich genau, dass ich für ein derartiges Angebot, doch mal „einen Schritt weiter zu gehen“, die völlig falsche „Zielgruppe“ bin. Auf die nahe liegende Idee, mal in diesem Blog auf der Seite mit dem unmissverständlichen Namen „Impressum“ zu schauen, um zu ermitteln, wie ich heiße, sind sie auch nicht gekommen. Wie auch, es handelt sich hier ja um die Schrotmunition der Spam, um unverlangt zugestellte, automatisch erzeugte Massenmail, die Pest des Internet. Na ja, fürs Abtippen einer Mailadresse aus einer vorsätzlich schwer lesbaren Grafik — ich hasse Spam — scheint es ja irgendwie gereicht zu haben. Eine Erfahrung, die ich im Zeitalter des staatlich subventionierten Ein-Euro-Jobs beinahe jeden Tag mache.

Und nein! Geld will ich von solchen Leuten nicht. Ich pflege es nämlich nicht, Spammern zu vertrauen und Geschäfte mit ihnen zu machen, und wenn ich einen Text veröffentlichen will, habe ich dafür wirklich genug Möglichkeiten.

Bei Wikio Experts können Sie…

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Übrigens, im Internet kann ich auch über Themen schreiben, die mir liegen, kreativ sein und alles in allem ziemlich frei meine Meinung unter meinem eigenen Namen (und an vielen Stellen auch unter jedem anderen Namen) veröffentlichen, wann und wo ich das will und in jeder Menge, in der ich das wünsche. Tatsächlich mache ich das schon seit vielen Jahren an vielen Stellen im Internet. Und ich bin noch nie auf die in meinen Augen idiotische Idee gekommen, für das Verfolgen meiner persönlichen Interessen von jemanden Geld zu verlangen. Stellt euch das mal bei einem Modelleisenbahner vor… das wäre doch absurd, wenn der für sein besonderes (nebenbei: sowohl finanziell als auch zeitlich oft viel aufwändigeres) Interesse auch noch Geldeinkünfte erwarten würde. Ich werde bestimmt nicht meine Texte an einen Verwerter verkaufen, weil dieser mir so einen Kuhhandel in einer Spam anbietet, und ich werde erst recht nicht meine Freunde für eine Faustvoll Judasgroschen, die deutlich weniger als dreißig Silberlinge wert sind, bei einem Verwerter verkaufen, der mir das als tolle Möglichkeit in einer Spam anbietet. Ganz im Gegenteil, ich werde die mir zur Verfügung stehenden und seit langen von mir genutzten Möglichkeiten dazu verwenden, darauf hinzuweisen, dass ein bestimmter Anbieter in seiner Reklame auf die Pest des Internet, auf Spam, setzt.

Vergütung pro Artikel
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Jeder veröffentlichte Beitrag wird von uns vergütet, entweder mit einem festen Betrag oder über Umsatzbeteiligung. In der Regel zahlen wir pro Artikel 5 bis 15 €, je nach Thema und Arbeitsaufwand. In Frankreich, wo Wikio Experts schon seit 6 Monaten online ist, erhalten unsere Mitglieder oft 300 bis 400 Euro pro Monat. Ziel ist es, eine dynamische Autoren-Community ins Leben zu rufen.

Nein, ich habe nicht vor, mir einen Arbeits- und Rechercheaufwand für 27 ausgewachsene Artikel im Monat zu machen (die maximale Angabe von 400 Euro pro Monat geteilt durch den angegebenen Maximalbetrag von 15 Euro pro Artikel und dieses Ergebnis aufgerundet ergibt 27 Artikel im Monat), um dafür im besten nach eurem Spamtext vorstellbaren Fall auf dem Niveau eines Hartz-IV-Empfängers ohne zusätzlich übernommene Unterkunftsleistungen „vergütet“ (was für ein Hohn, das als „Gut“ zu erachten) zu werden. Ich würde es auch niemanden empfehlen, sich zu einem dermaßen beschis bescheidenen Stundenlohn zu verkaufen, um damit irgendwelchen Schreibern von unverlangt zugestellten Massenmails (gemeinhin Spam genannt) handel- und vermarktbaren Content zur Verfügung zu stellen, mit dem diese dann ihr mutmaßlich viel besseres Geschäft machen können. Ich habe in meinem Leben schon geputzt, und das war trotz geringerer Ansprüche deutlich besser bezahlt. Noch Fragen?! So etwas ist kein attraktives Angebot, so etwas ist eine Unverschämtheit. Als ob die unverlangt zugestellte, ohne persönliche Ansprache daherkommende und von greifbarem Desinteresse an der angeschriebenen Person geprägte Massenmail (oder genauer: Spam) nicht unverschämt genug wäre!

Kommt, geht bitte sterben! Aber schnell! 👿

Jeder unserer „Experten“ […]

Man beachte die Anführungszeichen. Hier weiß jemand ganz genau, was für „Experten“ auf die Möglichkeit einer derartigen Elendsarbeit abfahren werden, und dieses Wissen will sich in solcher Andeutung unübersehbar einen Raum schaffen. :mrgreen:

[…] schreibt über Sachbereiche, die er gut kennt und die ihn begeistern. Die Texte werden auf verschiedenen Webseiten veröffentlicht, unter anderem auf Over-Blog.com und Die-Experten.com. Der Name des Autors wird natürlich immer genannt.

Ja ja, „unter anderem“ auf diesen zwei genannten „Webseiten“ — hey Leute, dass eine „Seite“ keine „Site“ ist, das wisst ihr doch hoffentlich, wenn ihr so sehr auf Geschäft im Internet macht, oder? Oder wurde dieser Text jetzut auch von einem eurer „Experten“ geschrieben. :mrgreen:

Bei so viel Strunz in so wenig Zeilen kommt man ja kaum zur Darlegung dessen, was man eigentlich sagen will. Also „unter anderem“ auf diesen zwei Sites, und vermutlich auf einer Menge weiterer Sites, denen ihr die so (mutmaßlich zusammen mit weitgehend unbeschränkten Rechten zur Weiternutzung) billig eingekauften Texte weiterverkauft. Schon klar.

Nach der Anmeldung […]

Falls es noch nicht längst klar geworden ist, dass es sich hier wirklich um eine Spam und nur um eine Spam handelt: Dieser Text richtet sich an jemanden vor seiner Anmeldung. Er ist eine Werbemail, die jemanden zugestellt wurde, mit dem nicht einmal so etwas ähnliches wie ein Vertragsverhältnis besteht. Überflüssig zu erwähnen, dass ich von dieser Klitsche vorher noch keine Mails erhalten habe, und zwar seit Jahren nicht.

[…] schreiben Sie einen ersten Artikel zu einem Thema, das Sie gut beherrschen. Wenn dieser Probetext angenommen wird, können Sie anfangen, regelmäßig beizutragen. Falls Sie uns per E-Mail einen Ihrer Texte und einen Link zu Ihrem Blog senden, brauchen Sie jedoch nicht extra einen Probeartikel zu schreiben. Bitte sagen Sie uns in diesem Fall, welche Themen Ihnen besonders liegen.

Einen Extrapunkt für die selten gesehene korrekte Schreibung des Wortes „E-Mail“, aber einen halben Punkt Abzug für das fragwürdige Verb „beitragen“ ohne ausdrücklich genannten Bezug auf das, wozu beigetragen wird.

Melden Sie sich kostenlos an

So, und damit das nochmal klar ist, wird mir auch noch einmal in großen Buchstaben deutlich gemacht, dass ich gar nicht angemeldet bin. Obwohl ich in der Anrede als „Lieber Nutzer“ betitelt wurde. Nun gut, so ist das wenigstens auch weniger lesebegabten Menschen klar. 😈

Auf de.wikio-experts.com können Sie den Dienst unverbindlich ausprobieren!
Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: support (strich) de (at) wikio(strich) experts (punkt) com.

Mann, bin ich heiß drauf, die Angebote von Spammern kennenzulernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Das Wikio Experts Team

Mit Spucktüte in der Hand

Der unfreiwillige Genießer dieser Spam
(Nach Diktat verreist)

© 2010-2011 Wikio Experts | jfg://Networks [Wikio Group] – Alle Rechte vorbehalten

Boah, selbst diese Links in einer Fußzeile sind noch über ein Tracker-Skript realisiert, damit bei jedem Klick auch wirklich klar wird, auf welchen Adressen diese Mail angekommen ist und bei den Empfängern zu einem Klick geführt hat. Aber kein Millimeter wird von den Techniken der Spammer abgewichen. Ach ja, ist ja auch eine Spam.

Dieser Text wird an verschiedenen Stellen im Internet veröffentlicht. Juratrollerei ist zwecklos, er ist nicht mehr zu entfernen. Die grundlos und unverlangt zugestellte, werbliche Massenmail (üblicherweise als „Spam“ bezeichnet) wurde sorgfältig archiviert.

Feudalherrschaftliche Bigotterie in NRW

Kurzzitat Ruhrbarone:

Krautscheid fordert von uns, keine Informationen im Sinne und zum Nutzen der Öffentlichkeit zu verwenden, die aus dubiosen Quellen kommen. Wie bigott diese Argumentation ist, zeigt ein Beispiel:

Vor ein paar Tagen hat die CDU-Landesregierung eine CD gekauft, auf der Steuerdaten von Leuten sind, die ihr Geld in der Schweiz geparkt haben. Wir wissen nicht mal, ob es dabei immer um Steuerhinterziehung geht. Trotzdem hat die Landesregierung dem Dieb aus der Schweiz 2,5 Mio. Euro für die geklauten Informationen bezahlt.

Wir haben für unsere Informationen nichts bezahlt. Keinen Pfennig. Aber wir sind laut Krautscheid die Bösen. Bigott. Krautscheid fordert nicht weniger als das Ende des investigativen Journalismus.

[…] Aber nicht nur vor uns haben Rüttgers und Kumpels Bange. Sie fürchten ihre eigenen Untergebenen. Die Leute, die sie jahrelang unterdrückt, die sie gemobbt, die sie am Ende gefeuert haben. Denn diese Menschen aus dem Innersten der CDU sind es, die heute die Informationen unter großer persönlicher Gefahr nach draußen tragen.

Und jetzt: Bitte unbedingt bei den Ruhrbaronen weiterlesen

Abschalten nach Gutsherrenart

Wer ein kleines, aber politisches Blog in der BRD betreibt, der kann was erleben!

Zum Beispiel kann er erleben, dass der Server plötzlich überlastet ist. Bekanntermaßen ist jeder permanent mit dem Internet verbundene Computer ein „Opferrechner“, der beinahe in jedem Moment vielfältigen Angriffen ausgesetzt ist, die in ihrer Ernsthaftigkeit vom Kinderkram bis zur schweren Attacke gehen. Eine schwere Attacke ist zum Beispiel ein dDoS-Angriff, der zu einer Überlastung des Servers führt. Der Grund für die Überlastung eines Servers kann aber auch ein völlig anderer sein, zum Beispiel, dass gerade ein Inhalt von allgemeinem Interesse im Blog verfügbar ist, der viele Leser anzieht.

An sich ist in einem solchen Fall der Hosting-Provider für den Server zuständig — schließlich bezahlt man dafür. Dort hätte sich also jemand hinsetzen müssen, um die Ursache der extremen Last zu überprüfen und eventuell Gegenmaßnahmen einzuleiten. Zu diesen Gegenmaßnahmen kann eine vorübergehende Abschaltung ebenso gehören wie die vorübergehende Sperrung des Zugriffes für gewisse IP-Bereiche. Im Idealfall sollte der Hosting-Provider den Betreiber des Blogs mit einer kurzen, verständlich formulierten Mail auf den Sachverhalt aufmerksam machen. Bekanntlich geht ja jede Last irgendwann wieder vorbei.

Aber in der BRD, in der für Besitzende ein rechtsfreier Raum ist, während andere Menschen sich als rechtlose Bittsteller vor der gutsherrlichen Willkür hinstellen sollen, da sieht so etwas ganz anders aus. Zum Beispiel beim Womblog (Worte oder mehr), dass kürzlich vom Hosting-Provider völlig abgeschaltet wurde. Die dazu gegebene Begründung ist mehr als hanebüchen:

Kurz zur Info für Euch. Unser Provider hat uns kurzerhand vor “Die Tür gesetzt”. Seine Erklärungsversuche sind für uns nicht nach zuvollziehen. Erst einmal ist unser Womblog [Worte oder mehr] aus dem Netz verschwunden, aber nicht ganz. […]

Technische Probleme sollten von unserer Seite ausgegangen sein. Es wurde sich aber keine Mühe gemacht diese zu recherchieren. Eben Kundenfreundlichkeit naturell! Stört! Weg damit!

Eine formlose E-Mail, mit Datenanhang meines Accounts, dass war alles! Seht zu, wie ihr klarkommt. […]

Update: Angeblich hätte Womblog aufgrund irgendwelcher Plugins eine Serverauslastung von 800 Prozent erreicht, soweit die Aussage des Hosters, die um den Serverbetrieb aufrecht erhalten zu können, zur Löschung geführt hätten.

Nun ist diese Aussage nicht nachvollziehbar, da wir weder die Servertechnik kennen, noch ergründen können, ob es sich bei der genannten Auslastung tatsächlich um reguläre Zugriffe auf Womblog handelte.

Ein Blick in die Logfiles hätte Aufklärung bringen können, doch das hat der Hoster durch Löschung des Accounts verhindert.

Ich sags ja: Hanebüchen begründet und kalt serviert. Jede Möglichkeit einer Überprüfung vernichtet. Vertrag ist, wenn der Kunde zu glauben und sich zu fügen hat. So sieht das mit dem Internet in der BRD aus, und betroffen sind von solchen Willkürakten immer wieder politische Blogger.

Nur, um das mal angemerkt zu haben.

Das Womblog wird in den kommenden Tagen zu einem neuen Hoster umziehen, und zwar hoffentlich reibungslos. Bis dahin sind die älteren Beiträge unter http://www.testarea12.de verfügbar, bis auch dieser Teil mit gutherrenhafter Willkür von einem geldherrlichen Hosting-Provider aus dem Internet entfernt wird.

Anwaltsbriefe beleidigter Kunstfleisch-Leberwürste

Da ist es also mal jemanden aufgefallen, dass man auf der Homepage für den von Campina hergestellten und vermarkteten Fleischersatz einfach die Seite Rezepte.aspx mit einem HTTP-Parameter Keyword aufrufen kann, und was immer dort auch als Text angegeben wird, das wird ganz direkt und völlig ungefiltert in die Website übernommen. Klar, denn über diesen brotdummen Mechanismus funktioniert diese Website. Das ist nicht nur ein Sicherheitsloch, das ist ein sperrangelweit offenes Scheunentor — und das Wort von der schlampigen Programmierung ist zur Bezeichnung der Campina-seitigen Webanwendung mindestens eine ganze Größenordnung zu harmlos. Man könnte mit so einer Entdeckung alles mögliche anstellen, zum Beispiel könnte man — wenn man die kriminelle Energie dazu mitbringt — an allen möglichen Stellen unverdächtig aussehende Links auf die Valess-Homepage setzen, um damit Leuten Links auf Downloads mit Schadsoftware reinzudrücken.

So etwas hat der Entdecker freilich nicht getan, er hat stattdessen die Lücke in folgender Weise demonstriert und als Screenshot in sein Blog gestellt:

Soylent Green Burger - man nehme: 500g Soylent Green (alternativ Soylend Red oder Yellow und Farbstoffe), 200g Sägemehl, 1 Seite aus Bocuse, Paul: Die neue Küche (Salatersatz), 1 Portion Verantwortungslosigkeit, 1 Portion Geschmacklosigkeit, 2 Blianzen von Campina als Brötchen - Man mische das Soylent mit dem Sägemehl, der Verantwortungs- und Geschmackslosigkeit. Anschließend die Masse 1 Stunde ruhen lassen. Wenn die Masse gut abgebunden ist, forme man kleine Burgerbratlinge und röste diese auf dem Verstand der Konsumenten. Den fertigen Bratling auf eine Bilanzseite geben, mit der Seite aus Bocuse Buch bedecken, das ganze anschließend mit gepfefferten Preisen würzen und dem verbleibenden Bilanzblatt abdecken. Als Getränk zum Burger empfehlen wir einen Saften aus Konsumentenverarsche, fehlendem Nachhaltigkeitsdenken und Gier, Gier, Gier...

Eine friedliche und harmlose Demonstration für ein schweres Sicherheitsproblem in einer kommerziellen Website, die übrigens wegen des Textes ein Härtetest für meine Lachmuskeln war. Man mag von so einem Fleischersatz halten, was man will, aber die begriffliche Nähe zu Albtraumwörtern wie „Soylent Green“ kommt einem von allein, und für eine satirische Verwendung bietet sich das geradezu an.

Um es auch für völlige technische Laien völlig klar zu machen: Hier liegt kein Hack vor, und die Valess-Homepage wurde nicht verändert. Jeder Mensch kann mit dem URL-Eingabefeld seines Browsers jeden nur denkbaren Inhalt auf dieser Seite erscheinen lassen und den Link auch weitergeben. So etwas darf nicht passieren. Niemals. Und schon gar nicht bei einer kommerziellen Website, der von einer Mehrzahl der Menschen doch ein gewisses Vertrauen in die Inhalte entgegengebracht wird. Jeder auch mäßig talentierte Programmierer wird solche Lücken vermeiden. Wer auch immer diese Website zusammengepfuscht hat, er war ein gemeingefährlicher Stümper.

Natürlich hätte Campina sich bei jemanden dafür bedanken können, dass er ein solches Sicherheitsloch nicht in einer Weise missbraucht, die wirklich dem Ruf der Firma und der Marke schadet — zum Beispiel, indem er darüber die Angebote einer der vielen Betrugsapotheken im Internet präsentieren lässt und das mit massenhafter Spam bekannt macht oder in einem IFRAME eine Website mit angebotener Kinderpornografie einbettet. Alles in allem ist der satirische Screenshot wirklich ein harmloser Spaß, wenn man sich überlegt, was sich sonst hätte anstellen lassen. Allerdings versteht man bei Campina auch nicht den harmlostesten Spaß, führt sich wie eine beleidigte Leberwurst auf und lässt den Anwalt Florian Bischoff, LL.M. einen kalten und unfreundlich formellen Drohbrief schreiben. Der wird am Freitag per unsignierter (und damit juristisch völlig unverbindlicher) Mail zugestellt und setzt eine ob der fehlenden, juristisch verbindlichen Form ziemlich unverschämte Frist bis Montag mittag, diese Inhalte zu entfernen. Angesichts des vollen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste — und bestehen diese auch nur aus Kunstfleisch — mit genügend juristischer Kampfkasse im angeblich so „rechtsfreien Raum des Internet“ der BRD wird es für den betroffenen Blogger ein möglicherweise existenzbedrohendes Wagnis, diesen harmlosen Spaß mit gemeingefährlichen Stümpern des Internet in seinem Blog stehen zu lassen:

Das schlimmste ist aber das völlig unmenschlische Verhalten. Wer hier mitliest, weiß dass ich gerne an einen humanen Umgang miteinander appelliere. Mir hätte eine formlose E-Mail von Campina/Valess mit Bitte zur Löschung ja völlig genügt. Aber nein, die dicke Keule muss es sein. Wahrscheinlich soll ich nur eingeschüchtert werden. Ich lass das erstmal sacken. Mein spontanes Gefühl sagt mir, dass ich den Screenshot und den Link vielleicht löschen sollte und das ganze vergessen.

Und auf genau diese Weise verschwinden so viele Blogeinträge und sogar ganze Blogs in der BRD. Die meisten von ihnen allerdings um einiges stiller.

„Eine Zensur findet nicht statt“ steht in irgendeinem Märchenbuch. Die Geldherrschaft bedarf in der p’litisch gewünschten und aufrecht erhaltenen Rechtsunsicherheit in der BRD gar keiner Zensursula.

Dass dieser Vorgang nicht gerade eine Empfehlung ist, die so vorgehende Firma durch das Kaufen ihrer Produkte zu unterstützen, hat man dort offenbar noch nicht bemerkt. Wenn diese Leute ihren Internetauftritt von jemanden hätten programmieren lassen, der sich damit auskennt, hätten sie sich den Spott des Internet ersparen können und auch nicht mit überhasteten und im Gehabe erpresserischen Mails ihres Rechtsanwaltes ihren eigenen Ruf in den Dreck ziehen müssen.

Aber ich hätte heute nicht derart herzlich gelacht, dass mir der ganze Bauch wehtut. Und ich bin gewiss nicht der Einzige, der laut lachen musste.

Übrigens habe ich es vor dem Absenden dieses Beitrages noch einmal ausprobiert — es ist immer noch möglich, über die Valess-Website beliebige Inhalte zu transportieren. Statt den Hausanwalt komische Briefe schreiben zu lassen, lege ich den technischen Idioten bei Campina sehr nahe, den gleichen Anwalt mal kurz zu befragen, was das Wort „Mitstörerhaftung“ im Falle eines kriminellen Missbrauches dieses Fehlers bedeuten könnte und dann ganz schnell den Fehler zu beheben. Wenn euch die juristischen Konsequenzen für die Dösköppigkeit eurer Strunzprogrammierer schon scheißegal sind, denn tut es doch wenigstens schon wegen der vielen Leute da draußen, die jetzt über eure technisch schäbige Website alle möglichen Angriffe und Betrügereien erleben könnten.

Nachtrag, 30. Juni, 1.09 Uhr: Es ist immer noch möglich, beliebige Inhalte auf dieser Website erscheinen zu lassen, insbesondere funktioniert der Link auf den „Soylent Green Burger“ noch. Der vom Anwalt angeschriebene Blogger ist angesichts der Rechtsunsicherheit eingeknickt, hat den Link entfernt und den Screenshot stark verfremdet. Campina nimmt es weiterhin billigend in Kauf, dass über eine Firmenwebsite beliebige Inhalte transportiert werden können und dass Internet-Nutzer über die Quelle der angezeigten Seite arglistig getäuscht werden können, was jedem denkbaren kriminellen Missbrauch Tür und Tor öffnet. Angesichts der dort gepflegten Haltung, andere Menschen sofort mit juristischen Einschüchterungen mundtot machen zu wollen, ist dieses grob fahrlässige Vorgehen nicht nur verantwortungslos, sondern auch widerwärtig. Wenn ihr bei Campina niemanden habt, der sich mit der Programmierung einer Website und der damit verbundenen Verantwortung auskennt, denn bezahlt gefälligst einen. In meinen Augen ist die Beseitigung dieser Missbrauchsmöglichkeit eine Angelegenheit von höchstens einer Arbeitsstunde — es reicht aus, anstelle des übergebenen Textes den Text „Kein Rezept gefunden“ auszugeben, wenn das Resultset der Datenbankabfrage leer ist. Wenn eure Programmierer dazu nicht imstande sind, denn sucht euch gefälligst Programmierer, die sich mit der Programmierung eines Computers auskennen.

Nachtrag 30. Juni, 23.15 Uhr: Und die Tage ziehn ins Land und Campina agiert weiter ohne Verstand. Den ursprünglichen Blogeintrag haben die Anwälte im Auftrage von Campina jetzt mit einer Mischung aus juristischer Drohgebärde und Verhandlung entschärfen lassen, der leicht ausbeutbare, stümperhafte Fehler in der von Campina betriebenen Website steht Kriminellen aller Art nach wie vor zur Verfügung. Da sieht man, wo die Prioritäten Campinas liegen. Bleibt nur zu hoffen, dass ein Hersteller von Lebensmitteln wenigstens bei seinen eigentlichen Produkten etwas verantwortungsvoller mit den Menschen umgeht, auf die das Zeug losgelassen wird.  :mrgreen:

Vom Internet und der Scheiße im Kopf

Die BRD ist ein schöner Staat, in dem jeder seine Meinung kund tun darf, so lange sie niemanden interessiert. Die BRD ist aber auch ein schöner Staat, in dem jede Information, die viele Menschen brennend interessiert, ganz einfach kriminalisiert und unterdrückt wird. Und dem Menschen, der diese Info zugänglich gemacht oder auch nur kommentiert hat, droht allerlei Ungemach — bis hin zum persönlichen Ruin.

Zum Beispiel interessieren sich nicht nur in der BRD viele Menschen — natürlich vor allem solche Menschen, die lieber das Internet als die agenturzentral gleichgeschalteten Medien der Milliardäre nutzen — brennend dafür, nach welchen Kriterien wohl die kommenden Internet-Sperren durchgesetzt werden. Dass das ständige Schwafeln von der „Kinderpornografie“ nichts mit der Wirklichkeit der BRD-Internetzensur zu tun haben wird, sondern nur wegen des damit verbundenen Empörungspotenziales im Munde geführt wird, ist zumindest den meisten denkenden Internet-Nutzern völlig klar. Denn wäre es anders, denn würde der Gesetzgeber wohl zuerst dafür sorgen, dass der Besitz von und der Handel mit kinderpornografischem Material ein etwas härteres Strafmaß als eine Sachbeschädigung bekommt, und man dächte auch nicht über umfassende und wirkungslose Zensurmaßnahmen nach, sondern über zielführende Ermittlungen, mit denen die Verbrecher dingfest gemacht werden können.

Wer sich für die Praxis der Internet-Zensur brennend interessierte — und das waren, wie schon gesagt, doch so einige Menschen in der BRD — konnte immerhin einmal einen Blick darauf werfen, wie diese Praxis im Nachbarstaat Dänemark aussieht, denn die dortige Zensurliste ist bekannt geworden, ebenso wie die Zensurliste in Australien. Dabei wurde schnell klar, wie vorgeschoben das Geschwafel von der Kinderpornografie ist. Deshalb wurden diese Informationen auch sofort kriminalisiert — schließlich enthalten sie Links auf kinderpornografische Seiten.

Die BRD ist ein schöner Staat, der dafür sorgt, dass Willkür und die erwünschte Ordnung einer kleinen, herrschenden Kaste aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zweck bestellt die BRD so genannte Richter, die mal ein bisschen Recht brechen sprechen müssen. Wichtigste Vorraussetzung für das Richteramt scheint dabei ein Haufen Scheiße dort zu sein, wo in der gewöhnlichen Anatomie ein Gehirn erwartet würde. Deshalb entstehen solche Urteile in der BRD:

Nach einer Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe war die Durchsuchung bei einem Blog-Betreiber rechtmäßig, der einen mittelbaren Link auf die dänische Sperrliste mit Kinderpornographie gesetzt hatte.

Ein mittelbarer Link ist kein direkter Link. Es ist ein Link auf eine Website, die Links auf weitere Websites enthält. wwWut ist zum Beispiel eine Website, ein so genanntes „Blog“, wo immer wieder Texte wie der hier vorliegende angehängt werden. Natürlich enthalten die Texte auch Links auf andere Websites, denn das ist eine Selbstverständlichkeit im Internet. Und natürlich sammeln sich die ganzen Texte im Laufe der Zeit an, und ich weiß heute nicht mehr so genau, was ich vor drei Jahren geschrieben und verlinkt habe. (Im Groben weiß ich es natürlich noch.) Wenn eine dieser Seiten jetzt einen Link auf frisch kriminalisierte Inhalte enthalten sollte — und niemand kann das immer überprüfen — denn könnten mich die Ermittler der BRD ins Visier nehmen und…

[…] Dieser hatte von seiner Seite einen Link auf einen anderen Blog gesetzt, der wiederum auf Wikileaks verlinkt hatte, wo die Sperrliste abrufbar war.

Das Landgericht Karlsruhe hatte nun über eine Beschwerde gegen diese Hausdurchsuchung zu entscheiden. Mit Beschluss vom 26. März beurteilten die Richter diesen als rechtmäßig und wiesen die Beschwerde zurück. Gegen den Beschuldigten ergebe sich der Verdacht zumindest der Teilnahme an einem strafbaren Zugänglichmachen und dem Besitz von kinderpornographischen Schriften nach § 184b des Strafgesetzbuches (StGB).

…könnte nur deshalb zum Ziel polizeilicher Ermittlungen werden. Zum Beispiel, weil das den Verdacht einer Straftat begründet. Und da können die guten Ermittler…

Zudem sei nach Ansicht des Landgerichts Karlsruhe durch das Setzen des Links ein Anfangsverdacht bezüglich des Besitzes von kinderpornografischen Darstellungen gegeben, der eine Beschlagnahmung der Computeranlage des Beschuldigten rechtfertige. Ein solcher Besitzerwerb sei bereits „mit dem automatischen Download in den Arbeitsspeicher, dem so genannten Cache, gegeben“.

…mal so richtig durchsuchen und beschlagnahmen. Angesichts der besonderen Dehnbarkeit des hier gegebenen „Tatbestandes“ wird das gewiss auch dazu führen, dass Computer am Arbeitsplatz willkürlich von der Kriminalpolizei durchsucht werden können, was einen Menschen durchaus einmal in den wirtschaftlichen Ruin treiben kann, wenn dies etwa während seiner zweijährigen Probezeit geschieht und er deshalb ohne Angabe eines weiteren Grundes gekündigt wird.

Der Willkür sind alle Türen geöffnet.

Das Mittelbar geht nämlich noch weiter. Wenn eine der verlinkten Sites wiederum auf eine andere Site linkt, die dann später einmal einen kriminalisierten Link enthält, rechtfertigt das auch den Anfangsverdacht. Angesichts der Tatsache, dass mittelbar und über mehrere Stufen so ziemlich jede Internetsite mit einem großen Teil des gesamten Netzes verbunden ist, bedeutet diese „Argumentation“: Jeder Betreiber einer Website in der BRD kann die Bedingungen für einen Anfangsverdacht erfüllen, der dazu führt, dass bei Ermittlungen erheblich in die Privatsphäre eingegriffen werden darf. Ausgenommen sind natürlich Websites ohne jeden Link auf andere Websites. Oder mal in der Sprache der Richter wiedergegeben:

Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.

Nein, das ist kein verfrühter Aprilscherz, das ist gerade gesprochenes und gültiges Recht in der BRD. Die Gewaltorgane dieses schönen Staates werden davon gewiss gut Gebrauch machen können. Wer in Deutschland noch bloggen will, sollte allerdings besser darüber nachdenken, dies so anonym wie möglich zu tun — und sich nicht darüber wundern, wenn sein Blog irgendwann in der BRD, EU oder Neuen Weltordnung nicht mehr erreichbar ist. Dann heißt es nur noch: Tschüss Internet.

Siehe auch beim Demagogen. Und beim Mitternachtshacking. Und an hunderten weiterer Stellen.