Das „Geschäftsmodell“ Content4U gerichtlich geprüft

Amtsgericht Frankfurt, AZ: 29 C 2583/10

Das Amtsgericht urteilte, dass es sich bei dem sichtbaren Kostenhinweis um eine „allgemeine Geschäftsbedingung“ handele, da er für eine Vielzahl von Vertragsschlüssen vorformuliert sei.

Der Webseitenbesuch erfolgt wie im vorliegenden Fall regelmäßig in der Absicht, im Internet vielerorts kostenlos erhältliche Software herunterzulassen, und damit in der Erwartung, die gewünschte Software auch auf dem beschrittenen Weg kostenlos zu erhalten.

Ein Vertrag mit Kostenpflicht kommt nach Auffassung des Amtsgerichtes nicht zustande, da der dafür erforderliche, explizite Kostenhinweis fehlte und das Angebot eines angeblich kostenlosen Downloads irreführend war. Nach meiner Auffassung (Achtung: Ich bin kein Jurist!) sind damit sämtliche jetzt weiter versendeten Mahnungen und Drohbriefe irgendwelcher Inkasso-Klitschen mit großtönendem Namen nur noch das, was sie eigentlich immer waren: gewerbsmäßiger, in großem Maßstab durchgeführter Betrug. Klar, dass die betrügerische Abzock-Firma Content4U in der ganzen Zeit nicht an einer juristischen Klärung ihrer Ansprüche interessiert war, sondern lieber einschüchternde Serienbriefe an hunderttausende von Menschen geschickt hat. Deshalb: Niemals bezahlen! Keinen einzigen Cent! Es gibt einfach bessere Verwendungen für Geld, als damit diesen Adamca-Brüdern ihren schmarotzerhaften verfeinerten Lebensstil zu finanzieren.

Aber in einer Sache können wir uns sicher sein: Erstmal wird die Content4U-Nummer so lange weitergeritten, wie es noch eben ohne Gefängnisaufenthalt möglich ist, und danach wird der gleiche Betrug unter einer anderen Firmierung fortgesetzt. Dass derartige „Geschäfte“ in der BRD möglich sind (und nur in der BRD in dieser Form möglich sind), ist p’litisch gewollt.