Don’t be evil…

Screenshot: Anonymous ist auf Google Plus gesperrt worden

Danke Google, dass du schon vor dem richtigen Start deines neuen Dienstes „Google Plus“ klar machst, dass du keine Alternative zum datensammelnden und zensurfreudigen Facebook bist! Klar doch, Anonymous kann man einfach so weglöschen, einschließlich Mailaccount, und das hast du halt gemacht. Und weils so hübsch war, hast du das auch gleich mit mehreren Accounts aus dem Anonymous-Umfeld gemacht. Löschen ist ja so einfach. Und es hat so viele Vorzüge, einfach weil ███████ und █████. Und ihr Zensoren da bei Google, ihr ██████ █████ ████████ ████ ██████ in ███ ████████ ███ █████ ████ und ██████ █████ ████████ █████ ███ idiotische Arschlöcher ████████ und ██████ Vollpfosten! Ist schon klar, ihr wollt da nur „richtige Personen“ haben, die sich mit Klarnamen anmelden, weil das besser ist beim… ähm… Erstellen von handelsfähigen Datensätzen aus menschlichen Beziehungen. Auf die man tolle Metriken anwenden kann, um das Kaufverhalten besser vorherzusagen und den Hirnfick der Scheißreklame zielsicherer zu machen. Für Zielgruppen eben. Also für Menschen, die von weltverpestenden Werbern im Fadenkreuz betrachtet werden. Und deshalb gibt es bei euch nur richtige Personen mit richtigem Klarnamen, etwa die springersche ComputerBild… oops, na, die jetzt nicht gerade so. Na, sicherlich nur eine kleine Panne bei eurem Durchlöschen, die gibts ja erst zehn Tage bei euch. Aber hey, ihr könnt es euch ja auch nicht gleich bei der Einführung eures doppelplusguten Dienstes mit der Contentmafia versauen, das verstehe ich schon, schließlich braucht ihr viel bei euch registriertes Menschenmaterial zum Vermarkten. Und das kommt nun mal eher, wenn die Journaille euch mag und „positiv“ über euch berichtet.

Ja, danke dass du das ganz zu Anfang klar machst, Google Doppelplusgut! Damit auch möglichst viele Menschen eine vernünftige Entscheidung treffen können. Ich gehe jetzt erstmal kotzen.

Pressefreiheit

[…] „Bild“ ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangt. Der Schulterschluss „Spiegel“ und Springer-Konzern wurde unter „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust so richtig eingeübt. Und das hielt sich bis jetzt Ende Februar, als völlig überraschend ein doch recht kritischer „Spiegel“-Titel der „Bild“-Berichterstattung gewidmet war. Bis dahin wurde entweder kooperiert oder wenigstens Stillschweigen und Waffenstillstand gewahrt. Sie lasen im „Spiegel“ und vielen anderen Medien kaum noch etwas Kritisches über „Bild“. Die wenigen Verlage, die inzwischen das Mediensystem in Deutschland beherrschen, tun sich nichts mehr. Oder sie paktieren und starten regelmäßig gemeinsame Kampagnen wie „Bild“ und „Burda“ — wie zur Zeit die monatelange Hetze und Vorverurteilungen im Kachelmann-Prozess. Das ist beängstigend für die Pressefreiheit in Deutschland. […] Ich denke, die Gesellschaft hat sich in Richtung Entpolitisierung bewegt. Das Ausmaß an Desinformation und Nichtinformation hat beängstigende Ausmaße angenommen. Und in einem solchen Klima werden aufklärende Medien zu Outlaws, während „Bild“ sich darin wie ein Fisch im Wasser bewegen kann.

Günter Wallraff in den NachDenkSeiten

Zitat des Tages

Zitiert mit großem großem Respekt:

Die BILD -​Zeitung ist kein augenzwinkernd zu betrachtendes Trash-​Kulturgut und kein harmloses „Guilty Pleasure“ für wohlfrisierte Aufstreber, keine witzige soziale Referenz und kein Lifestyle-​Zitat. Und schon gar nicht ist die Bild -​Zeitung das, als was ihr sie verkaufen wollt: Hassgeliebtes, aber weitestgehend harmloses Inventar eines eigentlich viel schlaueren Deutschlands.

Die Bildzeitung ist ein gefährliches politisches Instrument — nicht nur ein stark vergrößerndes Fernrohr in den Abgrund, sondern ein bösartiges Wesen, das Deutschland nicht beschreibt, sondern macht. Mit einer Agenda.

Judith Holofernes, Wir sind Helden | Unbedingt die ganze Geschichte lesen!

Manchmal wünscht man sich die RAF zurück…

…und F!XMBR scheint damit nicht die Royal Air Force zu meinen:

Man ist es mittlerweile gewohnt, dass unsere Politiker gegen die Verfassung verstoßen und vom Bundesverfassungsgericht gestoppt werden müssen. Dies war auch bei den Hartz-IV-Regelsätzen der Fall, unser höchstes Gericht hat diese in Teilen für verfassungswidrig erklärt. Schon in der Folge missachteten unsere Politiker das Urteil, sie sprachen davon, dass die Sätze auf keinen Fall steigen dürfen […] Selten hat unsere Politik so offen gegen ein Urteil des Bundesverfassungsgericht verstoßen, selten haben unsere Politiker so offen gezeigt, dass sie außerhalb unserer Verfassung und unserer Gesellschaft stehen.

[…] Man sollte aber auch nicht vergessen, dass SPD und Grüne, die sich gerade als Retter des kleinen Mannes generieren, gemeinsam mit der aktuellen Bundesregierung Hartz IV, die Agenda 2010 geschaffen haben.

Bei F!XMBR weiterlesen, denn das lohnt sich!

Aus dem Knast gekommen? Ab an den Pranger!

DPolG: Haftentlassene im Netz nennen - Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert, den Aufenthaltsort von aus der Haft entlassenen Schwerkriminellen publik zu machen. Im Streit über den Umgang mit gefährlichen Straftätern forderte der Gewerkschaftsvorsitzende Rainer Wendt, Namen, Foto und Anschrift der Entlassenen auf den Internetseiten der Polizei zu veröffentlichen. Wendt sagte der Bild am Sonntag: Die Bevölkerung hate [sic!] ein Recht darauf, zu erfahren, wo sich entlassene Schwerkriminelle befinden. Er wolle wissen, wenn ein Vergewaltiger in der Nachbarschaft seiner Enkelin wohne.

An dieser Meldung des Videotextdienstes der Tagesschau im Staatsfernsehen der BRD (Seite 159, Stand vom 8. August 2010 um 21.10 Uhr) „entzückt“ nicht nur die Tatsache, dass das Staatsfernsehen der BRD das neoliberal-brauntümelndste und verlogenste Blatt aus der BRD-Journaille zitiert, als sei dieser tägliche Appell an das mörderische Herz des Stammtisches eine zuverlässige Quelle — und damit zu einer Reputation dieses Drecksblattes beiträgt, die es niemals verdient hat. Dies schlägt für mich zurück auf das Ansehen der Tagesschau-Redaktion, und ich hoffe sehr, dass das nicht nur bei mir so ist. Der Stürmer Die Bildzeitung wird ja schon so regelmäßig als ernstzunehmende Quelle in diesen nachgerichteten Nachrichten zitiert, dass man dagegen beinahe schon ein bisschen stumpf geworden ist, und diese Stumpfheit macht leider dumm.

Nein, entzückend ist es hier auch, dass hier ein Rainer Wendt als Sprecher für die Polizei Äußerungen von sich gegeben haben soll (ich glaube der Bildzeitung erst einmal kein Wort), das angestrebte, staatlich totalkontrollierte Web 3.0 in der BRD mit einem zusätzlichen, zentralen, von der Polizei als Vertreterin der direkt ausgeführten Staatsgewalt in ihrer oft gröberen Form kontrollierten und lebenslangen Pranger für jene anzureichern, die ihre Haftstrafen längst verbüßt haben, damit diese auch garantiert für den Rest ihres Lebens einen öffentlichen Makel behalten, der die Teilhabe am Alltag behindert und beschädigt. Das ist eine gute präventive Maßnahme gegen eventuelle Leerstände in Gefängnissen, denn wer Probleme hat, Arbeit und Wohnung zu finden und wer immer wieder erleben muss, dass ihm andere Menschen mit einer kalten Zurückhaltung oder Ängstlichkeit begegnen, der wird sich wohl öfter einmal an weniger gesellschaftsverträgliche Formen erinnern, mit denen man sich auch durchs Leben schlagen könnte. Zusammen mit einer gewiss kommenden, immer weiter gehenden „Privatisierung“ der Haftanstalten würden damit großarige Impulse für die Wirtschaft der BRD gesetzt. Zudem eröffnete ein derartiger stammtischrelevanter Dummsprech einen Blick in das Welt- und Menschenbild eines Polizisten, der von anderen Polizisten in eine Position gewählt wurde, in welcher er für sie sprechen kann — und damit auch einen trüben Blick in die Denkweise jener Polizisten, die so einen Dampflaberer in eine derartige Position bringen.

Wer auf der einen Seite so viel Offenheit fordert, fordert aber noch lange nicht viel Offenheit:

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) erteilte einer Kennzeichnungspflicht eine Absage. „Nummern oder Zeichen auf Uniformen sind Unfug“, erklärte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt. Sie stellten alle Polizisten unter Generalverdacht und ermöglichten es, Beamte willkürlichen Vorwürfen auszusetzen.

Kriminell gewaltbereite und brutale Scheißbullen (für diese erlaube ich mir die viel zu harmlose Beschimpfung zu gern) sollen nämlich weiterhin unter dem Schutz der Anonymität stehen, der ihre kriminelle Gewaltbereitschaft und Brutalität vor der angemessenen juristischen Ahndung bewahrt. Das wäre ja noch schöner, wenn gewaltbereite und brutale Scheißbullen (siehe Anmerkung kurz vorher) nicht einfach mehr zulangen könnten, ohne dafür zur Verantwortung gezogen werden zu können.

Zu guter Letzt möchte ich nach so viel idiotischen Populismus aus Polizei, Bildzeitung und BRD-Staatsfernsehen auch ein heiteres, populistisches Wort anhängen: Wenn dieser Herr Wendt wissen möchte, ob ein Vergewaltiger — die pädophilen Neigungen schwingen ja im Kontext mit, ohne benannt zu werden — in der Nähe seiner Enkelin wohne, denn möge er doch bitte zusammen mit seinen ganzen Kollegen von der Kriminalpolizei ein sehr genaues Auge auf jene umliegenden röm.-kath. Kirchen werfen, in denen so bemerkenswert selten wegen Vergewaltigung und Kindesmissbrauch (und wegen anderer Verbrechen gegenüber meist ausgelieferten Menschen) ermittelt wird.

Nachtrag: Bei netzpolitik weiterlesen

Killerpornos

Das einst Aktuelle wird über das stets nachgeschobene Aktuellere ja schnell vergessen. Am 11. März dieses Jahres ist ein 17jähriger Schüler bewaffnet in seine Realschule zu Winnenden gegangen und hat mordlaufend ein weiteres Dokument der persönlichen Verzweilfung angesichts eines aussichtslosen Daseins abgelegt. Es wird angesichts der unverändert trüben Lebensumstände, der Brutalität der Zwangsbeschulung in der BRD und der völligen Gleichgültigkeit der classe politique, deren Betroffenheit nur medienwirksam in die Kameras inszeniert wird, nicht der letzte Mordlauf an einer Schule in der BRD geblieben sein — zumal man dort als Junge nur noch austicken kann.

Unglücklicherweise für die classe politique eignete sich dieser Mordlauf nicht so gut für die übliche Inszenierung. Von Killerspielen und vom Internet konnte nicht die Rede sein, eher schon von einem Umfeld des Waffenfetischs, der im Rahmen eines Sauf- und Schießvereins ziemlich offen gepflegt werden konnte. Die Waffen lagen offen herum, daran kann auch unser Bundesgeisteskranker Wolfgang Schäuble mit seinen technoiden Kontrollfantasien nichts ändern. Es war genau die Art von Irrsinn, die im Dunstkreis der so genannten „Schützenvereine“ immer wieder gepflegt wird — einschließlich eines Vaters, der nicht nur seinen eigenen Fetischismus auslebte, sondern diesen auch auf seinen Sohn übertrug und förderte. Solch Irrsinn darf aber nicht hinterfragt werden, es ist gesellschaftlich anerkannter Irrsinn, vor allem unter Wählern der Unionsparteien — dann schon lieber Internet und Computerspiele.

Die Bildzeitung, dieses schwarzbraune Verdummungsblatt für Spießer, Schützen und sonstige Sklaven der eigenen Angst, sie musste sich heute angesichts der abgeschlossenen Ermittlungen im „Fall Winnenden“ der Aufgabe entledigen, etwas zu schreiben, das diesen Sachverhalt möglichst gut verdeckt. Und sie hat in der Tat einen ganz besonderen Schwerpunkt gesetzt…

Amoklauf von Winnenden: Tim K. schaute am Abend vor der Tat Pornos

…indem sie darauf hinwies, dass der Mordläufer doch Pornos geschaut habe. Fehlt eigentlich nur noch die Forderung nach einem Pornoverbot, bevor noch mehr „unschuldige Menschen“ sterben müssen.

Die Geiselbefreier

Jung: Bundeswehrauftrag erweitern - Verteidigungsminister Jung will der Bundeswehr mit einer Verfassungsänderung Geiselbefreiungen ermöglichen. Im Hinblick auf die Piraterie vor der Küste Somalias sagte Jung der Bild am Sonntag, bis die Polizei am Horn von Afrika zur Befreiung der Hansa Stavanger einsatzfähig gewesen sei, sei die Lage längst verschärft gewesen. Er forderte die deutschen Reeder außerdem auf, ihre Schiffe unter deutscher Flagge fahren zu lassen und ihre Abgaben in Deutschland zu zahlen, wenn sie deutschen Schutz erwarteten.

Quelle: Videotext des BRD-Staatsfernsehens ARD

Willkommen im Wahlkampf. Jeder P’litaffe in der BRD labert reflexartig irgendeine gequirlte Scheiße, wenn er so etwas wie ein Mikrofon vor seiner Nase sieht. Und dieser Reflex geht nicht vom Großhirn aus. Und weil ja so schön Wahlkampf ist und die BRD einen nur zum Schein von der Politik unabhängigen, in Wirklichkeit aber quasi staatlichen Rundfunk hat, muss diese ganze Scheiße auch noch durch die stinkenden Kanäle dieses Rundfunks gepumpt werden. Dass dabei eine Zeitung zitiert wird, die man überall in der BRD in die Hand gedrückt bekommt, wenn man fröhlich ein „Lügenblatt“ verlangt, interessiert beim Transport der p’litischen Lügen im BRD-StaatsFernSähen offenbar niemanden mehr — ein gefühltes gutes Viertel der Meldungen dieses „Qualitätsjournalismus“ stammt aus dieser höchst fragwürdigen und farblich in die Brauntöne tendierenden Quelle.

Nicht wahr, wir brauchen doch die Bundeswehr nicht nur zur Verteidigung der BRD-Grenzen in Afghanistan, sondern auch dort, wo die Polizei „nicht schnell genug reagieren“ kann? Sagt jedenfalls unser Kriegsminister Jung, wenn man der mörderischen, braunschwarzen Propagandapresse aus dem Hause Springer überhaupt glauben darf. Es dauert ja viel zu lange, bis die Bullen überhaupt einsatzfähig sind, und die Bundeswehr ist ja besonders gut für polizeiliche Aufgaben wie plumpes Abknallen mit automatischen Waffen ausgebildet. Der muss es ja wissen, dieser Kriegsminister. Fragt sich nur eines: Wieso hat die GSG 9 des Bundesgrenzschutzes (heute: Bundespolizei) eigentlich damals eine sehr schwierige und aufwändige Geiselbefreiung in Mogadischu hingekriegt, wenn die gar nicht so richtig einsatzfähig sind? Aber nein, gar nicht erst eine solche Frage aufkommen lassen, sondern lieber eine andere Frage in das Hirn stopfen. Zum Beispiel die Frage, ob man vielleicht mal wieder eine „kleine“ Änderung ins Grundgesetz reinschreiben sollte, damit die Bundeswehr mit angemessener Bewaffnung den ballernden Hilfsbullen spielen kann — und dies bestimmt nicht nur im Ausland und in fernen Gewässern, sondern auch einmal gegen die Bevölkerung der BRD, da sei der Schäuble vor! Immer schön bei jedem noch so fernliegenden Anlass diese eine Möglichkeit in die Mikrofone pusten, damit sich die Leute auch daran gewöhnen und das für völlig normal zu halten beginnen. So funktioniert Propaganda. Damals wie heute. Ganz großes P’littheater!

Bei 9/11 bemerken ja inzwischen auch die größeren Schlafmützen, dass von der propagandistischen Angstmach-Legende einer riesen Gefahr durch irgendwelche gut getarnten, auf Kommando mordenden Schläfer etwas nicht stimmen kann, also nimmt man jetzt eben die Piraten, um eine notstandsartige Änderung des Grundgesetztes damit zu begründen. Die für den p’litischen Schwindel ausgebeuteten Sachverhalte sind so austauschbar, wie die Richtung des ganzen Bestrebens eindeutig ist.

Und zum Abschluss noch ein schöner, maggibrauner Spritzer Nationalismus in die trübe Brühe, weil damit ja immer noch ein bisschen zusätzliche Irrationalität zu holen ist. Denn mit denkenden Menschen lassen sich die gegenwärtigen Beglückungsideen der p’litischen Kaste in der BRD nicht so leicht umsetzen.

Diese nicht einmal 1000 Zeichen Kürzsttext aus einer Meldung der Tagesschau-Redaktion sind schon bemerkenswert deutlich. Sie zeigen, was die in keinem Staatsvertrag formulierte, inoffizielle Aufgabe des BRD-Staatsfernsehens ist. Und sie zeigen, dass man jede Meldung aus dieser Quelle mit der Vorsicht betrachten muss, mit der man eben p’litische Propaganda betrachtet. Die Aktuelle Camorra der BRD dient nur zum Verdummen und Gefügigmachen der Menschen in Deutschland.