Der falsche Rücktritt

Als der ehemalige Banker Horst Köhler heute vom Amt des Bundespräsidenten zurücktrat

„Ich erkläre meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten“, sagte Horst Köhler am Montag in Berlin. Der Bundespräsident begründete seine Entscheidung mit der Kritik an seinen Äußerungen im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. […] Beim Verlesen der Erklärung zeigte er sich tief bewegt. Dem Staatsoberhaupt standen Tränen in den Augen. Streckenweise versagte ihm die Stimme.

…war dieser Mensch mit den sonst so gefügigen Gesichtsmuskeln in erster Linie deshalb so erschüttert, dass ihm die Tränen in die Augen schossen und seine Stimme ihren Klang verlor, weil seiner Auffassung nach ganz jemand anders hätte zurücktreten müssen, nämlich die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland.

Weichzielverlust

Der einzig passende Nachruf auf die noch als Leiche politisch nützlichen Soldaten der Bundeswehr, die für ein Nichts verreckt sind, stammt von Georg Schramm. Es ist übel, dass man so etwas nur noch unter der Bezeichnung „Kabarett“ im BRD-Staatsfernsehen hören kann.

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Kein weiterer Kommentar

Wie deutlich sich doch die Volksvertreter vom „Volk“ emanzipiert haben…

Der scheidende Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) hatte es als „auf Dauer nicht tragbar“ bezeichnet, dass ständig Umfragen veröffentlicht würden, in denen sich eine Mehrheit gegen den Einsatz der Bundeswehr ausspreche. Sekunden vor Merkels Rede hatte der Fernsehsender n-tv so eine Umfrage parat. Demnach hielten nur noch 13 Prozent der Befragten den Einsatz für sinnvoll.

Quelle: sueddeutsche.de.

Bundeswehr soll in Afghanistan aufrüsten

Die Bundeswehr soll in Afghanistan aufrüsten…

Zwei Meldungen aus Google-News direkt untereinander: 'Bundeswehr soll aufrüsten' und 'Drastisches Video vom Helikopterangriff im Irak'.

…damit auch endlich Soldaten der Bundeswehr mal so ein geiles, anständiges Gemetzel hinlegen können, ganz genau so wie die Waffenbrüder aus den Vereinigten Staaten. Das ist doch viel hübscher als das Verrecken für fremde Interessen. Man könnte natürlich auch fragen, was eine Armee zur Verteidigung der BRD-Grenzen überhaupt in Afghanistan zu suchen hat. Aber das fragt man eben nicht, wenn man Kriegspropaganda macht. Man fragt übrigens auch nicht, was irgendwelche Königshäuser in unserer Bananenrepublik mit der Bundeswehr zu tun haben sollen.

(Übrigens: Ist es nicht toll, wie beinahe durchgängig die Journaille das Wort „Wikileaks“ vermeidet, wenn sie die Geschichte vom „Kollateralmord“ durch US-Soldaten bringt. So kennen wir die Scheißjournaille!)

Quelle des Screenshots: Google News

Der maßlose Mixa

Wenn der Militärbischof und damit Kriegsmittreiber Walter Mixa es allen Ernstes für eine gute Idee hält, an „gemäßigte Taliban“ zu denken, denn spiegelt dies vor allem wider, dass neben Mixas eigenem rußschwarzen Fundamentalismus mit deutlicher Tendenz in das Unterdrückerische und Mörderische selbst der eine oder andere Taliban als ziemlich gemäßigt erscheinen könnte.

Kriegsrhetorik gestern und heute

Wie sich doch die Rhetorik verändert hat, wenn die p’litische Kaste einen Grund dafür finden muss, dass staatlich bezahlte Mordarbeiter, so genannte Soldaten, irgendwo in die Welt geschickt werden! Man und frau spricht nicht mehr vom Krieg gegen einen Aggressor, man spricht von einem Einsatz, denn das Wort Einsatz klingt ja doch viel besser als das Wort Krieg. Im Zweifelsfall ist so ein Einsatz sogar „humanitär“, eine richtige Wohltat für die Menschen, er „bringt die Demokratie“ oder „sichert die Demokratie“. Und zwar für Menschen, die sich selbst gar nicht mehr helfen können, die einfach auf die Gegenwart bewaffneter Mordarbeiter aus der BRD angewiesen sind. So hat sich zum Beispiel kürzlich erst Kanzlerdarstellerin Angela Merkel (CDU) der Aufgabe entledigt, ein „militärisches Abenteuer“ (auch so ein übles Wort) schönzureden, wie in vertrauter Beflissenheit der BRD-Staatsrundfunk „Deutsche Welle“ meldet:

Merkel: Afghanistan auf Bundeswehr angewiesen - KABUL: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine längerfristige Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr ausgesprochen. Der Norden des Landes werde auch in den nächsten Jahren die Präsenz der deutschen Soldaten brauchen, ...

[Quelle des Screenshots: Google News]

Das müssen doch alle in der BRD verstehen! Afghanistan braucht die Soldaten, braucht das bewaffnete Monopol der Gewalt aus der BRD, braucht die Hilfe des Staates BRD. So eine kleine Frage, was dieser „Einsatz“ (das Wort klingt schon nach Roulette oder Poker) mit dem im Grundgesetze sehr eng gesetzten Zweck der Bundeswehr, nämlich der Verteidigung der Grenzen der BRD, zu tun hat, darf angesichts einer solchen Not gar nicht mehr aufkommen. Hier gilt es nur noch zu helfen, und der barmherzige Samariter trägt jetzt eben automatische Waffen in seinen gepanzerten Fahrzeugen. Ein wahres Glanzstück der christlich-demagogischen Nächstenliebe ist dieser sinnlose Krieg, ein leuchtendes Zeichen für die Werte, für die solche Redner und Rednerinnen stehen! Ja, es verrät viel Charakter, wie sich die Bundesmerkel hier der Aufgabe entledigt hat, diesen Unfug zu rechtfertigen. Und was es für einen Charakter verrät!

Und wenn schon die Bundeswehrmacht der BRD den Segen der Hilfe in eine Not leidende Welt trägt, denn muss eben auch jeder Verständnis dafür haben, dass die Schicksale der Not leidenden Menschen in der BRD minder wichtig geworden sind. Die Neuen Armen in der BRD sind der gleichen p’litischen Kaste, die der ganzen Welt in ihren tiefen Nöten hastig zur Hilfe eilen will, so was von scheißegal, sollen die ganzen Empfänger der Almosen aus den kalten Träumen von Hartz, Fischer und Schöder doch sehen, wo sie bleiben. Hauptsache, sie spielen keine „Killerspiele“, sonst kommen sie noch wirksame Ideen, wie sie ihrer zunehmenden Verzweiflung und Wut Ausdruck verleihen können. Außer vielleicht, wenn es die richtigen sind. Damit aus ihnen die richtigen Killer werden.